Die Diskussion um Sonys Entscheidung, ab 2028 keine physischen PlayStation-Spiele mehr auf Disc anzubieten, hält weiter an. Nun hat sich auch Chet Faliszek, ehemaliger Autor bei Valve und Mitentwickler von Spielen wie Half-Life 2, Portal und Left 4 Dead, zu Wort gemeldet. Seiner Ansicht nach steckt hinter dem Schritt keine gezielte Strategie gegen Spieler – vielmehr sei die Entwicklung eine direkte Folge des Kaufverhaltens der Verbraucher.
Faliszek sieht keine Verschwörung hinter Sonys Entscheidung
In einem neuen YouTube-Video widerspricht Faliszek der häufig geäußerten Vermutung, Unternehmen wollten den Besitz von Spielen bewusst einschränken.
Stattdessen argumentiert er, dass sich der Markt in den vergangenen Jahren deutlich verändert habe. Spieler hätten sich zunehmend für digitale Käufe entschieden und damit selbst die Richtung vorgegeben, in die sich die Branche entwickelt.
Als Beispiel verweist Faliszek auf den US-Händler GameStop. Dieser erwirtschafte mittlerweile nur noch rund 18 Prozent seines Umsatzes mit neuen und gebrauchten Spielen – obwohl das Unternehmen einst fast ausschließlich vom Verkauf physischer Spiele lebte.
Digitale Verkäufe dominieren den Markt
Auch Sonys eigene Geschäftszahlen sprechen laut Faliszek eine klare Sprache. Demnach entfallen inzwischen rund 85 Prozent der Spieleverkäufe auf digitale Downloads.
Aus seiner Sicht reagiere Sony damit lediglich auf die Nachfrage der Kunden. Viele Spieler bevorzugten inzwischen den direkten Download eines Spiels, da dieser schneller und bequemer sei als der Kauf einer Disc.
Diese Entwicklung lasse sich auch bei anderen Angeboten der Branche beobachten. Als Beispiele nennt Faliszek unter anderem digitale Vertriebsplattformen und Abo-Dienste wie den Xbox Game Pass, die den Wandel hin zu digitalen Spielen zusätzlich beschleunigt hätten.
Weitere Experten sehen denselben Trend
Mit seiner Einschätzung steht Faliszek nicht allein. Bereits Anfang des Monats hatte auch Mat Piscatella vom Marktforschungsunternehmen Circana auf die rückläufigen Verkaufszahlen physischer Spiele hingewiesen.
Nach seinen Angaben überschritten in den USA in der Woche bis zum 11. Juli lediglich zwei Spiele die Marke von 10.000 verkauften physischen Exemplaren. Im gesamten bisherigen Jahresverlauf hätten zudem nur sieben Titel mehr als 100.000 physische Verkäufe erreicht.
Diese Zahlen unterstreichen den anhaltenden Trend hin zum digitalen Vertrieb.
Sony verweist ebenfalls auf verändertes Nutzerverhalten
Sony selbst begründete das Aus für physische Datenträger bereits bei der Ankündigung mit den Entwicklungen des Marktes. Das Unternehmen erklärte, man passe die Geschäftsstrategie an das veränderte Konsumverhalten an, da digitale Käufe inzwischen deutlich häufiger genutzt würden als klassische Discs.
Die Entscheidung bleibt innerhalb der PlayStation-Community dennoch umstritten. Während einige Spieler den Komfort digitaler Käufe schätzen, kritisieren andere den möglichen Verlust von Sammlerstücken, Gebrauchtmarkt und langfristigem Spieleerhalt.
PlayStation Boykott geplant Community ruft zum einwöchigen PS5 Verzicht auf







Für mich ist Bequemlichkeit wichtig, digital ist schneller. Trotzdem finde ich es schade, dass Discs verschwinden könnten.
Die Zahlen erklären viel. 85 % digital ist hoch. Ich verstehe Sonys Entscheidung, aber hoffe auf gute Lösungen für gebrauchte Spiele.
Klingt logisch. Wenn die meisten Leute digital kaufen, passt Sony sein Angebot an. Schade für Sammler, aber praktisch für viele.