Ein Klassiker kehrt endlich zurück
Kaum ein Spiel der Resident-Evil-Reihe wurde in den vergangenen Jahren so häufig als Remake gefordert wie Resident Evil – Code: Veronica. Nachdem Capcom bereits Resident Evil 2, Resident Evil 3 und Resident Evil 4 erfolgreich modernisiert hat, richteten sich die Blicke der Community immer wieder auf den Horror-Klassiker aus dem Jahr 2000. Lange blieb es bei Gerüchten und Spekulationen – bis das Summer Game Fest 2026 endlich für Gewissheit sorgte.
Mit Resident Evil Veronica hat Capcom die Neuauflage offiziell angekündigt. Der neue Name verzichtet zwar auf den Zusatz Code, die Geschichte bleibt jedoch eng mit dem Original verbunden. Erscheinen soll das Remake im Laufe des Jahres 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC.
Auch wenn bis zum Release noch etwas Zeit vergeht, haben die Entwickler bereits zahlreiche interessante Details verraten. Vieles deutet darauf hin, dass Capcom den erfolgreichen Weg der vergangenen Remakes fortsetzen möchte – allerdings mit eigenen Ideen und einem stärkeren Fokus auf die Geschichte von Claire Redfield.
Warum Code: Veronica für Resident Evil so wichtig ist
Für viele Spieler gehört Code: Veronica bis heute zu den wichtigsten Kapiteln der gesamten Reihe. Das liegt vor allem daran, dass die Handlung die Ereignisse von Resident Evil 2 direkt weitererzählt und gleichzeitig mehrere Figuren entscheidend weiterentwickelt.
Im Mittelpunkt steht erneut Claire Redfield. Nach ihrer Flucht aus Raccoon City sucht sie weiterhin nach ihrem Bruder Chris und gerät dabei in die Fänge der Umbrella Corporation. Ihre Reise führt sie schließlich auf die abgelegene Rockfort Island, wo sie nicht nur auf gefährliche Bio-Waffen trifft, sondern auch auf die rätselhafte Ashford-Familie.
Das Original verband klassischen Survival Horror mit einer deutlich umfangreicheren Geschichte. Gleichzeitig spielte Albert Wesker nach seiner vermeintlichen Niederlage wieder eine zentrale Rolle. Viele Ereignisse, die spätere Resident-Evil-Spiele prägten, nahmen hier ihren Anfang.
Gerade deshalb wunderten sich viele Fans, warum ausgerechnet dieser Teil so lange kein Remake erhielt.
Das Team hinter Resident Evil 2 und 4 übernimmt erneut
Eine der wohl beruhigendsten Nachrichten betrifft das Entwicklerteam.
Produzent Yoshiaki Hirabayashi bestätigte, dass zahlreiche Entwickler der erfolgreichen Remakes von Resident Evil 2 und Resident Evil 4 inzwischen an Resident Evil Veronica arbeiten. Die Arbeiten begannen bereits gegen Ende der Entwicklung von Resident Evil 4 Remake, wodurch viele erfahrene Mitarbeiter nahezu nahtlos auf das neue Projekt wechseln konnten.
Auch die Führungsrollen sind bereits bekannt.
Yasuhiro Anpo übernimmt erneut die Regie, während Kazunori Kadoi als Associate Director beteiligt ist. Beide gelten innerhalb Capcoms als wichtige Köpfe hinter der modernen Ausrichtung der Serie und waren maßgeblich an den letzten großen Neuauflagen beteiligt.
Für Fans ist das ein gutes Zeichen. Schließlich gelten sowohl Resident Evil 2 Remake als auch Resident Evil 4 Remake bis heute als Paradebeispiele dafür, wie sich klassische Spiele modernisieren lassen, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.
Keine Ego-Perspektive – Capcom setzt auf Bewährtes
Der erste Trailer sorgte kurz nach seiner Veröffentlichung für reichlich Diskussionen.
Mehrere Szenen wurden aus der Ego-Perspektive gezeigt, weshalb viele Spieler vermuteten, Capcom könnte erneut auf die Ansicht aus Resident Evil 7 oder Resident Evil Village setzen.
Diese Spekulationen hielten allerdings nicht lange an.
Produzent Hirabayashi stellte klar, dass Resident Evil Veronica vollständig aus der Third-Person-Perspektive gespielt wird. Die Ego-Aufnahmen dienten ausschließlich der filmischen Inszenierung des Trailers.
Auch beim Gameplay orientiert sich das Entwicklerteam laut eigener Aussage stark am Resident Evil 2 Remake. Das bedeutet langsameres Tempo, intensive Erkundung, begrenzte Ressourcen und eine dauerhaft spürbare Bedrohung statt reiner Action.
Gerade diese Entscheidung dürfte viele langjährige Fans freuen. Denn genau dieser Mix machte Resident Evil 2 Remake für viele Spieler zu einem der besten Horror-Spiele der vergangenen Jahre.
Claire Redfield rückt wieder in den Mittelpunkt
Während Leon S. Kennedy in den vergangenen Jahren mehrfach im Mittelpunkt stand, möchte Capcom diesmal bewusst eine andere Richtung einschlagen.

Resident Evil Veronica erzählt Claires Geschichte weiter und zeigt ihren Weg nach den Ereignissen von Resident Evil 2. Ihre Suche nach Chris bildet erneut den Kern der Handlung, gleichzeitig soll ihre Persönlichkeit deutlich stärker ausgearbeitet werden als noch im Original.
Die Entwickler betonen, dass Claire keine ausgebildete Spezialagentin ist. Genau deshalb soll sie sich spielerisch anders anfühlen als Leon. Statt militärischer Routine stehen Überlebensinstinkt, Improvisation und mentale Stärke im Vordergrund.
Der erste Trailer deutet außerdem an, dass Capcom den Einstieg der Geschichte teilweise neu inszeniert. Während das Original direkt mit dem Angriff auf Umbrellas Einrichtung begann, scheint das Remake Claires persönliche Motivation stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
Sollte sich dieser Eindruck bestätigen, könnte die Geschichte emotionaler erzählt werden, ohne ihre bekannten Wendungen zu verlieren.
Die Ashford-Familie dürfte deutlich mehr Tiefe erhalten
Eine der spannendsten Fragen betrifft die Neuinterpretation der Ashford-Familie.
Bereits im Original gehörten Alfred und Alexia Ashford zu den ungewöhnlichsten Figuren der gesamten Reihe. Ihre exzentrische Art machte sie zwar unvergesslich, wirkte aus heutiger Sicht jedoch stellenweise überzeichnet.
Capcom möchte diesen Bereich offenbar modernisieren.
Die Entwickler erklärten bereits, dass psychologische Aspekte stärker herausgearbeitet werden sollen. Themen wie Besessenheit, familiärer Druck und emotionale Abhängigkeiten sollen eine größere Rolle spielen und die Figuren glaubwürdiger wirken lassen.
Gerade hier besitzt das Remake enormes Potenzial. Die technische Entwicklung der vergangenen Jahre ermöglicht deutlich realistischere Gesichtsanimationen, Mimik und Zwischensequenzen als noch vor über zwei Jahrzehnten.
Damit könnte die Geschichte erheblich an Intensität gewinnen.
Gameplay: Survival Horror statt Dauer-Action
Auch wenn Capcom bislang noch kein längeres Gameplay gezeigt hat, lässt sich anhand der bisherigen Aussagen bereits erkennen, welche Richtung das Remake einschlagen wird.

Gerade dieser Ansatz machte schon das Resident Evil 2 Remake so erfolgreich. Spieler mussten ständig entscheiden, ob sich ein Kampf wirklich lohnt oder ob es sinnvoller ist, Gegner zu umgehen und wertvolle Munition für spätere Begegnungen aufzuheben.
Sollte Capcom dieses Spielgefühl übernehmen und gleichzeitig die Besonderheiten von Code: Veronica bewahren, könnte das Remake den Nerv vieler langjähriger Fans treffen.
Das Inventarmanagement bleibt ein wichtiger Bestandteil
Wer das Original gespielt hat, erinnert sich wahrscheinlich noch an eine der größten Herausforderungen: das Inventar.
Code: Veronica war stellenweise gnadenlos. Falsch abgelegte Gegenstände oder unüberlegte Entscheidungen konnten später sogar zu unangenehmen Situationen führen. Genau dieses Ressourcenmanagement gehörte für viele zwar zum Reiz des Spiels, sorgte gleichzeitig aber auch für Frust.
Capcom hat bereits angedeutet, dass dieser Kern erhalten bleiben soll. Allerdings ist davon auszugehen, dass einige der älteren Designentscheidungen modernisiert werden. Ziel dürfte sein, den Anspruch des Originals zu bewahren, ohne Spieler unnötig zu bestrafen.
Die bisherigen Remakes haben gezeigt, dass Capcom genau dieses Gleichgewicht inzwischen sehr gut beherrscht.
Die RE Engine dürfte erneut ihre Stärken ausspielen
Technisch gehört die RE Engine seit Jahren zu den größten Stärken von Capcom.
Schon Resident Evil 2 Remake, Resident Evil 4 Remake und zuletzt Resident Evil Requiem haben eindrucksvoll gezeigt, wie detailliert Charaktere, Lichteffekte und Umgebungen mittlerweile dargestellt werden können.
Von Resident Evil Veronica darf man deshalb eine ähnliche Qualität erwarten.
Vor allem Rockfort Island könnte enorm von der modernen Technik profitieren. Verlassene Gebäude, düstere Korridore, unterirdische Anlagen und das raue Küstenklima bieten ideale Voraussetzungen für eine dichte Horror-Atmosphäre. Dynamische Beleuchtung, realistische Wettereffekte und deutlich aufwendigere Zwischensequenzen könnten viele bekannte Schauplätze völlig neu wirken lassen.
Gerade in ruhigen Momenten entsteht Horror oft nicht durch Monster, sondern durch Unsicherheit. Wenn Capcom diese Stärke erneut ausspielt, dürfte die Atmosphäre zu den größten Highlights des Spiels gehören.
Diese Figuren spielen eine zentrale Rolle
Neben Claire Redfield dürften auch zahlreiche bekannte Gesichter zurückkehren.
Chris Redfield bleibt ein wichtiger Bestandteil der Geschichte und seine Suche verbindet die beiden Geschwister erneut miteinander. Außerdem darf natürlich Albert Wesker nicht fehlen, dessen Auftritt bereits im Original entscheidend für den weiteren Verlauf der Serie war.
Besonders gespannt sind viele Fans jedoch auf Alfred und Alexia Ashford.
Beide Figuren gehören zu den ungewöhnlichsten Antagonisten der gesamten Reihe. Während ihre Darstellung im Jahr 2000 teilweise bewusst überzeichnet wirkte, bietet das Remake die Chance, ihre Beweggründe deutlich nachvollziehbarer und glaubwürdiger zu erzählen.
Sollte Capcom diesen Weg konsequent gehen, könnten gerade diese Charaktere erheblich von der Neuinterpretation profitieren.
Welche Änderungen sind gegenüber dem Original denkbar?
Capcom hat mehrfach betont, dass der Charakter des Originals erhalten bleiben soll. Gleichzeitig haben die vergangenen Remakes gezeigt, dass sich das Studio nicht davor scheut, Inhalte anzupassen oder auszubauen.
Deshalb ist durchaus denkbar, dass einzelne Schauplätze erweitert, Zwischensequenzen neu inszeniert oder einige Spielabschnitte anders aufgebaut werden.
Auch kleinere Änderungen an Rätseln oder Bosskämpfen wären keine Überraschung. Genau solche Anpassungen haben bereits Resident Evil 2 und Resident Evil 4 modernisiert, ohne den Kern der Spiele zu verändern.
Die größte Herausforderung dürfte allerdings darin bestehen, die Balance zu finden. Zu viele Veränderungen könnten langjährige Fans enttäuschen, während zu wenige Neuerungen das Remake unnötig konservativ wirken lassen würden.
Unsere Wünsche an Resident Evil Veronica
Schon jetzt macht das Remake einen vielversprechenden Eindruck. Trotzdem gibt es einige Punkte, die wir uns für die Neuauflage wünschen würden.
Ganz oben steht eine konsequent düstere Atmosphäre. Code: Veronica lebte schon damals von seinem ungewöhnlichen Setting und den beklemmenden Schauplätzen. Genau dieses Gefühl sollte auch das Remake transportieren.
Ebenso wünschen wir uns abwechslungsreichere Bosskämpfe, eine glaubwürdige Weiterentwicklung der Ashford-Familie und noch mehr Hintergrundinformationen über Claire und Chris Redfield.
Auch die Möglichkeiten des DualSense-Controllers auf der PlayStation 5 sollten genutzt werden. Unterschiedliche Widerstände beim Abfeuern der Waffen oder haptisches Feedback könnten die Immersion zusätzlich steigern.
Nicht zuletzt hoffen wir, dass Capcom den Mut besitzt, einzelne Bereiche sinnvoll auszubauen. Das Original bot bereits viele starke Ideen, ließ an einigen Stellen aber noch Potenzial liegen.
Release und Plattformen
Nach aktuellem Stand erscheint Resident Evil Veronica im Laufe des Jahres 2027 für:
- PlayStation 5
- Xbox Series X|S
- PC
- Nintendo Switch 2
Ein konkreter Veröffentlichungstermin wurde bislang noch nicht genannt. Da sich das Spiel weiterhin in Entwicklung befindet, dürfte Capcom in den kommenden Monaten weitere Informationen veröffentlichen – darunter vermutlich auch erstes Gameplay.
Häufige Fragen zum Remake
Ist Resident Evil Veronica ein Remake von Code: Veronica?
Ja. Resident Evil Veronica basiert auf Resident Evil – Code: Veronica aus dem Jahr 2000 und erzählt dieselbe Grundgeschichte in moderner Form.
Wird das Spiel in der Ego-Perspektive spielbar sein?
Nein. Capcom hat bereits bestätigt, dass das Remake vollständig auf die Schulterperspektive setzt. Die Ego-Szenen aus dem Trailer dienten lediglich der Inszenierung.
Welche Engine kommt zum Einsatz?
Wie die aktuellen Resident-Evil-Spiele entsteht auch Resident Evil Veronica mit der hauseigenen RE Engine.
Erscheint das Spiel auch für PlayStation 4?
Bislang wurde keine Version für PlayStation 4 oder Xbox One angekündigt.
PSINFO-Fazit
Resident Evil Veronica gehört schon jetzt zu den spannendsten Projekten, an denen Capcom derzeit arbeitet. Das liegt nicht nur daran, dass Fans seit vielen Jahren auf genau dieses Remake gewartet haben, sondern auch an den ersten Informationen der Entwickler.
Die Entscheidung, erneut auf das Team hinter Resident Evil 2 Remake und Resident Evil 4 Remake zu setzen, macht Hoffnung. Beide Spiele haben gezeigt, dass Capcom seine Klassiker modernisieren kann, ohne ihnen ihre Identität zu nehmen. Genau dieses Fingerspitzengefühl wird auch bei Veronica entscheidend sein.
Natürlich bleiben bis zum Release noch viele Fragen offen. Wie umfangreich werden die Änderungen an der Geschichte ausfallen? Welche Rolle werden Chris Redfield und Albert Wesker tatsächlich spielen? Und wie stark modernisiert Capcom die Ashford-Familie?
Fest steht jedoch schon jetzt: Die Grundlage stimmt.
Wenn Capcom die Atmosphäre des Originals einfängt, das Ressourcenmanagement sinnvoll modernisiert und gleichzeitig die emotionale Geschichte rund um Claire Redfield weiter ausbaut, besitzt Resident Evil Veronica das Potenzial, sich nahtlos in die Reihe der gelungenen Resident-Evil-Remakes einzureihen.
Bis wir uns selbst auf Rockfort Island wagen dürfen, wird zwar noch etwas Zeit vergehen. Doch selten hat sich das Warten auf einen Horror-Klassiker so vielversprechend angefühlt wie in diesem Fall.






