Microsoft und AMD haben eine interessante technische Neuerung für Xbox Series X und Xbox Series S angekündigt. Mit FSR Upscaling 4.1.2 steht Spieleentwicklern ab sofort eine auf künstlicher Intelligenz basierende Grafiktechnologie für beide Konsolen zur Verfügung. Das Besondere: Die Technik wurde speziell für die bereits mehrere Jahre alte Xbox-Hardware optimiert. Dadurch könnten zukünftige Spiele und entsprechend aktualisierte Titel eine bessere Bildqualität bieten, ohne dass Spieler eine neue Konsole benötigen.
AMD FSR 4.1.2 kommt auf Xbox Series X und S
AMD hat am 4. November offiziell bestätigt, dass FSR Upscaling 4.1.2 für Xbox Series X und Xbox Series S bereitsteht.
Die Funktion ist Bestandteil des Microsoft Game Development Kit vom Oktober 2026 und kann damit von Spieleentwicklern in ihre Projekte integriert werden.
Die wichtigste Neuerung ist der Einsatz von maschinellem Lernen.
Bisher verwendeten viele Xbox-Spiele ältere FSR-Verfahren, um die intern berechnete Bildauflösung auf die gewünschte Ausgabeauflösung hochzuskalieren.
Die neue Version soll sichtbare Details besser rekonstruieren und dadurch ein schärferes, stabileres Bild ermöglichen.
Besonders interessant ist, dass beide Xbox-Konsolen auf AMDs älterer RDNA-2-Architektur basieren.
Die ursprüngliche FSR-4-Technologie war zunächst vor allem auf neuere AMD-Grafikhardware ausgerichtet.
Für Xbox Series X und S haben Microsoft und AMD die Berechnungen deshalb entsprechend angepasst.
Zwei unterschiedliche Modelle sollen für mehr Flexibilität sorgen
Damit die neue Technik auf beiden Konsolen sinnvoll eingesetzt werden kann, stehen Entwicklern zwei Varianten zur Verfügung.
Das sogenannte Full-INT8-Modell ist auf eine möglichst hohe Bildqualität ausgelegt.
Daneben gibt es eine Lite-INT8-Version, die deutlich weniger Rechenaufwand benötigt.
Laut AMD ist das Lite-Modell weniger als halb so groß wie die vollständige Variante.
Das bedeutet, dass Entwickler je nach Spiel entscheiden können, ob sie lieber eine bessere Bildrekonstruktion oder eine geringere Belastung der Grafikhardware priorisieren.
Gerade für die Xbox Series S könnte diese Flexibilität interessant sein.
Die kleinere Microsoft-Konsole besitzt deutlich weniger Grafikleistung als die Xbox Series X.
Eine effizientere Upscaling-Technologie könnte Entwicklern helfen, trotz begrenzter Hardware eine ansprechendere Bildausgabe zu erzielen.
Ob ein konkretes Spiel davon profitiert, hängt allerdings von dessen technischer Umsetzung ab.
Bekommen jetzt automatisch alle Xbox Spiele bessere Grafik?
Hier gibt es eine wichtige Einschränkung.
FSR 4.1.2 wird nicht automatisch für sämtliche Xbox-Spiele aktiviert.
Die neue Technologie steht zunächst Entwicklern zur Verfügung.
Studios müssen sie in ihre Spiele einbauen oder entsprechende Aktualisierungen bereitstellen.
Die Veröffentlichung ist also kein gewöhnliches Konsolenupdate, nach dessen Installation plötzlich alle Spiele besser aussehen.
Auch eine garantierte höhere Bildrate verspricht AMD nicht.
Upscaling kann zwar dabei helfen, die interne Renderauflösung zu reduzieren und Grafikleistung einzusparen. Wie groß der tatsächliche Vorteil ausfällt, hängt jedoch vom jeweiligen Spiel und den gewählten Einstellungen ab.
Ebenso wenig gibt es bislang eine vollständige Liste von Xbox-Spielen, die bereits FSR 4.1.2 unterstützen.
Auch Xbox-Handhelds sollen profitieren
Die Zusammenarbeit zwischen AMD und Microsoft beschränkt sich nicht auf die stationären Konsolen.
FSR Upscaling 4 ist auch für das Xbox-Handheld-Ökosystem vorgesehen.
Dazu gehören insbesondere Geräte der ROG-Xbox-Ally-Familie.
Microsoft möchte Entwicklern damit eine gemeinsame technische Grundlage bieten, die auf mehreren Windows- und Xbox-Geräten genutzt werden kann.
Das könnte die Integration moderner Upscaling-Verfahren erleichtern.
Denn Studios müssten die entsprechende Technik nicht für jede Plattform vollständig neu entwickeln.
Für Microsoft ist das ein weiterer Schritt bei der engeren Verbindung zwischen Xbox und PC.
Ein spätes Grafikupgrade für die aktuelle Xbox Generation
Xbox Series X und Series S erschienen bereits im November 2020.
Sechs Jahre später erhalten Entwickler nun Zugriff auf eine neue Grafiktechnologie, die ursprünglich mit wesentlich modernerer Hardware in Verbindung gebracht wurde.
Dass AMD und Microsoft die Technik dennoch für die vorhandenen Konsolen angepasst haben, ist bemerkenswert.
Für Spieler bedeutet das allerdings zunächst vor allem eine neue Möglichkeit für zukünftige Spiele.
Erst wenn Entwickler FSR 4.1.2 tatsächlich unterstützen, lässt sich beurteilen, wie stark die sichtbaren Verbesserungen ausfallen.
Fest steht: Auch sechs Jahre nach dem Verkaufsstart ist die technische Weiterentwicklung der Xbox Series X und Series S offenbar noch nicht abgeschlossen.
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