GTA 6 wird seine Geschichte anders strukturieren als GTA 5. Rockstar hat bestätigt, dass die Kampagne von Jason und Lucia in einzelne Kapitel unterteilt ist. Damit bewahrheitet sich zumindest ein Teil älterer Gerüchte, die bereits von einer stärker an Red Dead Redemption 2 erinnernden Erzählstruktur gesprochen hatten. Wie viele Kapitel es tatsächlich geben wird, verrät Rockstar allerdings weiterhin nicht.
Die Bestätigung stammt direkt von Rob Nelson, Head of Development bei Rockstar Games und Co-Studio-Head von Rockstar North. Im Gespräch mit dem französischen Magazin TroisCouleurs erklärte Nelson ausführlich, wie Rockstar die Geschichte und die offene Welt von GTA 6 miteinander verbindet.
Dabei spielen die neuen Kapitel offenbar eine deutlich größere Rolle als lediglich bei der Einteilung des Menüs.
Rockstar baut GTA 6 um große Schlüsselmissionen herum
Die Entwicklung der Geschichte beginnt laut Nelson zunächst mit einer vergleichsweise kurzen Grundidee.
Senior Vice President of Narrative Rupert Humphries erstellt demnach eine grobe Beschreibung davon, wo Jason und Lucia am Anfang stehen, welche Ereignisse sie weiterziehen lassen und wie sich ihre Reise durch Leonida entwickelt.
Anschließend definiert Rockstar besonders wichtige Missionen und große Setpieces.
Nelson bezeichnet diese intern als „Tentpole Missions“. Dabei handelt es sich um zentrale Missionen, die wichtige Wendepunkte markieren und die beiden Hauptfiguren von einem Abschnitt der Geschichte in den nächsten bewegen.
Genau an diesem Punkt kommen die Kapitel ins Spiel.
Nelson bestätigt ausdrücklich, dass GTA 6 über Kapitel strukturiert ist. Diese helfen dem Entwicklerteam dabei festzulegen, wie sich die Handlung und gleichzeitig die Bewegung durch die Spielwelt entwickeln.
Damit nähert sich GTA 6 stärker Red Dead Redemption 2 an
Für die GTA-Reihe ist das durchaus interessant.
GTA 5 besitzt zwar ebenfalls verschiedene Abschnitte und klar erkennbare Wendepunkte innerhalb seiner Geschichte, bezeichnet diese aber nicht offiziell als klassische Kapitel.
Red Dead Redemption 2 arbeitet dagegen sehr deutlich mit Kapiteln. Mit jedem Abschnitt verändern sich Schauplatz, Lager, Beziehungen zwischen Figuren und teilweise auch der Zustand der offenen Welt.
Ob GTA 6 dieses System ähnlich konsequent übernimmt, ist noch nicht vollständig bekannt.
Rockstar hat beispielsweise nicht bestätigt, dass Jason und Lucia mit jedem Kapitel automatisch in eine andere Region wechseln müssen.
Die Aussagen von Nelson zeigen allerdings, dass Kapitel und räumliche Entwicklung miteinander verbunden sind.
Bestimmte große Missionen sollen als Katalysator dienen und die Figuren von einem Teil der Geschichte beziehungsweise der Spielwelt zum nächsten führen.
Am Anfang ist die Welt offenbar noch stärker eingeschränkt
Dazu passt ein weiteres Detail aus dem Besuch von TroisCouleurs bei Rockstar North.
GTA 6 beginnt in den Keys, wo sich auch Jasons Haus befindet, das bereits in Trailer 2 gezeigt wurde.
Nach diesem frühen Abschnitt öffnet sich die Welt erheblich. Nelson erklärte während der Gameplay-Präsentation, dass Spieler anschließend weitgehend frei durch Leonida reisen können.
Damit könnte die Kapitelstruktur auch erklären, warum Rockstar den Beginn des Spiels zunächst stärker kontrolliert.
Statt Spieler sofort in die komplette offene Welt zu werfen, kann das Studio Charaktere, Mechaniken und Geschichte zunächst in einem kleineren Gebiet etablieren.
Erst danach öffnet sich Leonida vollständig.
Wie lange dieser Einstieg dauert, ist nicht bekannt.
Die angeblichen fünf Kapitel bleiben weiterhin nur ein Gerücht
Wichtig ist allerdings eine klare Trennung zwischen bestätigten Informationen und älteren Leaks.
Schon länger kursieren Behauptungen, GTA 6 bestehe aus insgesamt fünf großen Story-Kapiteln. Teilweise wurden zusätzlich ein Prolog und ein Epilog genannt.
Rockstar hat diese Zahlen bislang nicht bestätigt.
Die Aussage von Nelson belegt lediglich, dass GTA 6 grundsätzlich über eine Kapitelstruktur verfügt. Daraus lässt sich weder die Anzahl noch die Länge der einzelnen Abschnitte ableiten.
Auch Namen der Kapitel oder eine offizielle Missionsliste wurden bislang nicht veröffentlicht.
Wer derzeit konkrete Listen mit angeblich 70, 80 oder mehr Story-Missionen findet, sollte entsprechend vorsichtig sein.
Große Missionen entstehen zuerst und der Rest wird darum gebaut
Spannend ist auch, wie Rockstar seine offene Welt entwickelt.
Die Landschaft wird laut Nelson nicht einfach fertig gebaut und anschließend mit Missionen gefüllt.
Zunächst entscheidet das Team, welche Regionen, gesellschaftlichen Bereiche und Charaktere für die Geschichte interessant sind. Danach entstehen die großen Story-Momente und Schlüsselmissionen.
Erst anschließend beschäftigt sich das Team stärker mit der Frage, wie viel Freiheit Spieler innerhalb dieser Situationen bekommen.
Nelson beschreibt dabei ausdrücklich den Gedanken: Was passiert, wenn ein Spieler etwas völlig anderes macht als vorgesehen?
Rockstar versucht deshalb, die einzelnen Systeme schichtweise aufzubauen und immer wieder zu überprüfen, was funktioniert und wo zusätzliche Freiheit möglich ist.
GTA 6 soll trotz Kapiteln nicht zu linear werden
Eine Kapitelstruktur bedeutet deshalb offenbar nicht, dass GTA 6 plötzlich wie ein streng lineares Actionspiel funktioniert.
Im Gegenteil.
Nach dem frühen Abschnitt soll sich die Welt weit öffnen, während die großen Story-Missionen lediglich Orientierungspunkte innerhalb der Handlung bilden.
Rockstar versucht damit offenbar, zwei unterschiedliche Dinge miteinander zu verbinden: eine stärker strukturierte Geschichte mit klaren Wendepunkten und gleichzeitig die für GTA typische Freiheit innerhalb der offenen Welt.
Wie gut das funktioniert, wird sich erst im fertigen Spiel zeigen.
Fest steht inzwischen aber: Die lange diskutierte Kapitelstruktur ist tatsächlich real.
Nur wer daraus bereits eine genaue Zahl von Kapiteln, Missionen oder Spielstunden ableitet, geht weiterhin deutlich über das hinaus, was Rockstar offiziell bestätigt hat.
GTA 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
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