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GTA 6 Leaks werden so extrem dass Rockstar sogar seine Fenster schützen musste

Der enorme Hype um GTA 6 hat für Rockstar Games offenbar längst eine problematische Seite erreicht. Im laufenden Arbeitsgerichtsverfahren rund um die Entlassung zahlreicher Mitarbeiter hat das Unternehmen ungewöhnliche Details zu seinen Sicherheitsproblemen offengelegt. Demnach versuchten Personen unter anderem mit Drohnen, Einblicke in die Entwicklung zu bekommen. Zusätzlich soll Rockstar noch in den vergangenen Wochen mit Erpressungsversuchen durch Hacker konfrontiert worden sein.

Die Aussagen fielen im Rahmen des derzeit in Glasgow laufenden Employment Tribunals. Eigentlich geht es dort um die Frage, ob frühere Rockstar-Mitarbeiter wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen oder aufgrund ihrer gewerkschaftlichen Aktivitäten entlassen wurden. Nebenbei liefert das Verfahren inzwischen jedoch einen ungewöhnlich offenen Blick darauf, wie weit manche Versuche gehen, vorzeitig an Informationen über GTA 6 zu gelangen.

Drohnen sollen an Rockstar Gebäuden vorbeigeflogen sein

Besonders kurios ist der Umgang mit den Büroräumen selbst.

Nach Rockstars Darstellung sollen Personen Drohnen eingesetzt haben, um an den Gebäuden des Unternehmens vorbeizufliegen und durch Fenster Bilder oder Videos von Entwicklungsinhalten aufzunehmen.

Dabei ging es offenbar darum, laufende Builds oder andere bislang nicht veröffentlichte Inhalte von GTA 6 festzuhalten.

Rockstar reagierte darauf mit einer vergleichsweise einfachen, aber wirkungsvollen Maßnahme: An bestimmten Fenstern wurden Sichtschutzfolien angebracht, damit sich von außen nicht mehr ohne Weiteres erkennen lässt, woran die Entwickler gerade arbeiten.

Für ein Videospiel klingt das zunächst beinahe absurd. Bei GTA 6 ist die Situation allerdings außergewöhnlich.

Kaum ein anderes Projekt der Branche steht seit Jahren unter einer derart intensiven Beobachtung. Schon kleinste vermeintliche Hinweise werden von Spielern analysiert, während größere Leaks regelmäßig innerhalb kürzester Zeit weltweit verbreitet werden.

Hacker sollen Rockstar sogar erpresst haben

Noch ernster sind die Aussagen zu Cyberangriffen.

Rockstar erklärte im Verfahren, dass Hackergruppen das Unternehmen regelmäßig angreifen würden. Noch in den vergangenen Wochen habe es Versuche gegeben, Rockstar mit gestohlenen beziehungsweise geleakten Informationen zu erpressen.

Welche Forderungen dabei gestellt wurden und welche Informationen die Angreifer tatsächlich besaßen, wurde öffentlich nicht im Detail ausgeführt.

Unklar ist außerdem, ob die entsprechenden Erpressungsversuche mit den zuletzt veröffentlichten GTA-6-Leaks zusammenhängen.

GamesRadar verweist in diesem Zusammenhang auf die Gruppe Cyerleeks, die zuvor mehr als ein Dutzend Clips aus GTA 6 veröffentlicht haben soll. Es gibt bislang allerdings keinen Beleg dafür, dass dieselben Personen auch hinter den von Rockstar erwähnten Erpressungsversuchen stehen.

GTA 6 hatte schon mehrfach massive Leak Probleme

Dass Rockstar beim Thema Sicherheit empfindlich reagiert, kommt nicht überraschend.

Die Entwicklung von GTA 6 wurde bereits Jahre vor der geplanten Veröffentlichung von einem der größten Leaks der Spielegeschichte getroffen. Im September 2022 gelangten zahlreiche Videos einer frühen Entwicklungsfassung ins Internet.

Später folgten weitere Vorfälle, darunter die vorzeitige Veröffentlichung des ersten GTA-6-Trailers.

Auch in den vergangenen Monaten tauchten immer wieder Ausschnitte, Bilder und angebliche Entwicklungsinformationen auf.

Für Rockstar bedeutet das einen enormen Aufwand. Neben klassischen IT-Sicherheitsmaßnahmen muss das Unternehmen offenbar inzwischen sogar darauf achten, was durch Bürofenster zu erkennen ist.

Die Aussagen fallen mitten im Rockstar Prozess

Bekannt wurden die neuen Details nicht im Rahmen einer Marketingkampagne, sondern im laufenden Rechtsstreit mit ehemaligen Mitarbeitern.

Rockstar entließ im Oktober 2025 insgesamt 34 Beschäftigte. 31 davon arbeiteten in Großbritannien, weitere drei in Kanada. 23 der ehemaligen britischen Mitarbeiter treten im aktuellen Verfahren als Kläger auf beziehungsweise werden von der Gewerkschaft IWGB unterstützt.

Rockstar argumentiert, die Kündigungen seien wegen schwerwiegender Verstöße gegen Vertraulichkeitsregeln erfolgt.

Nach Darstellung des Unternehmens wurden in einem Discord-Server vertrauliche Informationen diskutiert. In dem Server befanden sich demnach nicht nur aktuelle Mitarbeiter, sondern unter anderem auch ehemalige Beschäftigte und ein Journalist.

Die Gegenseite weist diese Darstellung zurück beziehungsweise wirft Rockstar vor, die Mitarbeiter wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten ins Visier genommen zu haben. Genau darüber soll das Gericht entscheiden.

Der Schutz von GTA 6 spielt dabei eine zentrale Rolle

Rockstars Sicherheitsprobleme sind für den Prozess relevant, weil das Unternehmen damit begründen möchte, warum Verstöße gegen interne Geheimhaltung besonders schwer wiegen.

Wenn Außenstehende tatsächlich versuchen, mit Drohnen durch Bürofenster zu filmen oder das Unternehmen mit entwendeten Informationen zu erpressen, lässt sich zumindest nachvollziehen, warum Rockstar äußerst empfindlich auf mögliche interne Leaks reagiert.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die Kündigungen rechtmäßig waren.

Ob die betroffenen Mitarbeiter tatsächlich vertrauliche Informationen in einem Umfang weitergegeben haben, der die Entlassungen rechtfertigte, und ob gewerkschaftliche Aktivitäten eine Rolle spielten, ist genau Gegenstand des laufenden Verfahrens.

Die Anhörung soll noch bis Mitte Oktober weiterlaufen.

GTA 6 wird für Rockstar zum Sicherheitsproblem

Unabhängig vom arbeitsrechtlichen Streit zeigen die Aussagen, welche Dimension der GTA-6-Hype inzwischen erreicht hat.

Fans suchen nach kleinsten Details in Trailern, Leaker versuchen an interne Builds zu gelangen, Hacker attackieren offenbar Systeme und manche Personen sollen sogar Drohnen eingesetzt haben, um einen Blick auf die Entwicklung zu erhaschen.

Dass ein Entwickler Sichtschutzfolie an seinen Fenstern benötigt, um ein Videospiel geheim zu halten, dürfte selbst für Rockstar keine alltägliche Situation sein.

GTA 6 erscheint derzeit am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Bis dahin dürfte der Schutz vor weiteren Leaks für Rockstar eine der schwierigsten Aufgaben bleiben.

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