NewsGTA 6 sorgt jetzt sogar in Miami selbst für Streit

GTA 6 sorgt jetzt sogar in Miami selbst für Streit

GTA 6 hat Vice City noch gar nicht offiziell eröffnet und sorgt bereits im echten Miami für politische Diskussionen. Miami-Dade County hat bestätigt, Gespräche mit Rockstar Games über eine mögliche Marketingkooperation zum Release von Grand Theft Auto 6 geführt zu haben. Diskutiert wurden offenbar ungewöhnliche Aktionen wie Vice-City-Branding an Bushaltestellen, Kanaldeckeln und am Miami International Airport. Selbst eine zeitweise Umbenennung des Flughafens in „Vice City Airport“ wurde als Möglichkeit genannt. Ein County Commissioner und die Sheriffin von Miami-Dade stellen sich nun öffentlich dagegen.

Eine endgültige Vereinbarung zwischen Rockstar und Miami-Dade gibt es derzeit allerdings nicht. Das Büro der Bürgermeisterin bestätigt lediglich Gespräche über mögliche Kooperationen.

Rockstar hat Miami Dade wegen GTA 6 kontaktiert

GTA 6 spielt bekanntlich im fiktiven US-Bundesstaat Leonida und kehrt nach Vice City zurück.

Die Inspiration durch Florida und insbesondere Miami ist dabei kaum zu übersehen. Genau das möchte Miami-Dade möglicherweise für das eigene Marketing nutzen.

Carlos Suarez, Kommunikationsdirektor im Büro der Bürgermeisterin, bestätigte gegenüber CBS Miami, dass Rockstar Games den County wegen möglicher Aktionen rund um den GTA-6-Launch angesprochen habe.

Eine Kooperation könne dem County zusätzliche Einnahmen bringen und Miami-Dade gleichzeitig vor einem gewaltigen internationalen Publikum präsentieren. Eine formelle Vereinbarung sei bislang jedoch weder abgeschlossen noch genehmigt worden.

Sogar ein Vice City Airport steht im Raum

Besonders ungewöhnlich sind die Ideen, über die offenbar gesprochen wurde.

Vice-City-Branding könnte an Bushaltestellen, Schildern und sogar Kanaldeckeln auftauchen. Auch der Miami International Airport wurde in die Diskussion einbezogen.

Nach Angaben von Miami-Dade Commissioner Juan Carlos Bermudez steht sogar die Möglichkeit im Raum, den Flughafen zeitweise als „Vice City Airport“ zu vermarkten.

Genau an diesem Punkt hört für Bermudez der Spaß auf.

Der Commissioner fordert, keine öffentlichen Einrichtungen und Ressourcen dafür einzusetzen, eine fiktive Version von Miami zu bewerben, die stark mit Kriminalität und Gewalt verbunden ist.

Sheriffin kritisiert mögliche Zusammenarbeit ebenfalls

Unterstützung bekommt Bermudez von Miami-Dade Sheriff Rosie Cordero-Stutz.

Auch sie lehnt die diskutierte Kooperation öffentlich ab.

Ihre Begründung: Grand Theft Auto baut einen wesentlichen Teil seines Gameplays auf kriminellen Aktivitäten auf. Dazu gehören unter anderem Raubüberfälle, Autodiebstähle, Drogenhandel und Gewalt gegen Polizeikräfte.

Die Polizei von Miami-Dade arbeite im echten Leben täglich daran, genau solche Straftaten zu verhindern. Deshalb müsse sich die Verwaltung fragen, welches Signal sie aussendet, wenn offizielle öffentliche Einrichtungen gleichzeitig ein Unterhaltungsprodukt bewerben, in dem solche Aktivitäten eine zentrale Rolle spielen.

Die offizielle Pressemitteilung endet entsprechend unmissverständlich mit der Aussage, Miami-Dade sei nicht Vice City.

Der County sieht gleichzeitig eine gewaltige Marketingchance

Auf der anderen Seite steht ein ziemlich offensichtlicher wirtschaftlicher Gedanke.

GTA 6 dürfte zu den größten Entertainment-Veröffentlichungen der kommenden Jahre gehören. Rockstar veröffentlicht das Spiel am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X/S.

Vice City ist in der Serie zwar eine fiktive Stadt, orientiert sich jedoch deutlich an Miami.

Millionen Spieler werden dadurch virtuelle Versionen von Orten, Straßen, Stränden und kulturellen Eigenheiten Floridas erleben.

Für den Tourismus könnte diese Aufmerksamkeit durchaus einen realen Wert besitzen.

Das Büro der Bürgermeisterin sieht deshalb offenbar die Möglichkeit, aus der ohnehin vorhandenen Verbindung zwischen GTA 6 und Miami zusätzliche Einnahmen und internationale Aufmerksamkeit für die Region zu gewinnen.

Kritiker wollen Transparenz über die Gespräche

Bermudez fordert deshalb nicht nur ein Ende der diskutierten Aktion.

Er verlangt auch mehr Transparenz darüber, was genau zwischen Rockstar Games und Miami-Dade besprochen wurde.

Die Verwaltung solle offenlegen, welchen öffentlichen Nutzen eine solche Partnerschaft hätte, welche Kosten entstehen und welche County-Ressourcen dafür eingesetzt werden müssten.

Das ist ein wichtiger Punkt, denn bislang handelt es sich lediglich um Gespräche und Vorschläge.

Eine beschlossene Kampagne existiert nicht.

Entsprechend ist auch nicht bestätigt, dass Bushaltestellen tatsächlich mit Vice-City-Logos versehen oder der Flughafen wirklich umbenannt werden.

GTA 6 und Miami sind ohnehin eng miteinander verbunden

Die Diskussion zeigt gleichzeitig, wie stark GTA längst über die eigentliche Spielebranche hinausreicht.

Rockstar verwendet reale Orte nicht eins zu eins, verarbeitet aber zahlreiche erkennbare Elemente aus Florida.

Vice City selbst basiert seit jeher auf Miami. Für GTA 6 wurde dieses Konzept auf den gesamten Bundesstaat Leonida ausgeweitet.

Trailer und Screenshots zeigen Strände, Nachtleben, Sumpfgebiete, Autobahnen und zahlreiche kulturelle Anspielungen, die eindeutig aus Florida stammen.

Rockstar bezeichnet Vice City auf seiner eigenen Webseite als zentralen Schauplatz innerhalb des bislang größten offenen GTA-Gebiets.

Dass eine reale Verwaltung nun darüber diskutiert, diese Verbindung sogar offiziell für Marketingzwecke zu verwenden, wäre trotzdem ein neuer Schritt.

Für Rockstar wäre die Aktion außergewöhnlich

Rockstar ist für gewaltige Marketingkampagnen bekannt.

Eine direkte Einbindung öffentlicher Einrichtungen eines realen Ortes, der gleichzeitig die Vorlage für die Spielwelt liefert, würde jedoch besonders herausstechen.

Aus einem fiktiven Vice City könnte zumindest für kurze Zeit tatsächlich ein Stück echtes Miami werden.

Ob es dazu kommt, ist derzeit vollkommen offen.

Commissioner Bermudez und Sheriff Cordero-Stutz haben ihren Widerstand bereits öffentlich gemacht. Das Büro der Bürgermeisterin bestätigt die Gespräche, betont gleichzeitig aber, dass keine Vereinbarung beschlossen wurde.

Damit befindet sich die mögliche GTA-6-Kampagne momentan genau dort, wo viele Dinge in Vice City beginnen: mitten in einer ziemlich ungewöhnlichen Geschichte.

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