Seit Sony angekündigt hat, ab Januar 2028 keine neuen PlayStation-Spiele mehr auf physischen Datenträgern zu veröffentlichen, wird die Entscheidung kontrovers diskutiert. Spieler, Entwickler und Analysten äußerten sich in den vergangenen Wochen unterschiedlich zu den möglichen Folgen. Nun hat sich auch Ubisoft-CEO Yves Guillemot zu Wort gemeldet – und seine Einschätzung fällt deutlich gelassener aus als die vieler Kritiker.
Nach seiner Ansicht dürfte der Schritt die Spielebranche langfristig nicht gravierend beeinträchtigen.
Ubisoft erwartet keine größeren Auswirkungen
Im Rahmen einer Fragerunde zur aktuellen Finanzkonferenz von Ubisoft wurde Guillemot gefragt, ob Sonys Entscheidung die Nachfrage nach Videospielen beeinträchtigen könnte. Hintergrund ist die Sorge, dass der Wegfall physischer Datenträger auch den Gebrauchtspielmarkt schwächen würde. Viele Spieler finanzieren neue Spiele teilweise durch den Verkauf bereits gespielter Titel.
Guillemot verwies dabei auf die Entwicklung des PC-Marktes, der seit Jahren überwiegend digital funktioniert. Aus seiner Sicht habe dieser Wandel das Wachstum des Marktes nicht gebremst.
Zudem könne eine vollständig digitale Ausrichtung künftig dabei helfen, die Kosten neuer Konsolen zu senken. Günstigere Hardware könnte den Einstieg für neue Spieler erleichtern und den Markt insgesamt attraktiver machen.
Andere Experten sehen größere Risiken
Mit dieser Einschätzung steht Guillemot allerdings nicht allein – sie widerspricht jedoch den Prognosen anderer Branchenexperten.
Mehrere Analysten hatten zuletzt davor gewarnt, dass das Ende physischer Datenträger den weltweiten Gebrauchtspielmarkt erheblich verändern könnte. Dieser wird derzeit auf mehrere Milliarden US-Dollar geschätzt. Kritiker befürchten außerdem, dass Spieler künftig weniger Möglichkeiten hätten, ihre Spiele weiterzuverkaufen oder günstig gebraucht zu erwerben.
Wie stark sich diese Entwicklung tatsächlich auswirken würde, lässt sich derzeit allerdings noch nicht verlässlich abschätzen.
Die Diskussion bleibt offen
Natürlich könnte Guillemots Sichtweise auch von Ubisofts Geschäftsmodell beeinflusst sein. Für Publisher bieten digitale Verkäufe häufig Vorteile, da sie ohne Produktion und Vertrieb physischer Datenträger auskommen und der Weiterverkauf digitaler Spiele derzeit kaum möglich ist.
Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich Spieler nach einer möglichen vollständigen Umstellung auf digitale Spiele verhalten werden. Ob sich Sonys Strategie langfristig als richtig erweist oder tatsächlich größere Veränderungen für den Markt mit sich bringt, dürfte sich erst nach der geplanten Umsetzung im Jahr 2028 zeigen.
Fest steht jedoch schon jetzt: Die Diskussion um die Zukunft physischer Spiele gehört aktuell zu den meistdiskutierten Themen der Gaming-Branche.







Interessant. Das klingt nachvollziehbar, weil es beim PC auch so ist. Für Sammler und Leute, die Spiele weiterverkaufen, wäre das aber schade. Mal sehen, wie es 2028 läuft.