Die Situation rund um GTA 6 spitzt sich wenige Wochen vor dem geplanten Release weiter zu. Der unter dem Namen CyberLeek bekannte Account droht jetzt damit, eine angeblich vollständig spielbare Version des kommenden Rockstar-Blockbusters zu veröffentlichen. Das Material soll nach eigenen Angaben sogar die komplette Story einschließlich des Endes enthalten. Die Veröffentlichung knüpft CyberLeek allerdings an eine ungewöhnliche finanzielle Bedingung: Eine eigene Kryptowährung soll eine Marktkapitalisierung von 30 Millionen US-Dollar erreichen.
Gleichzeitig stellt der Verantwortliche Forderungen an Rockstar-Mutterkonzern Take-Two Interactive. Sollte das Unternehmen GTA 6 auf Disc veröffentlichen und sich öffentlich entschuldigen, will CyberLeek angeblich auf die Veröffentlichung verzichten. Ob die Drohung tatsächlich umgesetzt werden könnte, ist derzeit nicht überprüfbar.
CyberLeek behauptet, die komplette GTA 6 Story zu besitzen
Die neue Ankündigung tauchte am 10. Oktober auf einer Website auf, die dem CyberLeek-Account zugeschrieben wird.
Darin behauptet der Verantwortliche, Zugang zu einer spielbaren Entwicklungsfassung von GTA 6 zu besitzen, mit der sich die Handlung bis zum Abspann durchspielen lasse.
Damit geht die neue Behauptung deutlich über die bisherigen Gameplay-Veröffentlichungen hinaus.
Seit August waren unter dem Namen CyberLeek zahlreiche Ausschnitte aus dem kommenden Open-World-Spiel aufgetaucht. Die Videos zeigten unter anderem Fahrzeuge, Aktivitäten, Teile von Vice City und verschiedene Szenen mit den Hauptfiguren Jason und Lucia.
Obwohl dieses Material auf den Zugriff auf eine spielbare Entwicklungsfassung hindeutet, lässt sich daraus nicht ableiten, dass tatsächlich die gesamte Kampagne vorhanden ist.
CyberLeek behauptet nun ausdrücklich, auf Wunsch weitere konkrete Szenen zeigen zu können, um die eigenen Aussagen zu belegen.
Ein unabhängiger Nachweis für eine vollständige Version von GTA 6 liegt bisher allerdings nicht vor.
30 Millionen Dollar sollen über die Veröffentlichung entscheiden
Besonders ungewöhnlich ist die finanzielle Bedingung, die CyberLeek an die neue Drohung knüpft.
Demnach soll die angebliche Entwicklungsfassung veröffentlicht werden, sobald die mit dem Account verbundene Kryptowährung eine Marktkapitalisierung von 30 Millionen US-Dollar erreicht.
Dabei handelt es sich nicht um einen Betrag, den CyberLeek direkt als Zahlung verlangt.
Die Marktkapitalisierung beschreibt vereinfacht den rechnerischen Gesamtwert der im Umlauf befindlichen Token auf Grundlage ihres jeweiligen Marktpreises.
Gerade bei kleineren Kryptowährungen kann dieser Wert allerdings stark schwanken. Eine Marktkapitalisierung von 30 Millionen Dollar bedeutet deshalb nicht, dass tatsächlich 30 Millionen Dollar eingezahlt wurden oder sich dieser Betrag vollständig auszahlen ließe.
Für den Verantwortlichen könnte die Aktion dennoch finanziell interessant sein.
Wenn eine größere Anzahl von Menschen die Kryptowährung kauft, kann dadurch ihr Marktpreis steigen. Davon könnten insbesondere Personen profitieren, die bereits größere Mengen der Token besitzen oder am Handel verdienen.
Ob dies der eigentliche Zweck der neuen Drohung ist, lässt sich nicht abschließend feststellen.
Die Verbindung zwischen den angeblichen GTA-6-Inhalten und dem Wert einer Kryptowährung wirft allerdings erhebliche Fragen auf.
Take-Two soll GTA 6 auf Disc veröffentlichen und sich entschuldigen
Neben der finanziellen Forderung nennt CyberLeek eine zweite Möglichkeit, die angekündigte Veröffentlichung angeblich zu verhindern.
Take-Two Interactive soll eine physische Version von GTA 6 anbieten und sich öffentlich entschuldigen.
Der Verantwortliche stellt die Forderung als Protest gegen eine zunehmend digitale Spieleindustrie dar.
Bereits bei früheren Veröffentlichungen hatte CyberLeek unter anderem Kritik an digitalen Vertriebsmodellen, Vorbestellungen und anderen geschäftlichen Praktiken formuliert.
Die aktuelle Bedingung geht jedoch deutlich weiter.
Statt lediglich Kritik zu äußern, wird nun die mögliche Veröffentlichung vertraulicher Spielinhalte als Druckmittel eingesetzt.
Wichtig ist dabei, dass eine vollständige digitale Veröffentlichung von GTA 6 bisher nicht mit einer generellen Aufgabe physischer Spiele durch Rockstar gleichgesetzt werden kann.
Auch aus CyberLeeks Aussage ergibt sich keine offizielle Bestätigung, dass Take-Two endgültig auf eine Disc-Version verzichten möchte.
Die Forderung beschreibt zunächst ausschließlich die Position des Verantwortlichen hinter den Leaks.
Ob Rockstar oder Take-Two darauf reagieren werden, ist offen.
Erst vor wenigen Tagen erschienen 25 Minuten neues GTA 6 Gameplay
Die aktuelle Entwicklung folgt unmittelbar auf die Rückkehr des CyberLeek-Accounts.
Am 8. Oktober wurden nach mehr als einem Monat Pause rund 25 Minuten weiteres mutmaßliches Gameplay veröffentlicht.
Zu sehen waren unter anderem Rennveranstaltungen, Zwischensequenzen, zusätzliche Aktivitäten und erste Hinweise auf eine spielbare Ego-Perspektive.
Über die damalige Veröffentlichung hatten wir bereits in unserem Artikel GTA 6 Leak zeigt 25 Minuten neues Gameplay und eine überraschende Perspektive berichtet.
Das neue Material machte erneut deutlich, dass CyberLeek offenbar Zugriff auf Inhalte besitzt, die Rockstar Games selbst noch nicht öffentlich gezeigt hat.
Trotzdem bleibt eine wichtige Unterscheidung bestehen.
Der Zugriff auf einzelne Missionen, Zwischensequenzen oder eine spielbare Entwicklungsfassung beweist nicht, dass das vollständige Spiel inklusive sämtlicher Story-Missionen und des Endes vorliegt.
Entwicklungsfassungen können außerdem unvollständige Inhalte, deaktivierte Funktionen oder technische Werkzeuge enthalten, die in der späteren Verkaufsversion nicht vorhanden sind.
Selbst wenn CyberLeek tatsächlich weitere Spielinhalte besitzt, muss es sich daher nicht um eine vollständige oder aktuelle Fassung handeln.
Die Kryptowährung sorgte bereits im August für Kontroversen
Neu ist die Verbindung zwischen CyberLeek und einer eigenen Kryptowährung nicht.
Schon während der ersten Leak-Welle im August wurden die veröffentlichten GTA-6-Videos mit einem Meme-Coin beworben.
Damals entstanden schnell Vorwürfe, dass die Aufmerksamkeit rund um das Spiel genutzt werden könnte, um den Wert der Kryptowährung künstlich zu steigern.
Später meldete CyberLeek, einen großen Teil der eigenen Token dauerhaft aus dem Umlauf genommen zu haben.
Der rechnerische Marktwert dieser Token lag nach damaligen Berichten bei mehr als einer Million US-Dollar.
Auch darüber hatten wir bereits berichtet: GTA 6 CyberLeek veröffentlicht achten Leak und verbrennt Krypto im Wert von über einer Million Dollar.
Allerdings gab es weiterhin Zweifel an den tatsächlichen Absichten hinter der Aktion.
Nach späteren Berichten soll der Verantwortliche bereits zuvor größere Beträge aus der Kryptowährung abgezogen haben.
Eine vollständige unabhängige Aufklärung dieser Transaktionen liegt nicht vor.
Die neue Forderung nach einer Marktkapitalisierung von 30 Millionen Dollar dürfte die Diskussion über mögliche finanzielle Interessen deshalb erneut verstärken.
Rockstar und Take-Two gehen bereits rechtlich gegen die Leaks vor
Für Rockstar Games ist die Situation nicht nur wegen möglicher Story-Spoiler problematisch.
Take-Two Interactive hatte bereits im August rechtliche Schritte eingeleitet, um die Verantwortlichen hinter den Veröffentlichungen zu identifizieren.
Dabei wurden unter anderem Auskünfte von Discord und Microsoft angestrebt.
Berichten zufolge wollte das Unternehmen Informationen erhalten, die Hinweise auf die Herkunft des geleakten Materials und die beteiligten Accounts liefern könnten.
Über den Druck auf das Entwicklerstudio hatten wir schon während der ersten Leak-Welle in unserer Meldung GTA 6 Leaks sorgen offenbar für Frust bei Rockstar berichtet.
Wie weit die Ermittlungen inzwischen fortgeschritten sind, ist nicht öffentlich bekannt.
Sollte tatsächlich eine vollständige Entwicklungsfassung im Internet verbreitet werden, könnte dies weitere erhebliche rechtliche Folgen nach sich ziehen.
Die Veröffentlichung urheberrechtlich geschützter, unveröffentlichter Spieldateien ohne entsprechende Erlaubnis wäre jedenfalls nicht mit gewöhnlicher Berichterstattung über ein Videospiel vergleichbar.
Auch aus diesem Grund ist fraglich, ob Take-Two auf die gestellten Forderungen überhaupt eingehen würde.
Eine vollständige Veröffentlichung könnte massive Story Spoiler auslösen
Für Spieler hätte eine tatsächlich vollständige Veröffentlichung vor allem Auswirkungen auf die Geheimhaltung der Geschichte.
Rockstar Games hat bislang nur ausgewählte Informationen über Jason, Lucia und ihre gemeinsame Handlung bekannt gegeben.
Ein Großteil der Missionen und besonders das Ende der Geschichte sind weiterhin unbekannt.
Sollte eine vollständige Entwicklungsfassung auftauchen, könnten diese Informationen innerhalb kurzer Zeit in sozialen Netzwerken verbreitet werden.
Dabei wäre nicht einmal notwendig, dass zahlreiche Spieler die Dateien selbst verwenden.
Bereits einzelne Aufzeichnungen, Screenshots oder Zusammenfassungen könnten ausreichen, um wichtige Wendungen und das Ende der Geschichte vorzeitig bekannt zu machen.
Für Spieler, die GTA 6 möglichst unvoreingenommen erleben möchten, wäre deshalb besondere Vorsicht bei entsprechenden Beiträgen angebracht.
Hinzu kommen mögliche Sicherheitsrisiken durch angebliche Downloads.
Unveröffentlichte Entwicklungsfassungen aus unbekannten Quellen können manipuliert oder als Vorwand zur Verbreitung schädlicher Software genutzt werden.
Eine authentische und sichere Downloadmöglichkeit wurde nicht bestätigt.
GTA 6 erscheint weiterhin am 19. November
Grand Theft Auto 6 soll am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheinen.
Damit liegen zwischen CyberLeeks neuer Drohung und dem geplanten Verkaufsstart nur noch wenige Wochen.
Rockstar Games und Take-Two haben die aktuelle Forderung bislang nicht öffentlich kommentiert.
Auch ein konkreter Zeitpunkt für eine mögliche Veröffentlichung der angeblichen Entwicklungsfassung wurde nicht genannt. Entscheidend soll nach Darstellung von CyberLeek ausschließlich die Entwicklung der eigenen Kryptowährung beziehungsweise eine Reaktion von Take-Two sein.
Ob die Drohung tatsächlich ernst zu nehmen ist oder vor allem neue Aufmerksamkeit erzeugen soll, bleibt offen.
Fest steht lediglich, dass CyberLeek seine bisherigen Veröffentlichungen nun mit einer deutlich weitreichenderen Behauptung verbindet.
Ob der Account tatsächlich Zugriff auf die gesamte Kampagne von GTA 6 besitzt, ist dagegen weiterhin unbewiesen.
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