Sony weitet die Altersverifizierung auf PlayStation weiter aus. Erwachsene Nutzerkonten in Australien müssen ihr Alter bestätigen, bevor Spiele und Zusatzinhalte mit der dortigen Einstufung R18+ aus dem PlayStation Store zur eigenen Bibliothek hinzugefügt werden können. Ohne erfolgreiche Prüfung bleiben bereits vorhandene Spiele weiterhin nutzbar, neue entsprechend eingestufte Inhalte lassen sich jedoch nicht mehr dem Konto hinzufügen.
Aufmerksamkeit erhält die Änderung derzeit durch einen neuen Reddit-Beitrag, in dem die Altersabfrage auf einer PS5 gezeigt wird. Inzwischen bestätigt auch eine offizielle Support-Seite von PlayStation die Einführung. Wichtig für Spieler in Deutschland: Hierzulande gilt diese konkrete Regelung derzeit nicht.
Altersnachweis vor neuen R18+ Spielen
Die Altersverifizierung betrifft erwachsene PlayStation-Konten, die in Australien registriert sind. Nutzer sollen die Prüfung einmal pro Konto abschließen. Sowohl neu erstellte als auch bereits bestehende Konten können zur Bestätigung des Alters aufgefordert werden.
Wer die Verifizierung zunächst überspringt, kann seine PlayStation-Konsole grundsätzlich weiterverwenden. Spiele, die sich bereits in der Bibliothek befinden, bleiben laut Sony zugänglich. Auch Inhalte unterhalb der australischen Altersfreigabe R18+ können weiterhin über den PlayStation Store hinzugefügt werden.
Eingeschränkt wird dagegen der Zugriff auf neue Spiele und Zusatzinhalte mit der höchsten australischen Altersfreigabe. Diese lassen sich ohne bestätigten Altersnachweis nicht mehr kaufen, herunterladen oder über andere Angebote zur eigenen Spielebibliothek hinzufügen.
Damit unterscheidet sich die australische Umsetzung von der bereits bekannten Altersprüfung in Großbritannien und Irland. Dort stehen vor allem Kommunikationsfunktionen wie Nachrichten, Party-Chats, Sprachchat und Übertragungen zu Twitch oder YouTube im Mittelpunkt.
Über die PlayStation Altersprüfung für Sprachchat und Nachrichten hatten wir bereits im April berichtet.
Gesichtsscan oder Ausweisdokument erforderlich
Für die technische Umsetzung arbeitet Sony erneut mit dem Altersverifizierungsanbieter Yoti zusammen. Australischen Nutzern stehen derzeit zwei Möglichkeiten zur Verfügung:
- Schätzung des Alters über einen Gesichtsscan
- Prüfung über ein gültiges Ausweisdokument
Beim Gesichtsscan müssen Nutzer ein Foto in einer gut beleuchteten Umgebung aufnehmen. Die Technologie von Yoti analysiert anschließend die Gesichtsgeometrie und schätzt, ob die betreffende Person mindestens 18 Jahre alt ist.
Nach Angaben von Sony werden die dabei erzeugten Daten zur Gesichtsgeometrie von Yoti gelöscht, sobald die Prüfung abgeschlossen wurde. PlayStation selbst soll weder das Foto noch die biometrischen Daten erhalten. An Sony wird lediglich übermittelt, ob die Altersprüfung bestanden oder nicht bestanden wurde.
Alternativ kann ein anerkanntes Ausweisdokument fotografiert und hochgeladen werden. Welche Dokumente akzeptiert werden, hängt vom jeweiligen Ausstellungsland ab. Als Beispiel nennt Sony einen Reisepass.
In manchen Fällen verlangt Yoti zusätzlich einen weiteren Gesichtsscan. Mit dieser sogenannten Lebenderkennung soll geprüft werden, ob das Dokument tatsächlich zur Person vor der Kamera gehört und die Verifizierung nicht mithilfe eines fremden oder kopierten Ausweises durchgeführt wird. Die Ausweisprüfung soll üblicherweise drei bis sechs Minuten dauern.
Bereits gekaufte Spiele sollen nicht gesperrt werden
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen bereits vorhandenen und neu hinzukommenden Spielen. Ohne Altersverifizierung verliert ein australischer Nutzer nach den derzeitigen Angaben nicht automatisch den Zugriff auf seine komplette Bibliothek.
Auch bereits erworbene R18+ Spiele sollen weiterhin gestartet werden können. Die Einschränkung greift erst dann, wenn ein weiterer entsprechend eingestufter Titel oder Zusatzinhalt aus dem PlayStation Store zum Konto hinzugefügt werden soll.
Damit handelt es sich nicht um eine nachträgliche Sperre vorhandener Spiele. Trotzdem entsteht für erwachsene Nutzer eine zusätzliche Voraussetzung, wenn sie künftig uneingeschränkt auf das digitale Angebot des PlayStation Stores zugreifen möchten.
Minderjährige dürfen die Altersprüfung nicht verwenden, um ein gewöhnliches Erwachsenenkonto weiterzuführen. Spieler unter 18 Jahren benötigen laut Sony ein Kinderkonto, das von einem Elternteil oder Erziehungsberechtigten verwaltet wird.
Passend dazu bietet Sony seit 2025 die PlayStation Family App zur Verwaltung von Kinderkonten und Altersfreigaben an.
Australien verschärft den digitalen Jugendschutz
Die Änderung erfolgt nicht isoliert. Australien hat die Vorgaben für Plattformen verschärft, über die Minderjährige auf Inhalte mit expliziter Sexualität, extremer Gewalt oder anderen potenziell schädlichen Darstellungen zugreifen könnten.
Neben Sony haben deshalb auch andere große Anbieter neue Alterskontrollen eingeführt. Microsoft verlangt in Australien bereits einen Altersnachweis für entsprechend eingestufte Inhalte im Xbox Store und Microsoft Store. Der Epic Games Store setzt seit September ebenfalls eine Altersprüfung für R18+ Spiele voraus.
Die Anbieter verwenden dabei nicht zwingend dieselben Verfahren. Abhängig von der Plattform können neben Gesichtsscans und Ausweisdokumenten beispielsweise Kreditkarten oder andere vorhandene Kontoinformationen zur Bestätigung herangezogen werden.
Sony beschränkt sich bei australischen PlayStation-Konten nach aktuellem Stand auf die beiden Optionen Gesichtsscan und Ausweisprüfung. Eine reine Bestätigung des im Konto hinterlegten Geburtsdatums reicht nicht aus.
Keine entsprechende Ankündigung für Deutschland
Für deutsche PlayStation-Konten hat Sony bislang keine identische Pflicht beim Kauf oder Herunterladen von USK-18-Spielen angekündigt. Die australische Einstufung R18+ darf deshalb nicht einfach mit einer neuen weltweiten Regel für alle Volljährigen gleichgesetzt werden.
Auch die bereits in Großbritannien und Irland eingeführte Verifizierung lässt sich nicht unverändert auf Deutschland übertragen. Dort reagiert Sony auf andere gesetzliche Vorgaben und beschränkt ohne Altersnachweis vor allem soziale sowie kommunikative Funktionen.
Die verschiedenen regionalen Modelle zeigen allerdings, dass Alterskontrollen im PlayStation Network zunehmend ausgebaut werden. Welche Funktionen davon betroffen sind und welche Nachweise akzeptiert werden, hängt bislang vom jeweiligen Land und den dort geltenden Vorschriften ab.
In unserem großen Überblick zu Sonys kontrovers diskutierten PlayStation-Entscheidungen im Jahr 2026 haben wir die Entwicklung der Altersverifizierung bereits eingeordnet.
Für deutsche PS5-Spieler besteht aktuell kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Der neue Altersnachweis gilt derzeit für in Australien registrierte Erwachsenenkonten und betrifft dort neue R18+ Inhalte aus dem PlayStation Store.
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