Beim Audeze Maxwell 2 war die Messlatte bereits verdammt hoch. Der Planar-Magnetic-Kopfhörer gehörte für uns klanglich schon zur absoluten Oberklasse unter den Gaming-Headsets. Mit dem neuen Maxwell 2 ANC legt Audeze nun nach. Active Noise Cancelling, zusätzliche Technik, Head Tracking und einige Detailverbesserungen sollen das ohnehin starke Gesamtpaket noch einmal aufwerten. Nach den ersten Stunden mit dem neuen Modell war für mich allerdings eine Sache überraschend schnell klar: Das hier ist nicht einfach nur ein Maxwell 2 mit ANC. Der Maxwell 2 ANC klingt für mich tatsächlich noch einmal besser.
Und das ist bemerkenswert.
Denn als wir den normalen Audeze Maxwell 2 Anfang des Jahres getestet haben, gab es klanglich bereits sehr wenig auszusetzen. In unserem damaligen Test erhielt das Headset 8,5 von 10 Punkten und gehörte für uns zu den stärksten Gaming-Headsets auf der PlayStation 5.
Unseren ausführlichen Test des Audeze Maxwell 2 findet ihr hier: Audeze Maxwell 2 (PlayStation) im Test auf PlayStationInfo.de
Jetzt steht der Maxwell 2 ANC auf dem Tisch beziehungsweise inzwischen meistens auf meinem Kopf – und der erste Eindruck fiel noch stärker aus.
Ein Gaming-Headset für fast 500 Euro
Machen wir uns nichts vor: Günstig ist der Spaß nicht.
Die PlayStation-Version des Audeze Maxwell 2 ANC liegt zum Testzeitpunkt in Deutschland bei rund 479 Euro. Damit bewegen wir uns weit außerhalb dessen, was die meisten Spieler normalerweise für ein Gaming-Headset bezahlen werden.
Entsprechend hoch sind die Erwartungen.

Und genau hier merkt man ziemlich schnell, dass Audeze den Maxwell 2 ANC nicht als gewöhnliches Gaming-Zubehör positioniert.
Das Gerät wirkt eher wie ein hochwertiger Kopfhörer aus dem Hi-Fi-Bereich, dem zusätzlich sämtliche Funktionen eines modernen Gaming-Headsets mitgegeben wurden.
Verarbeitung – massiv, schwer und extrem hochwertig
Beim ersten Anheben kommt wahrscheinlich bei fast jedem dieselbe Reaktion:
Das Ding ist schwer.
Audeze gibt offiziell 560 Gramm an. Damit gehört der Maxwell 2 ANC definitiv nicht zu den Leichtgewichten. (Audeze)
Das muss man ganz klar als möglichen Kritikpunkt nennen. Wer von einem ultraleichten Razer-, SteelSeries- oder E-Sport-Headset kommt, wird den Unterschied sofort bemerken.
Gleichzeitig sorgt genau diese massive Konstruktion aber für einen extrem hochwertigen Ersteindruck.
Nichts wirkt billig. Nichts fühlt sich nach einem typischen Kunststoff-Gaming-Headset an. Bügel, Ohrmuscheln, Mechanik und Bedienelemente vermitteln dieses massive High-End-Gefühl, das man bei einem Produkt dieser Preisklasse auch erwartet.
Der Maxwell 2 ANC wirkt nicht wie ein Headset, das nach zwei Jahren ersetzt werden möchte.
Er wirkt wie Hardware.
Die großen Memory-Foam-Ohrpolster und das breite, belüftete Kopfband sollen das hohe Gewicht möglichst gleichmäßig verteilen. Audeze hat diesen Bereich bereits beim Maxwell 2 überarbeitet und führt das Komfortkonzept beim ANC-Modell weiter.
Das Gewicht verschwindet dadurch natürlich nicht. Man spürt jederzeit, dass man ein großes und schweres Headset trägt.
Es fühlt sich allerdings nicht billig-schwer, sondern hochwertig-schwer an.
Gerade bei längeren Sessions bleibt das trotzdem ein sehr individueller Punkt. Wer grundsätzlich empfindlich auf schwere Kopfhörer reagiert, sollte das vor dem Kauf berücksichtigen.
Bedienung – kleine Verbesserung mit großer Wirkung
Einer der Punkte, die mir beim Maxwell 2 ANC besonders positiv aufgefallen sind, ist die Bedienung.
Die verschiedenen Tasten, Schalter und Einstellräder sind sehr leicht erreichbar. Nach kurzer Eingewöhnung muss man nicht mehr überlegen oder das Headset absetzen, um eine bestimmte Funktion zu finden.
Lautstärke, Mikrofon, ANC und weitere Funktionen lassen sich direkt am Headset steuern.
Das klingt zunächst banal, ist im täglichen Einsatz aber enorm wichtig.
Gerade Headsets mit vielen Funktionen können schnell das Problem bekommen, dass eine Taste doppelt oder dreifach belegt ist und man irgendwann überhaupt nicht mehr weiß, welcher Tastendruck welchen Modus aktiviert.

Besonders gelungen finde ich die akustischen Hinweise. Wenn man Einstellungen verändert oder Modi umschaltet, bekommt man eine klare Rückmeldung. Man weiß dadurch praktisch immer, welcher Zustand gerade aktiv ist.
Das macht die Bedienung unkompliziert und erstaunlich intuitiv.
Der Klang – und plötzlich wird der normale Maxwell 2 übertroffen
Kommen wir zu dem Punkt, bei dem der Maxwell 2 ANC mich wirklich überrascht hat.
Der Sound ist fantastisch.
Und ich schreibe das nicht, weil der Maxwell 2 ANC knapp 500 Euro kostet oder weil auf der Verpackung Audeze steht.
Ich hatte den Maxwell 2 ohne ANC bereits ausführlich hier und fand ihn schon ausgezeichnet.
Trotzdem hatte ich beim neuen Modell sehr schnell den Eindruck, dass der Maxwell 2 ANC noch einmal eine Schippe drauflegt.
Der Klang wirkt enorm sauber, kraftvoll und detailliert. Gleichzeitig fehlt ihm dieses künstliche Gaming-Tuning, das bei vielen Headsets mit übertriebenem Bass und aggressiven Höhen arbeitet.

In der Praxis muss man darüber aber gar keine technische Vorlesung halten.
Man hört es einfach.
Mehr als nur ANC hinzugefügt
Interessant ist, dass Audeze im ANC-Modell auch bei der Verstärkung Änderungen vorgenommen hat.
Der Maxwell 2 ANC besitzt zwei dedizierte 1,4-Watt-Verstärker, die im Balanced-Betrieb arbeiten. Audeze nennt hier ausdrücklich Klangqualität und Rauschunterdrückung als Gründe für diese Konstruktion.
Das ist wichtig, weil man sonst schnell annehmen könnte, Audeze habe lediglich Mikrofone für ANC in einen normalen Maxwell 2 eingebaut.
Ganz so einfach ist es nicht.
Das erklärt zumindest teilweise, warum ich beim direkten Höreindruck nicht das Gefühl habe, einfach dasselbe Headset mit aktiver Geräuschunterdrückung vor mir zu haben.

Bass – tief, kontrolliert und mit richtig Druck
Beim Bass zeigt sich hervorragend, warum ich Planar-Magnetic-Kopfhörer im Gaming-Bereich so spannend finde.
Der Bass ist vorhanden. Sogar mehr als ausreichend.
Aber er versucht nicht permanent, alles andere zu erschlagen.
Explosionen haben Gewicht. Fahrzeuge und Motoren besitzen Tiefe. Soundtracks bekommen richtig Volumen.
Gleichzeitig bleibt das Klangbild sauber.
Man bekommt diesen tiefen Druck, ohne dass plötzlich Dialoge, Schritte oder kleinere Umgebungsdetails unter einer Bassdecke verschwinden. Die SLAM-Technologie ist ebenfalls darauf ausgelegt, die Basswiedergabe zu verbessern, ohne die Kontrolle des Planar-Treibers aufzugeben. Gerade bei Spielen mit hochwertigen Soundtracks oder großen Actionsequenzen macht das enorm viel Spaß.
Mitten und Stimmen – hier merkt man die Audio-Herkunft
Die Mitten sind für mich weiterhin eine der großen Stärken der Maxwell-Serie.

Bei Story-Spielen ist das ein riesiger Vorteil.
Viele Gaming-Headsets sind offensichtlich auf Action getrimmt. Beim Maxwell 2 ANC hat man dagegen eher den Eindruck, dass Audeze zunächst einen sehr guten Kopfhörer gebaut hat und sich danach um die Gaming-Funktionen gekümmert hat.
Genau das unterscheidet ihn für mich von vielen Konkurrenten.
Höhen und Details – hier passiert richtig viel
Gerade leise Details sind beeindruckend.
Kleine Geräusche in der Umgebung, Hall, entfernte Effekte, Metall, Regen oder Schritte werden sehr deutlich voneinander getrennt.
Der Maxwell 2 ANC schafft es, sehr viele Informationen gleichzeitig darzustellen, ohne dass das Klangbild chaotisch wird.
Das ist beim Musikhören genauso angenehm wie beim Gaming.
Und genau deshalb würde ich den Maxwell 2 ANC auch nicht ausschließlich als Gaming-Headset betrachten.
Wer für fast 500 Euro einkauft, bekommt hier gleichzeitig einen ausgesprochen starken Kopfhörer für Musik, Filme und Serien.
PS5 und Tempest 3D Audio – eine richtig starke Kombination
Unsere Testversion ist die PlayStation-Ausführung.
Über den mitgelieferten USB-C-Dongle wird der Maxwell 2 ANC direkt mit der PS5 verbunden. Alternativ unterstützt das Headset an der PlayStation auch eine USB-Kabelverbindung beziehungsweise eine analoge Verbindung über den Controller. Die PlayStation-Version ist vollständig mit Sonys Tempest-3D-Audio-Engine kompatibel.

Richtungen sind sehr sauber nachvollziehbar. Geräusche bekommen Abstand und Position. Eine Spielwelt besteht nicht einfach aus links und rechts, sondern wirkt räumlich aufgebaut.
Dabei fällt die Ortung nicht nur in Shootern positiv auf.
Auch Story-Games profitieren davon enorm.
Wenn Regen auf unterschiedlichen Flächen landet, Figuren sich hinter einem bewegen, Geräusche aus einem Gebäude kommen oder ein Soundtrack plötzlich den kompletten Raum öffnet, versteht man sehr schnell, warum Audio einen so großen Anteil an Immersion hat.
Der Maxwell 2 ANC gehört hier definitiv zur Spitzenklasse.
Active Noise Cancelling – endlich im Maxwell
Der Name verrät natürlich die größte Neuerung.
ANC.
Der normale Maxwell 2 besitzt keine aktive Geräuschunterdrückung. Beim Maxwell 2 ANC soll die Technik laut Audeze Hintergrundgeräusche um bis zu 35 dB reduzieren. Zusätzlich steht ein Transparency-Modus zur Verfügung.
Audeze bezeichnet den Maxwell 2 ANC sogar als ersten Planar-Magnetic-Gaming-Kopfhörer mit ANC und hat nach eigenen Angaben besonders darauf geachtet, dass sich der Klang beim Aktivieren der Geräuschunterdrückung möglichst wenig verändert.
Und das ist wichtig. ANC kann bei Kopfhörern durchaus das Klangbild verändern. Bass, Bühne oder Dynamik können abhängig von der Umsetzung anders wirken. Beim Maxwell 2 ANC empfinde ich das System bislang als hervorragend integriert. Man kann sich stärker vom Raum abkoppeln, ohne das Gefühl zu bekommen, dass plötzlich der eigentliche Grund für den Kauf – der Sound – geopfert wird.

Transparency-Modus – die Umgebung wieder hereinholen
Natürlich möchte man nicht permanent komplett abgeschottet sein.
Dafür gibt es den Transparency-Modus.
Hier werden Umgebungsgeräusche gezielt über die Mikrofone eingeblendet. Das ist praktisch, wenn jemand mit einem spricht oder wenn man kurz etwas aus der Umgebung wahrnehmen möchte, ohne das Headset abzunehmen.
Gerade bei einem 560-Gramm-Kopfhörer ist das durchaus angenehm.
Man muss ihn nicht jedes Mal vom Kopf nehmen.
Mikrofon – Shure ist hier nicht nur Marketing
Auch beim Mikrofon hat Audeze einen interessanten Partner.
Das abnehmbare Boom-Mikrofon stammt tatsächlich von Shure. Laut Audeze handelt es sich um ein hypercardioides Mikrofon, das mehr als 140 dB SPL verkraftet. Eingebaute akustische Filter sollen zusätzlich bis zu 20 dB Hintergrundgeräusche reduzieren.
Und das Mikrofon macht im Alltag wirklich einen sehr guten Eindruck.
Die Stimme wird sauber und verständlich übertragen. Das Mikrofon lässt sich zudem sehr einfach anbringen und positionieren.
Für mich gehört es klar zu den besseren Mikrofonlösungen, die man aktuell direkt an einem Gaming-Headset bekommt.
Zusätzlich besitzt der Maxwell 2 ANC interne Mikrofone. Wird das Boom-Mikrofon entfernt, kann automatisch auf das interne Mikrofon gewechselt werden. Ein Beamforming-Mikrofonarray hilft dabei, den Aufnahmebereich stärker auf die eigene Stimme auszurichten.
Damit eignet sich der Maxwell 2 ANC auch deutlich besser für die mobile Nutzung, als man bei diesem riesigen Kopfhörer zunächst erwarten würde.
FILTER AI – KI, die tatsächlich etwas Sinnvolles macht
Mit KI wird inzwischen bei praktisch jedem Produkt geworben.
Beim Maxwell 2 ANC steckt dahinter aber zumindest eine Funktion, die im Alltag einen klaren Zweck erfüllt.
Audezes FILTER AI Noise Removal soll Hintergrundgeräusche aus der Mikrofonaufnahme herausfiltern.
Die Verarbeitung geschieht direkt auf einem integrierten Chip im Headset und benötigt keine zusätzliche Softwareleistung des PCs. Laut Audeze wurde das System mit mehr als 500.000 unterschiedlichen Geräuschtypen trainiert. Es funktioniert sowohl mit dem internen Mikrofon als auch mit dem Boom-Mikrofon. Zur Auswahl stehen die Stufen Off, Low und High.

Tastaturanschläge, Lüfter oder andere gleichmäßige Hintergrundgeräusche können reduziert werden, ohne dass man dafür erst irgendeine zusätzliche Software im Hintergrund installieren muss.
Natürlich sollte man solche Filter nicht automatisch auf die stärkste Einstellung knallen. In einer ruhigen Umgebung klingt ein Mikrofon oftmals natürlicher, wenn weniger verarbeitet wird.
Aber die Möglichkeit ist da – und sie funktioniert direkt am Gerät.
Audeze App – deutlich mehr als nur ein Firmware-Updater
Zur Hardware gehört die Audeze App, die Audeze inzwischen für Maxwell 2 und Maxwell 2 ANC verwendet. Sie steht unter anderem für Windows, macOS, Android und iOS zur Verfügung.
Die App passt gut zum Konzept des Headsets.


Es stehen verschiedene Onboard-EQ-Profile zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem Audezes eigene Abstimmung, Bass Boost, Treble Boost sowie weitere auf Gaming und Ortung ausgerichtete Profile. Zusätzlich können vier eigene EQ-Presets programmiert werden.
Gerade beim Maxwell macht ein EQ Spaß, weil man nicht versucht, einen schlechten Grundsound zu retten.
Die Basis ist bereits hervorragend.
Man passt sie lediglich dem eigenen Geschmack an.
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied.
Head Tracking – Technik für Spatial Audio
Eine weitere Neuerung des Maxwell 2 ANC ist integriertes Head Tracking.
Das System arbeitet laut Audeze selbstkalibrierend und kann in unterstützten Anwendungen für Spatial Audio verwendet werden. Als Beispiele nennt Audeze unter anderem Embody Immerse Gaming Hive und den Dolby Atmos Renderer.
Für den normalen PS5-Alltag ist das wahrscheinlich nicht das wichtigste Kaufargument.
Es zeigt aber ziemlich gut, welchen Anspruch Audeze mit diesem Modell verfolgt.
Der Maxwell 2 ANC soll nicht nur ein Konsolenheadset sein, sondern gleichzeitig PC-Spieler, Audio-Enthusiasten und teilweise sogar professionelle Anwender ansprechen.
Verbindung mit PS5, PC und Smartphone
Dieser Bereich hat mich ebenfalls überzeugt.
Die Verbindung läuft schnell und stabil.
PS5 über Dongle, PC und Smartphone lassen sich ohne großes Gefummel verwenden. Bluetooth 5.3 unterstützt unter anderem LDAC, AAC, LC3, LC3plus, LE Audio und Auracast. Über USB-C beziehungsweise den Wireless-Dongle werden hochauflösende Audiosignale mit bis zu 24 Bit/96 kHz unterstützt.

Einen technischen Punkt sollte man allerdings kennen: Bluetooth und Wireless-Dongle können nicht einfach zwei unterschiedliche Audiosignale gleichzeitig mischen. Das Headset verwendet hier ein Prioritätssystem und wechselt zwischen den Quellen. Eine gleichzeitige Wiedergabe ist beispielsweise mit Bluetooth plus kabelgebundener Verbindung möglich.
Im Alltag hatte ich mit dem Wechsel zwischen Handy, PlayStation und PC trotzdem keinerlei Probleme.
Game/Chat-Mix – auf PlayStation mit Einschränkung
Ein kleiner Hinweis speziell für PlayStation-Spieler:
Das Game/Chat-Mix-Rad am Headset funktioniert auf PC, macOS und Xbox, aber nicht direkt zur Regelung des Mixes auf PlayStation.
Auf der PS5 muss das Verhältnis zwischen Spielsound und Chat entsprechend über das Konsolenmenü angepasst werden.
Das ist keine Katastrophe, sollte bei einem ausführlichen PS5-Test aber erwähnt werden.
Akkulaufzeit – hier zahlt man für ANC
Der normale Maxwell 2 ist beim Akku ein Monster.
Audeze gibt dort mehr als 80 Stunden kabellose Wiedergabe an. Beim Maxwell 2 ANC fällt die Laufzeit deutlich niedriger aus.
Der gleiche 1.800-mAh-Akku soll laut Hersteller ungefähr 40 Stunden bei deaktiviertem ANC beziehungsweise 35 Stunden mit eingeschaltetem ANC schaffen. Eine vollständige Ladung dauert rund zwei Stunden; 20 Minuten Schnellladen bringen etwa 25 Prozent Akkukapazität zurück.
Das ist weiterhin eine ordentliche Laufzeit.
Im direkten Vergleich zum normalen Maxwell 2 ist es aber ein klarer Rückschritt.
ANC und die zusätzliche Elektronik brauchen eben Energie.
Wer wochenlang spielen möchte, ohne überhaupt über ein Ladekabel nachzudenken, hat mit dem normalen Maxwell 2 einen Vorteil.
Und dann kommt der Lieferumfang …
Hier kommen wir zu meinem bisher deutlichsten Kritikpunkt.
Im Karton liegen das Maxwell 2 ANC Headset, das abnehmbare Boom-Mikrofon samt Popfilter, der USB-C-Wireless-Dongle, ein 1,5 Meter langes USB-C-Kabel, ein USB-C-auf-USB-A-Adapterkabel und ein 1,2 Meter langes 3,5-mm-TRRS-Kabel.
Das ist grundsätzlich alles, was man technisch benötigt.
Aber:
Wo ist das Case?
Ich verstehe diese Entscheidung wirklich nicht.
Wir sprechen über ein Gaming-Headset für knapp 500 Euro. Es wiegt mehr als ein halbes Kilogramm, besitzt große Planar-Magnetic-Treiber und ist so hochwertig gebaut, dass man es ganz sicher nicht einfach lose zwischen Laptop, Netzteil und Kabel in einen Rucksack werfen möchte.
Und ausgerechnet dafür gibt es keinerlei Tasche.
Kein Hardcase.
Nicht einmal eine einfache Transporttasche.
Bei einem Headset dieser Preisklasse gehört eine vernünftige Schutzmöglichkeit für mich zum Lieferumfang.
Das ist auch keine theoretische Kritik. Das Gerät eignet sich durch Bluetooth und seine vielen Verbindungsmöglichkeiten durchaus dafür, es unterwegs mitzunehmen.
Nur möchte ich einen Kopfhörer dieser Klasse dann auch vernünftig transportieren.
Hier hätte Audeze für mich definitiv noch ein Case beilegen müssen.
Maxwell 2 oder Maxwell 2 ANC – lohnt sich der Aufpreis?
Das ist wahrscheinlich die spannendste Frage.
Denn der normale Maxwell 2 ist weiterhin ein fantastisches Headset.
Wer kein ANC benötigt, bekommt dort die gleichen 90-mm-Planar-Treiber, eine hervorragende Verarbeitung, ein sehr gutes Shure-Mikrofon, FILTER AI und vor allem die erheblich längere Akkulaufzeit.
Ich würde den Maxwell 2 deshalb keinesfalls plötzlich schlechtreden.
Ganz im Gegenteil.
Unser damaliges Urteil mit 8,5 von 10 Punkten bleibt bestehen.
Aber der Maxwell 2 ANC gefällt mir persönlich noch besser.
Und dabei meine ich nicht ausschließlich die Geräuschunterdrückung.
Der gesamte Klangeindruck hat mich beim ANC-Modell noch einmal stärker gepackt. Der Sound wirkt enorm souverän und hochwertig. Gerade mit Musik war mein erster Gedanke tatsächlich: Wie kann das noch einmal so deutlich besser wirken?
Dass Audeze neben ANC auch die Verstärkersektion verändert hat und zwei dedizierte 1,4-Watt-Amps im Balanced-Betrieb verwendet, macht den Vergleich ohnehin interessanter als ein simples „mit ANC gegen ohne ANC“.
Wer bereits einen Maxwell 2 besitzt und mit ihm vollkommen zufrieden ist, muss deshalb sicherlich nicht sofort knapp 500 Euro auf den Tisch legen.
Wer aber heute neu kauft, maximalen Klang möchte und ANC tatsächlich nutzen kann, bekommt mit dem Maxwell 2 ANC für mich das bessere Gesamtpaket.
Fazit – High-End hat eben auch Gewicht
Der Audeze Maxwell 2 ANC hat mich schneller überzeugt, als ich erwartet hatte.
Und das ist besonders bemerkenswert, weil der Vorgänger die Messlatte bereits sehr hoch gelegt hat.
Der Sound gehört für mich aktuell zur absoluten Spitze dessen, was ich bei einem kabellosen Gaming-Headset gehört habe. Detailauflösung, Basskontrolle, Räumlichkeit und Klarheit sind hervorragend und funktionieren beim Gaming genauso gut wie bei Musik.
Dazu kommt ein starkes ANC, das endlich eine der größten Funktionslücken der Maxwell-Serie schließt.
Die Verarbeitung ist hervorragend. Die Bedienung wurde sinnvoll verbessert. Die Bedienelemente sind gut erreichbar und die Sprachhinweise helfen tatsächlich im Alltag. Die Funkverbindung funktioniert zuverlässig und der Wechsel zwischen PS5, Smartphone und PC ist unkompliziert.
Auch beim Mikrofon gibt sich Audeze keine Blöße. Das abnehmbare Shure-Mikrofon klingt sehr gut, lässt sich einfach montieren und wird durch FILTER AI und die zusätzlichen Mikrofone sinnvoll ergänzt.
Die Audeze App, EQ-Profile, eigenen Presets, Head Tracking, Bluetooth-Codecs und zahlreichen Verbindungsmöglichkeiten machen aus dem Maxwell 2 ANC schließlich ein Gerät, das weit mehr ist als ein gewöhnliches PlayStation-Headset.
Ganz ohne Kritik geht es trotzdem nicht.
560 Gramm sind viel.
Die Akkulaufzeit fällt gegenüber dem normalen Maxwell 2 deutlich kürzer aus.
Und bei einem Produkt für rund 479 Euro kein Case beizulegen, kann ich schlicht nicht nachvollziehen.
Trotzdem bleibt nach dem Test vor allem ein Eindruck:
Das ist High-End.
Nicht weil es auf der Verpackung steht, sondern weil man es hört und in der Hand spürt.
Der Maxwell 2 ANC ist teuer, schwer und sicherlich vollkommen überdimensioniert für Spieler, denen ein solides 100-Euro-Headset genügt.
Wer dagegen beim Klang möglichst wenig Kompromisse machen möchte, Musik genauso wichtig findet wie Gaming und zusätzlich ein starkes ANC sucht, bekommt hier eines der beeindruckendsten Gaming-Headsets, die wir bislang getestet haben.
Bewertung: 9 von 10 Punkten
PSINFO Gold Award – für herausragenden Sound
Stärken: herausragender Planar-Magnetic-Sound, enorme Detailauflösung und Räumlichkeit, kräftiger und gleichzeitig kontrollierter Bass, starkes ANC inklusive Transparency-Modus, ausgezeichnete Verarbeitung, sehr gute Bedienung, hochwertiges Shure-Boom-Mikrofon, FILTER-AI-Geräuschunterdrückung, sehr stabile Wireless-Verbindung, umfangreiche Audeze App und EQ-Funktionen, Tempest 3D Audio auf der PS5 und vielseitige Nutzung an PS5, PC und Smartphone.
Schwächen: sehr hohes Gewicht von 560 Gramm, deutlich geringere Akkulaufzeit als beim Maxwell 2 ohne ANC, hoher Preis und vor allem kein Case beziehungsweise keine Transporttasche im Lieferumfang.
Herstellerinformationen zum Maxwell 2 ANC: Audeze Maxwell 2 ANC








