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EA Sports FC und Pokémon plötzlich ab 16 und dahinter steckt eine überraschende Entscheidung

Bekannte Spiele wie EA Sports FC Mobile, Pokémon GO und Zenless Zone Zero bekommen in Europa strengere Alterskennzeichnungen. Die europäische Prüforganisation PEGI hat damit begonnen, bereits veröffentlichte Digitalspiele mit kostenpflichtigen Zufallsbelohnungen nachträglich neu einzustufen. Titel, die bisher teilweise für Kinder freigegeben waren, erhalten nun die Kennzeichnung PEGI 16. Hintergrund sind neue Regeln für Lootboxen und vergleichbare Spielmechaniken. Für Deutschland gibt es allerdings eine wichtige Besonderheit.

PEGI erhöht die Altersfreigabe bekannter Spiele

Die neue Entwicklung wurde am 21. Oktober 2026 durch einen Bericht von Video Games Chronicle bekannt. Connor Hinde, Policy Manager bei der britischen Games Rating Authority, bestätigte, dass die Überarbeitung bestehender Alterskennzeichnungen inzwischen angelaufen ist.

Die Maßnahme betrifft Spiele, die ausschließlich digital angeboten werden, bislang mit PEGI 3, PEGI 7 oder PEGI 12 eingestuft waren und kostenpflichtige Zufallsinhalte enthalten.

Statt der bisherigen Kennzeichnung sollen solche Titel künftig mindestens PEGI 16 erhalten. Zusätzlich erscheint ein Hinweis auf bezahlte Zufallsgegenstände.

Zu den Spielen, bei denen bereits neue Einstufungen beobachtet wurden, gehören unter anderem Pokémon GO, Pokémon Trading Card Game Pocket, Mario Kart Tour, Zenless Zone Zero und EA Sports FC Mobile.

Auch andere bekannte Free-to-play-Spiele mit entsprechenden Monetarisierungssystemen können betroffen sein.

Die Änderungen werden schrittweise in den digitalen Stores umgesetzt. Deshalb können die angezeigten Alterskennzeichnungen je nach Land und Plattform vorübergehend noch unterschiedlich ausfallen.

Warum Lootboxen plötzlich eine höhere Altersfreigabe auslösen

Der entscheidende Grund für die Änderung liegt nicht in Gewaltdarstellungen oder anderen klassischen Kriterien der Altersprüfung.

PEGI berücksichtigt inzwischen stärker sogenannte interaktive Risiken. Dazu gehören bestimmte Kaufmechaniken, Zufallsbelohnungen und weitere Systeme, die das Verhalten von Spielern beeinflussen können.

Besonders kritisch betrachtet werden Inhalte, bei denen Nutzer echtes Geld ausgeben, ohne vorher genau zu wissen, welchen virtuellen Gegenstand sie erhalten.

Das betrifft beispielsweise zufällige Kartenpakete, Charakterziehungen oder andere kostenpflichtige Belohnungssysteme.

Solche Mechaniken sind seit Jahren Gegenstand von Diskussionen über mögliche Ähnlichkeiten zum Glücksspiel. Vor allem der Umgang jüngerer Spieler mit virtuellen Währungen und wiederholten Käufen steht dabei im Mittelpunkt.

PEGI behandelt diese Systeme nun als eigenständigen Faktor bei der Alterseinstufung.

Ein Spiel kann damit eine deutlich höhere Alterskennzeichnung erhalten, obwohl sich an seiner eigentlichen Darstellung, seinen Figuren oder seiner Geschichte nichts geändert hat.

Die neuen Regeln gelten bereits seit Juni

Die strengeren PEGI-Kriterien wurden im März 2026 angekündigt und gelten seit Juni für neu eingereichte Spiele.

Neu ist, dass PEGI inzwischen auch ausgewählte bereits veröffentlichte Digitalspiele überprüft.

Die entsprechende Erweiterung wurde Anfang Oktober angekündigt. Die Umstellungen sollen im Laufe des Monats fortgesetzt werden.

Damit werden erstmals zahlreiche bekannte Spiele nachträglich von den neuen Maßstäben erfasst.

Neben kostenpflichtigen Zufallsbelohnungen berücksichtigt PEGI inzwischen auch andere Gestaltungselemente.

Zeitlich begrenzte Kaufangebote können beispielsweise eine Einstufung ab zwölf Jahren begründen. Bestimmte Blockchain- oder NFT-Systeme führen sogar zu strengeren Alterskennzeichnungen.

Auch Funktionen, die Spieler zum regelmäßigen Einloggen bewegen oder für längere Abwesenheit bestrafen, können bei der Bewertung eine Rolle spielen.

Die Entscheidung zeigt, dass sich der Jugendschutz zunehmend nicht mehr ausschließlich an sichtbaren Spielinhalten orientiert, sondern auch an den wirtschaftlichen und sozialen Mechaniken eines Spiels.

Gilt EA Sports FC jetzt auch in Deutschland ab 16?

Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig.

Die aktuelle Maßnahme betrifft zunächst ausgewählte rein digitale Veröffentlichungen. Die regulären Konsolenversionen von EA Sports FC fallen nicht automatisch unter diese nachträgliche Umstellung.

In den bisherigen Berichten wird vor allem EA Sports FC Mobile als betroffenes Spiel aufgeführt.

Hinzu kommt, dass in Deutschland die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK, für die nationalen Altersfreigaben zuständig ist.

PEGI-Kennzeichnungen gelten in zahlreichen europäischen Ländern, ersetzen aber nicht automatisch die deutsche USK-Einstufung.

Ein PEGI-16-Symbol in einem ausländischen Store bedeutet deshalb nicht, dass die betreffende deutsche Konsolenfassung plötzlich eine neue USK-Freigabe erhalten hat.

Für Eltern und Spieler ist es sinnvoll, die Alterskennzeichnung auf der jeweils genutzten Plattform zu prüfen.

Was bedeutet die Entscheidung für PlayStation-Spieler?

Auch im PlayStation Store könnten entsprechende Anpassungen sichtbar werden, wenn digital angebotene Spiele unter die neuen PEGI-Kriterien fallen.

Gerade kostenlose Online-Spiele finanzieren sich häufig über kosmetische Gegenstände, virtuelle Währungen oder zufallsbasierte Belohnungssysteme.

Ob ein bestimmter Titel tatsächlich höher eingestuft wird, hängt jedoch von seiner Monetarisierung, bisherigen Kennzeichnung und dem jeweiligen Prüfverfahren ab.

Eine höhere PEGI-Einstufung bedeutet zudem nicht automatisch, dass ein Spiel verboten oder seine Monetarisierung untersagt wird.

Es handelt sich zunächst um eine veränderte Alterskennzeichnung, die Nutzern und Eltern eine zusätzliche Orientierung bieten soll.

Auch bereits erworbene Spiele werden durch die Neubewertung nicht automatisch aus der Bibliothek entfernt.

Die aktuellen Änderungen zeigen dennoch, wie deutlich sich die Bewertung moderner Videospiele verändert.

Während früher vor allem Gewalt, Sprache und sexuelle Inhalte entscheidend waren, rücken inzwischen auch digitale Kaufmechaniken stärker in den Mittelpunkt.

Bis Ende Oktober sollen weitere Spiele entsprechend neu eingestuft werden. Welche bekannten Titel darüber hinaus betroffen sein werden, dürfte sich mit der fortschreitenden Aktualisierung der Stores zeigen.

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