Die Gaming-Woche vom 7. bis 13. September 2026 hatte gleich mehrere Themen, die weit über eine gewöhnliche Nachrichtenlage hinausgingen. GTA 6 lieferte erneut fast täglich neue Details, Marvel’s Wolverine musste sich kurz vor dem PS5-Release den ersten internationalen Tests stellen und ausgerechnet Hideo Kojimas PHYSINT wechselte von PlayStation zu Xbox. Zum Wochenende setzte Blizzard mit der BlizzCon 2026 noch einen drauf und kündigte unter anderem Diablo V sowie die Rückkehr von StarCraft als Open-World-Shooter an.
Auch abseits dieser großen Namen war einiges los. Star Wars Zero Company setzte seinen starken Start fort, Until Dawn 2 überraschte mit einem ungewöhnlich niedrigen Preis und die Diskussion darüber, was Spieler bei digitalen PlayStation-Käufen tatsächlich besitzen, bekam neues Material.
Wir fassen die wichtigsten Meldungen der vergangenen sieben Tage noch einmal zusammen.
GTA 6 bleibt praktisch jeden Tag ein Thema
Es ist inzwischen fast unmöglich, einen Wochenrückblick ohne GTA 6 zu schreiben. Auch diesmal sorgte Rockstars kommendes Open-World-Spiel an mehreren Tagen für neue Schlagzeilen.
Besonders interessant waren weitere Details darüber, wie stark die Spielwelt auf Jason und Lucia reagieren soll. Berichte aus einer von Rockstar ermöglichten Präsentation beschreiben ein sogenanntes Criminal Profile, das offenbar nicht einfach zwischen gutem und schlechtem Verhalten unterscheidet. Stattdessen soll GTA 6 stärker berücksichtigen, wie Spieler Verbrechen ausführen und wie rücksichtslos sie dabei vorgehen.
Dazu passen neue Informationen über NPCs. Sichtbar getragene Waffen sollen Passanten und Polizeibeamte deutlich stärker wahrnehmen als noch in GTA 5. Große Waffen lassen sich offenbar nicht einfach unbemerkt mit sich herumtragen, wodurch bereits die Wahl der Ausrüstung Konsequenzen für das Verhalten der Umgebung haben könnte.
Eine weitere lange diskutierte Vermutung ist inzwischen ebenfalls geklärt: GTA 6 besitzt tatsächlich eine Kapitelstruktur. Rockstar-North-Entwicklungschef Rob Nelson bestätigte, dass große Schlüsselmissionen als Wendepunkte dienen und Jason sowie Lucia durch verschiedene Abschnitte der Geschichte führen. Wie viele Kapitel es geben wird, bleibt dagegen weiterhin offen.
Collector’s Edition oder nur ein aufwendiges Pressepaket?
Für zusätzliche Diskussionen sorgten Fotos einer auffällig großen schwarzen GTA-6-Box mit „Vice City Leonida“-Aufschrift. Ein angeblicher früherer Mitarbeiter eines Verpackungsunternehmens in Mexiko behauptete, an der Produktion gearbeitet zu haben.
Die Bilder unterscheiden sich von den zahlreichen Fanarts, die seit Monaten durch soziale Netzwerke wandern, weil offenbar mehrere identische Verpackungen in einer Produktionsumgebung zu sehen sind. Ein Beweis für eine echte Collector’s Edition ist das trotzdem nicht. Rockstar hat bislang lediglich Standard und Ultimate Edition offiziell angekündigt.
Ebenso denkbar wäre ein aufwendiges Presse- oder Influencer-Paket für die heiße Phase der Marketingkampagne. Gerade Rockstar hat in der Vergangenheit bereits separate Sammlerboxen verkauft, bei denen das eigentliche Spiel nicht enthalten war.
Wie extrem das Interesse an GTA 6 inzwischen geworden ist, zeigte zusätzlich der laufende Rechtsstreit zwischen Rockstar und ehemaligen Mitarbeitern. Nach Rockstars Darstellung sollen Personen Drohnen an Gebäuden des Studios vorbeigeflogen haben, um durch Fenster Entwicklungsinhalte aufzunehmen. Das Unternehmen habe darauf unter anderem mit Sichtschutz reagiert. Außerdem soll es in den vergangenen Wochen Erpressungsversuche durch Hacker gegeben haben.
Der eigentliche Prozess dreht sich allerdings um die Entlassung früherer Beschäftigter. Die Gewerkschaft IWGB wirft Rockstar vor, Mitarbeiter wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten entlassen zu haben. Rockstar bestreitet das und verweist auf Verstöße gegen Vertraulichkeitsregeln. Das Gericht muss klären, welche Darstellung zutrifft.
Unabhängig davon zeigt die Geschichte, welche Dimension die Jagd nach GTA-6-Informationen angenommen hat.
Marvel’s Wolverine bekommt deutlich gemischtere Wertungen als erwartet
Das zweite große PlayStation-Thema der Woche war Marvel’s Wolverine. Am 10. September fiel das Review-Embargo und erstmals konnten wir sehen, wie internationale Redaktionen Insomniacs neues PS5-Spiel einschätzen.
Zum Start der Wertungen lag Wolverine bei Metacritic bei 77 Punkten. OpenCritic fiel etwas freundlicher aus, dennoch blieb das Ergebnis deutlich unter den letzten großen Insomniac-Produktionen. Marvel’s Spider-Man, Miles Morales, Ratchet & Clank: Rift Apart und Spider-Man 2 lagen allesamt klar darüber.
Die Reviews zeigen allerdings keinen klassischen Verriss. Viele Tester loben Logans Darstellung, die wuchtigen Kämpfe, die technische Präsentation und die bewusst brutalere Inszenierung. Kritik gibt es vor allem an fehlender spielerischer Abwechslung, einer teilweise sehr linearen Struktur und einem Kampfsystem, das seine wichtigsten Ideen für manche Redaktionen zu früh offenlegt.
Auch unser eigener Test kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Wolverine ist stark inszeniert und besitzt eine Hauptfigur, die hervorragend funktioniert. Spielerisch erreicht das Abenteuer für uns allerdings nicht durchgehend das Niveau, das Insomniac mit seinen besten Spielen vorgelegt hat.
Für Sony sind die Wertungen trotzdem wichtig. Wolverine gehört zu den wichtigsten eigenen PS5-Veröffentlichungen des Jahres und erscheint am 15. September.
Sony verliert PHYSINT und Xbox übernimmt Kojimas Prestigeprojekt
Die wahrscheinlich überraschendste PlayStation-Meldung der Woche kam von Hideo Kojima.
PHYSINT wurde 2024 noch prominent als gemeinsames Projekt von Kojima Productions und Sony Interactive Entertainment angekündigt. Nun ist PlayStation ausgestiegen und Xbox übernimmt die Veröffentlichung des Action-Spionagespiels. Kojima erklärte, dass sein Studio im Juni darüber informiert worden sei, dass PlayStation das Projekt stoppen wolle. Kojima Productions suchte daraufhin nach einem neuen Partner und fand ihn bei Microsoft.
Damit arbeitet Kojima künftig nicht nur bei OD, sondern auch bei PHYSINT eng mit Xbox zusammen.
Einen Tag später wurde die Geschichte noch interessanter. Ein Bericht von Bloomberg-Journalist Jason Schreier nannte mögliche Hintergründe für Sonys Entscheidung. Demnach soll PHYSINT interne Entwicklungsziele verpasst haben und auf dem Weg gewesen sein, das ursprünglich geplante Budget deutlich zu überschreiten.
Hinzu kamen laut dem Bericht Zweifel an der Wirtschaftlichkeit. Sony soll nicht bereit gewesen sein, weitere Hunderte Millionen Dollar in ein Projekt zu investieren, bei dem eine dauerhafte PlayStation-Exklusivität nicht garantiert gewesen wäre. Auch die kommerzielle Leistung der bisherigen Death-Stranding-Spiele soll intern eine Rolle gespielt haben. Sony und Kojima Productions haben diese Hintergründe selbst nicht öffentlich bestätigt.
Damit wirkt der Wechsel zu Xbox weniger wie eine spontane Trennung und eher wie das Ergebnis einer längeren wirtschaftlichen Neubewertung.
Für PlayStation bleibt es trotzdem ein bemerkenswerter Verlust. PHYSINT wurde ursprünglich als Prestigeprojekt vorgestellt und sollte Kojima zurück in das Action-Spionage-Genre bringen, mit dem sein Name seit Metal Gear besonders eng verbunden ist.
Until Dawn 2 überrascht ausgerechnet beim Preis
Während Wolverine für 79,99 Euro startet, geht Sony bei Until Dawn 2 einen überraschend anderen Weg.
Die Standard Edition der neuen PS5-Fortsetzung kostet lediglich 49,99 Euro. Die Digital Deluxe Edition liegt bei 59,99 Euro. Damit ist das komplett neue Until Dawn 2 sogar günstiger als das 2024 veröffentlichte Remake des ersten Spiels, das regulär für 69,99 Euro angeboten wurde.
Warum Sony den Titel deutlich niedriger positioniert, wurde nicht erklärt. Rückschlüsse auf Umfang oder Qualität wären deshalb verfrüht.
Interessant ist die Entscheidung trotzdem. In einer Zeit, in der große Konsolenspiele häufig 70 oder 80 Euro kosten, zeigt Sony zumindest bei diesem Projekt, dass nicht jede eigene PS5-Produktion automatisch am oberen Ende des Preisrahmens landen muss.
Until Dawn 2 erscheint am 28. Januar 2027 exklusiv für PlayStation 5.
Star Wars Zero Company entwickelt sich zum Überraschungserfolg
Auch Star Wars Zero Company lieferte in dieser Woche gute Nachrichten. Das Taktikspiel von Bit Reactor schaffte es nach nur wenigen Verkaufstagen direkt auf Platz eins der offiziellen deutschen game Charts für August. Für uns gehört die Mischung aus Star Wars und XCOM-Taktik ohnehin zu den positiven Überraschungen des Jahres.
Patch 1.1 beseitigte zudem den besonders ärgerlichen Fehler, durch den Angriffe selbst bei angezeigten 100 Prozent Trefferchance verfehlen konnten.
BlizzCon 2026 bringt Diablo V und die Rückkehr von StarCraft
Zum Wochenende verlagerte sich die Aufmerksamkeit nach Anaheim.
Blizzard nutzte die BlizzCon 2026 für mehrere ungewöhnlich große Ankündigungen. An erster Stelle steht Diablo V. Der nächste Hauptteil soll im Frühjahr 2029 erscheinen und beginnt mit einer ungewöhnlichen Ausgangslage: Sanctuary ist bereits gefallen und Diablo hat gewonnen. Blizzard bestätigte außerdem erste Klassen und kündigte an, in den kommenden Jahren regelmäßig weitere Informationen zu veröffentlichen.
Fast genauso überraschend ist die Rückkehr von StarCraft.
Statt StarCraft 3 als klassisches Echtzeitstrategiespiel anzukündigen, entwickelt Blizzard einen Open-World-Shooter. Das Projekt soll im Frühjahr 2030 erscheinen. Damit bestätigen sich jahrelange Berichte darüber, dass Blizzard erneut versucht, das StarCraft-Universum in ein Actionspiel zu verwandeln.
Die Entscheidung dürfte innerhalb der Community noch lange diskutiert werden. StarCraft gehört schließlich zu den prägendsten Echtzeitstrategieserien überhaupt. Gleichzeitig bietet das Universum mit Terranern, Protoss und Zerg reichlich Material für ein großes Actionspiel.
Warcraft III bekommt nach 23 Jahren noch einmal eine neue Kampagne
Eine der schönsten Überraschungen der BlizzCon richtet sich dagegen an langjährige Warcraft-Fans.
Mit Forsaken Kingdom veröffentlichte Blizzard eine komplett neue Kampagne für Warcraft III: Reforged. Sie schlägt eine Brücke zwischen Warcraft III und World of Warcraft und konzentriert sich unter anderem auf Sylvanas, die Verlassenen und die Entstehung von Undercity.
Besonders ungewöhnlich ist der Zeitpunkt: Seit The Frozen Throne sind mehr als zwei Jahrzehnte vergangen.
Zusammen mit der Kampagne erhält Warcraft III außerdem technische Verbesserungen und einen neuen Grafikmodus. Als wäre das für ein Wochenende noch nicht genug, bestätigte Blizzard zusätzlich eine animierte Diablo-Serie bei Netflix. Einen Veröffentlichungstermin gibt es noch nicht.
Damit gehörte die BlizzCon ohne Frage zu den größten Ereignissen der Woche.
Gerüchte der Woche: Uncharted sorgt wieder für Diskussionen
Natürlich kam auch die Gerüchteküche nicht zu kurz.
Ein angeblicher Leak zu einem Remake von Uncharted: Drake’s Fortune versprach eine massiv vergrößerte Insel, ein neues Kampfsystem, zusätzliche Szenen mit Nathan Drake und Elena sowie sogar Hinweise auf Uncharted 5.
Das klingt spektakulär, besitzt aktuell aber eine ausgesprochen schwache Quellenlage.
Die Behauptungen gehen auf einen anonymen und inzwischen gelöschten 4chan-Beitrag zurück. Der Nutzer, der die Informationen auf Reddit zusammenfasste, konnte die angeblich veröffentlichten Entwicklungsbilder nicht liefern. Belastbare Beweise gibt es deshalb weiterhin nicht.
Interessant bleibt das Gerücht trotzdem, weil Sony in der Vergangenheit tatsächlich über ein Remake des ersten Uncharted nachgedacht hatte. Das macht den aktuellen Leak aber nicht automatisch glaubwürdiger.
Bis eine seriösere Quelle nachlegt, sollte die Geschichte genau dort bleiben, wo sie hingehört: in der Gerüchteküche.
Die kommende Woche startet direkt mit Wolverine
Ruhiger wird es in den nächsten Tagen kaum.
Marvel’s Wolverine erscheint am 15. September exklusiv für PlayStation 5. Damit können Spieler selbst überprüfen, ob sie die Kritikpunkte der internationalen Reviews teilen oder Insomniacs direkteres Actionspiel stärker überzeugt.
Ebenfalls am 15. September startet mit HOUR ZERO die vierteilige Live-Action-Vorgeschichte zu ACE COMBAT 8: WINGS OF THEVE.
Am 17. September startet außerdem Season 6 von Call of Duty: Black Ops 7 und Warzone. Besonders auffällig ist die große DOOM-Kooperation, bei der der Doom Slayer als eigener Operator ins Spiel kommt.
Und am 18. September beginnt der Vorabzugang zu EA SPORTS FC 27 für Käufer der entsprechenden Editionen.
Die zweite Septemberhälfte nimmt damit unmittelbar Fahrt auf.
Eine Woche zwischen großen Abschieden und überraschenden Comebacks
Unterm Strich war die Woche vom 7. bis 13. September ungewöhnlich abwechslungsreich.
GTA 6 dominierte erneut viele Diskussionen, diesmal aber nicht nur wegen neuer Gameplay-Details. Die Gerüchte um eine mögliche Collector’s Edition, die bestätigte Kapitelstruktur und Rockstars Aussagen über extreme Sicherheitsprobleme zeigten drei völlig unterschiedliche Seiten des wohl meistbeobachteten Spiels der Branche.
Für PlayStation war PHYSINT wahrscheinlich die unangenehmste Geschichte. Ein Projekt, das Sony selbst groß angekündigt hatte, wandert zu Xbox und neue Berichte deuten darauf hin, dass hinter dem Bruch vor allem Kosten, Termine und wirtschaftliche Zweifel standen.
Marvel’s Wolverine lieferte unterdessen keine katastrophalen, aber überraschend gemischte Wertungen und steht nun unmittelbar vor seinem Release.
Und dann kam Blizzard.
Diablo V, ein Open-World-StarCraft, eine neue Warcraft-III-Kampagne nach mehr als zwei Jahrzehnten und eine Diablo-Serie bei Netflix hätten einzeln bereits für Schlagzeilen gereicht. Zusammen machten sie die BlizzCon zu einem der größten Gaming-Ereignisse dieser Septemberwoche.
Langweilig dürfte es auch in KW 38 nicht werden.
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