Star Wars Zero Company hat offenbar einen wichtigen Verkaufserfolg erzielt. Nach einer aktuellen Schätzung von Alinea Analytics wurde das Taktikspiel seit seiner Veröffentlichung am 27. August 2026 mehr als eine Million Mal verkauft. Offiziell bestätigt wurde diese Zahl von Electronic Arts bislang nicht. Der Erfolg wirft zugleich eine schwierige Frage auf: Wie geht es mit den zahlreichen Mitarbeitern von Entwickler Bit Reactor weiter, die kurz vor dem Release unbezahlt beurlaubt wurden?
Steam trägt den größten Teil der Verkäufe
Den Schätzungen von Alinea Analytics zufolge hat Star Wars Zero Company mittlerweile einen Umsatz von rund 50 Millionen US-Dollar erzielt. Für ein rundenbasiertes Strategiespiel, das trotz der bekannten Marke ein eher spezielles Publikum anspricht, wäre das ein respektables Ergebnis.
Fast 70 Prozent der geschätzten Verkäufe entfallen auf Steam. Die PlayStation-Version kommt demnach auf einen Anteil von 19,9 Prozent, während Xbox einschließlich der PC-Verkäufe über den Xbox Store bei 10,2 Prozent liegt.
Beim Umsatz fällt der Anteil der Konsolen etwas größer aus. Die PS5-Version soll für 26,7 Prozent der bisherigen Einnahmen verantwortlich sein, Xbox für weitere 13,3 Prozent. Das deutet darauf hin, dass Konsolenspieler im Durchschnitt mehr für das Spiel bezahlt haben und Rabatte oder regionale Preisunterschiede auf dem PC eine größere Rolle spielen.
Electronic Arts und Bit Reactor haben bislang keine offiziellen Verkaufszahlen veröffentlicht. Die Angaben sollten daher weiterhin als externe Marktschätzung betrachtet werden. Alinea Analytics wertet Daten verschiedener Plattformen aus, besitzt jedoch keinen vollständigen Zugriff auf die internen Abrechnungen des Publishers.
Der erfolgreiche Start hatte sich bereits angedeutet
Dass Star Wars Zero Company auf Interesse stößt, war schon kurz nach der Veröffentlichung erkennbar. In Deutschland stieg das Taktikspiel direkt auf Platz eins der offiziellen Games-Charts ein. Dafür standen dem Titel im August nur wenige Verkaufstage zur Verfügung.
Auch die Reaktionen der Spieler und Fachpresse fielen überwiegend positiv aus. In unserem ausführlichen Test von Star Wars Zero Company überzeugte vor allem die Verbindung aus taktischen Gefechten, charakterbezogener Geschichte und dem ungewöhnlich bodenständigen Blick auf die Klonkriege.
Die geschätzte Million zeigt zugleich, wie wichtig der PC für das Spiel geworden ist. Obwohl Star Wars traditionell auch auf Konsolen eine große Zielgruppe besitzt, wurde der mit Abstand größte Teil der Exemplare offenbar über Steam verkauft. Für ein Spiel, das sich deutlich an Klassikern wie XCOM orientiert, ist diese Verteilung allerdings nicht überraschend.
Erfolg trifft auf eine schwierige Situation bei Bit Reactor
Hinter dem positiven Verkaufsergebnis steht eine deutlich kompliziertere Geschichte. Bereits vor der Veröffentlichung wurde bekannt, dass Bit Reactor einen großen Teil seiner Belegschaft unbezahlt beurlaubt hatte. Eine genaue Zahl bestätigte das Studio nicht. Berichte aus dem Umfeld des Entwicklers sprachen jedoch von bis zu 80 Prozent der Mitarbeiter.
Die Entscheidung soll getroffen worden sein, weil die finanziellen Mittel vor dem Release knapp wurden und noch nicht absehbar war, wie sich das Debütprojekt des Studios verkaufen würde. Bit Reactor erklärte damals, dass die Maßnahme intern beschlossen worden sei. Electronic Arts und Disney sollen demnach nicht für die Beurlaubungen verantwortlich gewesen sein.
Für die Veröffentlichung, Fehlerbehebungen und den anschließenden Support blieb Berichten zufolge nur ein verkleinertes Team zurück. Ob und wann die betroffenen Entwickler wieder vollständig beschäftigt und bezahlt werden, ist weiterhin offen.
Gerade deshalb bekommt die geschätzte Verkaufszahl eine besondere Bedeutung. Eine Million verkaufte Exemplare klingt zunächst nach einem klaren Erfolg. Daraus lässt sich allerdings nicht automatisch ableiten, wie viel Geld tatsächlich bei Bit Reactor verbleibt.
50 Millionen Dollar Umsatz sind nicht gleich Gewinn
Von den geschätzten 50 Millionen US-Dollar müssen zunächst die Anteile der Plattformbetreiber, mögliche Handelskosten, Steuern und weitere Ausgaben abgezogen werden. Hinzu kommen die Entwicklungs- und Marketingkosten sowie die Bedingungen des Vertrags zwischen Bit Reactor, Respawn Entertainment und Electronic Arts.
Entscheidend dürfte außerdem sein, welche Investitionen der Publisher zuerst zurückerhält, bevor das Entwicklerstudio direkt an den Einnahmen beteiligt wird. Diese Vertragsdetails sind nicht öffentlich bekannt. Deshalb lässt sich derzeit nicht seriös beurteilen, ob die Million Verkäufe bereits ausreicht, um sämtliche beurlaubten Mitarbeiter zurückzuholen.
Auch Electronic Arts und Bit Reactor haben sich bislang nicht konkret dazu geäußert, welche Folgen die geschätzten Verkaufszahlen für das Team haben. Unklar bleibt ebenfalls, ob die Beurlaubungen vollständig aufgehoben werden oder teilweise in dauerhafte Entlassungen übergehen könnten.
Eine wichtige Grundlage für die Zukunft
Für Star Wars Zero Company selbst ist die Entwicklung dennoch ein gutes Zeichen. Das Spiel beweist, dass auch abseits großer Action-Abenteuer Interesse an kleineren und stärker fokussierten Star-Wars-Projekten besteht. Ein rundenbasiertes Einzelspieler-Spiel mit taktischem Anspruch erreicht zwar nicht automatisch das Publikum eines Battlefront oder Jedi Survivor, kann innerhalb seiner Zielgruppe aber dennoch erfolgreich sein.
Eine Million Verkäufe könnte außerdem die Chancen auf weitere Inhalte oder ein neues Projekt von Bit Reactor verbessern. Konkrete Pläne für eine Erweiterung oder einen Nachfolger wurden bislang allerdings nicht angekündigt.
Vorerst bleibt deshalb ein widersprüchliches Bild. Star Wars Zero Company scheint sich kommerziell ordentlich zu entwickeln und hat sich innerhalb weniger Wochen eine beachtliche Spielerschaft aufgebaut. Gleichzeitig ist weiterhin offen, ob diejenigen, die das Spiel entwickelt haben, auch langfristig von diesem Erfolg profitieren werden.
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