2026 sollte eigentlich ein starkes Jahr für PlayStation werden. Große Spiele stehen bevor, die PS5 ist längst etabliert und mit Blick auf die kommende Konsolengeneration könnte Sony eigentlich voller Selbstvertrauen in die Zukunft schauen. Doch stattdessen häufen sich Entscheidungen, die innerhalb der PlayStation-Community für immer mehr Kritik sorgen.
Dabei geht es längst nicht mehr um eine einzelne Preiserhöhung oder eine umstrittene Änderung. Höhere Hardwarepreise, Diskussionen um digitale Lizenzen, das angekündigte Ende neuer Spiele auf Disc, PSN-Störungen, Veränderungen bei PlayStation Plus und neue Alterskontrollen ergeben inzwischen ein Gesamtbild, das zumindest Fragen aufwirft.
Und mittlerweile geht ein Teil der Community sogar so weit, PlayStation für eine Woche komplett zu boykottieren.
Zeit also, einmal zurückzublicken: Was ist 2026 eigentlich bei Sony und PlayStation passiert?
Die PS5 wird Jahre nach dem Release noch einmal deutlich teurer
Normalerweise kennt man es aus früheren Konsolengenerationen anders.
Eine Konsole erscheint, bleibt einige Jahre auf dem Markt und wird irgendwann günstiger. Bei der PlayStation 5 erleben wir mittlerweile beinahe das Gegenteil.
Sony hat die Preise im April 2026 erneut deutlich angehoben.
In Europa stieg die normale PS5 von 549,99 Euro auf 649,99 Euro. Für die Digital Edition werden inzwischen 599,99 Euro verlangt und die PS5 Pro kletterte auf 899,99 Euro.
Damit ist die PS5 mehrere Jahre nach ihrem ursprünglichen Marktstart teilweise deutlich teurer als zuvor.
Natürlich gibt es dafür wirtschaftliche Gründe. Steigende Speicherpreise, höhere Produktionskosten und die allgemeine wirtschaftliche Situation betreffen nicht nur Sony. Trotzdem ändert das aus Sicht eines Käufers wenig daran, dass der Einstieg in die aktuelle PlayStation-Generation inzwischen erheblich teurer geworden ist.
Wir hatten uns die Entwicklung bereits ausführlicher angesehen:
PS5 wird erneut teurer und die Gründe dahinter zeigen ein größeres Problem
Besonders beruhigend ist die Situation auch weiterhin nicht. Sony hält sich die Möglichkeit weiterer Preisanpassungen grundsätzlich offen.
PS5 schon wieder teurer? Sony lässt bei den Preisen eine wichtige Tür offen
Auch PlayStation Plus wird zunehmend teurer
Doch nicht nur bei der Hardware zeigt die Preiskurve nach oben.
Auch bei PlayStation Plus hat Sony 2026 in verschiedenen Regionen erneut an der Preisschraube gedreht.
Zunächst standen vor allem kürzere Laufzeiten von PlayStation Plus Essential im Mittelpunkt. Später zeigte sich jedoch, dass auch Extra und Premium von Anpassungen betroffen sind. Die Jahresmitgliedschaften blieben bei dieser Preisrunde zunächst unangetastet.
Eine allgemeine neue Preiserhöhung sämtlicher PS-Plus-Abos in Deutschland wurde bislang zwar nicht angekündigt. Der Trend dürfte vielen Spielern trotzdem nicht gefallen.
Sony erhöht Preis von PlayStation Plus Essential in mehreren Regionen
Sony erhöht Preise für PlayStation Plus stillschweigend weiter
Dazu kommt eine weitere Änderung: Seit Januar 2026 stehen PS5-Spiele bei PlayStation Plus klar im Mittelpunkt. PS4-Titel werden nicht mehr regelmäßig Bestandteil des monatlichen Angebots.
Für Besitzer einer PS5 dürfte das nachvollziehbar sein. Wer seine PS4 allerdings weiterhin nutzt, erhält für sein Geld langfristig weniger neue Inhalte für seine Plattform.
PlayStation Plus Essential: Änderungen ab 2026
Dann kam die große Diskussion um das PlayStation-DRM
Im April sorgte eine weitere Geschichte für erhebliche Unruhe.
Nach einem Systemupdate tauchten Berichte auf, wonach neu gekaufte digitale PS4- und PS5-Spiele eine regelmäßige Online-Lizenzprüfung benötigen könnten. Im Mittelpunkt stand dabei eine angebliche Frist von 30 Tagen.
Das sorgte verständlicherweise für Kritik.
Denn was passiert langfristig mit einem digital gekauften Spiel, wenn die notwendigen Server irgendwann nicht mehr erreichbar sind?
Allerdings gehört zur vollständigen Geschichte auch, dass Sony anschließend für Klarheit sorgte.

Demnach handelt es sich nicht um einen dauerhaften 30-Tage-Onlinezwang für sämtliche digitalen Spiele. Sony erklärte, dass bei betroffenen neuen Käufen lediglich eine einmalige Online-Prüfung notwendig sei.
Genau deshalb sollte man Sony heute keinen allgemeinen monatlichen DRM-Zwang vorwerfen.
Problematisch war vielmehr, wie viel Unsicherheit überhaupt entstehen konnte und wie sensibel das Thema inzwischen geworden ist.
PlayStation DRM im Überblick: Sony stellt klar – einmalige Prüfung statt Online-Pflicht
Gleichzeitig fällt das PlayStation Network immer wieder aus
Besonders ungünstig wirken solche Diskussionen in einer Zeit, in der immer mehr Teile des PlayStation-Ökosystems von einer Internetverbindung abhängig sind.
Auch 2026 blieb das PlayStation Network nicht von Problemen verschont.
Bereits im Januar meldeten Spieler Einschränkungen beim PSN. Im März folgten erneut Login-Probleme und Verbindungsabbrüche.
Störungen im PlayStation Network: Nutzer melden Probleme beim Online-Dienst
PSN-Störung sorgt für Probleme bei PlayStation-Spielern weltweit
Im Juli kam es schließlich erneut zu einer größeren weltweiten Störung. Spieler berichteten unter anderem von Schwierigkeiten beim Anmelden, beim Starten von Online-Spielen und beim Zugriff auf verschiedene Dienste.
Weltweite PSN-Störung sorgt für Frust – neue Diskussion um Sonys Digitalstrategie entfacht
Natürlich kann kein großer Onlinedienst eine hundertprozentige Verfügbarkeit garantieren.
Das eigentliche Problem liegt deshalb weniger darin, dass das PSN gelegentlich ausfällt.
Die Frage ist vielmehr, wie abhängig Spieler zukünftig von diesen Diensten werden.
Und genau damit kommen wir zur wahrscheinlich umstrittensten PlayStation-Entscheidung des gesamten Jahres.
Ab 2028 ist Schluss mit neuen PlayStation-Spielen auf Disc
Am 1. Juli ließ Sony schließlich die Bombe platzen.
Ab Januar 2028 soll die Produktion physischer Datenträger für neu erscheinende PlayStation-Spiele eingestellt werden. Neue Veröffentlichungen werden danach digital über den PlayStation Store oder in digitaler Form über den Handel angeboten.
Bereits zuvor veröffentlichte Spiele sind davon nicht betroffen. Sony zieht also nicht plötzlich sämtliche PS5-Discs aus dem Handel.
Trotzdem markiert die Entscheidung einen gewaltigen Einschnitt.
PlayStation: Ab 2028 keine neuen Spiele mehr auf Disc
Sony begründet diesen Schritt mit dem veränderten Kaufverhalten und dem allgemeinen Wandel hin zu digitalen Inhalten.
Rein wirtschaftlich mag diese Entscheidung nachvollziehbar sein.
Für Spieler hat sie jedoch Konsequenzen.

Physische Spiele lassen sich verkaufen, verleihen, gebraucht kaufen, sammeln und unabhängig von einem persönlichen Store-Account besitzen. Bei einem rein digitalen Vertrieb verschwinden viele dieser Möglichkeiten.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt: Sony kontrolliert mit dem PlayStation Store gleichzeitig den wichtigsten Vertriebskanal und damit auch wesentlich stärker, zu welchen Preisen Spiele angeboten werden.
Genau deshalb geht es bei der Diskussion um weit mehr als eine Plastikbox im Regal.
Es geht um Eigentum, Wettbewerb, Gebrauchtspiele und langfristige Spieleerhaltung.
Wir haben uns deshalb bereits ausführlicher angesehen, wie eine solche Zukunft aussehen könnte:
Das Ende der PlayStation-Disc: Was wirklich auf Spieler zukommen könnte
Altersverifikation sorgt für die nächste Diskussion
Parallel dazu entwickelt Sony auch seine Account- und Jugendschutzsysteme weiter.
In Großbritannien führt PlayStation eine Altersverifikation für erwachsene Nutzer ein. Dabei können zur Bestätigung des Alters unter anderem eine Mobilfunknummer, ein Gesichtsscan oder ein Ausweisdokument verwendet werden. Für die technische Umsetzung arbeitet Sony mit dem Anbieter Yoti zusammen.
Wichtig dabei: Eine entsprechende verpflichtende Einführung für Deutschland ist derzeit nicht angekündigt.
Trotzdem beobachten viele Spieler die Entwicklung kritisch.
Denn erneut geht es um die Frage, wie viele zusätzliche Voraussetzungen künftig notwendig sein werden, um sämtliche Funktionen eines bereits bestehenden PlayStation-Kontos nutzen zu können.
Die Maßnahme dient dem Jugendschutz und basiert zudem auf regulatorischen Anforderungen. Sie einfach als willkürliche Sony-Entscheidung darzustellen, wäre deshalb falsch.
Dennoch zeigt sie, wie stark sich das klassische Konsolenkonto inzwischen zu einem umfangreichen digitalen Benutzerkonto entwickelt hat.
Aus einzelnen Entscheidungen wird langsam ein Gesamtbild
Und genau an diesem Punkt wird es interessant.
Man kann praktisch jede einzelne Entscheidung erklären.
Sony kann nichts für sämtliche weltweiten Produktionskosten. Ein Unternehmen muss seine Preise wirtschaftlich kalkulieren. Die Nachfrage nach physischen Spielen nimmt seit Jahren ab. Alterskontrollen haben regulatorische Hintergründe. Online-Dienste können ausfallen und eine stärkere Konzentration von PlayStation Plus auf die PS5 ist Jahre nach deren Veröffentlichung ebenfalls nachvollziehbar.
Das Problem entsteht durch die Summe.
Die Hardware wird teurer.
Abonnements werden in verschiedenen Regionen teurer.
Das Angebot für die alte Konsolengeneration wird reduziert.
Digitale Lizenzen sorgen für Diskussionen.
Das PlayStation Network kämpft immer wieder mit Störungen.
Gleichzeitig soll die physische Alternative für neue Spiele ab 2028 vollständig verschwinden.
Und genau diese Kombination scheint bei einem Teil der PlayStation-Community inzwischen einen Punkt erreicht zu haben, an dem aus Kritik Protest geworden ist.
Der PSBlackout zeigt, wie groß der Frust inzwischen ist
Seit dem 23. August läuft der sogenannte PSBlackout.
Bis zum 30. August werden Teilnehmer dazu aufgerufen, ihre PlayStation möglichst nicht zu benutzen, sich nicht im PlayStation Network anzumelden und kein Geld für PlayStation-Produkte oder im PlayStation Store auszugeben.
Ein wichtiger Auslöser für den Protest ist Sonys Entscheidung gegen zukünftige physische Spiele.
PlayStation-Boykott hat begonnen: PS5-Spieler ziehen aus Protest den Stecker
Ob eine solche Aktion tatsächlich messbare Auswirkungen auf Sony haben wird, bleibt abzuwarten.
Der Boykott zeigt jedoch etwas anderes ziemlich deutlich:
Ein Teil der Community fühlt sich von der aktuellen Entwicklung der Marke PlayStation nicht mehr abgeholt.
Ist Sony auf dem falschen Weg?
Trotz aller Kritik sollte man eines nicht vergessen: PlayStation befindet sich keineswegs grundsätzlich in einer Krise.
Die PS5 ist erfolgreich, Sony verfügt über einige der bekanntesten Marken der Branche und mit kommenden Spielen gibt es weiterhin genügend Gründe, sich auf die Zukunft von PlayStation zu freuen.
Das macht die aktuelle Entwicklung vielleicht sogar umso bemerkenswerter.
Denn die Kritik entsteht nicht unbedingt deshalb, weil Spieler PlayStation den Rücken kehren wollen.
Viele kritisieren Sony gerade deshalb so deutlich, weil ihnen PlayStation wichtig ist.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob jede einzelne Entscheidung Sonys falsch ist.
Die Frage lautet:
Wie viele dieser Entscheidungen können sich ansammeln, bevor ein größerer Teil der Spieler das Gefühl bekommt, dass sich PlayStation immer weiter von ihnen entfernt?
2026 hat Sony diese Grenze zumindest bei einigen Fans offensichtlich erreicht.
Und mit dem geplanten Ende neuer Spiele auf Disc ab 2028 dürfte die Diskussion gerade erst begonnen haben.
Wie seht ihr die aktuelle Entwicklung bei PlayStation? Sind die Entscheidungen von Sony für euch nachvollziehbar oder geht das Unternehmen inzwischen in die falsche Richtung? Schreibt uns eure Meinung in die Kommentare.







