NewsCyberpunk 2077 Entwickler vergisst den schwierigen Launch bis heute nicht

Cyberpunk 2077 Entwickler vergisst den schwierigen Launch bis heute nicht

Cyberpunk 2077 gehört heute zu den bekanntesten Comeback-Geschichten der Spielebranche. Zahlreiche Updates, der große Umbau mit Version 2.0 und vor allem die Erweiterung Phantom Liberty haben das Bild des Rollenspiels deutlich verändert. Für Paweł Sasko, einen der führenden Entwickler hinter Cyberpunk 2077 und inzwischen Associate Game Director von Cyberpunk 2, bleibt der problematische Launch von 2020 trotzdem ein wichtiger Teil der Geschichte.

Anlässlich des dritten Geburtstags von Phantom Liberty blickte Sasko noch einmal auf die vergangenen Jahre zurück. Seine zentrale Aussage: Der spätere Erfolg löscht den missglückten Start nicht einfach aus.

Phantom Liberty kann den Launch nicht ungeschehen machen

Cyberpunk 2077 erschien im Dezember 2020 mit erheblichen technischen Problemen.

Vor allem die Konsolenversionen sorgten damals für Kritik. Bugs, Performance-Probleme und weitere technische Schwierigkeiten überschatteten viele der eigentlich ambitionierten Inhalte des Spiels.

CD Projekt Red arbeitete anschließend über Jahre daran, Cyberpunk 2077 zu verbessern.

Mit Phantom Liberty und dem parallel veröffentlichten Update 2.0 erreichte diese Entwicklung schließlich einen entscheidenden Punkt.

Sasko beschreibt die Erweiterung heute als wichtigen Erfolg für das Studio. Gleichzeitig macht er deutlich, dass dieser Erfolg nicht dazu verwendet werden sollte, den ursprünglichen Zustand des Spiels zu vergessen.

Für ihn gehört der schwierige Launch weiterhin zur Geschichte von Cyberpunk 2077.

Technischer Zustand wurde zu einer der wichtigsten Lektionen

Eine der größten Erkenntnisse aus der Entwicklung betrifft laut Sasko die technische Qualität eines Spiels.

Ein Studio könne überzeugende Charaktere, interessante Geschichten und eine starke Spielwelt entwickeln. Wenn technische Probleme verhindern, dass Spieler diese Inhalte wie vorgesehen erleben, könne die gesamte kreative Arbeit darunter leiden.

Diese Erkenntnis klingt rückblickend offensichtlich, dürfte bei CD Projekt Red aber erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung gehabt haben.

Während Phantom Liberty entstand, überarbeitete das Studio gleichzeitig große Teile von Cyberpunk 2077.

Mit Update 2.0 wurden unter anderem Fähigkeiten, Cyberware, Polizeisystem, Fahrzeugkämpfe, künstliche Intelligenz und Loot-System umfassend verändert.

Das Spiel wurde damit nicht nur technisch stabilisiert, sondern in mehreren Bereichen grundsätzlich neu aufgebaut.

CD Projekt Red änderte auch die interne Entwicklung

Die Veränderungen beschränkten sich offenbar nicht auf das eigentliche Spiel.

Sasko erklärte bereits zuvor, dass CD Projekt Red seine internen Arbeitsabläufe nach Cyberpunk 2077 neu ausrichten musste.

Während der ursprünglichen Entwicklung seien zahlreiche Entscheidungen stark über einzelne Abteilungen, Leads und Directors gelaufen.

Für Phantom Liberty wurde die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Teams stärker verändert.

Entwickler aus unterschiedlichen Bereichen arbeiteten enger zusammen und sollten Probleme früher erkennen und gemeinsam lösen.

Sasko beschreibt die Arbeit an der Erweiterung deshalb nicht nur als neues Kapitel für Cyberpunk 2077, sondern auch als Lernprozess für das gesamte Studio.

Phantom Liberty wurde zum Wendepunkt

Die Erweiterung erschien im September 2023 und wurde deutlich positiver aufgenommen als das ursprüngliche Spiel zum Start.

Vor allem die Geschichte rund um Songbird und Solomon Reed, das neue Gebiet Dogtown und die überarbeiteten Rollenspielsysteme wurden häufig hervorgehoben.

Phantom Liberty entwickelte sich anschließend auch wirtschaftlich zu einem großen Erfolg.

Bis 2026 wurden mehr als 15 Millionen Exemplare der Erweiterung verkauft.

Für Sasko bedeutet dieser Erfolg allerdings nicht, dass CD Projekt Red rückwirkend alles richtig gemacht habe.

Vielmehr sieht er Phantom Liberty offenbar als Beleg dafür, dass das Studio aus den Problemen gelernt hat.

Auch die Entscheidungen der Spieler wurden überarbeitet

Interessant ist zudem, dass die Entwickler nicht nur technische Lehren aus Cyberpunk 2077 gezogen haben.

Sasko erklärte, dass manche Entscheidungen im Hauptspiel so subtil umgesetzt worden seien, dass Spieler teilweise gar nicht erkannt hätten, welche Auswirkungen ihre früheren Handlungen hatten.

Bei Phantom Liberty wollte das Team Konsequenzen deshalb deutlicher darstellen.

Entscheidungen sollten weiterhin natürlich in die Spielwelt eingebunden sein, aber stärker spürbare Folgen haben.

Die Geschichte rund um Songbird und Reed wurde teilweise sogar rückwärts von einer zentralen Entscheidung aus entwickelt.

Szenen wurden mehrfach überarbeitet, damit beide Charaktere nachvollziehbare Motive, Schwächen und Geheimnisse besitzen.

Das Ziel war ausdrücklich nicht, den Spielern eine richtige oder falsche Entscheidung vorzugeben.

Diese Erfahrungen fließen jetzt in Cyberpunk 2 ein

Für die Zukunft ist Saskos Rückblick besonders interessant.

Der Entwickler arbeitet inzwischen als Associate Game Director an Cyberpunk 2.

Damit dürften viele Erfahrungen aus Phantom Liberty direkt in den nächsten großen Teil der Reihe einfließen.

Konkrete Informationen zum Gameplay oder zur Geschichte von Cyberpunk 2 sind weiterhin rar.

Bekannt ist jedoch, dass CD Projekt Red das Projekt langfristig als große Fortsetzung des ersten Spiels aufbauen möchte.

Gerade der technische Zustand dürfte nach den Erfahrungen von 2020 von Anfang an eine besonders große Rolle spielen.

Cyberpunk 2077 hat sich seinen Platz erarbeitet

Trotz der weiterhin kritischen Sicht auf den Launch fällt Saskos heutiger Blick nicht negativ aus.

Er beschreibt die vergangenen Jahre vielmehr als schwierigen, aber wichtigen Lernprozess.

Das Entwicklerteam habe nach dem problematischen Start weiter an Cyberpunk 2077 gearbeitet, während viele Spieler entweder geblieben oder später zurückgekehrt seien.

Der spätere Erfolg von Phantom Liberty und die positive Entwicklung des Hauptspiels zeigen, dass sich diese Arbeit gelohnt hat.

Gleichzeitig bleibt die ursprüngliche Veröffentlichung eine Erinnerung daran, wie stark technische Probleme selbst ein ambitioniertes Projekt überschatten können.

Genau diese „Narben“, wie Sasko es beschreibt, sollen offenbar nicht vergessen werden.

Für Cyberpunk 2 könnte das langfristig sogar einer der wichtigsten Vorteile sein: Das Team beginnt die Entwicklung nicht nur mit den kreativen Erfahrungen aus Cyberpunk 2077, sondern auch mit den Lehren aus einem der schwierigsten Starts der vergangenen Jahre.

Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Amazon

Jetzt einkaufen und unterstützen

*Unsere Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Ihr unterstützt uns durch eure Einkäufe, ohne dass zusätzliche Kosten für euch anfallen.

Weitere News