NewsEA könnte schon wieder vor einem gigantischen Umbau stehen

EA könnte schon wieder vor einem gigantischen Umbau stehen

Electronic Arts könnte nur wenige Wochen nach Abschluss seiner milliardenschweren Übernahme vor dem nächsten großen Umbau stehen. Saudi-Arabiens Staatsfonds Public Investment Fund prüft laut einem aktuellen Bericht von Bloomberg offenbar einen Zusammenschluss von EA und der Savvy Games Group. Eine Entscheidung ist bislang nicht gefallen. Sollte es tatsächlich zu dem Deal kommen, würden allerdings einige der größten Marken aus Konsolen, PC und Mobile Gaming unter einem noch enger verbundenen Dach zusammengeführt.

Reuters bestätigt unter Berufung auf Bloomberg, dass entsprechende Überlegungen derzeit stattfinden. Electronic Arts, Savvy Games und der PIF äußerten sich zunächst nicht zu dem Bericht. Damit handelt es sich aktuell um Pläne beziehungsweise interne Überlegungen und noch nicht um eine angekündigte Fusion.

Electronic Arts wurde erst im August übernommen

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert.

Erst am 4. August 2026 bestätigte Electronic Arts offiziell den Abschluss seiner Übernahme durch ein Investorenkonsortium aus dem Public Investment Fund, Silver Lake und Affinity Partners. Der Deal bewertet EA mit rund 55 Milliarden US-Dollar und gehört zu den größten Übernahmen der Geschichte der Spielebranche.

EA verschwand dadurch von der Börse und befindet sich nun in privatem Besitz des Konsortiums. Der saudische Staatsfonds spielt dabei eine zentrale Rolle, ist aber nicht der alleinige Eigentümer von Electronic Arts.

Bei Savvy Games sieht die Situation anders aus. Die Savvy Games Group gehört vollständig dem PIF und wurde aufgebaut, um Saudi-Arabiens Investitionen in Videospiele und Esports zu bündeln.

Ein möglicher Zusammenschluss würde die beiden Strukturen nun offenbar deutlich enger miteinander verbinden.

Battlefield, EA Sports FC und Pokémon GO unter einem Dach

Die Dimension eines solchen Konstrukts wäre erheblich.

Electronic Arts bringt Marken wie Battlefield, EA SPORTS FC, Apex Legends, The Sims, Need for Speed, Dragon Age und Madden NFL mit. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte EA nach eigenen Angaben einen Umsatz von rund 7,5 Milliarden US-Dollar.

Savvy wiederum besitzt unter anderem Scopely. Der Mobile-Publisher wurde 2023 für 4,9 Milliarden US-Dollar übernommen und steht hinter dem enorm erfolgreichen Monopoly GO.

Inzwischen gehört über Scopely auch ein großer Teil des ehemaligen Gaming-Geschäfts von Niantic zum Konzern. Die 2025 abgeschlossene Übernahme im Wert von 3,5 Milliarden US-Dollar brachte unter anderem Pokémon GO, Monster Hunter Now und Pikmin Bloom zu Scopely.

Ein Zusammenschluss würde damit klassische AAA-Produktionen, jährliche Sportspiele, Live-Service-Titel und einige der größten Mobile-Games innerhalb eines noch enger verbundenen Konzerns vereinen.

Vorher steht offenbar noch ein weiterer Milliarden Deal an

Ganz kurzfristig dürfte eine mögliche Fusion allerdings nicht passieren.

Savvy arbeitet derzeit noch an der Übernahme von Moonton Technology von ByteDance. Das Studio ist vor allem für Mobile Legends: Bang Bang bekannt. Der Deal wird auf ungefähr sechs Milliarden US-Dollar geschätzt. Reuters berichtete bereits im März über die vereinbarte Übernahme.

Laut dem aktuellen Bloomberg-Bericht soll ein möglicher Zusammenschluss von EA und Savvy voraussichtlich erst nach Abschluss dieser Transaktion weiter vorangetrieben werden.

Savvy würde sein Portfolio damit innerhalb kurzer Zeit noch einmal erheblich ausbauen.

Mit Scopely, Pokémon GO, Mobile Legends und möglicherweise Electronic Arts entstünde eine Struktur, die praktisch sämtliche großen Bereiche der heutigen Spieleindustrie abdeckt.

Auch bei Savvy selbst gibt es gerade Veränderungen

Parallel findet bei der Savvy Games Group ein Führungswechsel statt.

Brian Ward, der Savvy seit der Gründung geführt und zahlreiche Übernahmen begleitet hatte, verließ Anfang September seinen Posten als CEO. Vor seiner Zeit bei Savvy arbeitete Ward unter anderem bei Electronic Arts, Microsoft und Activision Blizzard.

Interimsweise übernimmt Turqi Alnowaiser die Führung. Er ist stellvertretender Gouverneur des PIF und leitet dort den Bereich für internationale Investments. Sein Wechsel an die Spitze von Savvy verstärkt damit zusätzlich die direkte Verbindung zwischen dem Staatsfonds und dessen Gaming-Aktivitäten.

Ob dieser Führungswechsel unmittelbar mit den Überlegungen rund um Electronic Arts zusammenhängt, ist nicht bekannt.

Ein neuer Mega Konzern ist noch längst nicht beschlossen

Trotz der möglichen Dimension sollte der aktuelle Bericht nicht als bereits feststehende Fusion verstanden werden.

Nach dem derzeitigen Informationsstand prüft der PIF die Möglichkeit eines Zusammenschlusses. Weder eine konkrete Unternehmensstruktur noch ein Zeitplan wurden öffentlich genannt. Auch mögliche Auswirkungen auf Studios, Mitarbeiter oder einzelne Spielemarken sind völlig offen.

Bei einem Zusammenschluss dieser Größenordnung könnten außerdem Wettbewerbsbehörden genauer hinsehen. Wie eine mögliche Transaktion rechtlich aufgebaut würde und welche Genehmigungen dafür notwendig wären, hängt allerdings von einer Struktur ab, die bislang nicht bekannt ist.

Für Spieler ändert sich deshalb zunächst nichts.

Electronic Arts arbeitet weiterhin an seinen bestehenden Reihen und Savvy führt seine eigenen Unternehmen und Beteiligungen weiter. Interessant ist die Entwicklung trotzdem, denn nur rund einen Monat nach dem Abschluss des 55-Milliarden-Dollar-Deals könnte bereits der nächste große Schritt für EA vorbereitet werden.

Sollten Electronic Arts und Savvy Games tatsächlich zusammengeführt werden, würde daraus einer der breitesten Gaming-Konzerne der Branche entstehen. Battlefield, EA SPORTS FC, The Sims, Monopoly GO, Pokémon GO und möglicherweise bald Mobile Legends wären dann Teil einer deutlich enger verbundenen Unternehmensgruppe.

Noch ist das allerdings Zukunftsmusik.

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