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Xbox bekommt überraschend neue Grafiktechnik und könnte bei 60 FPS deutlich aufholen

Microsofts aktuelle Xbox-Konsolen stehen vor einer interessanten technischen Aufwertung. AMD hat angekündigt, seine moderne Upscaling-Technologie FSR 4.1 auch für Xbox Series X und Xbox Series S bereitzustellen. Besonders bemerkenswert ist, dass die beiden Konsolen bereits 2020 erschienen sind und auf einer älteren Grafikarchitektur basieren. Mit dem neuen Verfahren könnten Entwickler künftig eine bessere Bildqualität erzielen oder zusätzliche Leistungsreserven nutzen. Ein automatisches Upgrade sämtlicher Spiele ist damit allerdings nicht verbunden.

AMD bringt FSR 4.1 auf Xbox Series X und Series S

Die Ankündigung erfolgte am 21. Oktober 2026 im Rahmen neuer Informationen zur Weiterentwicklung von AMDs FidelityFX Super Resolution.

Das Unternehmen erweitert die Unterstützung seiner aktuellen Upscaling-Technologie auf zusätzliche Grafikchips und Gaming-Geräte.

Neben PC-Grafikkarten der Radeon-RX-6000-Serie sollen auch die Xbox Series X und Series S von der neuen Version profitieren.

Xbox-Manager Jason Ronald bestätigte, dass Entwickler in Kürze Zugriff auf die entsprechend angepasste Technologie erhalten sollen.

Besonders interessant ist dabei, dass Microsoft und AMD gemeinsam an der Optimierung für die Konsolenhardware gearbeitet haben.

Die Xbox Series X und Series S basieren auf AMDs RDNA-2-Architektur. Diese stammt aus dem Jahr 2020 und gehört damit nicht mehr zur neuesten Generation der Grafiktechnik.

Dass dennoch eine moderne KI-basierte Upscaling-Lösung unterstützt werden soll, ist deshalb eine bemerkenswerte Entwicklung.

Ein konkretes Datum für die ersten Xbox-Spiele mit FSR 4.1 wurde allerdings noch nicht genannt.

So funktioniert die neue Grafiktechnik

FSR steht für FidelityFX Super Resolution.

Die Technologie ermöglicht es Entwicklern, ein Spiel zunächst in einer niedrigeren internen Auflösung zu berechnen und das Bild anschließend auf eine höhere Ausgabeauflösung hochzuskalieren.

Dadurch muss die Grafikeinheit weniger Bildpunkte direkt rendern.

Im Idealfall lässt sich die dadurch eingesparte Rechenleistung für eine höhere Bildrate oder aufwendigere Grafikeffekte verwenden.

Mit FSR 4 setzt AMD stärker auf Verfahren des maschinellen Lernens.

Ein trainiertes Modell hilft dabei, Bildinformationen aus verschiedenen Datenquellen zu rekonstruieren und störende Bildfehler zu reduzieren.

Die aktuelle Version FSR 4.1 baut diesen Ansatz weiter aus.

AMD verspricht Verbesserungen bei der Bildqualität und eine effizientere Ausführung auf unterstützter Hardware.

Gerade bei anspruchsvollen Szenen könnte das dazu beitragen, feine Details sauberer darzustellen und gleichzeitig die vorhandene GPU-Leistung besser auszunutzen.

Wie groß der tatsächliche Vorteil ausfällt, hängt allerdings stark vom jeweiligen Spiel und seiner technischen Umsetzung ab.

Besonders Xbox Series S könnte profitieren

Für die Xbox Series S ist die Ankündigung besonders interessant.

Die günstigere Microsoft-Konsole besitzt eine deutlich schwächere Grafikeinheit als die Xbox Series X. Deshalb müssen Entwickler bei anspruchsvollen Spielen häufig Kompromisse bei Auflösung, Bildqualität oder Bildrate eingehen.

Eine verbesserte Upscaling-Technologie könnte helfen, einige dieser Einschränkungen abzumildern.

Ein Spiel könnte beispielsweise intern weiterhin in niedriger Auflösung berechnet werden, während FSR 4.1 ein hochwertigeres Ausgabebild erzeugt.

Auch auf der Xbox Series X wären Verbesserungen denkbar.

Dort könnte die Technik insbesondere bei aufwendigen Grafikmodi mit hoher Auflösung und anspruchsvoller Beleuchtung interessant werden.

Allerdings gibt es eine entscheidende Einschränkung: Upscaling allein verdoppelt nicht automatisch die Bildrate.

Wenn ein Spiel beispielsweise stark durch seine CPU, aufwendige Simulationen oder andere technische Grenzen eingeschränkt wird, kann eine effizientere Bildrekonstruktion nur begrenzt helfen.

Auch ein fest auf 30 FPS ausgelegtes Spiel erhält nicht automatisch einen neuen 60-FPS-Modus.

Dafür müssen Entwickler die Technik gezielt einbauen und ihre Spiele entsprechend optimieren.

Die aktuelle Xbox bekommt damit neue Möglichkeiten

Viele Spieler verbinden große Grafikverbesserungen vor allem mit einer neuen Konsolengeneration.

Die Einführung moderner Upscaling-Verfahren zeigt allerdings, dass bestehende Hardware auch nach mehreren Jahren noch von Softwareentwicklungen profitieren kann.

Anders als bei einem klassischen Hardwareupgrade wird dabei kein leistungsfähigerer Grafikchip eingebaut.

Stattdessen versucht die Software, aus den vorhandenen Ressourcen ein besseres Ergebnis zu erzielen.

Für Entwickler kann das attraktiv sein, weil sie auf diese Weise mehr Spielraum bei der Gestaltung von Grafikmodi erhalten.

Ob ältere bereits veröffentlichte Titel nachträglich aktualisiert werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Microsoft hat bislang keine vollständige Spieleliste für die Xbox-Version von FSR 4.1 angekündigt.

Ebenso wenig ist bestätigt, dass sämtliche kommenden Xbox-Spiele die Technologie automatisch verwenden werden.

Auch Sony arbeitet an besserem Upscaling

Die Ankündigung erfolgt in einer Phase, in der KI-gestützte Grafikverfahren für Konsolen zunehmend wichtiger werden.

Sony setzt bei der PlayStation 5 Pro bereits auf PlayStation Spectral Super Resolution, kurz PSSR.

Das Verfahren nutzt ebenfalls maschinelles Lernen, um Bilder aus niedrigeren Renderauflösungen möglichst hochwertig darzustellen.

In Zusammenarbeit mit AMD entwickelt Sony seine Upscaling-Technologie weiter.

Damit verfolgen beide Hersteller grundsätzlich ein ähnliches Ziel: Moderne Spiele sollen trotz begrenzter Hardwareleistung eine möglichst gute Kombination aus Bildqualität und flüssiger Darstellung bieten.

Die technischen Umsetzungen unterscheiden sich allerdings.

FSR 4.1 und PSSR verwenden nicht zwangsläufig dieselben Modelle, benötigen unterschiedliche Integrationen und können je nach Spiel verschiedene Ergebnisse liefern.

Ein direkter Vergleich wäre deshalb erst anhand konkreter Anwendungen auf den jeweiligen Konsolen sinnvoll.

Dass Microsoft nun auch die ältere Xbox-Hardware mit modernen Upscaling-Verfahren versorgen möchte, könnte den technischen Wettbewerb zusätzlich beleben.

AMD erweitert gleichzeitig die PC-Unterstützung

Die Xbox-Ankündigung ist Teil einer umfassenderen technischen Offensive.

AMD hat FSR 4.1 inzwischen auch für verschiedene ältere Radeon-Grafikkarten und mobile Prozessoren verfügbar gemacht.

Dazu gehören Modelle der Radeon-RX-6000-Serie sowie ausgewählte Ryzen-AI-Prozessoren.

Für unterstützte Windows-Systeme erfolgt die Bereitstellung über den Adrenalin-Treiber 26.10.1.

Die Erweiterung ist bemerkenswert, weil FSR 4 ursprünglich für neuere Hardware entwickelt wurde und ältere Grafikgenerationen zunächst nicht vollständig unterstützt wurden.

AMD musste deshalb verschiedene Teile des Modells und seiner Ausführung anpassen.

Auch das ROG Xbox Ally und weitere tragbare Gaming-PCs sollen von der breiteren Unterstützung profitieren.

Gerade bei mobilen Geräten kann eine effizientere Bildberechnung Vorteile bieten, weil dort sowohl Rechenleistung als auch Energieverbrauch begrenzt sind.

Wann können Xbox-Spieler die neue Technik nutzen?

Noch fehlt ein genauer Veröffentlichungstermin für die ersten Spiele mit FSR 4.1 auf Xbox Series X und Series S.

Die Technologie soll zunächst Entwicklern zur Verfügung gestellt werden.

Anschließend müssen die Studios entscheiden, ob und wie sie das Verfahren in ihre Spiele integrieren.

Für Spieler bedeutet das, dass die angekündigten Verbesserungen nicht unmittelbar mit einem gewöhnlichen Konsolenupdate sichtbar werden müssen.

Auch eine Liste bereits bestätigter Xbox-Spiele liegt derzeit nicht vor.

Dennoch ist die Ankündigung für die inzwischen sechs Jahre alte Konsolengeneration bemerkenswert.

Während Microsoft bereits an seiner nächsten Xbox-Plattform Project Helix arbeitet, könnte die aktuelle Hardware durch neue Grafikverfahren weiterhin technische Verbesserungen erhalten.

Wie groß die Unterschiede in der Praxis ausfallen, werden erst kommende Spiele und unabhängige Bildqualitätsvergleiche zeigen.

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