GTA 6 gehört zu den größten Spielen des Jahres, doch eine Plattform fehlt weiterhin komplett: die Nintendo Switch 2. Obwohl Nintendos neue Konsole technisch deutlich leistungsfähiger ist als ihr Vorgänger, hält ein ehemaliger Rockstar-Entwickler einen Port von GTA 6 derzeit für wenig sinnvoll.
Jérémy Hartvick, der zwischen 2017 und 2020 bei Rockstar an GTA 6 gearbeitet hat, bezweifelt vor allem, dass sich der enorme technische und wirtschaftliche Aufwand für Rockstar tatsächlich lohnen würde.
Sein Argument ist simpel: Wer GTA 6 unbedingt spielen möchte, dürfte sich im Zweifel eher eine PS5 oder Xbox Series X|S kaufen, als jahrelang auf eine schwächere Switch-2-Version zu warten.
Ex Rockstar Entwickler sieht kaum wirtschaftlichen Vorteil
Hartvick hält einen Switch-2-Port nicht grundsätzlich für unmöglich.
Seiner Einschätzung nach müsste Rockstar aber sehr viel Arbeit investieren, um GTA 6 technisch an die schwächere Hardware anzupassen.
Dabei würde es nicht nur um eine niedrigere Auflösung oder reduzierte Grafikdetails gehen.
Ein Spiel wie GTA 6 setzt stark auf komplexe Simulationen, große offene Gebiete, zahlreiche NPCs, Verkehr, Physik und schnelle Datenübertragung.
All diese Systeme müssten auf der Switch 2 zuverlässig funktionieren, ohne dass die Spielerfahrung zu stark darunter leidet.
Hartvick bezweifelt, dass der zusätzliche Aufwand im Verhältnis zu den möglichen Verkäufen attraktiv genug wäre.
Wer GTA 6 unbedingt will kauft wahrscheinlich eine PS5
Genau hier liegt sein wichtigstes Argument.
GTA 6 ist kein gewöhnliches Multiplattform-Spiel.
Die Marke besitzt eine derart große Zugkraft, dass viele Spieler ihre Hardwareentscheidung gezielt danach ausrichten könnten.
Hartvick geht deshalb davon aus, dass ein großer Teil der Zielgruppe nicht auf eine mögliche Switch-2-Version warten würde.
Wer das Spiel unbedingt zum Release spielen möchte, könne sich stattdessen eine PS5 oder Xbox Series X|S kaufen.
Für Rockstar reduziert das den wirtschaftlichen Druck, eine technisch aufwendige Version für Nintendo zu entwickeln.
GTA 6 erscheint zunächst nur für PS5 und Xbox Series X|S
Rockstar hat GTA 6 bislang ausschließlich für PlayStation 5 und Xbox Series X|S angekündigt.
Der Release ist für den 19. November 2026 geplant.
Eine PC-Version wurde ebenfalls noch nicht offiziell terminiert.
Auch zur Switch 2 hat Rockstar bislang keine konkrete Aussage gemacht.
Entsprechend gibt es derzeit keinen belastbaren Hinweis darauf, dass sich eine Nintendo-Version in Entwicklung befindet.
Switch 2 ist deutlich stärker als die erste Switch
Technisch wäre die Situation dennoch interessanter als noch bei der ursprünglichen Nintendo Switch.
Die Switch 2 bietet deutlich mehr Leistung und unterstützt moderne Technologien wie DLSS.
Damit können Entwickler intern in niedrigerer Auflösung rendern und das Bild anschließend hochskalieren.
Solche Technologien könnten theoretisch helfen, anspruchsvollere Spiele auf der Hardware umzusetzen.
Ein GTA 6 Port wäre deshalb nicht automatisch technisch ausgeschlossen.
Die größere Frage wäre vielmehr, wie stark Rockstar das Spiel anpassen müsste.
Gerade CPU und Speicher könnten entscheidend sein
Bei großen Open-World-Spielen ist die Grafikkarte nur ein Teil des Problems.
Besonders komplexe Simulationen hängen stark von CPU-Leistung, Speicher und Datenübertragung ab.
GTA 6 soll eine deutlich lebendigere Spielwelt bieten als GTA 5.
NPCs sollen umfangreicher reagieren, die Polizei soll sich komplexer verhalten und die Umgebung soll wesentlich dichter ausfallen.
Solche Systeme lassen sich nicht einfach durch eine niedrigere Auflösung entschärfen.
Sollte Rockstar eine Switch-2-Version entwickeln, müsste das Studio deshalb möglicherweise tief in die Technik des Spiels eingreifen.
Andere große Spiele zeigen aber dass Ports möglich sind
Gleichzeitig beweist die Switch 2 bereits, dass größere aktuelle Spiele grundsätzlich auf der Plattform funktionieren können.
Mehrere technisch anspruchsvolle Titel wurden für Nintendos neue Konsole umgesetzt.
Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes Spiel sinnvoll portiert werden kann.
Gerade Rockstar legt traditionell großen Wert darauf, dass seine Spiele auf den unterstützten Plattformen möglichst konsistent funktionieren.
Eine Version mit starken Einschränkungen könnte deshalb für das Studio weniger attraktiv sein.
Rockstar könnte später trotzdem umdenken
Ein Switch-2-Port sollte deshalb nicht vollständig ausgeschlossen werden.
Rockstar hat seine Spiele in der Vergangenheit mehrfach erst deutlich später auf zusätzliche Plattformen gebracht.
GTA 5 erschien ursprünglich 2013 für PS3 und Xbox 360 und wurde anschließend mehrfach neu veröffentlicht.
Auch Red Dead Redemption und ältere GTA-Titel kamen später auf weitere Systeme.
Sollte sich die Switch 2 langfristig sehr erfolgreich verkaufen, könnte sich die wirtschaftliche Rechnung für Rockstar verändern.
Eine große installierte Hardwarebasis könnte einen späteren Port deutlich attraktiver machen.
Auch eine Cloud Version wäre theoretisch denkbar
Eine weitere Möglichkeit wäre eine Cloud-Version.
Nintendo hatte bereits auf der ersten Switch mehrere technisch anspruchsvolle Spiele über Cloud-Streaming angeboten.
Damit müsste GTA 6 nicht vollständig auf der lokalen Hardware laufen.
Für ein Spiel mit schnellen Fahrzeugen, Schießereien und einer riesigen offenen Welt wäre die Abhängigkeit von Internetverbindung und Latenz allerdings ein erheblicher Nachteil.
Ob Rockstar ein solches Modell überhaupt in Betracht ziehen würde, ist vollkommen offen.
Für PS5 bleibt GTA 6 ein entscheidender Titel
Für Sony ist die aktuelle Situation entsprechend komfortabel.
GTA 6 gehört zu den wichtigsten Veröffentlichungen der gesamten PS5-Generation.
Wenn Spieler tatsächlich neue Hardware speziell für das Spiel kaufen, dürfte die PlayStation 5 davon erheblich profitieren.
Gerade die PS5 Pro wird bereits jetzt häufig mit GTA 6 in Verbindung gebracht.
Viele Spieler hoffen, dass Sonys leistungsstärkere Konsole beim neuen Rockstar-Spiel Vorteile bei Bildqualität oder Performance bietet.
Welche PS5-Pro-Verbesserungen GTA 6 tatsächlich erhält, hat Rockstar bislang allerdings nicht im Detail bestätigt.
Eine Switch 2 Version bleibt aktuell reine Spekulation
Die Einschätzung von Jérémy Hartvick ist letztlich genau das: die Meinung eines ehemaligen Rockstar-Entwicklers.
Sie bestätigt weder, dass Rockstar keinen Switch-2-Port plant, noch dass ein solcher technisch unmöglich wäre.
Seine Argumentation zeigt aber, warum Rockstar derzeit möglicherweise wenig Grund hat, GTA 6 auf möglichst viele Plattformen zu bringen.
PS5 und Xbox Series X|S decken zum Start bereits eine große Zielgruppe ab.
Wer das Spiel unbedingt spielen möchte, dürfte laut Hartvick ohnehin bereit sein, die dafür notwendige Hardware zu besitzen oder zu kaufen.
Ob Nintendo-Spieler irgendwann trotzdem nach Leonida reisen können, bleibt damit vorerst offen.
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