Die PS5 Vorbestellung – Wenn Kaufrausch auf (mangelhaftes) Marketing trifft

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Was waren das für turbulente letzte Tage für uns Gamer*innen. Zumindest dann, wenn wir unbedingt eine der neuen Konsolen oder Grafikkarten vorbestellen wollten. Doch schon wie zu Zeiten der PlayStation 4 und Xbox One, endete die Vorbestellung in einem Desaster.

Jede/r Technikfreund*in von euch da draußen kennt das: Es wird eine neue Konsole oder generell ein neues Stück Hardware angekündigt und wir können es keine Sekunde mehr erwarten, unser neues, innovatives Spielgerät in den Händen zu halten. In diesem Fall ist natürlich die neue PlayStation 5 von Sony gemeint.

Wurde im Vorfeld bei zahlreichen Pressekonferenzen Seitens Sony noch betont, dass jede/r, wer eine PlayStation 5 zum Release haben wolle, auch eine bekomme, zeigte sich in den letzten Tagen schnell, dass dies wahrscheinlich nicht der Fall sein wird. Was ist denn da mal wieder schiefgelaufen?

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Man könnte meinen, dass mit dem technologischen Fortschritt und dem Ausbau digitaler Infrastrukturen ein Launch, beziehungsweise eine Vorbestellungswelle im Jahre 2020 überwiegend reibungslos über die Bühne gehen sollte. Doch Sony konnte uns traurigerweise eines Besseren belehren.

Nach dem hauseigenen Ankündigungsevent von Sony, bei dem sowohl das Releasedatum als auch der Preis der PlayStation 5 erstmalig offiziell verkündet wurde, gingen die Vorbestellungen ohne weitere Mitteilungen mitten in der Nacht (europäische Zeit) online. Die Folge? Insbesondere Kaufbots schnappten sich einen Großteil der angebotenen Konsolen. Kurze Zeit später waren eben diese Konsolen, beziehungsweise deren Bestellbestätigungen zu Mondpreisen auf Plattformen wie Ebay wiederzufinden.

Wem das alles noch neu ist: Kaufbots sind spezielle Computerprogramme, die das Tippverhalten, beispielsweise bei Bestellformularen imitieren und so in Bruchteilen von Sekunden ein Bestellformular für den jeweiligen Nutzer ausfüllen und abschicken. Diese Mechaniken sind unter anderem in der Mode- und Schuhindustrie (in denen oft limitierte Schuhe oder Shirts veröffentlich werden) weit verbreitet. Ziel ist es in den meisten Fällen, nicht nur ein Exemplar für sich selbst zu ergattern, sondern gleich mehrere, um diese dann für wesentlich höhere Preise auf anderen Plattformen weiterzuverkaufen. Einen entsprechenden Artikel zu der Re-Seller Problematik haben wir bereits veröffentlicht.

Aber auch alle anderen wurden von Ärgernissen nicht verschont. So kam es zu den obligatorischen Seitenabstürzen, die eine Bestellung unmöglich machten. Doch selbst wenn man es schaffte, eine PlayStation 5 erfolgreich vorzubestellen war dies noch kein Garant dafür, auch sicher eine zu bekommen. Denn einige Anbieter stornierten bereits bestätigte Vorbestellungen, da sie zu viele Bestellungen zugelassen hatten.

Mangelhaftes Marketing

Alles in allem war dieses System also ein absolutes Chaos. Und auch die angekündigte zweite Bestellwelle fiel unwesentlich besser aus. Auch hier kam es zu Stornierungen, Seitenabstürzen und fehlerhaften Bestellungen. Wir von PlayStationInfo haben die Situation beobachtet und uns viel Feedback aus der Community angehört.

Während einige glücklicherweise wenig Probleme hatten, war der Großteil (auch bei erfolgreicher Bestellung) verärgert über die Art und Weise, wie Sony die Situation rund um die Vorbestellung gestaltet hat. Zurecht wie wir finden! Wenn man ohne große Vorankündigung mitten in der Nacht und mitten in der Woche den Vorverkauf startet und auch die zweite Welle an einem Wochentag früh morgens terminiert (neben den ganzen technischen Schwierigkeiten), hat das Ganze nach unserer Einschätzung nichts mit guten Marketing zu tun.

Auch die Versprechung seitens Sony, dass jede/r eine Konsole zu Release erhalte (trotz Corona!) wird wohl mehr eine illusionäre Marketingfloskel bleiben. In diesem Zusammenhang stellten wir uns in der Redaktion unweigerlich die Frage: „Hätte Sony damit rechnen müssen?“. Kleiner Spoiler: Definitiv!

Corona als Kaufmotor

Während ein so großer Launch wie jener der PlayStation5 immer zu einer hohen Aufmerksamkeit und einem großen Kaufinteresse führt, ist es insbesondere dieses Jahr nochmals eine andere Dimension. Denn durch Corona sind gerade in den letzten Monaten viele Freizeitaktivitäten sowie Reisen nicht möglich gewesen.

In der Folge verzeichneten vor allem Möbelhäuser, Baumärkte und die (elektronische) Unterhaltungsindustrie massive Umsatzsteigerungen. Viele nutzen also die Zeit, um ihr Heim zu verschönern oder die vielleicht in die Jahre gekommene Unterhaltungselektronik auf den neusten Stand zu bringen.

Und auch jetzt mit dem Blick zum Winter, mit dem eventuellen Wegfallen von Weihnachtsmärkten und ungewissem Pandemieverlauf war es unserer Meinung nach abzusehen, dass das Interesse an den neuen Konsolen, PC-Komponenten und Fernsehern um ein Vielfaches steigen würde.

So lässt sich zumindest ansatzweise erklären, warum es von großer Wichtigkeit gewesen wäre, dass Sony eine vernünftige Art und Weise der Vorbestellungen gewährleistet. Das ist natürlich nicht Sonys schuld allein: Auch Microsoft und Nvidia mit ihren neuen Grafikkarten hatten ähnliche Probleme in ihren Vorbestellungsprozessen.

Es bleibt spannend zu beobachten, ob bis zum Launch noch weitere Vorbestellungsfenster angeboten werden und wie der „offene“ Verkauf auch in Hinblick auf die geltenden Pandemiegesetze ablaufen wird. Wenn wir ehrlich sind, erwarten wir vergleichbare Bilder, wie zu PlayStation 4 Zeiten. Stay tuned!

PlayStation 5 – Das Problem mit den Resellern

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Da hat Amazon schon die kommende PlayStation 5 Konsole gelistet. Sobald dieses bestellbar ist werden wir euch natürlich sofort informieren. Aber hier schon mal den Link zum Amazon Angebot.

 

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