Autos klauen gehört seit Jahrzehnten zu Grand Theft Auto wie Verfolgungsjagden und Chaos in der offenen Welt. In GTA 6 möchte Rockstar Games allerdings selbst diese grundlegende Mechanik deutlich umfangreicher gestalten. Nicht jedes geparkte Fahrzeug lässt sich einfach per Knopfdruck übernehmen. Stattdessen spielen Sicherheitssysteme, unterschiedliche Werkzeuge und sogar der eigene Fortschritt eine Rolle.
Der große Extended Look zu GTA 6 hat bereits zahlreiche neue Gameplay-Systeme gezeigt.
Ein Detail dürfte dabei besonders gut verdeutlichen, welchen Ansatz Rockstar bei der Entwicklung verfolgt.
Selbst eine Aktion, die in früheren GTA-Spielen praktisch selbstverständlich war, bekommt diesmal deutlich mehr spielerische Tiefe: das Stehlen von Autos.
Scheibe einschlagen oder lieber unauffällig vorgehen?
Im Extended Look ist eine Szene zu sehen, in der Jason vor einem abgestellten Sportwagen steht.
Anstatt das Fahrzeug einfach automatisch zu öffnen, bekommt der Spieler mehrere Möglichkeiten angeboten.
Eine davon ist die klassische GTA-Methode:
Scheibe einschlagen und einsteigen.
Alternativ kann Jason einen sogenannten Slim Jim verwenden. Dabei handelt es sich um ein Werkzeug, mit dem sich Fahrzeugtüren öffnen lassen, ohne direkt die Scheibe zu zerstören.
Entscheidet man sich dafür, erscheint sogar ein kleines Minispiel.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Eine eingeschlagene Scheibe dürfte deutlich mehr Aufmerksamkeit erzeugen als ein vergleichsweise unauffälliger Einbruch.
Nicht jedes Auto kann sofort gestohlen werden
Noch interessanter wird allerdings, was Rockstar North über das zugrunde liegende System erklärt.
Co-Studioleiter Rob Nelson macht deutlich, dass die Entwickler bewusst mehr Tiefe in das Fahrzeug-System bringen wollten.
In früheren GTA-Spielen genügte es meist, ein Fahrzeug zu erreichen und die entsprechende Taste zu drücken.
GTA 6 soll diese Freiheit nicht komplett abschaffen, aber stärker an Fortschritt und Ausrüstung koppeln.
Bestimmte geparkte Fahrzeuge werden zu Beginn des Spiels deshalb offenbar noch gar nicht zugänglich sein.
Erst später in der Geschichte erhalten Jason und Lucia zusätzliche Werkzeuge, mit denen sich besser geschützte Autos öffnen lassen.
Vom Slim Jim bis zum Key Cloner
Dabei besitzen Fahrzeuge unterschiedliche Sicherheitssysteme.
Ein einfacheres Modell könnte beispielsweise lediglich einen Slim Jim benötigen.
PSINFO App Beta jetzt für Android verfügbar – der Start hat begonnen
Für hochwertigere Autos kann dagegen ein Key Cloner notwendig sein.
Rockstar möchte damit erreichen, dass Spieler nicht mehr vollkommen beliebig das erste Auto nehmen, das gerade am Straßenrand steht.
Nelson erklärt, dass Spieler stärker darüber nachdenken sollen, welches Fahrzeug sie tatsächlich stehlen möchten.
Interessant bleibt allerdings eine klassische Alternative:
Sitzt bereits jemand im Auto, lässt sich der Fahrer weiterhin direkt herausziehen.
Das traditionelle Carjacking verschwindet also nicht.
Eine App verrät euch, wie gut ein Auto geschützt ist
GTA 6 geht sogar noch einen Schritt weiter.
Im Spiel gibt es eine Smartphone-App, mit der Fahrzeuge analysiert werden können.
Diese liefert unter anderem Informationen darüber,
- ob ein Fahrzeug abgeschlossen ist,
- ob eine Alarmanlage verbaut wurde,
- ob sich ein GPS-Tracker im Auto befindet,
- welches Werkzeug zum Öffnen benötigt wird,
- wie viel Geld ein Verkauf bringen könnte,
- und wie teuer es wäre, das Fahrzeug auf den eigenen Charakter registrieren zu lassen.
Damit entwickelt Rockstar aus dem simplen Autodiebstahl fast schon ein kleines eigenes Gameplay-System.
GPS-Tracker können sogar die Polizei alarmieren

Ein integrierter GPS-Tracker kann dafür sorgen, dass die Polizei auf ein gestohlenes Fahrzeug aufmerksam wird.
Auch Alarmanlagen spielen eine Rolle.
Wer also einfach jedes Luxusauto gewaltsam öffnet und anschließend davonfährt, könnte wesentlich schneller Probleme mit den Behörden bekommen.
Gleichzeitig dürften gerade seltene oder besonders wertvolle Fahrzeuge dadurch interessanter werden.
Wenn ein Sportwagen spezielle Ausrüstung, Vorbereitung und möglicherweise sogar einen Umweg über einen Fahrzeughändler erfordert, fühlt sich sein Diebstahl automatisch bedeutender an.
Selbst beim Fahren setzt Rockstar auf mehr Herausforderung
Das neue Fahrzeugsystem beschränkt sich offenbar nicht nur auf den eigentlichen Diebstahl.
Rockstar hat ebenfalls erklärt, dass einige Straßen bewusst enger gestaltet wurden und gleichzeitig mehr Verkehr unterwegs sein kann.
Gerade in dicht befahrenen Teilen von Vice City sollen Spieler dadurch beim Fahren stärker auf ihre Umgebung achten müssen.
Das bedeutet natürlich nicht, dass GTA 6 plötzlich eine Fahrsimulation wird.
Vielmehr scheint Rockstar zu versuchen, bekannte Aktivitäten etwas weniger automatisiert wirken zu lassen.
GTA 6 macht selbst aus alltäglichen Aktionen kleine Systeme
Und genau das dürfte am Ende eine der interessantesten Eigenschaften von GTA 6 werden.
Ein komplexeres System zum Autodiebstahl klingt zunächst nach einer vergleichsweise kleinen Neuerung.
Es zeigt allerdings, wie Rockstar offenbar die gesamte offene Welt gestalten möchte.
Statt lediglich neue Missionen und eine größere Karte auf die bekannte GTA-Formel zu setzen, werden selbst grundlegende Aktionen erweitert, die Spieler seit Jahrzehnten praktisch ohne nachzudenken ausführen.
Ob all diese zusätzlichen Systeme tatsächlich Spaß machen oder einige Spieler irgendwann lieber wieder einfach per Knopfdruck ein Auto klauen möchten, wird sich natürlich erst im fertigen Spiel zeigen.
Die Idee, wertvolle Fahrzeuge zu etwas Besonderem zu machen, könnte aber hervorragend zu einer offenen Welt passen, in der Autos und die gesamte Fahrzeugkultur offenbar eine besonders große Rolle spielen.
Grand Theft Auto 6 erscheint am 19. November 2026 für PlayStation 5 und Xbox Series X|S.
Wie gefällt euch das neue System? Wollt ihr beim Autodiebstahl mehr Möglichkeiten und Herausforderung oder war euch die einfache Lösung aus früheren GTA-Spielen lieber?
Quelle: Rockstar Games








Super, ein GPS-Tracker und Minispiele machen Autodiebstahl jetzt spannend. Nächste Woche kommt wohl noch die Steuererklärung fürs gestohlene Auto.
Cool, jetzt braucht man erst eine Anleitung, bevor man ein Auto klauen darf. GTA wird zur Fahrschule für Verbrecher.