NewsEx PlayStation Chef warnt vor PS6 und Handheld gleichzeitig

Ex PlayStation Chef warnt vor PS6 und Handheld gleichzeitig

Sony könnte mit der nächsten PlayStation-Generation vor einem ungewöhnlichen Problem stehen. Seit Monaten halten sich Gerüchte, wonach neben der klassischen PlayStation 6 auch ein eigenständiger PlayStation-Handheld geplant sein könnte. Der ehemalige PlayStation-Chef Shawn Layden sieht genau darin ein Risiko. Aus seiner Erfahrung habe Sony in der Vergangenheit Schwierigkeiten damit gehabt, zwei unterschiedliche Hardware-Plattformen gleichzeitig erfolgreich zu vermarkten und zu unterstützen.

Layden spricht dabei nicht als aktueller Sony-Manager und bestätigt auch keinen PS6-Handheld.

Seine Aussagen sind vielmehr eine Einschätzung auf Basis seiner jahrelangen Tätigkeit bei PlayStation. Trotzdem sind sie interessant, weil Layden selbst mehrere Hardware-Generationen und Sonys frühere Handheld-Strategie miterlebt hat.

Sony hatte dieses Problem schon bei PSP und PS3

Im Podcast Kiwi Talkz wird Layden direkt auf die Gerüchte rund um PS6 und einen möglichen neuen Handheld angesprochen.

Seine Antwort fällt überraschend deutlich aus.

Sony habe in der Vergangenheit Schwierigkeiten damit gehabt, zwei unterschiedliche Hardware-Produkte gleichzeitig zu verkaufen.

Als Beispiel nennt er die Zeit von PlayStation Portable und PlayStation 3.

Die PSP war kommerziell durchaus erfolgreich. Gleichzeitig habe Sony jedoch große Probleme damit gehabt, die PS3 erfolgreich im Markt zu positionieren.

Damit will Layden nicht sagen, dass die PSP für die Probleme der PS3 verantwortlich war.

Sein Punkt ist vielmehr, dass zwei Hardware-Plattformen innerhalb desselben Unternehmens deutlich mehr Ressourcen benötigen, als es auf den ersten Blick wirkt.

Nicht nur Entwickler werden aufgeteilt

Das Problem betrifft laut Layden nicht nur die eigentliche Spieleentwicklung.

Auch Marketing, Budgets und interne Aufmerksamkeit müssen zwischen den Geräten aufgeteilt werden.

Ein Unternehmen müsse für zwei vollständig unterschiedliche Plattformen fast so arbeiten, als würde es aus zwei separaten Firmen bestehen.

Andernfalls entstehe schnell eine Situation, in der Ressourcen von einem Projekt zum anderen verschoben werden.

Genau dadurch könne langfristig der Fokus verloren gehen.

Für Sony wäre das besonders relevant, falls die bisherigen Gerüchte stimmen und PS6 sowie ein leistungsfähiger PlayStation-Handheld ungefähr im gleichen Zeitraum erscheinen sollen.

Der neue Handheld wäre etwas völlig anderes als PlayStation Portal

Aktuell verkauft Sony bereits PlayStation Portal.

Das Gerät ist allerdings kein klassischer eigenständiger Handheld wie PSP oder PS Vita. Portal wurde ursprünglich vor allem für Remote Play entwickelt und kann inzwischen zusätzlich über Cloud Streaming auf ausgewählte Spiele zugreifen.

Der seit Monaten gehandelte neue PlayStation-Handheld soll dagegen deutlich weiter gehen.

Nach bisherigen Gerüchten soll er Spiele nativ ausführen und technisch eng mit der PS6-Generation verbunden sein.

Sony hat ein solches Gerät bislang nicht offiziell angekündigt.

PlayStation-Chef Hideaki Nishino hat allerdings mehrfach angedeutet, dass zukünftige PlayStation-Hardware flexibler werden und auch außerhalb des klassischen Wohnzimmers genutzt werden soll.

Das passt zumindest grundsätzlich zu den zahlreichen Berichten über neue portable Hardware.

Könnte Sony den Handheld sogar in den Mittelpunkt stellen?

Besonders interessant wird Laydens Aussage bei der Frage, wie Sony das Problem lösen könnte.

Sollte tatsächlich ein neuer Handheld erscheinen, könne Sony seiner Ansicht nach darüber nachdenken, seine Gaming-Aktivitäten stärker um diese mittelgroße Plattform herum zu bündeln.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Layden konkrete Informationen über Sonys Pläne besitzt oder dass er fordert, die PS6 vollständig einzustellen.

Es ist ein Gedankenspiel.

GamesRadar interpretiert die Aussage entsprechend weit und bringt sogar die Möglichkeit ins Spiel, Sony könne eine klassische Heimkonsole zugunsten eines Handhelds auslassen.

So weit geht Layden selbst jedoch nicht eindeutig.

Ein gemeinsames Spieleangebot könnte diesmal vieles verändern

Die Situation wäre ohnehin anders als zu Zeiten von PSP und PS3 oder später PS Vita und PS4.

Damals benötigten Sonys Handhelds teilweise eigene Spieleproduktionen und separate Versionen.

Ein zukünftiger PS6-Handheld könnte laut bisherigen Gerüchten dagegen dieselbe grundlegende Architektur wie die Heimkonsole verwenden und weitgehend auf dieselbe Spielebibliothek zugreifen.

Sollte das stimmen, würde eines von Laydens größten Problemen zumindest abgeschwächt.

Entwickler müssten dann nicht zwangsläufig zwei komplett unterschiedliche Spiele entwickeln.

Stattdessen könnten PS6-Spiele ähnlich wie auf unterschiedlich leistungsfähigen PCs oder Xbox-Systemen verschiedene technische Profile nutzen.

Ob Sony diese Strategie tatsächlich verfolgt, ist bislang allerdings nicht bestätigt.

PS Vita zeigt wie schwierig zwei Plattformen sein können

Ein Blick auf die Vergangenheit erklärt Laydens Skepsis.

Die PlayStation Vita galt technisch als leistungsfähiger Handheld, konnte sich kommerziell aber nicht gegen Nintendo und später den wachsenden Smartphone-Markt durchsetzen.

Sony reduzierte die eigene Softwareunterstützung vergleichsweise schnell.

Während die PlayStation 4 immer erfolgreicher wurde, rückte Vita zunehmend in den Hintergrund.

Für einen neuen Handheld müsste Sony deshalb sicherstellen, dass das Gerät nicht erneut nach wenigen Jahren von der deutlich erfolgreicheren Heimkonsole verdrängt wird.

Genau hier könnte eine gemeinsame Softwareplattform entscheidend sein.

PS6 und Handheld sind weiterhin nicht offiziell angekündigt

Bei allen Diskussionen bleibt der wichtigste Punkt bestehen.

Sony hat die PlayStation 6 bislang nicht vollständig vorgestellt und auch keinen neuen eigenständigen Handheld angekündigt.

Technische Daten, Preise und Veröffentlichungstermine stammen derzeit größtenteils aus Leaks und Insiderberichten.

Die Aussagen von Shawn Layden bestätigen diese Gerüchte nicht.

Sie zeigen allerdings, dass eine mögliche Doppelstrategie aus Heimkonsole und Handheld für Sony nicht nur technische Fragen aufwerfen würde.

Mindestens genauso wichtig wäre die Frage, ob PlayStation beide Geräte gleichzeitig ausreichend vermarkten und unterstützen kann.

Und genau dabei sieht einer der früheren PlayStation-Chefs aufgrund eigener Erfahrungen ein echtes Risiko.

Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.

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