Guter Ton gehört zu den Dingen, die man bei Videos häufig erst dann richtig bemerkt, wenn er fehlt. Ein modernes Smartphone kann inzwischen beeindruckende Bilder liefern, doch sobald Stimmen hallig, leise oder mehrere Meter entfernt klingen, wirkt selbst ein eigentlich gutes Video schnell weniger hochwertig. Gerade bei Interviews, Veranstaltungen oder spontanen Aufnahmen unterwegs ist deshalb ein zuverlässiges Mikrofonsystem enorm wichtig.
Genau an diesem Punkt setzt das RØDE Wireless PRO an. Das kabellose Mikrofonsystem besteht aus zwei Sendern und einem Empfänger und richtet sich zwar bereits mit seinem Namen an anspruchsvollere Nutzer, möchte die eigentliche Aufnahme aber trotzdem möglichst einfach halten. Dazu kommen Funktionen wie 32-Bit-Float-Aufzeichnung, GainAssist, Timecode, interne Aufnahmen direkt in den Sendern sowie ein ungewöhnlich umfangreicher Lieferumfang.
Das klingt zunächst nach ziemlich viel Technik. Genau deshalb war für mich eine andere Frage wichtiger: Muss ich mich mit all diesen Funktionen ständig beschäftigen oder kann ich das Wireless PRO einfach anschließen und benutzen? Die Antwort darauf fällt nach den ersten Erfahrungen ziemlich eindeutig aus. Das RØDE Wireless PRO gehört zu diesen Produkten, bei denen im Hintergrund unglaublich viel passiert, während die eigentliche Nutzung erfreulich unkompliziert bleibt. Und genau das ist die Art von Technik, die ich persönlich bevorzuge.
Schon beim Auspacken merkt man, dass RØDE hier mehr als nur drei Geräte verkauft
Bei vielen Funkmikrofonen bekommt man zunächst Sender, Empfänger, einige Kabel und vielleicht noch einen Windschutz. Alles weitere wird anschließend nachgekauft. Beim Wireless PRO verfolgt RØDE einen deutlich anderen Ansatz.

Das ist ein Punkt, den man bei einem reinen Preisvergleich schnell unterschätzen kann. Natürlich kann man ein günstigeres Funksystem kaufen und später ein Ladecase, Lavaliermikrofone und weiteres Zubehör ergänzen. Irgendwann liegt man preislich allerdings nicht mehr weit auseinander. Beim Wireless PRO hatte ich dagegen sehr schnell das Gefühl, dass hier eigentlich nichts fehlt. Genau das gefällt mir, denn wenn ich ein hochwertiges Produkt kaufe, möchte ich nicht anschließend anfangen, eine Einkaufsliste mit Zubehör anzulegen. Ich möchte das Paket öffnen, alles einrichten und loslegen können.
Verarbeitung und Design sind eher Werkzeug als Lifestyle-Gadget
Optisch bleibt das Wireless PRO ziemlich zurückhaltend. Die beiden Sender und der Empfänger besitzen das bekannte kompakte RØDE-Design. Große Touchscreens, auffällige Beleuchtung oder andere Spielereien sucht man vergeblich. Das stört mich allerdings überhaupt nicht, denn die Geräte fühlen sich ordentlich verarbeitet an und wirken wie Werkzeuge, die man regelmäßig benutzen soll.
Die integrierten Clips machen es möglich, die Sender direkt an einem Shirt, einer Jacke oder einem Kragen zu befestigen. Alternativ lassen sie sich mit den mitgelieferten Magnetclips flexibler positionieren. Gerade bei schnellen Aufnahmen funktioniert das hervorragend: Sender an die Kleidung, Empfänger anschließen und fertig.
Wer ein etwas professionelleres Erscheinungsbild möchte, kann stattdessen die mitgelieferten Lavalier-II-Mikrofone verwenden. Dann kann der eigentliche Sender beispielsweise unauffälliger an der Kleidung befestigt werden, während nur das kleine Lavaliermikrofon sichtbar bleibt. Das macht vor allem bei Interviews einen deutlichen Unterschied.
Genau so stelle ich mir die Nutzung mit einem Smartphone vor
Einer meiner wichtigsten Einsatzzwecke ist die Kombination mit einem Smartphone. Und genau hier zeigt sich sehr schnell, warum mir das Wireless PRO so gut gefällt.
Der Empfänger kann einfach per USB-C mit einem kompatiblen Smartphone verbunden werden. In meinem Fall ist das beispielsweise ein Samsung Galaxy S26 Ultra. Danach stehen die beiden Sender für die Aufnahme bereit. Das klingt banal, aber genau das möchte ich.
Ich will unterwegs nicht noch ein zusätzliches Audiointerface mitnehmen, keine komplizierten Adapterketten bauen und mich nicht erst durch fünf verschiedene Einstellungen kämpfen. Smartphone herausnehmen, Empfänger verbinden, Sender einschalten und aufnehmen. Gerade für spontane Interviews, Veranstaltungen oder einen Messebesuch ist das für mich nahezu perfekt. Das komplette Setup passt problemlos in eine kleine Tasche und ist innerhalb weniger Minuten einsatzbereit.

Gleichzeitig ist man nicht auf das Smartphone beschränkt. Das Wireless PRO lässt sich ebenfalls mit einem Notebook oder PC verwenden. Über den analogen Ausgang können außerdem klassische Kameras angeschlossen werden. Dadurch kann dasselbe Mikrofonsystem praktisch durch das komplette eigene Setup wandern. Heute nehme ich mit dem Smartphone auf, morgen vielleicht am Laptop und irgendwann mit einer Kamera. Das Mikrofon muss dafür nicht ausgetauscht werden.
Zwei Sender machen das System besonders interessant für Interviews
Die zwei Sender sind für mich einer der wichtigsten Punkte des Sets. Bei einem Interview bekommt einfach jede Person einen eigenen Sender. Dadurch befindet sich das Mikrofon direkt bei der jeweiligen Stimme und man ist nicht auf ein einzelnes Mikrofon zwischen zwei Personen angewiesen. Das sorgt nicht nur für bessere Sprachverständlichkeit, sondern macht das komplette Setup wesentlich flexibler.
Besonders praktisch ist dabei die Möglichkeit, beide Sender getrennt aufzunehmen. Wenn eine Person beispielsweise sehr leise spricht und die andere deutlich lauter, lassen sich beide Spuren später unabhängig voneinander bearbeiten. Das ist ein enormer Vorteil, denn bei einem normalen gemeinsamen Audiokanal verändert man beim Anheben der leisen Person automatisch auch die bereits laute Stimme. Mit getrennten Spuren kann jeder Gesprächspartner individuell angepasst werden, was gerade bei längeren Interviews die Nachbearbeitung erheblich erleichtert.
- Produktbeschreibung:
- Acoustic Principle: Pre-polarised pressure transducer
Polar Pattern: Omnidirectional
Frequency Range: 20 Hz – 20 kHz
Maximum SPL: 123.5 dB SPL
Equivalent Noise (A-Weighted): 22 dBA
Signal-to-noise Ratio: 72 dB
Analog Inputs: 3.5mm locking TRS (TX)
Analog Outputs: 3.5mm TRRS (RX)
Transmission Range: 260 m (line of sight)
Digital Connectivity: USB-C
Operating System Requirements: macOS 10.15 and above, Windows 10 and above, iOS 14 and above, Android 11 and above
Power Requirements: In-built rechargeable lithium-ion battery, charged via USB-C (5V, 0.4A)
Operating Time: Up to 7 hours Quelle
Die Lavalier II machen aus dem Set ein richtiges Interview-Paket
Einer der größten Unterschiede zum Wireless GO Gen 3 sind für mich die beiden bereits mitgelieferten RØDE Lavalier II.
Natürlich kann man die Sender direkt an der Kleidung befestigen. Gerade bei Reels, YouTube Shorts oder spontanen Videos ist das inzwischen absolut normal. Man sieht solche Sender mittlerweile überall. Bei einem klassischen Interview möchte ich persönlich aber nicht unbedingt einen relativ großen schwarzen Sender mitten auf dem Shirt haben.
Mit den Lavaliermikrofonen sieht das sofort professioneller aus. Der Sender kann beispielsweise am Gürtel oder etwas versteckter an der Kleidung befestigt werden, während das kleine Mikrofon an den Kragen beziehungsweise an das Shirt kommt. Das Kabel wird sicher mit dem Sender verbunden.
Vor allem gefällt mir, dass diese Lösung bereits Teil des Pakets ist. Ich muss also nicht nach einigen Tagen feststellen, dass ich eigentlich noch zwei Lavaliermikrofone kaufen möchte. Genau deshalb ist der Lieferumfang des Wireless PRO für mich ein ziemlich großer Pluspunkt.
Klangqualität: Am Ende muss eine Stimme einfach gut klingen
Bei all den Funktionen darf man natürlich das Wichtigste nicht vergessen: Wie klingt das Mikrofon überhaupt? Und genau hier liefert das Wireless PRO.
Stimmen werden klar, sauber und angenehm verständlich wiedergegeben. Der Ton wirkt natürlich und nicht künstlich aufgeblasen. Gerade bei Sprache gefällt mir das ausgesprochen gut. Es gibt Mikrofone beziehungsweise Softwarelösungen, die permanent versuchen, die Stimme besonders „radiomäßig“ klingen zu lassen. Dabei wird teilweise so stark eingegriffen, dass das Ergebnis irgendwann künstlich wirkt.
Das Wireless PRO geht einen anderen Weg. Man bekommt eine sehr gute und saubere Grundlage, mit der man anschließend bei Bedarf weiterarbeiten kann. Für mich ist das genau richtig. Bei einem guten Mikrofon soll der Zuschauer nicht permanent darüber nachdenken, wie das Mikrofon klingt. Die Stimme soll verständlich sein und sich angenehm anhören. Wenn das der Fall ist, hat das Mikrofon seinen Job gemacht.
32-Bit Float klingt kompliziert, ist im Alltag aber einfach nur beruhigend
Eine der Funktionen, die auf dem Datenblatt zunächst sehr technisch wirkt, ist die interne 32-Bit-Float-Aufzeichnung. Dabei handelt es sich meiner Meinung nach um eines der besten Features des gesamten Systems.
Die Sender können unabhängig von der eigentlichen Aufnahme auf Smartphone oder Kamera intern aufzeichnen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Audiodatei direkt beim Sprecher. 32-Bit Float bietet dabei einen sehr großen Dynamikbereich. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass sehr laute oder sehr leise Aufnahmen später wesentlich besser korrigiert werden können.
Für mich ist aber ein anderer Punkt fast noch wichtiger: Die interne Aufnahme ist ein Backup. Gerade bei Interviews kann das Gold wert sein. Stellt euch vor, ihr führt auf einer Messe ein Gespräch mit einem Entwickler, Hersteller oder anderen Interviewpartner. Das Gespräch dauert zehn Minuten und lässt sich nicht einfach wiederholen. Erst später bemerkt man, dass mit der Aufnahme am Smartphone irgendetwas nicht funktioniert hat. Normalerweise wäre das ein richtiges Problem. Beim Wireless PRO kann immer noch die interne Aufnahme des Senders vorhanden sein.
Genau deshalb würde ich diese Funktion praktisch dauerhaft aktiviert lassen. Es ist eine dieser Funktionen, die man hoffentlich niemals wirklich braucht. Wenn sie aber einmal eine wichtige Aufnahme rettet, hat sie ihren Zweck bereits erfüllt.
GainAssist passt perfekt zu meiner Art, solche Technik zu benutzen
Ein weiterer Punkt, der mir persönlich sehr gut gefällt, ist GainAssist.
Natürlich kann ich mich vor jeder Aufnahme hinsetzen und den perfekten Pegel einstellen. Ich kann beobachten, wie laut mein Gesprächspartner spricht, den Gain entsprechend anpassen und während des Interviews permanent kontrollieren, ob alles noch passt. Das ist möglich, aber ich möchte es eigentlich nicht.
Während eines Interviews möchte ich mich auf das Gespräch konzentrieren. Ich möchte meinem Gegenüber zuhören und die nächste Frage im Kopf haben. Gleichzeitig muss vielleicht noch das Smartphone oder die Kamera überwacht werden. Wenn mir das Mikrofonsystem an dieser Stelle Arbeit abnehmen kann, nehme ich diese Hilfe gerne an.
Genau dafür ist GainAssist gedacht. Das System kümmert sich automatisch darum, den Pegel in einem vernünftigen Bereich zu halten. Wer lieber komplett manuell arbeitet, kann das natürlich ebenfalls tun. Das ist grundsätzlich etwas, das mir am Wireless PRO gefällt: Es schreibt mir nicht vor, wie professionell oder kompliziert ich arbeiten muss. Ich kann viele Dinge selbst einstellen, ich kann aber auch einfach einschalten und aufnehmen.
Mehrere Sicherheitsnetze gleichzeitig
Je länger man sich mit dem Wireless PRO beschäftigt, desto mehr merkt man, dass RØDE sehr stark auf Zuverlässigkeit gesetzt hat.
GainAssist hilft bei der Pegelkontrolle, die Sender können intern in 32-Bit Float aufnehmen, es gibt unterschiedliche Routing-Möglichkeiten und ein Safety Channel kann ebenfalls eingesetzt werden. Selbst bei einem Problem mit der Funkübertragung befindet sich die Aufnahme im besten Fall weiterhin auf dem Sender.
Gerade bei Content, der sich problemlos neu aufnehmen lässt, ist das vielleicht nicht besonders wichtig. Wenn ich einen Satz in einem Produktvideo falsch aufnehme, spreche ich ihn einfach noch einmal. Bei einem Interview sieht das anders aus. Das Gespräch ist vorbei, der Interviewpartner fährt nach Hause und anschließend lässt sich nichts mehr wiederholen. Genau dort machen diese Sicherheitsfunktionen plötzlich sehr viel Sinn.
Reichweite ist beeindruckend, aber für meinen Alltag fast zweitrangig
RØDE gibt unter optimalen Bedingungen bei freier Sicht eine Funkreichweite von bis zu 260 Metern an. Das klingt beeindruckend und zeigt, wie leistungsfähig das Funksystem grundsätzlich ist.
Für meinen persönlichen Einsatz ist dieser Wert aber ehrlich gesagt gar nicht besonders entscheidend. Ich werde kaum ein Interview führen, bei dem die andere Person 200 Meter entfernt steht. Viel wichtiger ist, dass das System bei normalen Abständen zuverlässig funktioniert. Wenn ich mit dem Smartphone filme und mein Gesprächspartner einige Meter entfernt steht oder sich bewegt, möchte ich mich auf die Funkverbindung verlassen können.
Dafür bietet das Wireless PRO mehr als genug Reserven. Natürlich können Mauern, Menschenmengen oder andere Funknetze eine Verbindung beeinträchtigen. Das gilt praktisch für jedes Funksystem. Und genau an dieser Stelle gefällt mir wieder die interne Aufnahme. Selbst wenn es tatsächlich einmal zu einem Funkproblem kommen sollte, ist nicht zwangsläufig die komplette Aufnahme verloren.
Wind bleibt Wind – aber das Zubehör ist bereits dabei
Wer draußen aufnimmt, kennt das Problem. Wind kann selbst eine ansonsten perfekte Sprachaufnahme innerhalb von Sekunden ruinieren. RØDE liefert entsprechende Fellwindschützer direkt mit.

Keine aggressive Geräuschunterdrückung – für mich kein großes Problem
Was das Wireless PRO nicht bietet, ist eine extrem aggressive KI-Geräuschunterdrückung, wie sie inzwischen bei einigen anderen Systemen zu finden ist. Auf einer sehr lauten Straße wird also nicht plötzlich jedes Auto verschwinden, und auf einer Messe wird man auch weiterhin etwas von der Umgebung hören.
Das kann man kritisieren. Ich persönlich sehe es etwas entspannter. Solche Filter können sehr praktisch sein, aber sie verändern teilweise auch die Stimme. Wenn die Geräuschunterdrückung zu stark arbeitet, klingt Sprache schnell dünn, digital oder unnatürlich. Mir ist ein gutes Ausgangssignal lieber, das ich bei Bedarf später bearbeiten kann.
Trotzdem wäre eine optional zuschaltbare hochwertige Geräuschreduzierung für eine zukünftige Generation durchaus interessant.
Das Smart Charging Case ist viel wichtiger, als es zunächst klingt
Eine meiner Lieblingskomponenten des gesamten Pakets ist tatsächlich nicht einmal das Mikrofon selbst, sondern das Ladecase.
Das klingt zunächst ziemlich unspektakulär, ist im Alltag aber extrem praktisch. Nach einer Aufnahme kommen beide Sender und der Empfänger einfach wieder ins Case. Dort sind sie geschützt und werden gleichzeitig geladen. Ich muss nicht drei USB-Kabel herauskramen und jedes Gerät einzeln laden.
Gerade wenn man unterwegs arbeitet, macht das einen großen Unterschied. Case öffnen, Geräte herausnehmen und aufnehmen. Nach der Aufnahme alles wieder hineinlegen und fertig. Genau so sollte ein mobiles System funktionieren.
Spätestens hier merkt man auch wieder einen der Unterschiede zum Wireless GO Gen 3. Dort bekommt man zwar ebenfalls ein sehr leistungsfähiges Mikrofonsystem, aber das vollständige Ladecase gehört nicht automatisch zum normalen Paket. Beim PRO ist es direkt dabei.
Akkulaufzeit passt zum mobilen Einsatz
Die einzelnen Komponenten bieten genug Laufzeit für mehrere Stunden Aufnahme. Zusammen mit dem Ladecase lässt sich das Set außerdem unterwegs wieder nachladen. Damit sollte man problemlos durch normale Interviews, Drehs oder Veranstaltungen kommen.
Viel wichtiger finde ich allerdings, dass das Ladeverhalten so unkompliziert ist. Denn eine theoretisch fantastische Akkulaufzeit bringt wenig, wenn man regelmäßig vergisst, drei einzelne Geräte aufzuladen. Das Case reduziert genau dieses Risiko. Man gewöhnt sich ziemlich schnell daran, alles nach der Benutzung wieder hineinzuwerfen, und damit ist das System beim nächsten Einsatz normalerweise wieder bereit.
Timecode ist eine Funktion, die ich heute nicht unbedingt brauche – morgen vielleicht schon
Das Wireless PRO unterstützt außerdem Timecode. Das ist eine der Funktionen, die den Unterschied zwischen dem Wireless PRO und dem Wireless GO Gen 3 besonders deutlich macht.
Für eine normale Aufnahme mit einem Smartphone brauche ich Timecode wahrscheinlich nicht. Interessant wird es, wenn mehrere Kameras beziehungsweise verschiedene Aufnahmegeräte gleichzeitig verwendet werden. Dann hilft Timecode dabei, Bild und Ton später deutlich einfacher miteinander zu synchronisieren.
Für meinen aktuellen normalen Einsatz wäre das kein Grund, allein deshalb das PRO zu kaufen. Aber ich finde es trotzdem gut, die Funktion zu haben. Denn so muss ich mein Mikrofonsystem nicht austauschen, wenn meine Produktionen irgendwann etwas komplexer werden. Das Wireless PRO kann mitwachsen.
RØDE Central – einmal einrichten und danach einfach benutzen
Zum Wireless PRO gehört außerdem RØDE Central, die kostenlose Begleitsoftware von RØDE. Sie ist für Windows und macOS erhältlich, zusätzlich gibt es eine mobile Version für iOS und Android. Das Wireless PRO wird offiziell unterstützt. Über die Software lassen sich die Geräte konfigurieren, Funktionen aktivieren oder deaktivieren und Firmware-Updates installieren.
Für mich passt RØDE Central ziemlich gut zum gesamten Konzept des Wireless PRO. Ich möchte nicht während jeder Aufnahme ständig durch kleine Menüs am Empfänger klicken. Stattdessen kann ich das Set einmal in Ruhe einrichten und anschließend einfach benutzen. Über Central lassen sich unter anderem Gain-Einstellungen anpassen, der Safety Channel aktivieren, verschiedene Aufnahmemodi konfigurieren und die internen Aufzeichnungen verwalten. Auch die Einstellungen für den Timecode werden dort vorgenommen.

Auch Firmware-Updates sollte man nicht ignorieren. RØDE empfiehlt sogar ausdrücklich, das Wireless PRO bei der ersten Einrichtung über RØDE Central auf den aktuellen Stand zu bringen. Praktisch ist dabei das Ladecase: Sender und Empfänger können darin gemeinsam mit dem Computer verbunden und aktualisiert werden, anstatt jedes Gerät einzeln anzuschließen. Inzwischen lassen sich kompatible Geräte der aktuellen Wireless-Serie außerdem auch über RØDE Central Mobile aktualisieren.

Kleine Besonderheit für iPhone-Nutzer: RØDE hat inzwischen auch eine Direct-Connect-Funktion, mit der kompatible Wireless-Sender direkt mit einem Mobilgerät verbunden werden können. Für Android ist die dafür benötigte RØDE-Capture-App derzeit allerdings noch nicht verfügbar. Für mein S26 Ultra bleibt deshalb der normale Weg über den Wireless-PRO-Empfänger per USB-C die relevante und ohnehin unkomplizierte Lösung.
RØDE Central zeigt, wie viele Möglichkeiten eigentlich im System stecken
Wer tiefer in die Einstellungen einsteigen möchte, kann RØDE Central verwenden. Darüber lassen sich unter anderem Firmware-Updates durchführen und verschiedene Funktionen konfigurieren.
Am Anfang würde ich mir tatsächlich einmal etwas Zeit nehmen, das komplette Set ordentlich einzurichten. Firmware aktualisieren, interne Aufnahme aktivieren, Routing prüfen und die wichtigsten Optionen einstellen. Danach muss man dort aber nicht ständig unterwegs sein.
Das gefällt mir. Ich möchte solche Software einmal vernünftig konfigurieren und anschließend einfach mit dem Produkt arbeiten. Genau das ist hier möglich.
Das Display könnte allerdings moderner sein
Einen wirklichen Kritikpunkt habe ich bei der Bedienung. Das Display des Empfängers ist relativ klein.
Es zeigt die wichtigsten Informationen und funktioniert grundsätzlich gut. Im Vergleich zu einigen moderneren Systemen mit größerem Touchscreen wirkt es allerdings ein wenig altmodisch. Auch die Bedienung über die Tasten könnte teilweise komfortabler sein.
Das ist für mich kein großes Problem, weil ich nicht während jeder Aufnahme ständig durch Menüs navigiere. Trotzdem wäre ein etwas größeres Display mit modernerer Bedienung bei einem zukünftigen Wireless PRO eine sinnvolle Verbesserung.
Wireless GO Gen 3 gegen Wireless PRO – beide sind gut, aber ich würde das PRO behalten
Besonders interessant ist natürlich der Vergleich mit dem ebenfalls aktuellen Wireless GO Gen 3. Denn das kleinere System ist inzwischen erstaunlich leistungsfähig. Auch dort bekommt man zwei Sender, GainAssist, interne 32-Bit-Float-Aufnahmen und eine große Funkreichweite. Rein auf die grundlegende Mikrofontechnik bezogen, liegen beide Systeme deshalb viel näher zusammen, als man vielleicht vermutet.
Der Unterschied zeigt sich beim Gesamtpaket. Beim Wireless PRO bekomme ich zusätzlich das Smart Charging Case, zwei Lavalier II, die Magnetclips, Timecode und insgesamt deutlich mehr Zubehör. Genau deshalb würde ich persönlich das Wireless PRO nehmen. Nicht weil das Wireless GO Gen 3 schlecht wäre – im Gegenteil, das GO Gen 3 ist richtig gut. Beim PRO habe ich nur stärker das Gefühl, anschließend mit dem Thema fertig zu sein.
Ich muss nichts nachkaufen und kann Smartphone, PC und Kamera gleichermaßen verwenden. Einfache Videos funktionieren genauso wie Interviews, und wenn ich später etwas aufwendiger produzieren möchte, stehen Funktionen wie Timecode bereits zur Verfügung. Genau dieses Gesamtpaket macht für mich den entscheidenden Unterschied.
Für mich zählt am Ende etwas anderes als das Datenblatt
Man kann beim Wireless PRO sehr lange über technische Daten sprechen: 32-Bit Float, 260 Meter Reichweite, Timecode, GainAssist, interner Speicher oder zwei Sender. All das ist wichtig.
Aber nach einiger Zeit bleibt für mich eigentlich ein anderer Eindruck hängen: Das Ding funktioniert einfach.
Und das ist für mich persönlich fast wichtiger als irgendeine einzelne technische Angabe. Ich bin kein Nutzer, der vor jeder Aufnahme eine halbe Stunde damit verbringen möchte, sein Mikrofonsystem einzustellen. Ich möchte guten Ton, Zuverlässigkeit und ein Produkt, das ich aus der Tasche nehmen, anschließen und benutzen kann. Genau das liefert mir das Wireless PRO.
Ein System, das sich im Hintergrund hält
Das beste Kompliment, das ich einem technischen Produkt machen kann, ist eigentlich ziemlich simpel: Nach einiger Zeit denke ich nicht mehr darüber nach.
Das Produkt wird einfach benutzt. Genau so fühlt sich das Wireless PRO an. Man nimmt die Sender aus dem Case, verbindet den Empfänger, startet die Aufnahme und konzentriert sich anschließend auf den eigentlichen Inhalt, das Interview oder den Gesprächspartner.
Und genau das sollte gute Technik meiner Meinung nach tun.
Fazit – für mich eines dieser Produkte, bei denen einfach alles zusammenpasst
Das RØDE Wireless PRO hat mich wirklich begeistert. Nicht weil es irgendein einzelnes Feature bietet, das alles andere komplett in den Schatten stellt. Vielmehr ist es die Kombination aus sehr guter Audioqualität, einfacher Bedienung, durchdachten Sicherheitsfunktionen und einem außergewöhnlich vollständigen Lieferumfang.
Ich kann es direkt mit meinem Smartphone verwenden, damit Interviews mit zwei Personen aufnehmen und bekomme zwei hochwertige Lavaliermikrofone direkt dazu. Dazu kommt ein Ladecase, in dem das gesamte System gleichzeitig verstaut und geladen wird. Falls bei einer wichtigen Aufnahme tatsächlich etwas schiefgeht, stehen mir mit den internen 32-Bit-Float-Aufnahmen zusätzliche Sicherungen zur Verfügung.
Gleichzeitig zwingt mich das Wireless PRO nicht dazu, mich permanent mit professioneller Audiotechnik zu beschäftigen. Wer möchte, kann tief in Timecode, Routing, manuelle Pegel und weitere Einstellungen einsteigen. Wer das nicht möchte, kann den Empfänger anschließen, die Sender einschalten und einfach aufnehmen. Und genau darin liegt für mich die größte Stärke.
Ich möchte Technik, die meine Arbeit einfacher macht. Das Wireless PRO macht genau das.
Natürlich gibt es kleinere Kritikpunkte. Das Display könnte größer und moderner sein. Eine optional zuschaltbare Geräuschunterdrückung wäre ebenfalls interessant. Aber wenn ich das komplette Paket betrachte, fällt es mir schwer, wirklich gravierende Schwächen zu finden.
Das Wireless GO Gen 3 ist bereits ein hervorragendes System und für viele Nutzer wahrscheinlich vollkommen ausreichend. Wenn ich mich aber zwischen beiden entscheiden müsste, würde ich ohne große Diskussion das Wireless PRO behalten. Es ist einfach das rundere, vollständigere und langfristig flexiblere Paket.
PSINFO Bewertung
| Bereich | Wertung |
|---|---|
| Verarbeitung | 9,0/10 |
| Klangqualität | 9,0/10 |
| Bedienung | 9,0/10 |
| Ausstattung | 10/10 |
| Funktionen | 10/10 |
| Mobilität | 9,5/10 |
| Lieferumfang | 10/10 |
| Preis-Leistung | 9,5/10 |
| Gesamtwertung | 9,5/10 |
9,5 von 10 – Hervorragend
Positiv: Sehr gute und natürliche Sprachqualität, unkomplizierte Einrichtung, zwei Sender, interne 32-Bit-Float-Aufzeichnung, GainAssist, Timecode, hohe Funkreichweite, zwei Lavalier II, Smart Charging Case, sehr umfangreicher Lieferumfang und flexible Nutzung mit Smartphone, Computer und Kamera.
Negativ: Das Display des Empfängers könnte größer und moderner sein, die Bedienung wirkt teilweise etwas klassisch und eine optionale aktive Geräuschunterdrückung wäre eine sinnvolle Ergänzung.
Hinweis: Das RØDE Wireless PRO wurde uns für diesen Test zur Verfügung gestellt. Auf Inhalt und Bewertung hatte dies selbstverständlich keinen Einfluss.















Klingt gut für Interviews und Smartphone-Aufnahmen. Die Reichweite ist mehr als genug für den Alltag.
Interessanter Test. Zwei Sender und Lavalier im Paket sind nützlich. Das kleine Display könnte moderner sein.