Sony hat zwei bislang unangekündigte PlayStation-Geräte bei der Wi-Fi Alliance zertifizieren lassen. Die Modellnummern CFI-Y2000 und CFI-Y2105 sowie mehrere technische Angaben deuten darauf hin, dass es sich um neue Varianten des PlayStation Portal handeln könnte. Damit erhalten die seit Monaten kursierenden Gerüchte über ein PlayStation Portal mit OLED-Display neue Nahrung.
Eine offizielle Bestätigung von Sony gibt es weiterhin nicht. Die Zertifikate nennen weder den Produktnamen noch die Display-Technologie. Sie liefern allerdings erstmals konkrete Hinweise auf neue Hardware aus derselben Modellfamilie wie der bisherige PlayStation Portal Remote Player.
Modellnummern passen zum PlayStation Portal
Der aktuelle PlayStation Portal wird je nach Region unter Modellnummern wie CFI-Y1000, CFI-Y1001 und CFI-Y1016 geführt. Die beiden neu zertifizierten Geräte tragen dagegen die Bezeichnungen CFI-Y2000 und CFI-Y2105.
Das vorangestellte „Y“ ist dabei besonders interessant. Sony verwendet für seine PS5-Konsolen andere Nummernbereiche, während die bisherige Portal-Hardware ebenfalls unter der CFI-Y-Reihe geführt wird. Ein vollständig anderes PlayStation-Produkt erscheint dadurch weniger wahrscheinlich.
Die neuen Bezeichnungen könnten für eine zweite Hardwaregeneration oder eine umfangreichere Revision des Portals stehen. Ebenso denkbar ist, dass CFI-Y2000 und CFI-Y2105 nicht zwei völlig unterschiedliche Geräte darstellen, sondern regionale Varianten desselben Modells.
Die Zertifikate allein beweisen deshalb nicht, dass Sony gleich zwei neue PlayStation-Produkte vorbereitet.
Android 15 spricht gegen eine neue PS5
Beide Geräte werden in den Unterlagen als „Gaming Console/Peripherals“ eingeordnet und verwenden Android 15 als Betriebssystem. Auch das passt deutlich eher zum PlayStation Portal als zu einer neuen PS5-Konsole.
Die PlayStation 5 verwendet ein eigenes System, während der Portal technisch auf einer angepassten Android-Grundlage basiert. Dass die neuen Modellnummern erneut mit Android zertifiziert wurden, verstärkt daher die Vermutung, dass Sony seine Streaming-Hardware überarbeitet.
Ein Hinweis auf den seit Längerem diskutierten nativen PlayStation-Handheld ist die Zertifizierung dagegen wahrscheinlich nicht. Dieses Gerät soll laut bisherigen Gerüchten über eigene AMD-Hardware verfügen und PS5- beziehungsweise PS4-Spiele lokal ausführen können.
Der PlayStation Portal bleibt hingegen ein Streaming-Gerät. Er überträgt Spiele entweder von einer eigenen PS5 oder bei unterstützten Titeln direkt aus der PlayStation-Cloud.
OLED Display bleibt weiterhin unbestätigt
Bereits im Januar 2026 erklärte der Hardware-Insider KeplerL2, Sony arbeite an einer weiteren Version des PlayStation Portal. Auf Nachfrage bezeichnete er das angebliche Gerät ausdrücklich als OLED-Modell.
Wir hatten damals bereits über die Gerüchte um einen PlayStation Portal mit OLED-Display berichtet. Die neuen Zertifizierungen passen zeitlich zu dieser früheren Aussage, bestätigen sie jedoch nicht direkt.
In den Unterlagen der Wi-Fi Alliance finden sich keine Angaben zum Display. Ein OLED-Panel lässt sich daraus ebenso wenig ablesen wie eine höhere Bildwiederholrate, eine verbesserte Akkulaufzeit oder ein stärkerer Prozessor.
Entsprechend sollte weiterhin klar zwischen den bestätigten Zertifikaten und den bisherigen Gerüchten unterschieden werden. Sicher ist lediglich, dass Sony zwei neue Modellnummern aus der CFI-Y-Familie für die drahtlose Kommunikation prüfen ließ.
Beim WLAN deutet sich kein großer Sprung an
Wer auf eine deutlich modernere Netzwerkverbindung gehofft hat, könnte zunächst enttäuscht werden. Die Zertifikate nennen weiterhin WLAN-Verbindungen über 2,4 und 5 GHz mit einer einzelnen Datenübertragungsstrecke.
Unterstützung für das 6-GHz-Band wird nicht aufgeführt. Damit sieht es momentan nicht danach aus, als würde das mögliche neue Modell auf Wi-Fi 6E oder eine vergleichbare Erweiterung setzen.
Gerade bei einem Streaming-Gerät wäre eine modernere WLAN-Ausstattung grundsätzlich interessant. Eine höhere Netzwerkleistung könnte die Verbindungsstabilität verbessern und unter geeigneten Bedingungen Latenzen oder Qualitätsverluste reduzieren.
Allerdings sagen Zertifizierungen nicht zwangsläufig alles über die spätere praktische Leistung aus. Sony könnte die Antennenkonstruktion, Software oder Verarbeitung des Videostreams trotzdem optimieren, ohne einen neueren WLAN-Standard zu verwenden.
Sony hat den Portal deutlich aufgewertet
Seit seiner Veröffentlichung im November 2023 hat sich die Rolle des PlayStation Portal verändert. Ursprünglich war das Gerät hauptsächlich dafür gedacht, Spiele von der eigenen PS5 über Remote Play auf das integrierte Acht-Zoll-Display zu übertragen.
Durch spätere Updates kam Cloud-Streaming hinzu. Unterstützte Spiele lassen sich dadurch mit PlayStation Plus Premium direkt aus der Cloud starten, ohne dass die eigene Konsole eingeschaltet sein muss.
Im März erweiterte Sony den Portal außerdem um einen 1080p High Quality Modus und weitere Cloud-Funktionen. Zuletzt führte ein Systemupdate eine optionale Ladebegrenzung ein, durch die der PlayStation Portal standardmäßig nur noch bis 80 Prozent lädt.
Ein verbessertes Display wäre vor diesem Hintergrund ein nachvollziehbarer nächster Schritt. OLED könnte vor allem bei Schwarzwerten, Kontrast und Farbdarstellung sichtbar zulegen, ohne das grundsätzliche Streaming-Konzept des Geräts zu verändern.
Zertifizierung deutet auf fortgeschrittene Vorbereitung hin
Eine Registrierung bei der Wi-Fi Alliance bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt unmittelbar vorgestellt oder veröffentlicht wird. Sie zeigt allerdings, dass die betreffende Hardware bereits weit genug entwickelt ist, um die notwendige Netzwerkzertifizierung zu durchlaufen.
Sollten CFI-Y2000 und CFI-Y2105 tatsächlich zum PlayStation Portal gehören, dürfte Sony seine Vorbereitungen für eine neue Modellreihe inzwischen deutlich vorangetrieben haben.
Offen bleiben vor allem der genaue Funktionsumfang, der Preis und der Veröffentlichungstermin. Ebenso ist nicht bekannt, ob Sony das bisherige LCD-Modell durch die neue Version ersetzt oder beide Varianten parallel anbietet.
Bis zu einer offiziellen Ankündigung bleibt das PlayStation Portal OLED ein Gerücht. Die neuen Modellnummern liefern dafür jedoch erstmals eine konkrete regulatorische Spur und machen eine baldige Aufklärung wahrscheinlicher.
Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.







