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Samsung verlangt für DRAM offenbar mehr als das Dreifache

Der weltweite Speicherboom erreicht die nächste Stufe. Samsung soll für seinen neuen HBM4-Speicher Preise verlangen, die mehr als dreimal so hoch liegen wie beim bisherigen HBM3E. Hintergrund ist die weiterhin enorme Nachfrage nach leistungsfähigem Speicher für KI-Beschleuniger und Rechenzentren.

Nach einem aktuellen Bericht aus Südkorea befindet sich Samsung derzeit in Preisverhandlungen mit wichtigen Kunden für die Lieferungen im Jahr 2027. Demnach werden für HBM4 Beträge im mittleren bis oberen Bereich von vier US-Dollar pro Gigabit aufgerufen. HBM3E soll im Vergleich bei ungefähr 1,50 US-Dollar pro Gigabit liegen.

Die endgültigen Preise stehen allerdings noch nicht fest.

Samsung verhandelt über HBM4 Preise für 2027

Die ursprünglichen Informationen stammen von der südkoreanischen Wirtschaftszeitung Maeil Business Newspaper.

Dem Bericht zufolge verhandelt Samsung derzeit mit seinen wichtigsten Kunden über die HBM4-Liefermengen und Preise für das kommende Jahr.

Bei High Bandwidth Memory funktioniert der Markt anders als bei klassischem Arbeitsspeicher für Verbraucher.

Große Abnehmer vereinbaren ihre benötigten Mengen häufig langfristig und sichern sich Produktionskapazitäten im Voraus. Hersteller können auf dieser Grundlage ihre Fertigung planen.

Ein großer Teil der für 2027 vorgesehenen HBM-Mengen soll bereits grundsätzlich mit Kunden abgestimmt sein. Nun geht es offenbar um die endgültigen Preise.

Mehr als dreimal so teuer wie HBM3E

Besonders auffällig ist der Unterschied zur vorherigen Generation.

Samsung soll für HBM4 derzeit Preise im mittleren bis oberen Vier-Dollar-Bereich pro Gigabit ansetzen.

HBM3E liegt dem Bericht zufolge bei ungefähr 1,50 Dollar pro Gigabit.

Sollten diese Werte in den abschließenden Verträgen bestehen bleiben, wäre HBM4 damit mehr als dreimal so teuer wie sein Vorgänger.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Samsung bereits einen weltweit einheitlichen Verkaufspreis festgelegt hat.

HBM wird individuell über umfangreiche Lieferverträge zwischen Speicherherstellern und großen Kunden gehandelt. Preise können deshalb unter anderem von Menge, Laufzeit und konkreter Speicherkonfiguration abhängen.

Warum Unternehmen trotzdem bezahlen könnten

HBM4 ist für moderne KI-Beschleuniger besonders wichtig.

Die Speicherchips werden übereinandergestapelt und über extrem breite Schnittstellen angebunden. Dadurch erreichen sie eine wesentlich höhere Speicherbandbreite als konventioneller DRAM.

Gerade KI-Modelle benötigen enorme Datenmengen, die möglichst schnell zwischen Speicher und Recheneinheiten übertragen werden müssen.

Samsung hat die Massenproduktion seiner HBM4-Generation bereits Anfang 2026 gestartet.

Der Hersteller nennt eine Datenrate von 11,7 Gbit/s pro Pin und gibt an, dass ausgewählte Konfigurationen bis zu 13 Gbit/s erreichen können.

Damit befindet sich HBM4 leistungstechnisch deutlich über den vorherigen Generationen.

KI Boom macht HBM zum wertvollsten Speicher

Entscheidend ist allerdings nicht nur die Technik.

Der Markt für KI-Hardware wächst weiterhin extrem schnell.

Nvidia, AMD und andere Hersteller benötigen für ihre kommenden Rechenzentrumsbeschleuniger immer größere Mengen an HBM.

Samsung, SK hynix und Micron kämpfen deshalb um langfristige Großaufträge.

Für die Speicherhersteller ist das ausgesprochen attraktiv, weil sich mit HBM wesentlich höhere Margen erzielen lassen als mit vielen klassischen DRAM-Produkten.

Genau deshalb fließt inzwischen ein immer größerer Teil der Produktionskapazitäten in HBM.

Fast ein Drittel der DRAM Kapazität könnte bald für HBM genutzt werden

Samsung selbst erwartet, dass HBM bereits 2027 fast 30 Prozent der weltweiten DRAM-Waferkapazität beanspruchen könnte.

Derzeit liegt der Anteil bei ungefähr 20 Prozent.

Das klingt zunächst nach einer reinen Rechenzentrumsentwicklung, betrifft langfristig aber auch den restlichen Speichermarkt.

HBM und klassischer DRAM greifen teilweise auf dieselben Produktionsressourcen zurück.

Wird mehr Kapazität für besonders lukrativen KI-Speicher verwendet, steht entsprechend weniger Fertigung für konventionelle DRAM-Produkte zur Verfügung.

Genau diese Entwicklung beschäftigt den Hardwaremarkt bereits seit Monaten.

Normales RAM könnte indirekt weiter unter Druck geraten

Für Spieler bedeutet die HBM4-Preissteigerung nicht, dass DDR5-Arbeitsspeicher plötzlich ebenfalls dreimal so teuer wird.

HBM4 wird nicht als normaler Arbeitsspeicher in Gaming-PCs verwendet.

Die indirekten Auswirkungen sind allerdings wichtiger.

Wenn Hersteller ihre Fertigung verstärkt auf HBM und andere profitable Serverprodukte konzentrieren, kann das Angebot bei klassischem RAM knapper bleiben.

Über die Folgen des KI-Booms für Gaming-Hardware hatten wir bereits berichtet:

https://www.playstationinfo.de/2026/08/19/gaming-hardware-wird-teurer-und-der-ki-boom-verschaerft-das-problem/

Gerade DDR5 war 2026 bereits von deutlichen Preissteigerungen betroffen.

Speicher bleibt eines der größten Hardware Probleme

Auch bei anderen Produkten ist die Entwicklung inzwischen sichtbar.

SSDs, DRAM und verschiedene weitere Speicherkomponenten bewegen sich seit Monaten auf einem höheren Preisniveau.

Analysten hatten bereits im Sommer davor gewarnt, dass die angespannte Situation möglicherweise bis 2028 anhalten könnte:

https://www.playstationinfo.de/2026/06/25/speicherpreise-koennten-bis-2028-deutlich-steigen/

Selbst große Unternehmen reagieren inzwischen ungewöhnlich.

Google verwendet beispielsweise wieder ältere DDR4-Module aus ausgemusterten Servern, um den enormen Speicherbedarf seiner Infrastruktur abzufangen:

https://www.playstationinfo.de/2026/09/02/google-greift-fuer-neue-ki-server-ploetzlich-auf-alten-ddr4-speicher-zurueck/

Das zeigt, wie wertvoll verfügbare Speicherkapazität inzwischen geworden ist.

Samsung könnte von seiner frühen HBM4 Produktion profitieren

Für Samsung kommt die Entwicklung zu einem günstigen Zeitpunkt.

Der Konzern hatte Anfang des Jahres als einer der ersten Hersteller die kommerzielle HBM4-Produktion gestartet und beliefert inzwischen Kunden mit der neuen Generation.

Gleichzeitig erwartet die Branche für 2027 einen deutlichen Anstieg der HBM4-Nachfrage.

Sollte Samsung tatsächlich Preise von mehr als dem Dreifachen des bisherigen HBM3E-Niveaus durchsetzen können, könnte das die Profitabilität des Speicherbereichs erheblich verbessern.

Noch befinden sich die Verhandlungen allerdings offenbar in der Abschlussphase.

Ob die genannten Preisforderungen tatsächlich vollständig von den Kunden akzeptiert werden, bleibt deshalb abzuwarten.

KI Speicher wird zum immer größeren Faktor

Die Meldung zeigt vor allem, wie stark sich der Speichermarkt durch den KI-Boom verändert hat.

HBM war lange ein spezialisiertes Produkt für vergleichsweise wenige Hochleistungsanwendungen.

Inzwischen gehört High Bandwidth Memory zu den wichtigsten Komponenten moderner KI-Systeme und beansprucht einen schnell wachsenden Anteil der weltweiten DRAM-Produktion.

Für Gamer ist HBM4 selbst zwar kaum relevant.

Wenn aber immer mehr Fertigungskapazität in die besonders lukrativen KI-Produkte fließt, kann die Entwicklung bei DDR5, Grafikspeicher und anderen Komponenten indirekt weiterhin für hohe Preise sorgen.

Die laufenden HBM4-Verhandlungen von Samsung sind deshalb weit mehr als eine Randnotiz aus dem Servermarkt.

Quelle: https://www.mk.co.kr

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