SteelSeries steigt mit einem ziemlich ambitionierten Modell in den Markt für Premium-Controller ein. Der neue Aeon Pro richtet sich an Spieler auf Xbox und PC und kombiniert ein QuickSwitch-Dock mit zwei austauschbaren Akkus, Hall-Effect-Sticks, mechanischen Tasten und einem integrierten OLED-Display. Günstig wird der Einstieg allerdings nicht: SteelSeries verlangt für den neuen Controller 259,99 Euro.
Der Aeon Pro ist ab sofort in Schwarz und Weiß erhältlich und positioniert sich damit preislich deutlich im oberen Bereich des Controller-Marktes.
Das interessanteste Feature steckt allerdings nicht unbedingt direkt im Gamepad, sondern in der mitgelieferten Basisstation.
QuickSwitch wechselt zwischen Xbox und PC
SteelSeries bezeichnet das neue QuickSwitch Dock System als weltweit erstes Dual-Docking-System seiner Art für Xbox und PC und hat dafür ein Patent angemeldet.
Die Basisstation wird gleichzeitig mit Xbox und PC verbunden. Anschließend kann der Aeon Pro zwischen beiden Plattformen wechseln, ohne jedes Mal Kabel umzustecken oder den Controller neu zu koppeln.
Die Umschaltung lässt sich direkt über den Controller beziehungsweise dessen OLED-Display vornehmen.
Zusätzlich unterstützt der Aeon Pro mobile Geräte über Bluetooth.
Für Spieler, die regelmäßig zwischen Xbox und Gaming-PC wechseln, könnte genau das eines der praktischsten Features sein.
Zwei Akkus sollen Ladepausen praktisch abschaffen
SteelSeries übernimmt beim Aeon Pro außerdem eine Technik, die bereits von seinen höherpreisigen Headsets bekannt ist.
Das sogenannte Infinite Power System besteht aus zwei austauschbaren Akkus.
Während ein Akku im Controller steckt, wird der zweite innerhalb der Dockingstation geladen. Ist der aktuelle Akku leer, lässt er sich im laufenden Betrieb gegen den geladenen Ersatz austauschen.
Die Akkus sind zudem mit verschiedenen aktuellen SteelSeries-Headsets wie dem Arctis Nova Pro, Arctis Nova Pro Omni und Arctis Nova Elite kompatibel.
Nach ersten Tests liegt die Laufzeit eines Akkus bei ungefähr zwölf Stunden. Durch den direkten Wechsel zwischen beiden Akkus soll der Controller praktisch dauerhaft kabellos genutzt werden können.
Hall Effect soll Stick Drift verhindern
Beim eigentlichen Controller setzt SteelSeries ebenfalls auf typische Premium-Technik.
Die beiden Analogsticks verwenden Hall-Effect-Sensoren und arbeiten damit kontaktlos. Dadurch soll der mechanische Verschleiß reduziert werden, der bei klassischen Potentiometer-Sticks langfristig zu Stick Drift führen kann.
Auch bei den Triggern setzt SteelSeries auf flexible Einstellungen.
Spieler können zwischen einem vollständigen analogen Triggerweg und einem deutlich kürzeren Hair-Trigger-Modus wechseln. Gerade bei Shootern können Eingaben damit wesentlich schneller ausgelöst werden.
Hinzu kommen mechanische Schalter für zahlreiche Eingaben.
SteelSeries spricht insgesamt von 18 mechanischen Switches, die für schnelle und klar spürbare Tastendrücke sorgen sollen.
Vier zusätzliche Tasten auf der Rückseite
Wie es sich für einen modernen Pro-Controller gehört, bietet auch der Aeon Pro zusätzliche Eingaben auf der Rückseite.
Vier ergonomisch positionierte Tasten lassen sich individuell belegen.
Anders als bei einigen Konkurrenzmodellen können sie allerdings nicht entfernt werden. SteelSeries begründet diese Entscheidung damit, dass fest verbaute Tasten stabiler sitzen und weniger Spiel besitzen.
Die Belegung kann direkt am Controller oder über die SteelSeries-GG-Software auf dem PC vorgenommen werden.
Auch Trigger, Analogsticks, Vibrationsintensität und verschiedene Profile lassen sich dort detaillierter anpassen.
Die fertigen Einstellungen können anschließend auf dem Controller gespeichert werden.
OLED Display ersetzt viele Softwarewege
Auf der Vorderseite sitzt zusätzlich ein kleines OLED-Display.
Darüber können Spieler zwischen Xbox, PC und anderen verbundenen Geräten wechseln, Profile auswählen, den Akkustand kontrollieren und Tasten neu belegen.
Damit müssen grundlegende Einstellungen nicht jedes Mal über einen PC vorgenommen werden.
Für umfangreichere Anpassungen bleibt allerdings weiterhin SteelSeries GG notwendig.
Dort lassen sich beispielsweise Deadzones und Empfindlichkeit der Analogsticks besonders präzise konfigurieren.
Auf dem PC unterstützt der Aeon Pro außerdem eine Polling-Rate von bis zu 1.000 Hz.
Austauschbare Sticks werden direkt im Dock verstaut
Auch die Analogsticks selbst lassen sich anpassen.
Im Lieferumfang befinden sich verschiedene Varianten, darunter konkave und konvexe Aufsätze sowie unterschiedliche Höhen.
Nicht benötigte Sticks können direkt innerhalb der Basisstation aufbewahrt werden.
Damit versucht SteelSeries gleichzeitig eines dieser kleinen Probleme zu lösen, die bei modularen Controllern schnell entstehen: Zubehör liegt nach einigen Monaten irgendwo in einer Schublade und ist im entscheidenden Moment nicht mehr auffindbar.
259,99 Euro sind eine Ansage
Bei all den Features bleibt allerdings eine ziemlich große Hürde.
259,99 Euro sind selbst für einen Premium-Controller viel Geld.
Damit ist der Aeon Pro beispielsweise deutlich teurer als Sonys DualSense Edge und bewegt sich auch oberhalb zahlreicher etablierter Pro-Controller von Razer, Scuf oder anderen Herstellern.
SteelSeries versucht den höheren Preis vor allem mit der umfangreichen Dockingstation, dem OLED-Display und dem Wechselakku-System zu rechtfertigen.
Ob das reicht, dürfte stark davon abhängen, wie häufig jemand tatsächlich zwischen PC und Xbox wechselt.
Eine PlayStation Version gibt es bislang nicht
Für PlayStation-Spieler gibt es allerdings einen wichtigen Haken.
Der Aeon Pro ist derzeit ausschließlich für Xbox und PC ausgelegt. Eine offiziell unterstützte PlayStation-5-Version wurde nicht angekündigt.
Gerade angesichts der Ausstattung wäre eine entsprechende Variante durchaus interessant.
SteelSeries ist bei PlayStation mit zahlreichen Headsets und anderem Zubehör vertreten, sodass eine spätere Erweiterung der neuen Controller-Reihe zumindest nicht völlig ausgeschlossen wäre.
Aktuell bleibt der Aeon Pro jedoch ein Premium-Controller für Xbox- und PC-Spieler.
Mit QuickSwitch-Dock, Wechselakkus, Hall-Effect-Sticks und OLED-Display bringt SteelSeries dafür gleich mehrere interessante Ideen mit. Ob das Gesamtpaket allerdings 259,99 Euro wert ist, muss sich im Praxistest zeigen.







