Microsofts neues Disc-to-Digital-System für Xbox sorgt seit seinem Start für viel Aufmerksamkeit. Besitzer unterstützter Spiele können ihre physischen Discs mit einer digitalen Berechtigung verbinden und damit zusätzliche Funktionen wie Cloud Gaming oder Xbox Play Anywhere nutzen, ohne die Disc wertlos zu machen. Erste Tests zeigen nun allerdings eine wichtige Einschränkung: Zahlreiche Spiele großer Publisher wie Ubisoft und Square Enix nehmen derzeit offenbar nicht an dem Programm teil.
Das neue System befindet sich aktuell noch in der Testphase für Teilnehmer des Xbox-Insider-Programms.
Microsoft selbst hatte bereits bei der Ankündigung darauf hingewiesen, dass nicht jedes Spiel unterstützt wird. Inzwischen zeigt sich jedoch, wie groß diese Lücken zumindest bei einzelnen Publishern ausfallen können.
Ubisoft Spiele verweigern derzeit die digitale Lizenz
Mehrere Nutzer haben ihre physischen Xbox-Sammlungen mit der neuen Funktion getestet.
Dabei tauchte bei verschiedenen Spielen von Ubisoft immer wieder dieselbe Meldung auf:
Eine digitale Lizenz sei nicht verfügbar und das entsprechende Spiel nehme derzeit nicht an der digitalen Lizenzierung teil.
Getestet wurden unter anderem Titel wie Far Cry 4, Far Cry 5, Assassin’s Creed Unity, Assassin’s Creed Syndicate, Assassin’s Creed Odyssey, Immortals Fenyx Rising und Watch Dogs Legion.
Die Disc selbst funktioniert weiterhin wie gewohnt.
Das Problem betrifft ausschließlich die zusätzliche digitale Berechtigung, die über das neue Xbox-System erstellt werden soll.
Auch Square Enix scheint derzeit außen vor zu sein
Ähnliche Erfahrungen gibt es mit Spielen von Square Enix.
Nutzer berichten unter anderem von Problemen mit Just Cause 3, Just Cause 4, Rise of the Tomb Raider, Shadow of the Tomb Raider und Marvel’s Guardians of the Galaxy.
Auch dort erscheint demnach die Meldung, dass das jeweilige Spiel nicht an der digitalen Lizenzierung teilnimmt.
Das deutet darauf hin, dass nicht nur einzelne Spiele aufgrund technischer Probleme fehlen.
Zumindest aktuell scheint ein größerer Teil der Kataloge bestimmter Publisher nicht unterstützt zu werden.
Ein offizielles Opt-out wurde bislang nicht bestätigt
Wichtig ist allerdings die genaue Einordnung.
Weder Ubisoft noch Square Enix haben bislang offiziell erklärt, dauerhaft nicht am Disc-to-Digital-Programm teilnehmen zu wollen.
Auch Microsoft hat keine vollständige Liste mit Publishern veröffentlicht, die das System unterstützen oder ablehnen.
Deshalb wäre die Aussage, Ubisoft und Square Enix hätten das Programm grundsätzlich und dauerhaft verlassen, momentan zu stark formuliert.
Die aktuellen Tests zeigen lediglich eindeutig, dass zahlreiche Spiele beider Unternehmen derzeit keine digitale Lizenz erhalten.
Das kann dauerhaft so bleiben, könnte sich im Laufe der Testphase aber genauso noch ändern.
Microsoft hat bereits angekündigt, die Zahl der unterstützten Titel weiter auszubauen.
Auch Sega und Bandai Namco fehlen bei vielen Tests
Ubisoft und Square Enix scheinen nicht die einzigen größeren Namen zu sein.
Innerhalb der Xbox-Community berichten Nutzer ebenfalls davon, dass zahlreiche Spiele von Sega und Bandai Namco aktuell nicht mit der Funktion arbeiten.
Auch einzelne Titel anderer Publisher sind nicht verfügbar.
Interessanterweise gibt es gleichzeitig sehr viele Spiele, bei denen die Umwandlung problemlos funktioniert.
Microsoft spricht selbst davon, dass ein großer Teil der Xbox-One- und Xbox-Series-Spiele unterstützt wird.
Die genaue Zahl verändert sich während der laufenden Testphase offenbar regelmäßig.
So funktioniert Xbox Disc to Digital
Das grundlegende Prinzip ist ungewöhnlich.
Spieler legen eine unterstützte physische Xbox-One- oder Xbox-Series-X-Disc in ihre Konsole ein und können anschließend eine digitale Berechtigung für dieses Spiel erhalten.
Die physische Disc bleibt dabei weiterhin relevant.
Wird sie später verkauft oder an einen anderen Nutzer weitergegeben, soll die digitale Berechtigung nicht dauerhaft beim ursprünglichen Besitzer verbleiben.
Microsoft möchte damit verhindern, dass aus einer einzelnen Disc unbegrenzt zusätzliche digitale Kopien entstehen.
Gleichzeitig können Besitzer physischer Spiele Funktionen nutzen, die normalerweise digitalen Versionen vorbehalten sind.
Je nach Spiel gehören dazu Xbox Play Anywhere oder Xbox Cloud Gaming.
Gerade alte Spiele profitieren von der Funktion
Besonders spannend wurde das System bereits durch Spiele, die nicht mehr regulär digital verkauft werden.
In ersten Tests ließen sich unter anderem physische Versionen von Spielen aktivieren, die längst aus dem Microsoft Store entfernt wurden.
Dadurch könnte Disc to Digital langfristig auch für die Bewahrung älterer Spiele interessant werden.
Eine alte Disc wäre dann nicht mehr ausschließlich an ein funktionierendes Laufwerk gebunden.
Genau deshalb ist die Unterstützung der Publisher allerdings entscheidend.
Wenn große Teile der Bibliotheken von Ubisoft, Square Enix, Sega oder Bandai Namco fehlen, wird der Nutzen des Systems für Sammler deutlich eingeschränkt.
Für die aktuelle Disc Debatte ist das besonders interessant
Die Entwicklung kommt zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt.
Während Sony langfristig stärker in Richtung digitaler Distribution geht, versucht Microsoft gerade, physische Spiele enger mit seiner digitalen Infrastruktur zu verbinden.
Auf PlayStationInfo beschäftigen wir uns bereits seit Monaten mit dieser Entwicklung.
Microsofts Ansatz wirkt zunächst sehr kundenfreundlich, kann aber nur funktionieren, wenn Publisher ihre Spiele auch tatsächlich für das System freigeben.
Genau hier zeigen die ersten Tage nun die größte Schwachstelle.
Das Disc-to-Digital-Programm ist noch jung und befindet sich weiterhin im Test. Deshalb können Ubisoft, Square Enix und andere Publisher später noch hinzukommen.
Derzeit müssen Käufer physischer Xbox-Spiele allerdings damit rechnen, dass nicht jedes Spiel in eine digitale Lizenz umgewandelt werden kann.
Quelle:https://insider-gaming.com/ubisoft-square-enix-opt-out-of-xbox-disc-to-digital-program/
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