Die Spielerzahlen von ARC Raiders sind nach dem erfolgreichen Start deutlich zurückgegangen. Für Entwickler Embark Studios kommt diese Entwicklung allerdings nicht überraschend. Executive Producer Aleksander Grøndal erklärt, das Team habe mit weniger aktiven Spielern gerechnet, als es sich bewusst für größere Updates in längeren Abständen entschied.
Diskussionen über Spielerzahlen belasten das Team
Wie viele aktuelle Multiplayer-Titel wird auch ARC Raiders regelmäßig anhand seiner gleichzeitig aktiven Steam-Spieler bewertet. Der Vergleich mit den hohen Zahlen zum Start lässt den Eindruck entstehen, dass das Interesse am Extraction-Shooter stark nachgelassen habe.
Laut Grøndal verfolgt Embark die Entwicklung aufmerksam. Spielerzahlen, technische Probleme und mögliche Verbesserungen würden intern laufend ausgewertet. Angenehm seien die öffentlichen Diskussionen über sinkende Werte trotzdem nicht.
Gegenüber GamesRadar erklärte der Executive Producer, dass Embark die Folgen des veränderten Update-Modells akzeptiert habe. Dem Studio sei bewusst gewesen, dass über einen gewissen Zeitraum weniger Spieler aktiv sein würden. Die Hoffnung bestehe darin, diese Nutzer mit umfangreicheren Inhalten wie Frozen Trail wieder zurückzugewinnen.
Das Studio will deshalb nicht sofort von seinem eingeschlagenen Weg abweichen. Wer eine grundlegende Entscheidung treffe, müsse ihr zunächst genügend Zeit geben, so Grøndal sinngemäß.
Größere Updates sollen etwa alle sechs Monate erscheinen
Embark plant, ungefähr alle sechs Monate ein größeres Inhaltspaket im Umfang von Frozen Trail zu veröffentlichen. Dazwischen dürften weiterhin kleinere Anpassungen, Fehlerbehebungen und notwendige Arbeiten am laufenden Spiel stattfinden. Die wirklich umfangreichen Erweiterungen sollen jedoch mehr Entwicklungszeit erhalten.
Damit reagiert das Studio auch auf die Belastung, die nach dem erfolgreichen Start entstanden war. Der Versuch, ständig neue Inhalte bereitzustellen und gleichzeitig den laufenden Betrieb zu sichern, habe sich als schwer durchzuhalten erwiesen. Ein Teil der verfügbaren Kapazitäten sei allein durch Probleme gebunden worden, die bei einem dauerhaft online betriebenen Spiel regelmäßig auftreten.
Nach Angaben von Grøndal hatte das Team dadurch zwar permanent viel zu tun, konnte aber nicht in dem gewünschten Umfang an bedeutenden Neuerungen arbeiten. Die Entwickler hätten sich deshalb für eine Arbeitsweise ausgesprochen, bei der größere Änderungen über einen längeren Zeitraum entwickelt, getestet und anschließend erneut bewertet werden.
Das soll nicht nur die Qualität kommender Updates verbessern. Auch die Gesundheit und Motivation des Teams hätten sich nach der Umstellung positiv entwickelt.
Steam zeigt nur einen Teil der Community
Bei der Einordnung der Zahlen bleibt wichtig, dass öffentlich zugängliche Steam-Statistiken ausschließlich die PC-Version über Valves Plattform erfassen. Spieler auf PlayStation 5 und Xbox Series X/S werden darin nicht berücksichtigt.
Ein Rückgang gleichzeitig aktiver Nutzer bedeutet zudem nicht automatisch, dass ein Multiplayer-Spiel unmittelbar vor dem Aus steht. Nach großen Veröffentlichungen oder umfangreichen Updates entstehen häufig starke Spitzen, die sich anschließend wieder normalisieren. Entscheidend ist langfristig, ob genügend Spieler für funktionierendes Matchmaking vorhanden sind und ob größere Updates ehemalige Nutzer tatsächlich zurückbringen.
Embark befindet sich dabei in einer schwierigen Position. ARC Raiders konkurriert mit Live-Service-Spielen, hinter denen teilweise erheblich größere Studios und Budgets stehen. Grøndal räumt ein, dass Embark bei der reinen Menge neuer Inhalte nicht mit jedem Branchenriesen mithalten könne.
Stattdessen möchte das Studio auf die eigenen Stärken setzen. Nach dieser Strategie sollen umfangreichere, klar erkennbare Entwicklungsschritte mehr bewirken als ein dauerhaft laufender Strom kleiner Inhalte.
Frozen Trail wird zum wichtigen Test
Das kommende Update Frozen Trail erhält dadurch eine zusätzliche Bedeutung. Die Erweiterung bringt unter anderem die neue Karte Pendola Pass, weitere ARC-Gegner, zusätzliche Fortschrittssysteme und neue Ausrüstung. Embark bezeichnet den Umfang selbst als einen Schritt, der sich beinahe wie eine erneute Veröffentlichung des Spiels anfühle.
Ob diese Strategie aufgeht, dürfte sich daran zeigen, wie viele frühere Spieler für das Update zurückkehren und anschließend aktiv bleiben. Ein kurzfristiger Anstieg wäre nach einer großen Erweiterung wenig überraschend. Wichtiger wird sein, ob die neuen Inhalte genügend langfristige Beschäftigung bieten.
Embark nimmt damit bewusst in Kauf, dass ARC Raiders zwischen den großen Aktualisierungen weniger Aufmerksamkeit erhält. Für das Studio scheint ein tragfähiger Entwicklungsrhythmus wichtiger zu sein als der Versuch, die hohen Startzahlen um jeden Preis zu halten.
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