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Bungie baut Marathon grundlegend um und öffnet den Shooter für reine PvE Spieler

Bungie reagiert auf den schwierigen Start von Marathon mit einem weitreichenden Umbau. Der bislang stark auf PvPvE-Extraction ausgerichtete Shooter soll künftig auch dauerhaftes PvE, klassisches PvP und zugänglichere Spielmöglichkeiten bieten. Eine neue Roadmap konkretisiert nun, welche Änderungen im Oktober und Dezember 2026 sowie im März 2027 erscheinen sollen.

Marathon soll nicht länger nur ein Extraction Shooter sein

Bungie hatte bereits eingeräumt, dass Marathon weniger Spieler erreicht hat als ursprünglich erhofft. Das Studio hält dennoch an dem Projekt fest und möchte es über die bisherigen Grenzen des Extraction-Genres hinaus entwickeln. In einem neuen Ausblick beschreibt das Team nun genauer, was darunter zu verstehen ist.

Die bekannte PvPvE-Erfahrung bleibt ein zentraler Bestandteil. Spieler sollen künftig aber stärker bestimmen können, wie viel Risiko und Wettbewerb sie möchten. Neben den bisherigen Einsätzen sind kooperative PvE-Inhalte und direkte PvP-Modi vorgesehen.

Der Umbau erfolgt nicht auf einmal. Bungie teilt die Arbeiten auf mehrere große Aktualisierungen auf und hat dafür den zuvor geplanten festen Saisonrhythmus aufgegeben. Inhalte sollen künftig erst erscheinen, wenn sie ausreichend entwickelt und getestet wurden, statt an einen starren Termin innerhalb einer Season gebunden zu sein.

Im Oktober werden Fortschritt und Wirtschaft zurückgesetzt

Der nächste Schritt folgt am 6. Oktober mit dem sogenannten Nightfall Refresh. Dabei setzt Bungie den Spielfortschritt und die Ingame-Wirtschaft zurück. Das Studio begründet diesen ungewöhnlich umfangreichen Eingriff mit Problemen aus der zweiten Season.

Ein Teil der Community sei zu schnell in das Endgame gelangt, während andere Spieler deutlich zurückblieben. Dadurch habe das Fortschrittssystem nicht wie vorgesehen funktioniert.

Das Oktober-Update bringt außerdem einen neuen Belohnungspass, Komfortverbesserungen sowie Anpassungen an Balance und laufendem Spielbetrieb. Die PvE-Aktivität Vault Breaker kehrt zeitlich begrenzt zurück. Bungie will die dabei gesammelten Daten nutzen, um die weitere Entwicklung reiner PvE-Inhalte zu verbessern.

Symbiosis bringt im Dezember dauerhaftes PvE

Die deutlich größere Veränderung ist für den 8. Dezember geplant. Mit dem Symbiosis-Update erhält Marathon erstmals eine permanente PvE-Erfahrung. Spieler können die Welt dann erkunden, Ausrüstungen ausprobieren und Herausforderungen bewältigen, ohne gleichzeitig von anderen Teams gejagt zu werden.

Der klassische PvPvE-Modus wird dadurch nicht ersetzt. Bungie erweitert vielmehr die Auswahl und möchte verschiedene Spielertypen innerhalb desselben Titels ansprechen. Wie Belohnungen und Fortschritt zwischen den Varianten verteilt werden, dürfte dabei entscheidend sein.

Symbiosis umfasst darüber hinaus eine überarbeitete Version der Perimeter-Zone, einen sozialen Treffpunkt mit Schießstand und Verbesserungen für neue Spieler. Mit Bishop kommt außerdem eine neue Runner-Hülle hinzu. Bungie beschreibt sie als schnellen, präzisen Kämpfer, der auf überraschende Angriffe und starke Nahkampfschäden ausgelegt ist.

Ein Team Deathmatch soll klassisches PvP ermöglichen

Ebenfalls im Dezember startet ein experimenteller Team-Deathmatch-Modus. Dieser soll eine direktere und weniger verpflichtende Alternative zu vollständigen Extraction-Runden bieten. Spieler können dort ihre Ausrüstung und Fähigkeiten im Kampf gegen andere Nutzer erproben, ohne für jede Partie einen langen Einsatz mit Beuteverlust einplanen zu müssen.

Ob Team Deathmatch später dauerhaft bleibt, hängt von den Erfahrungen während der Testphase ab. Bungie bezeichnet den Modus ausdrücklich als Experiment.

In unserem Test von Marathon auf der PS5 überzeugten bereits das Gunplay und die Atmosphäre, während das spezielle Extraction-Konzept den Kreis potenzieller Spieler einschränkte.

Der größte Umbau ist für März 2027 geplant

Im März soll die nächste Entwicklungsstufe folgen. Bungie arbeitet an einem zusammenhängenden System aus permanenten PvE-, PvP- und PvPvE-Erfahrungen mit verschiedenen Schwierigkeits- und Intensitätsstufen. Solo-Spieler und feste Teams sollen gleichermaßen mehr Möglichkeiten erhalten.

Geplant sind außerdem ein neuer Einstieg für Anfänger, eine überarbeitete Cradle, mehr Freiheiten bei der Entwicklung der Runner-Hüllen sowie klarer ausgerichtete Aufträge und zusätzliche Erzählungen. Neue außerirdische Gegner sollen die Zusammenarbeit innerhalb eines Teams stärker fordern. Eine bislang nicht näher vorgestellte Zone soll Spieler zudem tiefer in die unbekannten Bereiche der Spielwelt führen.

Marathon soll sich damit zu einer breiteren Survival-Erfahrung entwickeln, in der Kooperation, Wettbewerb und riskante Extraction-Einsätze nebeneinander bestehen.

Bungie steht unter erheblichem Erfolgsdruck

Die Pläne kommen nur wenige Tage nach einem ungewöhnlich offenen Eingeständnis der neuen Studioführung. Bungie erklärte, Marathon habe nicht die erhoffte Reichweite erzielt. Gleichzeitig wurde Destiny erneut als Fundament der Zukunft bezeichnet. Alle Hintergründe dazu findet ihr in unserem Artikel über die neue Ausrichtung von Bungie und den schwachen Start von Marathon.

Für Bungie und Eigentümer Sony ist der Umbau entsprechend wichtig. Das Studio muss vorhandene Spieler halten und gleichzeitig neue Zielgruppen erreichen, ohne die bisherige Community zu verlieren. Ob dauerhaftes PvE, Team Deathmatch und das neue Fortschrittssystem Marathon stabilisieren können, wird sich erst nach den großen Updates zeigen. Der erste Schritt folgt am 6. Oktober, bevor Symbiosis im Dezember die bisher größte Erweiterung des Shooters bringt.

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