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Gaming Hardware wird teurer und der KI Boom verschärft das Problem

Wer seinen Gaming-PC aufrüsten oder neue Hardware kaufen möchte, bekommt die Auswirkungen der aktuellen Preisentwicklung zunehmend zu spüren. Vor allem Arbeitsspeicher ist erheblich teurer geworden. Eine Ursache dafür liegt ausgerechnet in einem anderen boomenden Technikbereich: Künstliche Intelligenz beansprucht immer größere Teile der weltweiten Chip- und Speicherproduktion.

Die Folgen zeigen sich inzwischen deutlich auf dem deutschen Games-Markt. Im ersten Halbjahr 2026 gingen die Ausgaben für Gaming-Hardware hierzulande um acht Prozent zurück und lagen bei rund 1,3 Milliarden Euro.

KI Rechenzentren benötigen enorme Mengen an Hardware

Der weltweite Ausbau großer KI-Rechenzentren sorgt für eine hohe Nachfrage nach leistungsfähigen Halbleitern und insbesondere Speicherchips. Produktionskapazitäten lassen sich jedoch nicht kurzfristig im gleichen Umfang erweitern.

Für klassische Consumer-Hardware bleibt dadurch weniger Kapazität übrig. Besonders deutlich zeigt sich das beim Arbeitsspeicher.

Der game Verband der deutschen Games-Branche spricht angesichts der Entwicklung inzwischen augenzwinkernd von einem „RAMageddon“. Hinter dem Begriff steckt allerdings ein ernstes Problem für Spieler und Hardware-Hersteller.

DDR5-Arbeitsspeicher hat sich innerhalb relativ kurzer Zeit massiv verteuert. Auch ältere DDR4-Module sind von der Entwicklung betroffen. Hinzu kommen höhere Preise bei SSDs, Festplatten und teilweise Grafikkarten.

Viele Gamer verschieben bereits ihre Einkäufe

Dass steigende Preise das Kaufverhalten beeinflussen, zeigen aktuelle Zahlen des Digitalverbands Bitkom.

Demnach haben 37 Prozent der Gamer in Deutschland im Jahr 2026 bereits geplante Hardware-Käufe aufgrund gestiegener Preise verschoben. Lediglich elf Prozent ließen sich von der Entwicklung nicht beeinflussen und kauften ihre geplante Hardware trotzdem.

Besonders häufig wird beim Arbeitsspeicher gewartet. 16 Prozent der befragten Gamer haben ein geplantes RAM-Upgrade zunächst zurückgestellt.

Doch auch Konsolen sind betroffen. Neun Prozent verschoben den geplanten Kauf einer neuen Spielekonsole. Bei Grafikkarten waren es acht Prozent und bei Festplatten sechs Prozent.

Damit zeigen sich die Auswirkungen nicht nur bei Enthusiasten, die regelmäßig neue Komponenten in ihren Gaming-PC einbauen. Steigende Hardware-Preise erreichen zunehmend einen deutlich größeren Teil der Gaming-Branche.

Deutscher Hardware Markt verliert deutlich

Im ersten Halbjahr 2026 wurden in Deutschland rund 1,3 Milliarden Euro mit Gaming-Hardware umgesetzt. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht das einem Rückgang von acht Prozent.

Allerdings ist nicht allein die aktuelle Preissituation dafür verantwortlich. Im vergangenen Jahr sorgte unter anderem die Einführung neuer Hardware wie der Nintendo Switch 2 für zusätzliche Umsätze und damit für eine entsprechend hohe Vergleichsbasis.

Der gesamte deutsche Games-Markt erreichte im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von rund 4,2 Milliarden Euro und lag damit etwa drei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Während der klassische Verkauf von Spielen ebenfalls leicht zurückging, konnten Online-Gaming-Dienste dagegen zulegen.

Entspannung bei RAM und Chips könnte noch dauern

Für Spieler stellt sich vor allem die Frage, wann sich die Situation wieder normalisiert.

Eine schnelle Rückkehr zu den niedrigen Speicherpreisen vergangener Jahre ist derzeit nicht absehbar. Der Aufbau neuer Produktionskapazitäten benötigt Zeit, während gleichzeitig weltweit Milliarden in zusätzliche KI-Infrastruktur investiert werden.

Der Speicherchipmarkt befindet sich deshalb in einer ungewöhnlichen Situation: Gaming, klassische Computer, Smartphones und zahlreiche weitere Geräte konkurrieren indirekt mit dem enormen Bedarf großer KI-Rechenzentren.

Wer momentan einen neuen Gaming-PC zusammenstellen oder seinen bestehenden Rechner aufrüsten möchte, muss deshalb teilweise deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einem Jahr.

Dass inzwischen mehr als ein Drittel der Gamer geplante Anschaffungen verschiebt, zeigt gleichzeitig, dass höhere Preise nicht unbegrenzt vom Markt aufgenommen werden. Bleibt die Hardware teuer, könnte die Kaufzurückhaltung damit auch in den kommenden Monaten ein Thema bleiben.

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