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PS5 Emulator schafft überraschenden Durchbruch mit Silent Hill 2

Die Emulation der PlayStation 5 macht einen weiteren technischen Schritt nach vorn. Der experimentelle Emulator KytyPlus konnte erstmals Bildinhalte des Silent Hill 2 Remakes auf einer integrierten AMD-Grafikeinheit darstellen. Von einer spielbaren PS5-Emulation ist das Projekt allerdings noch weit entfernt. Die Entwickler bezeichnen das Ergebnis ausdrücklich als technischen Meilenstein und nicht als Nachweis einer funktionierenden Spielversion.

Silent Hill 2 wird erstmals sichtbar dargestellt

Getestet wurde die PS5-Version des Silent Hill 2 Remakes auf einem System mit AMD Ryzen AI 5 340 und einer integrierten Radeon 840M. Der Grafikeinheit standen dabei lediglich 512 MB fest zugewiesener Speicher sowie zusätzlicher gemeinsam genutzter Arbeitsspeicher zur Verfügung.

KytyPlus konnte verschiedene Bestandteile des Startvorgangs darstellen. Dazu gehören das Logo der Unreal Engine, die Einblendungen von Bloober Team und Konami sowie der Warnbildschirm des Spiels. Das Ergebnis wurde in einem Fenster mit 1.166 × 656 Pixeln auf einem Display mit 1.280 × 800 Pixeln dokumentiert.

Das klingt zunächst unspektakulär, ist für die noch junge PS5-Emulation aber ein bemerkenswerter Fortschritt. Frühere Versuche scheiterten bei Silent Hill 2 bereits während des Starts oder an den ersten Grafikoperationen. Nun werden Geometrie, Texte und Teile der Bildausgabe erstmals korrekt verarbeitet.

Die kleine Grafikeinheit macht den Versuch interessant

Besonders auffällig ist nicht nur das verwendete Spiel, sondern auch die Hardware. Silent Hill 2 basiert auf der Unreal Engine 5 und gehört technisch zu den anspruchsvolleren Titeln dieser Konsolengeneration. Dass erste Bildinhalte ausgerechnet auf einer integrierten Radeon-GPU dargestellt werden konnten, ist deshalb ein interessanter Beleg für die Fortschritte des Projekts.

Die Entwickler von KytyPlus konzentrieren sich ausdrücklich auf Systeme ohne leistungsstarke dedizierte Grafikkarte. Dabei werden Teile der PS5-Hardware und ihrer Systemfunktionen über sogenannte High-Level-Emulation nachgebildet. Statt die komplette Konsole in allen Einzelheiten zu simulieren, versucht der Emulator, bestimmte Funktionen und Befehle direkt auf dem PC umzusetzen.

KytyPlus benötigt nach Angaben des Projekts keine PlayStation-Firmware und bringt weder Sony-Code noch Schlüssel zur Entschlüsselung geschützter Inhalte mit. Verwendete Spieldateien müssen bereits entschlüsselt vorliegen und vom Nutzer selbst bereitgestellt werden. Der Emulator befindet sich weiterhin in einer frühen experimentellen Entwicklungsphase.

Silent Hill 2 ist noch nicht spielbar

Der aktuelle Fortschritt sollte nicht mit einer regulär laufenden Version des Spiels verwechselt werden. Silent Hill 2 erreicht derzeit weder das Hauptmenü noch eine spielbare Szene. Auch Angaben zur Bildrate oder zur Stabilität wären in diesem Entwicklungsstadium nicht sinnvoll.

Das Projekt spricht deshalb bewusst von einem Nachweis der grundsätzlich funktionierenden Bildverarbeitung. Einige wichtige Komponenten der Grafikpipeline arbeiten inzwischen weit genug zusammen, um die ersten sichtbaren Ergebnisse zu erzeugen. Der nächste Schritt besteht darin, den Startvorgang weiterzuführen und zusätzliche Funktionen der PS5-Systemsoftware nachzubilden.

Gerade bei modernen Konsolen reicht es nicht aus, lediglich den Prozessorcode eines Spiels auszuführen. Grafikbefehle, Speicherverwaltung, Audio, Eingabegeräte, Dateisysteme und zahlreiche Betriebssystemfunktionen müssen ebenfalls korrekt umgesetzt werden. Schon kleine Abweichungen können dazu führen, dass ein Spiel einfriert oder unmittelbar abstürzt.

Hinzu kommen unterschiedliche Anforderungen der verwendeten Engines. Ein Fortschritt bei einem Unreal-Engine-5-Spiel bedeutet daher nicht automatisch, dass andere PS5-Titel im gleichen Umfang funktionieren.

KytyPlus bleibt ein Forschungsprojekt

KytyPlus basiert auf dem älteren KytyPS5-Projekt und wird als eigenständige Weiterentwicklung gepflegt. Neben Windows unterstützt der Emulator grundsätzlich auch Linux und macOS, wobei sich der Funktionsumfang je nach Betriebssystem und Hardware unterscheiden kann.

Die aktuelle Entwicklung konzentriert sich unter anderem auf die Vulkan-Schnittstelle, die Verarbeitung von Grafikbefehlen und die Kompatibilität mit integrierten GPUs. Zusätzlich wurden Fehler beim Speichermanagement und bei der Bildausgabe behoben. Einer dieser Fehler konnte dazu führen, dass der Emulator genau beim ersten vollständig zusammengesetzten Bild abstürzte.

Für einen regulären Einsatz ist die Software dennoch nicht gedacht. Selbst die Entwickler warnen davor, frühe Startfortschritte mit vollständiger Kompatibilität gleichzusetzen. Wer Silent Hill 2 auf dem PC spielen möchte, ist ohnehin nicht auf eine Emulation angewiesen, da Bloober Teams Remake auch offiziell für Windows veröffentlicht wurde.

Der praktische Nutzen des aktuellen Versuchs ist daher gering. Seine Bedeutung liegt vor allem darin, dass komplexe PS5-Software inzwischen erste sichtbare Ergebnisse auf gewöhnlicher PC-Hardware erzeugen kann.

Der Weg zu zuverlässiger PS5 Emulation bleibt lang

Wie viel Entwicklungszeit bis zu einer brauchbaren PS5-Emulation vergehen wird, lässt sich momentan nicht abschätzen. Frühere Konsolengenerationen zeigen, dass zwischen ersten Startversuchen und zuverlässig spielbaren Titeln viele Jahre liegen können.

Auch der PlayStation-3-Emulator RPCS3 wurde über einen langen Zeitraum verbessert. Erst kürzlich erhielt er durch einen Workaround für Nvidia-Grafikkarten einen Leistungsschub von bis zu 25 Prozent. Selbst bei einer deutlich älteren Konsole werden Leistung, Genauigkeit und Kompatibilität also weiterhin optimiert.

Bei der PlayStation 5 steht die Entwicklung noch wesentlich weiter am Anfang. Dass Silent Hill 2 erstmals sichtbare Bildinhalte ausgibt, ist deshalb kein Durchbruch für Spieler, wohl aber ein wichtiger Schritt für die beteiligten Entwickler.

Ob KytyPlus langfristig zu einem stabilen Emulator wird oder vor allem Grundlagen für andere Projekte liefert, bleibt abzuwarten. Die aktuellen Ergebnisse zeigen zumindest, dass die technische Erforschung der PS5 schneller voranschreitet, als noch vor einigen Monaten zu erwarten war.

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