NewsStarCraft Shooter bekommt ausgerechnet den früheren Far Cry Chef

StarCraft Shooter bekommt ausgerechnet den früheren Far Cry Chef

Blizzards neues StarCraft wird nicht nur erstmals ein großes Open-World-Actionspiel, hinter dem Projekt steht auch ein Entwickler, der mit genau diesem Genre reichlich Erfahrung besitzt. Dan Hay, langjähriger Verantwortlicher der Far-Cry-Reihe bei Ubisoft, führt die Entwicklung des neuen StarCraft-Shooters. Für Hay selbst ist die Rückkehr der traditionsreichen Blizzard-Marke eine besondere Verantwortung. Gegenüber GamesRadar erklärte er auf der BlizzCon 2026, das Team habe mit StarCraft gewissermaßen „im kosmischen Lotto gewonnen“.

Die Personalie ist gerade wegen der ungewöhnlichen Neuausrichtung interessant. StarCraft war jahrzehntelang vor allem für Echtzeitstrategie bekannt. Das neue Spiel wird dagegen ein storygetriebener Open-World-Shooter und soll 2030 erscheinen.

Mit Hay steht nun ausgerechnet jemand an der Spitze, der einen großen Teil seiner Karriere mit offenen Shooter-Welten verbracht hat.

Dan Hay prägte Far Cry über viele Jahre

Dan Hay wechselte 2011 zu Ubisoft und arbeitete zunächst als Producer an Far Cry 3.

Nach dessen Veröffentlichung übernahm er größere Verantwortung für die gesamte Marke und arbeitete anschließend unter anderem an Far Cry Blood Dragon, Far Cry 4 und Far Cry Primal.

Bei Far Cry 5 war Hay gleichzeitig Creative Director und Executive Producer. Später folgten Far Cry New Dawn und Far Cry 6. Auf seiner eigenen Website beschreibt Hay seine Zeit bei Ubisoft entsprechend als langjährige Arbeit an der Far-Cry-Reihe.

Ende 2021 verließ er Ubisoft nach mehr als zehn Jahren.

2022 wechselte Hay zu Blizzard Entertainment, wo er zunächst als General Manager für ein damals unangekündigtes Survival-Projekt arbeitete. Dieses Spiel wurde später eingestellt. Hay blieb jedoch bei Blizzard und ist inzwischen General Manager und Vice President des Unternehmens.

Nun steht er hinter einem der wichtigsten Comebacks in Blizzards aktuellem Portfolio.

Open World passt plötzlich deutlich besser ins Bild

Schon die Ankündigung eines Open-World-StarCraft war überraschend.

Mit Dan Hay als Projektverantwortlichem wirkt die Entscheidung allerdings nachvollziehbarer.

Far Cry gehört schließlich zu den bekanntesten Open-World-Shooter-Reihen der vergangenen 15 Jahre. Große frei erkundbare Regionen, Außenposten, Fahrzeuge, unterschiedliche Vorgehensweisen und ein Mix aus direktem Kampf und Erkundung gehören seit Far Cry 3 fest zur DNA der Ubisoft-Serie.

Das bedeutet natürlich nicht, dass StarCraft einfach zu einem Far Cry mit Zerg werden soll.

Hay betont vielmehr, dass das Team etwas Neues erschaffen möchte, das sich trotzdem vertraut nach StarCraft anfühlt. Genau diese Balance dürfte eine der größten Herausforderungen der Entwicklung werden.

Denn gerade langjährige Fans verbinden die Marke bis heute fast ausschließlich mit Echtzeitstrategie.

Für Hay ist StarCraft eine besondere Verantwortung

Im Gespräch mit GamesRadar machte Hay deutlich, welchen Stellenwert das Projekt intern besitzt.

Er bezeichnete die Möglichkeit, an StarCraft zu arbeiten, als Ehre und erklärte, das Team nehme diese Verantwortung sehr ernst.

Besonders auffällig war seine Aussage, die Entwickler hätten „im kosmischen Lotto gewonnen“, weil sie eine Marke übernehmen dürfen, die zuvor von zahlreichen angesehenen Entwicklern aufgebaut wurde.

Blizzard möchte offenbar nicht einfach nur den Namen StarCraft für einen beliebigen Shooter verwenden.

Das Ziel sei vielmehr, etwas Neues zu entwickeln, das gleichzeitig vertraut wirkt und die Identität der Reihe respektiert.

Gerade vor diesem Hintergrund dürfte Hay wissen, dass der Genrewechsel kritisch beobachtet wird.

Das neue StarCraft spielt Jahrzehnte nach StarCraft 2

Zum eigentlichen Spiel hält sich Blizzard weiterhin mit vielen Details zurück.

Bekannt ist inzwischen, dass das neue StarCraft rund 70 Jahre nach den Ereignissen von StarCraft 2: Legacy of the Void angesiedelt sein soll.

Die Ankündigung zeigt vor allem die United Earth Directorate und den Konflikt mit den Zerg. Blizzard setzt dabei auf eine deutlich düsterere militärische Atmosphäre als bei vielen seiner anderen aktuellen Spiele.

Das Projekt wird als storygetriebener Open-World-Shooter beschrieben.

Wie groß die Spielwelt wird, welche Rolle Terraner, Protoss und Zerg spielerisch übernehmen und ob Multiplayer enthalten ist, hat Blizzard noch nicht vollständig erklärt.

Auch konkrete Plattformen wurden bislang nicht angekündigt.

Blizzard versucht StarCraft nicht zum ersten Mal als Shooter

Die Idee selbst ist älter als viele Spieler wahrscheinlich denken.

Schon Anfang der 2000er entwickelte Blizzard mit StarCraft: Ghost ein Actionspiel rund um Nova. Das Projekt wurde über Jahre gezeigt, mehrfach überarbeitet und schließlich eingestellt.

Später arbeitete Blizzard intern erneut an einem StarCraft-Shooter mit dem Codenamen Ares. Auch dieses Projekt schaffte es nicht bis zur Veröffentlichung.

Der aktuelle Titel ist damit ein weiterer Versuch, die Science-Fiction-Welt außerhalb des klassischen Strategiespiel-Genres zu etablieren.

Diesmal stehen die Chancen allerdings besser als bei früheren Projekten. Blizzard hat das Spiel offiziell angekündigt, einen Projektleiter vorgestellt und bereits ein konkretes Zieljahr genannt.

2030 ist bewusst weit entfernt

StarCraft soll erst 2030 erscheinen.

Dass Blizzard das Projekt so früh zeigt, ist kein Versehen. Hay erklärte, dass das weit entfernte Releasefenster auch ein Zeichen dafür sein soll, wie ernst das Unternehmen die Entwicklung nimmt und wie zuversichtlich man beim Projekt ist.

Bis zur Veröffentlichung bleiben damit noch mehrere Jahre für größere Änderungen.

Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung dürfte vieles, was heute geplant ist, bis zum Release weiterentwickelt werden.

Für Spieler bedeutet das gleichzeitig, dass detailliertes Gameplay wahrscheinlich noch eine Weile auf sich warten lässt.

Far Cry Erfahrung könnte für StarCraft entscheidend werden

Für Blizzard ist Dan Hay zumindest auf dem Papier eine interessante Wahl.

Ein traditionsreiches Strategiespiel in einen offenen Shooter zu verwandeln, ist ein erhebliches Risiko. Gleichzeitig besitzt Hay genau in diesem Bereich Erfahrung: große Shooter-Welten entwickeln, unterschiedliche Spielstile ermöglichen und eine Marke über mehrere Teile hinweg weiterführen.

Ob sich diese Erfahrung tatsächlich auf StarCraft übertragen lässt, wird sich erst zeigen.

Hay selbst scheint sich der Erwartungen jedenfalls bewusst zu sein. Das neue Spiel soll nicht einfach bekannte Open-World-Systeme übernehmen, sondern trotz des Genrewechsels weiterhin klar als StarCraft erkennbar bleiben.

Damit dürfte eine der spannendsten Fragen der kommenden Jahre nicht mehr sein, ob Blizzard tatsächlich einen StarCraft-Shooter entwickelt.

Sondern wie viel Far Cry am Ende in diesem neuen StarCraft steckt.

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