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Sony korrigiert brisante Disc Zahl und plötzlich sieht die Lage ganz anders aus

Rund um Sonys geplanten Abschied von neuen PlayStation-Spielen auf Disc gibt es eine wichtige Korrektur. Seit Juli machte die Meldung die Runde, dass das Produktionsvolumen im großen Sony-DADC-Werk im österreichischen Thalgau im Jahr 2028 auf nur noch zehn Prozent des bisherigen Volumens fallen werde. Diese Interpretation war falsch.

Sony DADC hat nun gegenüber dem Journalisten Brian Crecente klargestellt, dass für 2028 ein Rückgang des gesamten Produktvolumens um zehn Prozent gemeint war – nicht ein Absturz auf zehn Prozent.

Der Unterschied ist gewaltig.

An Sonys grundsätzlicher Entscheidung gegen Disc-Versionen neuer PlayStation-Spiele ab Januar 2028 ändert sich allerdings nichts.

Aus 90 Prozent Rückgang werden plötzlich nur zehn Prozent

Die Verwirrung geht auf Aussagen von Sony-DADC-Chef Dietmar Tanzer aus dem Juli zurück.

Das Werk im österreichischen Thalgau produziert aktuell rund 600.000 Discs täglich. Etwa die Hälfte des Volumens entfällt nach damaligen Angaben auf PlayStation.

Tanzer erklärte außerdem, dass ungefähr 20 Prozent dieses PlayStation-Anteils auf Neubestellungen entfallen.

Daraus ergaben sich etwa zehn Prozent des gesamten Produktionsvolumens.

Mehrere Medien interpretierten die anschließend genannte Zehn-Prozent-Zahl so, dass die gesamte Produktion des Werks 2028 auf nur noch ein Zehntel des aktuellen Niveaus sinken werde.

Genau diese Interpretation korrigiert Sony DADC jetzt.

Gemeint sei ein Rückgang des gesamten Produktvolumens um rund zehn Prozent im Jahr 2028.

Sony DADC stellt die Aussage ausdrücklich richtig

Gegenüber Brian Crecente erklärte ein Sprecher von Sony DADC sinngemäß, dass Dietmar Tanzer einen Rückgang des gesamten Produktvolumens um zehn Prozent erwartet habe und keine Reduzierung auf zehn Prozent.

Damit verändert sich das Bild für das Werk in Thalgau erheblich.

Statt eines unmittelbaren Produktionskollapses um rund 90 Prozent erwartet Sony für 2028 demnach zunächst lediglich einen Rückgang des gesamten Volumens um ungefähr zehn Prozent.

Allerdings ist dabei eine wichtige Einschränkung notwendig.

Diese Zahl bezieht sich auf das gesamte Produktvolumen des Werks und darf nicht automatisch mit der Menge neu produzierter PlayStation-Spiele gleichgesetzt werden.

Sony DADC stellt schließlich nicht ausschließlich neue PS5-Spiele her.

Neue PlayStation Spiele verschwinden trotzdem von Disc

An der eigentlich entscheidenden Ankündigung von Sony Interactive Entertainment hat sich nichts geändert.

Ab Januar 2028 soll die Produktion physischer Spiele-Discs für alle neuen Veröffentlichungen auf PlayStation-Konsolen eingestellt werden.

Spiele, die danach neu erscheinen, sollen ausschließlich digital über den PlayStation Store sowie in digitaler Form über Händler angeboten werden.

Sony begründete diesen Schritt im Juli mit veränderten Kaufgewohnheiten und dem zunehmenden Wechsel der Kunden zu digitalen Medien.

Die aktuelle Korrektur bedeutet deshalb ausdrücklich nicht, dass Sony beim Disc-Aus zurückrudert.

Sie korrigiert lediglich eine Zahl darüber, wie stark sich die Änderung im Jahr 2028 unmittelbar auf das Gesamtvolumen des Sony-DADC-Werks auswirken soll.

Alte PlayStation Spiele können weiterhin nachproduziert werden

Gleichzeitig bestätigt Sony DADC einen Punkt, der für Sammler und Händler durchaus wichtig ist.

Auch nach Januar 2028 sollen Nachbestellungen bereits veröffentlichter PlayStation-Spiele weiterhin produziert werden können.

Das betrifft Spiele, die noch vor der Umstellung regulär auf Disc erschienen sind.

Ein Sprecher von Sony DADC bestätigte gegenüber Crecente ausdrücklich, dass nach Januar 2028 weiterhin Nachbestellungen in den Handel gelangen werden.

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Damit verschwindet die PlayStation-Disc am 1. Januar 2028 nicht plötzlich vollständig aus den Fabriken oder Händlerregalen.

Entscheidend ist vielmehr das ursprüngliche Veröffentlichungsdatum eines Spiels.

Erscheint ein Titel noch vor Januar 2028 auf Disc, können offenbar auch danach weitere Exemplare produziert werden.

Für Spiele, die erst ab Januar 2028 neu erscheinen, plant Sony dagegen keine physische PlayStation-Version mehr.

Deshalb bleibt das Werk zunächst stark ausgelastet

Damit lässt sich auch erklären, warum der erwartete Rückgang 2028 wesentlich kleiner ausfällt als zunächst angenommen.

Das Werk produziert weiterhin zahlreiche andere optische Datenträger und kann außerdem bestehende PlayStation-Titel nachpressen.

Gerade Spiele, die Ende 2027 erscheinen und sich auch 2028 weiterhin gut verkaufen, könnten entsprechend noch über längere Zeit nachproduziert werden.

Wie sich das Produktionsvolumen anschließend 2029, 2030 und darüber hinaus entwickelt, ist derzeit allerdings unbekannt.

Sony DADC nennt ausdrücklich nur eine Prognose für 2028.

Daraus lässt sich deshalb nicht ableiten, dass die Disc-Produktion langfristig nahezu unverändert bleibt.

Sony baut das Werk gleichzeitig für die Zukunft um

Unabhängig davon bereitet Sony DADC den Standort bereits auf eine Zukunft mit weniger optischen Datenträgern vor.

Das Unternehmen investierte rund 30 Millionen Euro in den Aufbau einer Produktion für sogenannte Micro Optics.

Dabei handelt es sich um winzige optische Elemente, die Licht auf kleinem Raum fokussieren und lenken können und unter anderem in Industrie- und Automobilanwendungen eingesetzt werden.

Die Serienproduktion soll bereits 2027 beginnen.

Sony versucht damit, die Beschäftigten und Kapazitäten des Standorts schrittweise in neue Geschäftsbereiche zu überführen.

Das zeigt gleichzeitig, dass der langfristige Rückgang des Disc-Geschäfts weiterhin fest eingeplant ist.

Die Korrektur ist trotzdem wichtig

Gerade in der aktuellen Diskussion rund um Sonys Disc-Entscheidung macht die korrigierte Zahl einen erheblichen Unterschied.

„Produktion fällt auf zehn Prozent“ vermittelt das Bild eines Werkes, dessen bisheriges Geschäft innerhalb kürzester Zeit nahezu vollständig zusammenbricht.

„Produktion fällt um zehn Prozent“ bedeutet dagegen, dass 2028 zunächst noch ein sehr großer Teil des bisherigen Gesamtvolumens bestehen bleibt.

Beides darf deshalb nicht miteinander verwechselt werden.

Gleichzeitig sollte die neue Zahl auch nicht in die entgegengesetzte Richtung überinterpretiert werden.

Sony hat seinen Plan für neue PlayStation-Veröffentlichungen nicht geändert. Das Unternehmen beendet ab Januar 2028 weiterhin die Produktion von Discs für neu erscheinende Spiele.

Disc Debatte bekommt damit eine neue Wendung

Für die laufende Diskussion ist die Klarstellung trotzdem bemerkenswert.

In den vergangenen zwei Monaten wurde der vermeintliche Absturz auf zehn Prozent immer wieder als Hinweis darauf verwendet, wie schnell Sony seine physische Infrastruktur zurückfahren würde.

Nun steht fest, dass dieses Bild zumindest für 2028 so nicht stimmt.

Das Werk in Thalgau wird im ersten Jahr nach der Umstellung deutlich mehr Produktionsvolumen behalten als bislang vielfach angenommen.

Wie lange dieser Zustand anhält, bleibt offen.

Fest steht derzeit lediglich: Neue PlayStation-Spiele verlieren ab Januar 2028 weiterhin ihre Disc-Version. Bereits veröffentlichte Spiele dürfen dagegen weiter nachproduziert werden – und Sonys Disc-Werk wird 2028 nicht plötzlich nur noch mit zehn Prozent seines bisherigen Gesamtvolumens arbeiten.

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