Bei EXODUS gibt es einen ungewöhnlich ausführlichen neuen Blick auf das kommende Science-Fiction-RPG. Mehrere aktuelle Gameplay-Videos zeigen zusammen fast zwei Stunden weitgehend ungeschnittenes Material aus einer Hauptmission. Statt kurzer Trailer bekommen wir diesmal Kämpfe, Erkundung, Dialogentscheidungen, Begleiter und Zwischensequenzen nahezu am Stück zu sehen. Gerade die deutlichen Parallelen zu Mass Effect lassen sich dadurch wesentlich besser einschätzen.
Das Material wurde unter anderem von ENFANT TERRIBLE und Insider Gaming veröffentlicht und stammt aus einer noch nicht finalen Version des Spiels.
Gezeigt wird eine zusammenhängende Mission, wodurch sich erstmals ein recht realistischer Eindruck davon ergibt, wie EXODUS abseits der stark zusammengeschnittenen Marketing-Trailer tatsächlich aufgebaut ist.
Fast zwei Stunden echtes Gameplay statt kurzer Trailer
Bisher hatte Entwickler Archetype Entertainment bereits mehrfach Gameplay aus EXODUS gezeigt.
Im Juni gab es beispielsweise eine rund 20 Minuten lange erweiterte Gameplay-Präsentation. Die neuen Videos gehen nun deutlich weiter und zeigen zusammen nahezu zwei Stunden Material.
Im Mittelpunkt steht eine Hauptmission auf Khonsu, einer riesigen orbitalen Anlage über dem Planeten Lidon.
Hauptfigur Jun Aslan reist mit den Begleitern Suliman und Elise dorthin. Ziel der Mission ist es, Angehörige der intelligenten Spezies Kay zu retten.
Dabei wechseln sich Kämpfe, Erkundung, Dialoge und Entscheidungen weitgehend ohne größere Schnitte ab.
Gerade dadurch lässt sich wesentlich besser beurteilen, wie schnell sich EXODUS tatsächlich spielt und wie die einzelnen RPG-Systeme miteinander verbunden sind.
Die Mass Effect Ähnlichkeiten sind kaum zu übersehen
Dass EXODUS regelmäßig mit Mass Effect verglichen wird, kommt nicht von ungefähr.
Archetype Entertainment wurde unter anderem von ehemaligen BioWare-Entwicklern gegründet. Auch Drew Karpyshyn, der an Mass Effect und Star Wars: Knights of the Old Republic beteiligt war, arbeitet am neuen Universum mit.
Im neuen Gameplay werden die Parallelen besonders deutlich.
Jun bewegt sich in Third-Person-Perspektive durch größtenteils klar strukturierte Gebiete, nutzt Deckungen und verschiedene Schusswaffen und kämpft gemeinsam mit mehreren Begleitern.
Deren Fähigkeiten können im Gefecht gezielt eingesetzt werden.
Elise kann beispielsweise mit ihrem Kampfanzug spezielle Angriffe ausführen und Gegner zu Boden bringen. Jun selbst verfügt mit dem sogenannten Orion Gauntlet über verschiedene Fähigkeiten, die sowohl im Kampf als auch während der Erkundung genutzt werden.
Damit erinnert das grundlegende Zusammenspiel aus Hauptfigur, Begleitern und Spezialfähigkeiten tatsächlich stark an BioWares bekannte Science-Fiction-Reihe.
EXODUS will allerdings deutlich mehr als nur eine Kopie sein.
Entscheidungen sollen tatsächlich Folgen haben
Ein wichtiger Bestandteil des Spiels sind Entscheidungen.
Das neue Gameplay zeigt beispielsweise einen verletzten Gegner, der behauptet, nicht mehr für den gesuchten Lieutenant kämpfen zu wollen.
Jun kann ihm medizinische Vorräte geben oder ihn seinem Schicksal überlassen. Gleichzeitig mischen sich Begleiter in die Situation ein und vertreten eigene Ansichten.
Genau solche Entscheidungen sollen langfristig Einfluss auf Jun und seine Beziehungen haben.
Archetype Entertainment hat bereits offiziell bestätigt, dass Spieler zwischen unterschiedlichen moralischen Ausrichtungen wählen und Entscheidungen treffen, die den Verlauf ihrer Geschichte verändern können.
Begleiter sollen dabei nicht lediglich zusätzliche Waffen auf dem Schlachtfeld darstellen. Ihre Persönlichkeit, Loyalität und Reaktion auf Entscheidungen gehören ausdrücklich zum RPG-System.
Kämpfe wirken deutlich actionreicher
Während sich EXODUS bei Aufbau und Gruppendynamik an klassische BioWare-RPGs erinnert, fallen die Kämpfe wesentlich actionreicher aus.
Jun kann zwischen mehreren Waffen wechseln, aus Deckungen feuern und verschiedene Fähigkeiten seines Handschuhs einsetzen.
Der Orion Gauntlet erzeugt beispielsweise Risse, die Gegner beschädigen und kurzzeitig außer Gefecht setzen können.
Außerhalb der Kämpfe dient dieselbe Technologie dazu, Hindernisse zu beseitigen oder neue Wege durch die Umgebung zu schaffen.
Auch kleinere versteckte Bereiche sind vorhanden.
Wer abseits des direkten Missionsweges sucht, kann unter anderem Materialien, Granaten und andere Ressourcen finden. Crafting ist ebenfalls Teil des Spiels, scheint in der gezeigten Mission aber eher eine ergänzende Rolle zu spielen.
Das Gameplay stammt noch nicht aus der finalen Version
Bei der Bewertung sollte berücksichtigt werden, dass die gezeigte Version noch mehrere Monate Entwicklungszeit vor sich hat.
EXODUS erscheint erst am 7. April 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X/S und PC.
Animationen, Balancing, Performance und kleinere Details können sich bis dahin entsprechend noch verändern.
Trotzdem ist das nahezu ungeschnittene Material besonders interessant. Während Trailer gezielt einzelne spektakuläre Szenen auswählen können, zeigen längere Gameplay-Sessions auch ruhigere Abschnitte, gewöhnliche Kämpfe und Dialoge.
Dadurch wirkt der aktuelle Einblick deutlich aussagekräftiger als viele der bisherigen Präsentationen.
Zeitdilatation bleibt eines der wichtigsten Features
Auch erzählerisch besitzt EXODUS eine Besonderheit.
Die Handlung spielt rund 40.000 Jahre in der Zukunft. Durch Reisen mit annähernd Lichtgeschwindigkeit tritt Zeitdilatation auf.
Für Jun und seine Crew können während einer Mission vergleichsweise kurze Zeiträume vergehen, während auf der Heimatwelt Jahre oder sogar Jahrzehnte verstreichen.
Entscheidungen sollen dadurch Konsequenzen bekommen, die sich erst lange nach einer Reise zeigen.
Archetype Entertainment möchte dieses System nutzen, um die Spielwelt während der Geschichte sichtbar zu verändern.
Jun startet als Schrottsammler und wird schließlich zu einem sogenannten Traveler, der mächtige Relikte der Celestials bergen muss, um seine Heimatwelt zu retten.
EXODUS könnte eines der spannendsten RPGs 2027 werden
Bis zum Release sind noch knapp sieben Monate Zeit, doch das neue Gameplay liefert erstmals einen wirklich langen Blick auf den normalen Spielablauf.
Die Verbindung aus Third-Person-Kämpfen, Begleitern, Dialogentscheidungen, Science-Fiction-Welt und einer cineastischen Inszenierung erinnert sichtbar an Mass Effect.
Ob EXODUS am Ende dieselbe Qualität bei Geschichte und Charakteren erreichen kann, lässt sich anhand einer einzelnen Mission natürlich noch nicht beurteilen.
Die fast zwei Stunden ungeschnittenes Gameplay machen aber deutlich, dass Archetype Entertainment ein wesentlich klassischeres Singleplayer-RPG entwickelt, als es viele der bisherigen kurzen Trailer vermuten ließen.
Am 7. April 2027 können sich PS5-Spieler selbst davon überzeugen.
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