Blizzards neuer StarCraft Shooter soll 2030 erscheinen und offenbar nicht auf das Xbox Ökosystem beschränkt bleiben. Das bestätigte der Publisher zumindest in auffällig vorsichtiger Form. Welche zusätzlichen Plattformen vorgesehen sind, bleibt weiterhin offen. Aufgrund des späten Veröffentlichungstermins gilt eine Version für die PlayStation 6 allerdings als wahrscheinlich.
Blizzard schließt eine exklusive Veröffentlichung aus
Nach der Präsentation auf der BlizzCon hatte Blizzard zunächst keine vollständige Plattformliste veröffentlicht. Lediglich ein britischer Xbox Account bestätigte, dass das neue StarCraft für Xbox erscheinen wird. Das ließ offen, ob Microsoft den Titel exklusiv für das eigene Konsolenökosystem plant.
Auf Nachfrage von Kotaku erklärte ein Sprecher von Blizzard, derzeit könne das Unternehmen lediglich sagen, dass StarCraft „nicht exklusiv“ sein werde. Eine direkte Nachfrage, ob damit ausdrücklich eine weitere Konsole gemeint sei, beantwortete Blizzard nicht eindeutig.
Der Sprecher stellte jedoch klar, dass eine Meldung über eine Xbox Exklusivität korrigiert werden müsste. Damit ist zumindest bestätigt, dass das Spiel nicht ausschließlich für Xbox vorgesehen ist. Ob Blizzard damit nur die ohnehin naheliegende PC-Version meint oder tatsächlich eine Veröffentlichung auf PlayStation und möglicherweise weiteren Plattformen vorbereitet, lässt das Unternehmen bewusst offen.
Eine PS6 Version wäre die logische Konsequenz
Für eine Umsetzung auf einer kommenden PlayStation Konsole spricht vor allem der geplante Veröffentlichungstermin. Das neue StarCraft soll erst 2030 erscheinen und befindet sich damit noch mehrere Jahre von seinem Marktstart entfernt.
Bis dahin dürfte die aktuelle Konsolengeneration bereits weit fortgeschritten sein. Sony hat zwar weder einen Termin noch technische Details zur PlayStation 6 offiziell vorgestellt, doch ein großes neues Blizzard-Spiel aus dem Jahr 2030 wäre ein naheliegender Kandidat für die nächste Hardwaregeneration.
Eine PS5-Version ist damit nicht automatisch ausgeschlossen. Gerade während eines Generationswechsels erscheinen größere Produktionen häufig parallel für alte und neue Konsolen. Je nachdem, wie ambitioniert Blizzards offene Spielwelt und die technische Umsetzung ausfallen, könnte die betagte Hardware allerdings zunehmend zum begrenzenden Faktor werden.
Entsprechend ist eine mögliche PS6-Veröffentlichung derzeit eine nachvollziehbare Schlussfolgerung, aber keine offizielle Bestätigung. Auch die Formulierung von Blizzard liefert noch keinen Beleg dafür, dass bereits konkrete Verträge oder Versionen für eine PlayStation Konsole existieren.
Die Aussage ist trotz der offenen Fragen bemerkenswert
Blizzard gehört seit der Übernahme von Activision Blizzard zu Microsoft. Deshalb besitzt die Frage nach den unterstützten Plattformen eine größere Bedeutung als bei einem unabhängigen Publisher. Microsoft hat in den vergangenen Jahren mehrere ehemals exklusive Xbox-Spiele für PlayStation veröffentlicht, gleichzeitig aber nie versprochen, grundsätzlich jedes neue Projekt auf konkurrierende Konsolen zu bringen.
Zuletzt wurde sogar wieder stärker über den Wert eigener Inhalte und klarer Plattformprofile gesprochen. Wie sich PlayStation und Xbox beim Thema Exklusivspiele neu positionieren, dürfte deshalb auch bei kommenden Großproduktionen genau beobachtet werden.
StarCraft könnte in diesem Zusammenhang ein Sonderfall sein. Die Marke ist historisch eng mit dem PC verbunden und soll mit dem neuen Projekt erstmals seit langer Zeit wieder ein breiteres Publikum erreichen. Eine Beschränkung auf PC und Xbox würde zwar zur Konzernzugehörigkeit passen, könnte das mögliche Verkaufspotenzial eines aufwendig produzierten Einzelspieler-Shooters aber deutlich begrenzen.
Bis 2030 kann sich Microsofts Plattformstrategie zudem mehrfach verändern. Dass Blizzard bereits jetzt ausdrücklich eine exklusive Veröffentlichung verneint, spricht zumindest dafür, dass sich der Publisher verschiedene Möglichkeiten offenhalten möchte.
Das neue StarCraft wird kein klassisches Strategiespiel
Bei dem angekündigten Projekt handelt es sich nicht um ein traditionelles Echtzeitstrategiespiel. Blizzard entwickelt stattdessen einen storybasierten Open World Shooter unter der Leitung von Dan Hay, der zuvor viele Jahre an der Far Cry Reihe beteiligt war.
Spieler sollen einen eigenen Charakter erstellen und eine zusammenhängende Geschichte mit einem festen Anfang und Ende erleben. Nach bisherigen Aussagen ist kein klassisches saisonales Live Service Modell geplant. Neben zentralen Missionen soll es frei erkundbare Gebiete geben, in denen Ressourcen gesammelt und die eigene Ausrüstung verbessert werden kann.
Die Handlung spielt etwa 70 Jahre nach den Ereignissen von StarCraft 2. Dadurch erhält das Team mehr Freiraum für neue Figuren, veränderte Fraktionen und Konflikte, ohne die bisherige Geschichte vollständig hinter sich zu lassen.
Mit dieser Ausrichtung entfernt sich das Projekt deutlich von den spielerischen Wurzeln der Reihe. Alle bisher bekannten Informationen zum ungewöhnlichen Neustart haben wir bereits in unserem Artikel über die Rückkehr von StarCraft als Open World Shooter zusammengefasst.
Die endgültige Plattformliste dürfte noch auf sich warten lassen
Dass Blizzard vier Jahre vor der geplanten Veröffentlichung keine konkrete Plattformliste nennt, ist nicht ungewöhnlich. Bis zum Jahr 2030 können sich technische Anforderungen, Entwicklungspläne und die Verfügbarkeit neuer Konsolen erheblich verändern.
Derzeit lässt sich deshalb nur sicher festhalten, dass StarCraft für Xbox vorgesehen ist und laut Blizzard nicht exklusiv bleiben soll. Eine PC-Fassung gilt angesichts der Geschichte des Studios und der Marke als praktisch gesetzt, wurde in diesem Zusammenhang aber ebenfalls noch nicht vollständig eingeordnet.
Für PlayStation-Spieler ist die Aussage dennoch ein positives Signal. Sollte Blizzard mit „nicht exklusiv“ tatsächlich mehrere Konsolen meinen, wäre die PlayStation 6 der naheliegendste Kandidat. Gewissheit dürfte es jedoch erst geben, wenn Blizzard eine offizielle Plattformübersicht veröffentlicht oder Sony das Spiel selbst für seine kommende Hardware ankündigt.
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