Die geplante Verfilmung von Death Stranding macht offenbar den nächsten Schritt. Regisseur und Drehbuchautor Michael Sarnoski hat mehrere Eindrücke von einer Reise durch Island veröffentlicht, die nach eigenen Angaben zum Location-Scouting für den Film gehört. Die karge Landschaft erinnert bereits stark an die ungewöhnliche Welt aus Hideo Kojimas Spielen.
Ein offizieller Drehstart ist damit allerdings noch nicht bestätigt. Auch die Besetzung und ein möglicher Kinostart bleiben weiterhin offen. Die Suche nach geeigneten Schauplätzen deutet jedoch darauf hin, dass die Vorproduktion inzwischen konkreter wird.
Regisseur sucht in Island nach geeigneten Drehorten
Michael Sarnoski veröffentlichte über Instagram ein Foto, das ihn in einer felsigen Landschaft zeigt. Dabei trug der Regisseur ein Death-Stranding-Shirt. Weitere Aufnahmen zeigen weitläufige Ebenen, steinige Gebiete und eine nahezu unberührte Natur.
Island erscheint als möglicher Drehort durchaus naheliegend. Die Landschaft des Landes besitzt viele der Merkmale, die bereits die Spielwelt von Death Stranding prägten: schwarze Gesteinsflächen, grüne Hügel, Wasserfälle, kahle Berge und schnell wechselnde Wetterbedingungen.
Hideo Kojimas postapokalyptische Version der Vereinigten Staaten wurde zwar nicht direkt als Island dargestellt, erinnerte optisch aber an zahlreichen Stellen an das europäische Land. Bereits beim ersten Death Stranding wurde deshalb häufig über den Einfluss isländischer Landschaften auf die Gestaltung der Spielwelt gesprochen.
Ob die veröffentlichten Orte tatsächlich im fertigen Film verwendet werden, steht noch nicht fest. Beim Location-Scouting werden normalerweise mehrere mögliche Schauplätze geprüft, bevor eine endgültige Entscheidung fällt.
Die Dreharbeiten haben noch nicht offiziell begonnen
Die Bilder sollten nicht mit einem bestätigten Produktionsstart verwechselt werden. Location-Scouting gehört zur Vorbereitung eines Films und kann bereits lange vor den eigentlichen Dreharbeiten stattfinden.
Dennoch ist die Entwicklung ein positives Zeichen. Noch im Juni erklärte Sarnoski, dass er am Drehbuch arbeite und sich dessen Fertigstellung nähere. Inzwischen scheint die Planung möglicher Drehorte begonnen zu haben. Das könnte bedeuten, dass die überarbeitete Fassung des Skripts weit genug fortgeschritten ist, um konkrete Anforderungen an Landschaften und Kulissen festzulegen.
Produziert wird der Live-Action-Film gemeinsam von A24, Square Peg und Kojima Productions. A24 ist unter anderem für Filme wie Everything Everywhere All at Once, Civil War und Hereditary bekannt. Das Studio steht häufig für eigenständige Produktionen, die sich von klassischen Hollywood-Blockbustern unterscheiden.
Diese Ausrichtung dürfte gut zu Death Stranding passen. Die Spielereihe verbindet Science-Fiction, Drama, Horror und teilweise sehr ruhige Reiseabschnitte miteinander. Eine gewöhnliche Actionverfilmung würde dem ungewöhnlichen Ausgangsmaterial deshalb kaum gerecht werden.
Der Film erzählt nicht einfach die Geschichte des Spiels nach
Michael Sarnoski hatte bereits klargestellt, dass der Film keine direkte Nacherzählung der beiden Spiele werden soll. Stattdessen entsteht eine eigenständige Geschichte innerhalb des Death-Stranding-Universums.
Im Mittelpunkt sollen neue Figuren und ein bislang unbekannter Teil der Welt stehen. Auftritte bekannter Charaktere schloss Sarnoski jedoch nicht grundsätzlich aus. Damit könnte der Film die Regeln, Themen und Bedrohungen der Vorlage übernehmen, ohne Sam Porter Bridges’ Reise lediglich in verkürzter Form nachzustellen.
Dieser Ansatz bietet dem Team mehr Freiheit. Das erste Death Stranding besitzt eine sehr umfangreiche Handlung mit zahlreichen Figuren, langen Dialogen und komplexen Begriffen. Eine direkte Umsetzung in einen einzigen Kinofilm würde zwangsläufig große Teile kürzen oder stark vereinfachen.
Eine neue Geschichte könnte Zuschauern dagegen einen leichteren Zugang ermöglichen und gleichzeitig bekannte Elemente wie die Gestrandeten Dinge, den Zeitregen und die Verbindung zwischen der Welt der Lebenden und der Toten nutzen.
Weitere Hintergründe zu den bisherigen Plänen findet ihr in unserem Artikel über die beiden Filmprojekte zu Death Stranding und Kojimas Entscheidung gegen die Regie.
Hideo Kojima bleibt eng an der Produktion beteiligt
Obwohl Kojima nicht selbst Regie führt, ist er weiterhin an der Filmproduktion beteiligt. Der Schöpfer von Death Stranding erklärte bereits früher, dass er unter anderem bei der Handlung, der Produktion und der kreativen Ausrichtung mitwirkt.
Sarnoski berichtete außerdem, dass Kojima das Drehbuch gelesen und darin sogar verschiedene filmische Einflüsse erkannt habe. Der Regisseur erhält dennoch ausreichend Freiraum, um eine eigene Geschichte zu entwickeln.
Diese Zusammenarbeit könnte entscheidend dafür sein, dass der Film den Charakter der Vorlage bewahrt, ohne nur bekannte Szenen nachzustellen. Kojima ist für seine große Begeisterung für das Kino bekannt, während Sarnoski mit Filmen wie Pig und A Quiet Place Day One bereits Erfahrung mit ruhigen, atmosphärischen und zugleich bedrückenden Geschichten gesammelt hat.
Zur Besetzung gibt es weiterhin keine Bestätigung
Noch ist unklar, welche Schauspieler im Death-Stranding-Film auftreten werden. Norman Reedus, der in den Spielen Sam Porter Bridges verkörpert, bekundete in der Vergangenheit Interesse an einer Beteiligung. Eine Rückkehr wurde bislang jedoch nicht angekündigt.
Da der Film neue Hauptfiguren erhalten soll, ist eine vollständige Übernahme der Spielbesetzung ohnehin nicht zwingend erforderlich. Denkbar wären kleinere Auftritte bekannter Charaktere, während die eigentliche Handlung einer neuen Gruppe folgt.
Auch ein Produktionsbeginn oder Kinostart wurde noch nicht genannt. Die Aufnahmen aus Island liefern deshalb vor allem einen frühen Eindruck davon, welche visuelle Richtung Sarnoski verfolgen könnte. Sollte Island tatsächlich als zentraler Drehort ausgewählt werden, dürfte die Verfilmung zumindest landschaftlich sehr nah an der Atmosphäre der Spiele bleiben.
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