Der neue Resident-Evil-Film von Zach Cregger wurde kurz vor seiner Veröffentlichung noch einmal deutlich verändert. Der Grund ist ungewöhnlich: Testzuschauer mochten den Film grundsätzlich, empfanden ihn für einen Horrorfilm allerdings als zu lustig. Cregger reagierte auf das Feedback und entfernte nach eigener Aussage so viele Witze wie möglich. Das Ergebnis kam anschließend nicht nur beim Publikum besser an – auch der Regisseur selbst bevorzugt die ernstere Version.
Damit scheint der neue Resident Evil kurz vor dem Kinostart tonal noch einmal stärker in Richtung Horror gerückt zu sein.
Testzuschauer hatten eigentlich nur ein großes Problem
Die Testvorführungen waren offenbar keineswegs schlecht.
Cregger erklärte im Gespräch mit The Hollywood Reporter, dass die Zuschauer den Film grundsätzlich mochten. Ein Kritikpunkt tauchte jedoch immer wieder auf: Resident Evil sei zu lustig.
Das überraschte bei Cregger vielleicht weniger als bei anderen Horrorregisseuren.
Bevor er mit Barbarian und Weapons im Horrorgenre große Erfolge feierte, war Cregger über Jahre als Comedian bekannt. Auch seine Horrorfilme nutzen Humor bewusst, um Spannung aufzubrechen oder Situationen noch absurder wirken zu lassen.
Beim neuen Resident Evil war die Mischung offenbar zunächst etwas zu stark in Richtung Comedy geraten.
Cregger entfernte so viele Witze wie möglich
Der Regisseur reagierte ungewöhnlich konsequent auf das Feedback.
Im Verlauf weiterer Testvorführungen entfernte er nach eigener Aussage einen großen Teil der Witze aus dem Film.
Das Ergebnis überzeugte die Zuschauer stärker.
Interessanterweise änderte sich auch Creggers eigene Einschätzung. Er erklärte, die neue Version selbst deutlich mehr zu mögen und keinen der gestrichenen Gags zu vermissen. Für Horrorfilme reiche seiner Meinung nach bereits eine kleine Menge Humor aus.
Damit handelt es sich nicht lediglich um eine Änderung, die ein Studio aufgrund schlechter Testergebnisse erzwungen hat.
Cregger selbst scheint zu dem Schluss gekommen zu sein, dass Resident Evil mit weniger Comedy besser funktioniert.
Resident Evil soll trotzdem nicht einfach nur düster werden
Das bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche humorvollen Momente verschwunden sind.
Cregger spricht davon, die Menge deutlich reduziert zu haben. Humor bleibt also Bestandteil des Films, soll aber offenbar gezielter eingesetzt werden.
Gerade die ersten rund 30 Minuten sollen nach Einschätzung des Interviewers weiterhin eine Mischung aus Lachen und Schrecken bieten, die inzwischen deutlich besser ausbalanciert sei.
Für Resident Evil könnte diese Entscheidung wichtig sein.
Die Videospielreihe schwankt selbst seit Jahrzehnten zwischen ernstem Survival Horror, B-Movie-Elementen und teilweise bewusst übertriebenen Figuren oder Dialogen. Die richtige Balance zu finden, gehört deshalb auch bei einer Filmadaption zu den schwierigeren Aufgaben.
Der neue Film erzählt keine Geschichte der Spiele nach
Creggers Resident Evil wird keine direkte Neuverfilmung eines bestimmten Videospiels.
Statt Leon S. Kennedy, Jill Valentine oder Chris Redfield in den Mittelpunkt zu stellen, erzählt der Film eine neue Geschichte innerhalb des bekannten Universums.
Austin Abrams übernimmt die Hauptrolle eines jungen Kuriers namens Brian, der während des Ausbruchs in Raccoon City in die Katastrophe hineingezogen wird.
Damit soll der Film bekannte Elemente der Spiele nutzen, gleichzeitig aber genügend Freiheit besitzen, um eine eigene Geschichte zu erzählen.
Neben Abrams gehören unter anderem Paul Walter Hauser, Kali Reis und Zach Cherry zur Besetzung. Das Drehbuch schrieb Cregger gemeinsam mit Shay Hatten.
Die Verbindung zu Resident Evil 2 bleibt trotzdem deutlich
Zeitlich spielt der neue Film während der Ereignisse rund um Resident Evil 2.
Raccoon City befindet sich entsprechend mitten in der bekannten Katastrophe. Spieler dürften Orte, Kreaturen und verschiedene Elemente wiedererkennen, ohne dass der Film lediglich die Geschichte von Leon und Claire erneut erzählt.
Dieser Ansatz unterscheidet die Produktion deutlich von Resident Evil: Welcome to Raccoon City aus dem Jahr 2021.
Dort wurden mehrere bekannte Handlungsstränge der Spiele direkt adaptiert und miteinander verbunden.
Cregger möchte dagegen innerhalb derselben Welt eine neue Perspektive zeigen.
Der Regisseur wusste dass Fans kritisch reagieren würden
Cregger hat bereits mehrfach deutlich gemacht, dass ihm bewusst ist, wie kritisch Resident-Evil-Fans neue Verfilmungen beobachten.
Die Reihe hat eine lange und komplizierte Filmgeschichte hinter sich.
Die Filme mit Milla Jovovich entfernten sich im Verlauf immer stärker von den Spielen, während Welcome to Raccoon City deutlich näher an den Vorlagen sein wollte, bei Kritikern und Publikum aber ebenfalls nur gemischte Reaktionen hervorrief.
Cregger verfolgt nun einen dritten Ansatz.
Er möchte Atmosphäre und Welt der Spiele ernst nehmen, ohne sich vollständig an bekannte Charaktere und Handlungen zu binden. Gleichzeitig soll sein eigener Stil erkennbar bleiben.
Die Änderungen nach den Testscreenings zeigen allerdings auch, dass dieser Stil nicht unangetastet bleibt, wenn bestimmte Elemente im Gesamtfilm nicht funktionieren.
Schon die Testreaktionen klingen diesmal zumindest positiv
Der interessante Teil der Geschichte ist deshalb nicht unbedingt, dass Witze entfernt wurden.
Entscheidender ist, dass die Testzuschauer den Film offenbar grundsätzlich mochten.
Cregger beschreibt das Feedback nicht als Rettungsaktion nach katastrophalen Vorführungen. Vielmehr ging es darum, eine bereits funktionierende Fassung tonal besser auszubalancieren.
Nach der Überarbeitung verbesserten sich die Reaktionen nach seinen Angaben weiter.
Ob sich dieser Eindruck auf das normale Kinopublikum übertragen lässt, erfahren wir schon sehr bald.
Resident Evil startet diese Woche im Kino
Der neue Resident-Evil-Film startet am 18. September 2026 in den Kinos.
Damit liegt zwischen den Aussagen über die Testscreenings und der Veröffentlichung nur noch wenig Zeit.
Größere Änderungen am Film sind inzwischen entsprechend nicht mehr zu erwarten. Die aktuelle Kinofassung soll bereits die Version sein, bei der Cregger einen großen Teil des ursprünglichen Humors entfernt hat.
Für Fans könnte genau das beruhigend sein.
Resident Evil darf durchaus seltsam, überdreht und gelegentlich lustig sein. Wenn bei Testvorführungen allerdings der Eindruck entsteht, dass ein Horrorfilm häufiger zum Lachen als zum Fürchten einlädt, war eine Kurskorrektur möglicherweise genau die richtige Entscheidung.
Ob Cregger nun tatsächlich die richtige Balance gefunden hat, zeigt sich ab dem 18. September.
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Klingt logisch, dass weniger Witze den Film ernster macht. Gut, dass Cregger auf das Testpublikum gehört hat. Bin gespannt, wie der Film im Kino wirkt.