Panzerspiele gibt es mittlerweile einige. Panzer Knights: Commander’s Edition geht allerdings einen etwas anderen Weg. Historische Fahrzeuge und Schauplätze des Zweiten Weltkriegs treffen hier auf Anime-Charaktere und eine Präsentation, die man in diesem Genre sicherlich nicht jeden Tag sieht.
Das ursprünglich für den PC entwickelte Panzer Knights feiert mit der Commander’s Edition nun auch sein Debüt auf der PlayStation 5. Dabei bekommen Konsolenspieler direkt das komplette Paket inklusive drei zusätzlicher Bonus-Pakete mit weiteren Fahrzeugen.
Doch funktioniert diese ungewöhnliche Mischung tatsächlich? Und bietet Panzer Knights genügend spielerische Tiefe, um auch länger zu motivieren?
Panzerschlachten stehen klar im Mittelpunkt
Panzer Knights macht bereits nach kurzer Zeit deutlich, worauf es ankommt: Panzer fahren, Gegner entdecken und möglichst effektiv ausschalten.
Ganz so simpel wie es zunächst klingt, ist das allerdings nicht.
Statt einfach nur auf gegnerische Fahrzeuge zu feuern, spielen unterschiedliche Munitionsarten, Panzerungen und Schwachstellen eine wichtige Rolle. Ein schlecht platzierter Treffer richtet entsprechend weniger Schaden an, während gezielte Schüsse auf empfindliche Bereiche einen deutlichen Unterschied machen können.
Gerade gegen stärkere Fahrzeuge lohnt es sich deshalb, nicht einfach frontal in den Kampf zu fahren.
Auch die Umgebung kann genutzt werden, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Hinzu kommen taktische Möglichkeiten wie Rauchschirme und Luftunterstützung. Gleichzeitig lassen sich die eigenen Einheiten während der Gefechte organisieren.
Dadurch entsteht eine interessante Mischung aus direkter Panzer-Action und taktischen Elementen.

Und genau dieser Mittelweg funktioniert überraschend gut.
Unterschiedliche Panzer sorgen für Abwechslung
Eine der größten Stärken des Spiels ist die Auswahl an Fahrzeugen.
Zwischen den Missionen geht es immer wieder zurück in die Garage. Dort können neue Panzer gekauft und die eigene Truppe entsprechend angepasst werden.
Die Fahrzeuge unterscheiden sich nicht einfach nur optisch voneinander.
Panzerung, Geschwindigkeit, Bewaffnung und weitere Eigenschaften sorgen dafür, dass sich die Wahl des richtigen Panzers durchaus bemerkbar macht. Ein vergleichsweise beweglicher Panzer III verlangt beispielsweise eine andere Herangehensweise als ein schwerer Tiger I.
Dadurch lohnt es sich, verschiedene Fahrzeuge auszuprobieren.
Besonders interessant wird das Ganze durch die Commander’s Edition.
Diese beinhaltet zusätzlich drei Bonus-Pakete und erweitert das Fahrzeugangebot unter anderem um den M4-748 Sherman, M26 Pershing, Churchill VII, Valentine XI, Elefant und den gewaltigen Panzer VIII Maus.
Gerade Spieler, die sich für historische Panzer interessieren, bekommen hier einiges geboten.
Die Besatzung ist mehr als nur Dekoration
Neben den eigentlichen Fahrzeugen spielt auch die Besatzung eine wichtige Rolle.
Insgesamt stehen 30 unterschiedliche Rekruten zur Verfügung. Jeder Charakter besitzt eigene Fähigkeiten, die verbessert werden können.

Das verleiht Panzer Knights eine zusätzliche taktische Ebene und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Garage nicht nur als einfaches Menü zur Fahrzeugauswahl dient.
Hinzu kommen Hintergrundgeschichten zu den verschiedenen Charakteren.
Und spätestens hier kommt der wahrscheinlich ungewöhnlichste Aspekt des gesamten Spiels zum Vorschein.
Zweiter Weltkrieg trifft auf Anime
Panzer Knights kombiniert historische Panzer und Kriegsschauplätze mit Charakteren im deutlichen Anime-Stil.
Das klingt zunächst ziemlich merkwürdig.
Und ehrlich gesagt dürfte genau dieser Punkt darüber entscheiden, ob man mit der Präsentation etwas anfangen kann.
Während die Fahrzeuge vergleichsweise authentisch gestaltet wurden und teilweise sogar historische Tarnmuster besitzen, wirken die Anime-Charaktere wie ein starker Kontrast dazu.
Nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich allerdings an diese ungewöhnliche Kombination.
Mehr noch: Sie sorgt sogar dafür, dass Panzer Knights eine eigene Identität entwickelt. Schließlich gibt es genügend Spiele, die den Zweiten Weltkrieg möglichst düster und realistisch darstellen.
Hier geht man bewusst einen anderen Weg.
Wer allerdings eine vollständig authentische Militärsimulation erwartet, dürfte sich mit dem Stil vermutlich etwas schwerer tun.
Kampagne führt durch bekannte Kriegsschauplätze
Die Kampagne führt Spieler durch verschiedene Schlachten des Zweiten Weltkriegs.
Dabei geht es unter anderem von der Schlacht um Frankreich bis hin zu Operation Barbarossa. Während der Missionen müssen unterschiedliche Ziele erfüllt, Verteidigungslinien durchbrochen oder gegnerische Gegenangriffe abgewehrt werden.
Die grundlegende Struktur bleibt dabei relativ klassisch.
Das ist allerdings nicht unbedingt schlecht, denn durch unterschiedliche Gegner, Fahrzeuge und Missionsziele entsteht genügend Abwechslung.

Wer einfach nur möglichst schnell durch die Gegner fahren möchte, wird spätestens bei stärkeren Einheiten feststellen, dass diese Strategie nicht immer funktioniert.
Positionierung und die Wahl der richtigen Munition werden mit zunehmendem Verlauf wichtiger.
Bonusmissionen und Gefechtsmodus sorgen für zusätzlichen Umfang
Neben der eigentlichen Kampagne gibt es weitere Möglichkeiten, sich auf dem Schlachtfeld auszutoben.
Zusätzliche Bonusmissionen stellen Spieler vor weitere Herausforderungen und ermöglichen es gleichzeitig, Belohnungen für die eigene Besatzung und Garage zu verdienen.
Hinzu kommt ein anpassbarer Gefechtsmodus.
Hier kann man deutlich unkomplizierter in weitere Panzerschlachten starten, ohne erneut bestimmte Abschnitte der Kampagne spielen zu müssen.
Gerade wenn einem das eigentliche Kampfsystem gefällt, ist das eine sinnvolle Ergänzung.
Einen klassischen Multiplayer bietet Panzer Knights allerdings nicht.
Das gesamte Spiel ist klar auf eine Einzelspieler-Erfahrung ausgelegt. Wer also auf große Online-Panzerschlachten gegen andere Spieler hofft, ist hier an der falschen Adresse.
Grafik: Die Panzer sind die eigentlichen Stars
Grafisch sollte man bei Panzer Knights: Commander’s Edition keine PS5-Referenz erwarten.
Das Spiel basiert schließlich auf einem Titel, dessen Ursprünge einige Jahre zurückliegen. Das sieht man vor allem den Umgebungen teilweise deutlich an.
Landschaften wirken stellenweise etwas leer und verschiedene Gebäude oder Objekte können mit aktuellen großen Produktionen nicht mithalten.
Deutlich besser gefallen dagegen die Panzer selbst.
Die unterschiedlichen Modelle besitzen zahlreiche Details und wirken wesentlich aufwendiger als manche Umgebung. Besonders Fans historischer Fahrzeuge dürften hier häufiger genauer hinsehen.
Auch Explosionen und verschiedene Kampfeffekte sorgen während größerer Gefechte für eine ordentliche Atmosphäre.
Trotzdem bleibt festzuhalten: Panzer Knights gewinnt sicherlich keinen Preis für die schönste Grafik auf der PlayStation 5.
Das muss es allerdings auch nicht.
Der Fokus liegt eindeutig auf den Fahrzeugen und den eigentlichen Panzerschlachten.
Sound und Atmosphäre erfüllen ihren Zweck
Beim Sound ergibt sich ein ähnliches Bild.
Die schweren Motoren, Kanonenschüsse und Explosionen vermitteln ordentlich Gewicht und unterstützen die Gefechte entsprechend.
Gerade wenn mehrere Panzer gleichzeitig feuern und rundherum Explosionen einschlagen, entsteht durchaus eine passende Schlachtfeldatmosphäre.
Spektakuläre Audio-Momente, die lange im Gedächtnis bleiben, sollte man allerdings nicht erwarten.
Der Sound erfüllt seinen Zweck und passt gut zum Geschehen, ohne dabei besonders herauszustechen.
Nicht jede Idee funktioniert perfekt
Ganz ohne Schwächen kommt Panzer Knights natürlich nicht aus.
Vor allem die Präsentation dürfte Geschmackssache sein. Die Mischung aus Zweitem Weltkrieg und Anime-Charakteren ist ungewöhnlich und wird sicherlich nicht jedem gefallen.
Auch grafisch merkt man dem Spiel seine ursprüngliche PC-Basis an einigen Stellen an.
Hinzu kommt, dass sich bestimmte Gefechte und Abläufe mit der Zeit durchaus ähneln können. Wer mit dem grundsätzlichen Panzer-Gameplay wenig anfangen kann, wird deshalb wahrscheinlich auch durch die zusätzlichen taktischen Elemente nicht plötzlich überzeugt.
Außerdem fehlt ein Multiplayer-Modus.
Gerade bei einem Spiel, das sich vollständig um Panzerschlachten dreht, wäre es durchaus interessant gewesen, zumindest einige Gefechte gemeinsam oder gegeneinander austragen zu können.
Auf der anderen Seite konzentriert sich Panzer Knights dadurch vollständig auf seine Einzelspieler-Erfahrung.
Fazit
Panzer Knights: Commander’s Edition ist sicherlich kein Spiel für jeden – aber genau das macht einen Teil seines Reizes aus.
Die ungewöhnliche Mischung aus historischen Panzern, taktischen Gefechten und Anime-Charakteren wirkt zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, entwickelt aber schnell eine eigene Identität.
Besonders die unterschiedlichen Fahrzeuge machen Spaß. Verschiedene Panzerungen, Munitionsarten und Schwachstellen sorgen dafür, dass man nicht einfach gedankenlos auf jeden Gegner feuern sollte. Gleichzeitig bleibt das Spiel zugänglich genug, um auch Spieler abzuholen, die normalerweise einen großen Bogen um komplexe Panzersimulationen machen.
Die Commander’s Edition bietet zudem ein ordentliches Gesamtpaket. Kampagne, Bonusmissionen, Gefechtsmodus, 30 unterschiedliche Rekruten und zahlreiche Panzer sorgen für genügend Beschäftigung.
Technisch und grafisch sollte man allerdings keine Wunder erwarten. Vor allem einige Umgebungen wirken sichtbar einfacher und die Präsentation kann nicht mit aktuellen großen PS5-Produktionen mithalten.
Auch ein Multiplayer-Modus hätte dem Gesamtpaket sicherlich gutgetan.
Trotzdem hat uns Panzer Knights: Commander’s Edition positiv überrascht. Hinter der zunächst etwas kurios wirkenden Anime-Fassade steckt ein unterhaltsames Panzerspiel mit genügend taktischer Tiefe, um nicht nach wenigen Gefechten langweilig zu werden.
Wer historische Panzer mag, aber keine knallharte Simulation sucht, sollte sich Panzer Knights: Commander’s Edition durchaus einmal genauer ansehen.
Wertung: 7,5 / 10
| Stärken | Schwächen |
|---|---|
| ⭐ Unterhaltsame und taktische Panzergefechte | ▪ Grafisch teilweise sichtbar angestaubt |
| ⭐ Große Auswahl unterschiedlicher Panzer | ▪ Umgebungen stellenweise etwas schlicht |
| ⭐ Verschiedene Munitionsarten und Schwachstellen | ▪ Anime-Stil sicherlich nicht für jeden |
| ⭐ 30 unterschiedliche Besatzungsmitglieder | ▪ Kein Multiplayer |
| ⭐ Commander’s Edition mit zusätzlichen Fahrzeugen | ▪ Gefechte können sich mit der Zeit etwas ähneln |
| ⭐ Gelungener Mix aus Action und leichter Simulation | |
| ⭐ Bonusmissionen und Gefechtsmodus |












