Die Gaming-Branche bewegt sich immer schneller in Richtung einer rein digitalen Zukunft. Ein neuer Bericht deutet nun darauf hin, dass hinter dieser Entwicklung nicht ausschließlich Entscheidungen von Sony, Microsoft oder Publishern stehen. Auch die Produktion der benötigten Disc-Laufwerke selbst könnte zunehmend zum Problem werden.
Sony hat bereits angekündigt, ab Januar 2028 keine physischen Discs mehr für neu erscheinende PlayStation-Spiele produzieren zu lassen. Während diese Entscheidung vor allem mit dem veränderten Kaufverhalten der Spieler begründet wurde, zeichnet sich möglicherweise noch eine andere Entwicklung ab.
Nach Informationen von Jez Corden von Windows Central soll die Lieferkette für Komponenten optischer Laufwerke zunehmend zusammenbrechen.
Hersteller ziehen sich offenbar aus der Laufwerksproduktion zurück
Corden beruft sich dabei auf eigene Quellen aus dem Xbox-Hardwarebereich.
Demnach stellen Fabriken und Produktionslinien, die bislang Komponenten für optische Laufwerke gefertigt haben, ihre Kapazitäten zunehmend auf andere Bereiche um.
Als Beispiel nennt Corden unter anderem die Produktion von Kameralinsen und andere Geschäftsfelder, die für Hersteller inzwischen attraktiver und besser skalierbar sein sollen.
Das grundlegende Problem ist relativ einfach: Außerhalb des Konsolenmarktes werden optische Laufwerke immer seltener benötigt.
Notebooks werden seit Jahren fast ausschließlich ohne Laufwerk verkauft, klassische Blu-ray-Player spielen eine deutlich kleinere Rolle als früher und auch bei PCs gehören interne Laufwerke längst nicht mehr zur Standardausstattung.
Nach Angaben Cordens konzentriert sich ein erheblicher Teil der verbliebenen Nachfrage deshalb inzwischen auf PlayStation 5 und Xbox Series X.
PlayStation könnte nur der Anfang gewesen sein
Damit bekommt Sonys Entscheidung gegen neue PlayStation-Discs ab 2028 noch einmal eine interessante zusätzliche Perspektive.
Bislang stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, ob Sony physische Spiele aus wirtschaftlichen Gründen abschafft. Sinkende Produktionskosten, höhere Margen bei digitalen Verkäufen und die zunehmende Bedeutung des PlayStation Store dürften dabei weiterhin wichtige Faktoren sein.
Sollte gleichzeitig aber auch die industrielle Infrastruktur hinter optischen Laufwerken immer kleiner werden, könnte es für zukünftige Konsolenhersteller zunehmend schwieriger oder zumindest teurer werden, entsprechende Laufwerke überhaupt noch in großen Stückzahlen produzieren zu lassen.
Gerade mit Blick auf die PlayStation 6 ist das interessant.
Sony hat bislang nicht offiziell erklärt, wie die nächste PlayStation beim Thema Laufwerk aufgebaut sein wird. Die Entscheidung gegen neue Spiele-Discs ab 2028 macht ein klassisch verbautes Laufwerk für die nächste Generation allerdings ohnehin zunehmend unwahrscheinlich.
Noch gibt es keinen akuten Mangel an PS5-Laufwerken
Wichtig ist bei dem aktuellen Bericht allerdings die Einordnung.
Corden spricht von einer schrumpfenden beziehungsweise zusammenbrechenden Lieferkette. Das bedeutet nicht automatisch, dass PS5-Laufwerke plötzlich nicht mehr produziert werden können oder unmittelbar aus den Geschäften verschwinden.
Bislang gibt es auch keine offizielle Stellungnahme von Sony oder einem großen Laufwerkshersteller, die einen akuten Produktionsstopp bestätigt.
Der Bericht zeigt jedoch, dass der Wandel hin zu digitalen Spielen inzwischen möglicherweise weit über Entscheidungen einzelner Plattformbetreiber hinausgeht.
Wenn immer weniger Unternehmen optische Laufwerke benötigen und Hersteller ihre Produktionskapazitäten deshalb auf lukrativere Technologien umstellen, könnte sich das Ende der klassischen Spiele-Disc irgendwann selbst beschleunigen.
Und genau das dürfte Spielern, die weiterhin auf physische Spiele setzen möchten, kaum gefallen.
Wie seht ihr die Entwicklung? Würdet ihr auch eine zukünftige PlayStation ohne Möglichkeit zum Abspielen klassischer Discs kaufen?
Quelle: Windows Central








