NewsResident Evil vor dem großen Ende? Capcom spricht über geheimen Zehnjahresplan

Resident Evil vor dem großen Ende? Capcom spricht über geheimen Zehnjahresplan

Steht Resident Evil vor einem gewaltigen Umbruch? Capcom-Produzent Jun Takeuchi hat in einem neuen Interview überraschende Einblicke in die langfristigen Pläne für die erfolgreiche Horror-Reihe gegeben. Demnach verfolgt das Unternehmen bereits seit Jahren eine übergreifende Strategie, bei der selbst die Reihenfolge der veröffentlichten Remakes eine wichtige Rolle spielt. Mit Resident Evil Requiem wurde offenbar ein bedeutender Abschnitt abgeschlossen. Innerhalb der nächsten zehn Jahre könnte nun die gesamte bisher aufgebaute Geschichte zu einem Abschluss kommen.

Capcom arbeitet bereits seit Jahren an einer größeren Geschichte

Seit mittlerweile 30 Jahren gehört Resident Evil zu den bekanntesten Marken der Videospielbranche. Was 1996 mit einem rätselhaften Herrenhaus begann, entwickelte sich über zahlreiche Fortsetzungen, Ableger und Neuauflagen zu einem umfangreichen Horror-Universum.

Dabei entstand die Handlung keineswegs nach einem von Anfang an festgelegten Masterplan.

Wie Executive Producer Jun Takeuchi gegenüber Yahoo Japan erklärte, wurde die Geschichte mit jeder neuen Veröffentlichung erweitert. Erst im Zusammenhang mit der Entwicklung des Remakes von Resident Evil 2 begann Capcom, eine langfristige Strategie für die Marke auszuarbeiten.

Diese sollte sich über ungefähr zehn Jahre erstrecken und sowohl neue Spiele als auch Neuauflagen älterer Teile berücksichtigen.

Besonders interessant ist dabei eine Aussage des Produzenten: Die Reihenfolge der Remakes wurde offenbar nicht ausschließlich danach bestimmt, welche Klassiker bei den Fans besonders beliebt waren.

Stattdessen soll hinter den Veröffentlichungen ein größerer erzählerischer Zusammenhang stehen.

Takeuchi deutete an, dass Spieler die Bedeutung dieser Entscheidungen möglicherweise erst erkennen werden, wenn sie sämtliche entsprechenden Titel erlebt haben.

Resident Evil Requiem markiert offenbar einen Wendepunkt

Mit Resident Evil Requiem, das am 27. Februar 2026 erschienen ist, sieht Takeuchi einen wichtigen Abschnitt dieser Strategie als abgeschlossen an.

Der neunte Hauptteil verbindet bekannte Elemente der Reihe mit neuen Charakteren und führt zugleich verschiedene Handlungsstränge aus der Vergangenheit weiter.

Besonders die Rückkehr von Leon S. Kennedy und die Einführung von Grace Ashcroft verdeutlichen, wie Capcom etablierte Figuren mit einer neuen Generation verbindet.

Nach Einschätzung von Takeuchi könnte die übergreifende Geschichte innerhalb der kommenden zehn Jahre schließlich ihren Abschluss finden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Capcom die Resident-Evil-Reihe anschließend einstellen möchte.

Der Produzent spricht vielmehr von einem erzählerischen Abschluss. Eine endgültige Entscheidung über das Ende der gesamten Marke wurde nicht angekündigt.

Auch einen konkreten Zeitpunkt für den Abschluss der Handlung nannte Takeuchi nicht. Seine Aussage beschreibt eine langfristige Perspektive und keinen verbindlichen Veröffentlichungstermin.

Die Resident Evil Remakes verfolgen offenbar ein größeres Ziel

Eine zentrale Rolle in Capcoms Strategie spielen die Neuauflagen älterer Resident-Evil-Spiele.

Mit Resident Evil 2, Resident Evil 3 und Resident Evil 4 hat das Unternehmen bereits drei wichtige Klassiker modernisiert. Dabei wurden nicht nur Grafik und Steuerung überarbeitet, sondern teilweise auch Handlungselemente verändert oder anders gewichtet.

Genau diese Änderungen könnten für die Zukunft der Reihe eine größere Bedeutung besitzen.

Takeuchi erklärte, dass Capcom langfristig darauf hinarbeitet, die Geschichten der Remakes und der neueren Hauptteile stärker miteinander zu verbinden.

Dafür werden bekannte Ereignisse teilweise neu interpretiert, ohne sämtliche Grundlagen der ursprünglichen Spiele aufzugeben.

Bislang erschienen die Neuauflagen nicht durchgehend in der chronologischen Reihenfolge ihrer Originalveröffentlichungen. So folgte auf Resident Evil 3 beispielsweise das Remake von Resident Evil 4, während andere wichtige Teile zunächst unberücksichtigt blieben.

Die neuen Aussagen legen nahe, dass diese Entscheidungen zumindest teilweise mit der langfristigen Erzählstrategie zusammenhängen könnten.

Welche konkreten Verbindungen Capcom vorbereitet, verriet Takeuchi allerdings nicht.

Resident Evil Veronica könnte eine entscheidende Rolle spielen

Besonders interessant werden die Aussagen mit Blick auf Resident Evil Veronica.

Die Neuauflage des ursprünglich im Jahr 2000 veröffentlichten Code: Veronica wurde im Juni 2026 offiziell angekündigt und soll 2027 erscheinen.

Capcom möchte damit einen wichtigen Abschnitt der ursprünglichen Geschichte modernisieren, der lange Zeit nicht im Mittelpunkt der Remake-Reihe stand.

Im Original begleiten Spieler Claire Redfield bei ihrer Suche nach ihrem Bruder Chris. Dabei werden zahlreiche Zusammenhänge rund um Umbrella, die Familie Ashford und Albert Wesker vertieft.

Gerade für die übergreifende Handlung der Serie besitzt Code: Veronica deshalb eine besondere Bedeutung.

Takeuchi deutete im Interview an, dass Spieler nach dem kommenden Remake besser verstehen könnten, warum dieser Teil mehr ist als lediglich eine zusätzliche Geschichte innerhalb des Universums.

Auch Veränderungen gegenüber der ursprünglichen Handlung sollen dabei eine Rolle spielen.

Welche Szenen oder Figuren davon betroffen sind, ist bislang nicht bekannt.

Bereits in unserer ausführlichen Vorschau zu Resident Evil Veronica haben wir die bisher bestätigten Informationen zur Neuauflage zusammengefasst.

Mehrere neue Resident Evil Spiele sind bereits vorgesehen

Trotz der Aussagen über ein mögliches Ende der übergreifenden Geschichte müssen Fans nicht befürchten, dass in den kommenden Jahren nur noch ein einziges Resident-Evil-Spiel erscheint.

Takeuchi bestätigte ausdrücklich, dass Capcom innerhalb des nächsten Jahrzehnts mehrere weitere Titel veröffentlichen möchte.

Wie viele Spiele konkret geplant sind, wollte der Produzent allerdings nicht verraten.

Auch zu den möglichen Inhalten äußerte er sich zurückhaltend, da er zukünftige Entwicklungen nicht vorwegnehmen möchte.

Damit bleibt offen, ob zunächst weitere Remakes erscheinen oder ob Capcom nach Resident Evil Requiem relativ bald den nächsten Hauptteil vorstellen wird.

Bereits seit einiger Zeit gibt es Spekulationen über zusätzliche Neuauflagen älterer Spiele. Dazu gehören unter anderem Resident Evil 0 und der erste Teil der Reihe.

Offiziell bestätigt ist gegenwärtig allerdings nur das bereits angekündigte Resident Evil Veronica.

Daneben befindet sich eine Story-Erweiterung für Resident Evil Requiem in Entwicklung. Auch sie könnte weitere Hintergründe zu den aktuellen Ereignissen liefern.

Über mögliche zusätzliche Inhalte für Veronica hatten wir ebenfalls berichtet. In unserem Artikel über einen angeblich geplanten Story-DLC für Resident Evil Veronica haben wir die entsprechenden Insiderinformationen eingeordnet. Eine offizielle Bestätigung für diese Erweiterung steht weiterhin aus.

Was könnte ein Abschluss der Geschichte überhaupt bedeuten?

Die Resident-Evil-Reihe hat im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche Figuren, Organisationen und Konflikte hervorgebracht.

Neben der Umbrella Corporation spielten beispielsweise Albert Wesker, verschiedene biologische Waffenprogramme und internationale Verschwörungen immer wieder wichtige Rollen.

Gleichzeitig entwickelten sich Charaktere wie Chris Redfield, Jill Valentine, Leon S. Kennedy und Claire Redfield über mehrere Jahrzehnte weiter.

Ein möglicher Abschluss könnte daher bedeuten, dass Capcom bestimmte noch offene Handlungsstränge endgültig beendet und die Geschichten langjähriger Figuren zusammenführt.

Ebenso denkbar wäre ein größerer Neuanfang mit einer neuen Besetzung oder einer anderen erzählerischen Ausrichtung.

Beides ist derzeit allerdings reine Spekulation.

Takeuchi hat weder konkrete Charaktere noch einen bestimmten letzten Hauptteil genannt.

Die Aussagen lassen lediglich erkennen, dass Capcom die verschiedenen Geschichten zunehmend als zusammenhängendes Gesamtbild betrachtet und auf einen größeren erzählerischen Wendepunkt hinarbeitet.

Resident Evil bleibt für Capcom wirtschaftlich enorm wichtig

Dass die gesamte Marke nach diesem möglichen Abschluss verschwinden könnte, erscheint angesichts ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wenig wahrscheinlich.

Resident Evil gehört weiterhin zu den erfolgreichsten Spielereihen von Capcom.

Nach aktuellen Unternehmenszahlen wurden weltweit inzwischen mehr als 218 Millionen Spiele der Reihe verkauft.

Allein Resident Evil Requiem erreichte seit seiner Veröffentlichung bereits rund 8,5 Millionen verkaufte Exemplare.

Auch die bisherigen Remakes tragen erheblich zum Erfolg bei. Resident Evil 2 hat mittlerweile die Marke von 20 Millionen Verkäufen überschritten, während Resident Evil 4 auf mehr als 17 Millionen Einheiten kommt.

Die Zahlen verdeutlichen, dass sowohl neue Hauptteile als auch modernisierte Klassiker weiterhin eine große Zielgruppe erreichen.

Ein erzählerischer Abschluss müsste deshalb keineswegs das Ende neuer Spiele bedeuten.

Denkbar wäre vielmehr eine Veränderung der bisherigen Geschichte, vergleichbar mit dem Neuanfang, den Capcom bereits 2017 mit Resident Evil 7 gewagt hatte.

Damals rückte mit Ethan Winters ein neuer Protagonist in den Mittelpunkt, während sich die Reihe spielerisch wieder stärker auf klassischen Survival-Horror konzentrierte.

Die nächsten Jahre könnten entscheidend werden

Mit den Aussagen von Jun Takeuchi erhält Capcoms bisherige Veröffentlichungsstrategie einen neuen Zusammenhang.

Die Remakes dienen demnach nicht ausschließlich dazu, erfolgreiche Klassiker für eine neue Konsolengeneration aufzubereiten. Sie könnten zugleich wichtige Grundlagen für zukünftige Handlungsentwicklungen schaffen.

Der nächste Schritt ist bereits bekannt: Resident Evil Veronica soll 2027 erscheinen und könnte zusätzliche Hinweise auf die langfristigen Pläne liefern.

Welche Bedeutung die bisherigen Veränderungen letztlich besitzen und wie Capcom die verschiedenen Geschichten zusammenführen möchte, bleibt vorerst offen.

Fest steht jedoch, dass der Publisher offenbar deutlich weiter vorausplant, als die einzelnen Veröffentlichungen bislang erkennen ließen.

Auch nach drei Jahrzehnten hat Resident Evil damit noch mehrere Kapitel vor sich. Ob die aktuelle Geschichte tatsächlich innerhalb der nächsten zehn Jahre abgeschlossen wird, dürfte sich erst mit den kommenden Spielen zeigen.

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