Die erste Septemberwoche hatte für PlayStation-Spieler ungewöhnlich viel zu bieten. Zwischen Montag, dem 31. August, und Sonntag, dem 6. September 2026 standen vor allem Sonys State of Play, Final Fantasy VII Revelation, Metro 2039 und die überraschende Rückkehr von Jin Sakai im Mittelpunkt. Gleichzeitig dominierte GTA 6 erneut einen großen Teil der Gaming-Schlagzeilen. Hinzu kamen neue Entwicklungen rund um Sonys geplantes Ende neuer Spiele-Discs, mehrere The-Last-of-Us-Projekte bei Naughty Dog und ein neues Lebenszeichen zum weiterhin unangekündigten Marvel’s Venom.
State of Play wird zum Mittelpunkt der Woche
Sony kündigte am Montag eine neue State of Play für den 3. September an. Diesmal blieb es nicht bei einer einzelnen Präsentation. Direkt im Anschluss folgte eine eigene State of Play Japan, sodass PlayStation am Donnerstag mehr als 30 Spiele über beide Shows hinweg zeigte.
Die Präsentationen waren damit der klare Mittelpunkt der vergangenen Gaming-Woche. Neben kleineren Ankündigungen gab es mehrere große Termine und ausführliche Einblicke in Spiele, die PlayStation-Spieler teilweise schon länger auf dem Schirm haben.
Final Fantasy VII Revelation bekommt endlich seinen Termin
Einer der wichtigsten Momente der State of Play gehörte Final Fantasy VII Revelation. Square Enix bestätigte den 8. April 2027 als Veröffentlichungstermin und zeigte einen umfangreichen Gameplay-Deep-Dive.
Revelation bildet den Abschluss der dreiteiligen Neuinterpretation von Final Fantasy VII und soll die bisherigen Systeme deutlich erweitern. Die Highwind spielt bei der Erkundung eine zentrale Rolle und ermöglicht Reisen durch eine wesentlich offenere Spielwelt. Zusätzlich kehrt Chocobo Piko zurück und wird diesmal nicht nur als Reittier, sondern auch im Kampf eingesetzt.
Neu ist außerdem das FITS-System mit verschiedenen Klassen wie Warrior, Knight, Black Mage und Summoner. Diese verändern Fähigkeiten, Rollen und teilweise sogar das Aussehen der Gruppenmitglieder. Spieler können während der Erkundung direkt zwischen Charakteren wechseln, einen Greifhaken zur Fortbewegung nutzen und bei bestimmten Quests auswählen, welches Gruppenmitglied eine Aufgabe übernimmt.
Square Enix bestätigte zudem zwei spätere Story-Erweiterungen. Damit dürfte Final Fantasy VII Revelation auch nach dem eigentlichen Abschluss der Hauptgeschichte noch zusätzliche Inhalte erhalten.
Metro 2039 zeigt erstmals Konsolen Gameplay
Auch Metro 2039 gehörte zu den auffälligsten Spielen der Präsentation. 4A Games bestätigte den 4. Februar 2027 als Veröffentlichungstermin und zeigte erstmals Konsolen-Gameplay.
Das gezeigte Material wurde auf einer PlayStation 5 Pro aufgenommen. Nach Angaben des Studios soll Metro 2039 auf PS5, PS5 Pro und Xbox Series X mit einem Performance-Modus erscheinen, der 4K, 60 Bilder pro Sekunde und Raytracing miteinander verbinden soll.
Weitere technische Einzelheiten sollen später folgen. Schon jetzt wird aber deutlich, dass 4A Games die eigene Engine weiter ausreizen möchte.
Jin Sakai kehrt überraschend zurück
Eine der größten Überraschungen der Woche war die Rückkehr von Jin Sakai in Ghost of Yōtei.
Sucker Punch bestätigte während der State of Play, dass der Held aus Ghost of Tsushima in Ghost of Yōtei: Most Wanted spielbar sein wird. Der neue Modus erscheint am 1. Oktober als Bestandteil der Ghost of Yōtei Complete Edition beziehungsweise des entsprechenden Upgrades für Besitzer des Hauptspiels.
Most Wanted ist ein eigenständiger Singleplayer-Survival-Modus mit Roguelike-Elementen. Spieler wählen aus vier Charakteren und nehmen Kopfgelder mit steigender Schwierigkeit an.
Jin bekommt alle vier bekannten Kampfhaltungen aus Ghost of Tsushima zurück. Damit unterscheidet er sich spielerisch deutlich von den anderen Figuren und richtet sich klar an Fans des Vorgängers.
Parallel erscheint mit Echoes of Sekigahara eine neue Story-Erweiterung für Atsu. Sucker Punch greift damit die Vergangenheit der Reihe wieder auf, ohne Jin künstlich in die eigentliche Hauptgeschichte von Ghost of Yōtei einzubauen.
Auch Until Dawn 2 und Gran Turismo 7 melden sich
Firesprite bestätigte Until Dawn 2 für den 28. Januar 2027 auf PlayStation 5. Vorbestellungen starten am 10. September. Damit bekommt Sonys Horror-Marke mehr als ein Jahrzehnt nach dem ursprünglichen Spiel tatsächlich einen neuen Hauptteil.
Polyphony Digital kündigte außerdem das Spec-IV-Update für Gran Turismo 7 an. Die Erweiterung erscheint in zwei Teilen später in diesem Jahr und bringt unter anderem neue Strecken, Fahrzeuge und weitere Funktionen.
Auch Monster Hunter Wilds: Ascendance zeigte neue Monster und Story-Inhalte. Dazu kamen zahlreiche kleinere Ankündigungen aus beiden Präsentationen.
LEGO baut die erste PlayStation nach
Gemeinsam mit LEGO wurde ein offizielles Set zur ersten PlayStation vorgestellt. Das Modell besteht aus 1.911 Teilen und bildet die ursprüngliche graue Konsole samt Controller nach. Zusätzlich gehören kleine Dioramen zu Gran Turismo und Ape Escape zum Set.
In Deutschland liegt der Preis bei 159,99 Euro. Der Verkaufsstart erfolgt Anfang Oktober.
Gerade in einer Woche, in der die Diskussion um Sonys physische Zukunft erneut eskalierte, sorgte ausgerechnet die LEGO-Nachbildung der ersten PlayStation mit sichtbarem Disc-Laufwerk für zusätzliche Aufmerksamkeit.
GTA 6 dominiert erneut weit über Gaming hinaus
Obwohl Rockstar selbst keine klassische neue Präsentation veranstaltete, gehörte GTA 6 erneut zu den größten Themen der Woche.
Am 1. September veröffentlichte Netflix die offiziellen Zahlen zum zuvor gezeigten „Grand Theft Auto VI: An Extended Look“. Die 27-minütige Präsentation kam in ihrem ersten Messzeitraum auf 31,1 Millionen Views und landete damit bei Netflix auf Platz eins.
GTA 6 erreichte in 87 von 93 von Netflix erfassten Ländern den ersten Platz. Insgesamt wurden rund 14 Millionen Stunden des Videos angesehen.
Damit zeigte Rockstar noch einmal, wie weit die Marke inzwischen über klassische Gaming-Plattformen hinausreicht. Ein Informationsvideo zu einem noch unveröffentlichten Spiel setzte sich bei Netflix gegen Filme und Serien durch und wurde selbst zu einem internationalen Streaming-Ereignis.
Zwei GTA 6 DualSense Controller angekündigt
Sony und Rockstar nutzten die State of Play zusätzlich für zwei limitierte DualSense-Controller im GTA-6-Design.
Vorgestellt wurden eine schwarze und eine weiße Variante, die sich optisch an Vice City und der Ästhetik von GTA 6 orientieren. In Deutschland sollen die Controller 84,99 Euro kosten.
Die Vorbestellungen starten am 10. September, die Veröffentlichung folgt am 19. November gemeinsam mit GTA 6.
GTA 6 könnte schon jetzt Konsolen verkaufen
Wie groß der Einfluss von GTA 6 auf den Hardwaremarkt sein könnte, zeigte eine weitere Meldung zum Wochenende.
Nach NielsenIQ-Daten stiegen die PS5-Verkäufe in Großbritannien in der Woche rund um den Extended Look um 33 Prozent gegenüber der Vorwoche. Xbox Series X und Series S legten gemeinsam um 34 Prozent zu.
Diese Zahlen beweisen nicht, dass jeder zusätzliche Konsolenkauf direkt auf GTA 6 zurückzuführen ist. Der zeitliche Zusammenhang fällt dennoch auf.
Rockstars neues Spiel erscheint nicht mehr für PlayStation 4 und Xbox One. Wer GTA 6 im November spielen möchte, benötigt deshalb mindestens eine aktuelle Konsole.
Gerade in einer späten Phase der Generation könnte GTA 6 damit zu einem der wichtigsten Gründe werden, warum bisherige PS4- und Xbox-One-Spieler doch noch auf neue Hardware wechseln.
Rockstar treibt den Realismus weiter
Weitere Gameplay-Details sorgten ebenfalls für Gesprächsstoff. GTA 6 soll registrieren, wie gut Jason und Lucia geschlafen haben. Wer längere Zeit auf Schlaf verzichtet, muss mit langsamerer Regeneration rechnen. Nach mehreren virtuellen Tagen können sogar sichtbare Augenringe auftreten.
Auch Training, Ernährung und körperliche Veränderungen spielen eine Rolle. Gleichzeitig scheint Rockstar bewusst Grenzen zu ziehen. Ein während der Entwicklung getestetes aufwendigeres Ernährungssystem wurde offenbar wieder gestrichen, weil es den Spielfluss zu stark belastet hätte.
GTA 6 versucht damit, mehr Simulation einzubauen, ohne Spieler permanent mit alltäglichen Pflichten zu beschäftigen.
Selbst Miami diskutiert über Vice City
Wie stark GTA 6 bereits in der realen Welt angekommen ist, zeigte eine ungewöhnliche politische Diskussion in Miami-Dade County.
Dort wurden Gespräche über eine mögliche Marketingkooperation mit Rockstar Games bestätigt. Im Raum standen unter anderem Vice-City-Branding an öffentlichen Orten und sogar die Idee einer zeitweisen Vermarktung des Miami International Airport als „Vice City Airport“.
Dagegen formierte sich Widerstand. Commissioner Juan Carlos Bermudez und Sheriff Rosie Cordero-Stutz kritisierten eine mögliche Zusammenarbeit öffentlich. Eine Verwaltung müsse sich fragen, ob sie eine Marke bewerben sollte, in der Kriminalität und Gewalt gegen Polizeikräfte zu den zentralen Spielelementen gehören.
Eine beschlossene Partnerschaft existiert bislang nicht. Die Diskussion zeigt aber, welche kulturelle Größenordnung GTA 6 bereits vor Veröffentlichung erreicht.
Sonys Disc Entscheidung bleibt ein Dauerthema
Neben den Spielen selbst begleitete ein anderes Thema PlayStation durch praktisch die gesamte Woche.
Sonys Entscheidung, ab Januar 2028 für neu erscheinende PlayStation-Spiele keine physischen Discs mehr zu produzieren, beschäftigt die Community weiterhin.
Besonders sichtbar wurde das während der State of Play. Im offiziellen YouTube- und Twitch-Chat tauchte während der Show immer wieder der Slogan „No Disc No Buy“ auf. Parallel forderten zahlreiche Zuschauer ein Destiny 3.
Der Disc-Protest überschattete damit erneut eine große State of Play.
Mehrere internationale Medien beschrieben beide Forderungen als dominierende Themen im Livechat. Sony selbst ging während der Präsentation nicht darauf ein und hat seinen Plan für 2028 bislang nicht zurückgenommen.
Wichtige Korrektur zur Disc Produktion
Zum Ende der Woche gab es allerdings eine wichtige Klarstellung zur PlayStation-Disc-Produktion.
Seit Juli war vielfach berichtet worden, dass das gesamte Produktionsvolumen des großen Sony-DADC-Werks im österreichischen Thalgau 2028 auf nur noch zehn Prozent des bisherigen Niveaus fallen werde.
Sony DADC korrigierte diese Interpretation nun gegenüber dem Journalisten Brian Crecente.
Gemeint war ein Rückgang des gesamten Produktvolumens um zehn Prozent und nicht ein Rückgang auf zehn Prozent.
Der Unterschied ist erheblich. Statt eines unmittelbaren Einbruchs um rund 90 Prozent wird für 2028 zunächst ein vergleichsweise moderater Rückgang des gesamten Produktionsvolumens erwartet.
An Sonys Entscheidung für neue Spiele ändert das nichts. Allerdings können bereits vor Januar 2028 auf Disc veröffentlichte PlayStation-Spiele weiterhin nachproduziert und nachbestellt werden.
Die PlayStation-Disc verschwindet 2028 also nicht plötzlich vollständig aus der Produktion. Neue Veröffentlichungen sollen nach Sonys aktuellem Plan trotzdem nur noch digital erscheinen.
Naughty Dog ist mit The Last of Us nicht fertig
Eine weitere Überraschung kam von Neil Druckmann.
Im Gespräch mit der Washington Post erklärte der Naughty-Dog-Chef, dass das Studio mit The Last of Us noch nicht fertig sei. Hinter den Kulissen befinden sich nach seinen Worten mehrere Projekte in Arbeit, über die man sprechen werde, sobald der richtige Zeitpunkt gekommen sei.
The Last of Us Part 3 wurde ausdrücklich nicht angekündigt. Druckmann sagte auch nicht, dass es sich bei allen Projekten zwangsläufig um Videospiele handelt.
Trotzdem ist die Aussage bemerkenswert, weil Naughty Dog derzeit Intergalactic: The Heretic Prophet als nächstes großes Projekt vorbereitet.
Druckmann stellte gleichzeitig klar, dass weder er noch Naughty Dog kreativ an der dritten Staffel der HBO-Serie beteiligt sind. Die Spielemarke selbst bleibt jedoch bei Naughty Dog und hat offenbar noch mehrere ungeklärte Zukunftsprojekte.
Marvel’s Venom bekommt ein neues Lebenszeichen
Auch bei Insomniac Games gab es zum Wochenende neue Spekulationen.
Insider NateTheHate erklärte, dass Marvel’s Venom bei seiner letzten Überprüfung weiterhin in Entwicklung gewesen sei. Einen Zeitpunkt für eine mögliche Ankündigung kenne er nicht.
Das Projekt wurde von Sony und Insomniac bis heute nicht offiziell angekündigt und sollte deshalb weiterhin als Gerücht behandelt werden. Bekannt wurde das mögliche Venom-Spiel ursprünglich durch interne Dokumente aus dem Insomniac-Datenleck Ende 2023.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt der Zeitpunkt: Marvel’s Wolverine erscheint bereits am 15. September 2026 für PlayStation 5.
Eine Woche mit ungewöhnlich vielen großen Themen
Die Woche vom 31. August bis 6. September war damit deutlich voller als viele typische Spätsommerwochen.
Sony lieferte mit zwei State-of-Play-Präsentationen mehr als 30 Spiele und mehrere große Termine. Final Fantasy VII Revelation und Metro 2039 bekamen feste Veröffentlichungstermine, Jin Sakai kehrt zurück und Until Dawn 2 ist nun endgültig Realität.
Gleichzeitig zeigte GTA 6 einmal mehr, dass Rockstar inzwischen in einer eigenen Liga spielt. 31,1 Millionen Netflix-Views, neue DualSense-Controller, steigende Konsolenverkäufe und sogar politische Diskussionen im echten Miami sorgten dafür, dass das Spiel fast täglich Schlagzeilen produzierte.
Und auch Sonys umstrittener Weg in eine digitale Zukunft blieb präsent. Der Protest gegen das Disc-Aus erreichte die State of Play, während gleichzeitig eine wichtige Produktionszahl korrigiert werden musste.
Mit Marvel’s Wolverine unmittelbar vor dem Release und weiteren September-Ankündigungen dürfte es in den kommenden Tagen kaum ruhiger werden.
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