NewsThe Last of Us Online soll Naughty Dog hunderte Millionen gekostet haben

The Last of Us Online soll Naughty Dog hunderte Millionen gekostet haben

Das eingestellte The Last of Us Online könnte für Naughty Dog deutlich größere Folgen gehabt haben als bislang bekannt. Einem neuen Bericht zufolge soll Sony mehrere hundert Millionen Dollar in das ambitionierte Multiplayer-Projekt investiert haben, bevor die Entwicklung Ende 2023 offiziell beendet wurde. Gleichzeitig sollen zahlreiche Entwickler über Jahre gebunden gewesen sein, was sich offenbar auch auf Intergalactic: The Heretic Prophet ausgewirkt hat.

Die konkreten Kosten wurden weder von Sony noch von Naughty Dog öffentlich bestätigt. Die neuen Angaben stammen aus einem Bericht über die Entwicklung des eingestellten Projekts und sollten entsprechend als unbestätigt betrachtet werden.

The Last of Us Online soll extrem teuer gewesen sein

The Last of Us Online begann ursprünglich als Multiplayer-Komponente von The Last of Us Part 2. Im Laufe der Entwicklung wuchs das Vorhaben jedoch zu einem eigenständigen und wesentlich größeren Projekt heran.

Laut den neuen Informationen soll Sony letztlich mehrere hundert Millionen US-Dollar in die Entwicklung investiert haben.

Eine genaue Summe wird nicht genannt. Sollte die Größenordnung stimmen, würde The Last of Us Online allerdings zu den teuersten eingestellten Spieleprojekten der vergangenen Jahre gehören.

Dabei entstanden die Kosten nicht innerhalb weniger Monate. Naughty Dog arbeitete über einen langen Zeitraum an dem Multiplayer-Titel und stellte dafür ein umfangreiches Team zusammen.

Das Studio selbst erklärte nach der Einstellung, dass die Weiterentwicklung und langfristige Versorgung des Spiels praktisch sämtliche Ressourcen beansprucht hätte.

Bungie warnte offenbar vor einem großen Problem

Eine wichtige Rolle bei der Entscheidung spielte bekanntlich Bungie.

Sony hatte den Destiny-Entwickler im Rahmen seiner damaligen Live-Service-Strategie damit beauftragt, verschiedene geplante Multiplayer-Projekte zu bewerten. Auch The Last of Us Online wurde dabei genauer untersucht.

Bungie soll Zweifel daran geäußert haben, ob das Spiel die Spieler langfristig ausreichend binden könne.

Für Naughty Dog entstand dadurch ein grundsätzliches Problem. Ein erfolgreiches Live-Service-Spiel benötigt nicht nur eine umfangreiche Entwicklung vor dem Release, sondern muss anschließend über Jahre hinweg mit neuen Inhalten versorgt werden.

Das Studio stand deshalb nach eigenen Angaben vor einer Entscheidung: Entweder Naughty Dog würde sich langfristig zu einem Studio entwickeln, das hauptsächlich Live-Service-Inhalte produziert, oder man kehrt zu den großen Singleplayer-Spielen zurück, für die das Team bekannt geworden ist.

Ende 2023 fiel die Entscheidung gegen The Last of Us Online.

Intergalactic soll durch das Projekt später gestartet sein

Die finanziellen Verluste könnten allerdings nur ein Teil der Folgen gewesen sein.

Laut dem aktuellen Bericht soll die lange Entwicklung von The Last of Us Online auch Intergalactic: The Heretic Prophet beeinflusst haben. Viele Mitarbeiter waren demnach mit dem Multiplayer-Projekt beschäftigt und standen für andere Produktionen nicht zur Verfügung.

Intergalactic soll deshalb später als ursprünglich möglich in die vollständige Produktion gegangen sein.

Das neue Science-Fiction-Abenteuer wurde Ende 2024 offiziell vorgestellt und wird von Neil Druckmann geleitet. Naughty Dog arbeitet damit erstmals seit vielen Jahren an einer komplett neuen Marke.

Wie stark The Last of Us Online den Entwicklungszeitplan tatsächlich beeinflusst hat, lässt sich von außen allerdings nicht genau beurteilen.

Sony und Naughty Dog haben keinen konkreten Zusammenhang zwischen der Einstellung des Multiplayer-Spiels und einem möglichen internen Zeitplan von Intergalactic bestätigt.

Sonys Live Service Offensive hatte ihren Preis

Der Bericht wirft gleichzeitig erneut ein Schlaglicht auf Sonys inzwischen stark zurückgefahrene Live-Service-Strategie.

PlayStation wollte ursprünglich zahlreiche dauerhaft betriebene Multiplayer-Spiele veröffentlichen. Einige dieser Projekte wurden später eingestellt oder grundlegend überarbeitet.

The Last of Us Online war dabei besonders prominent. Naughty Dog gehört zu den wichtigsten PlayStation Studios und The Last of Us zu Sonys bekanntesten Marken.

Mit Concord folgte später ein weiteres Beispiel dafür, wie riskant der Versuch sein kann, sich im umkämpften Live-Service-Markt zu etablieren.

Erfolge wie Helldivers 2 zeigen zwar, dass das Konzept funktionieren kann. Gleichzeitig hat Sony seine ursprünglichen Pläne inzwischen deutlich reduziert und bewertet laufende Projekte offenbar wesentlich vorsichtiger.

Zuletzt wurde berichtet, dass auch das Horizon-Projekt Hunters Gathering seine ursprünglich geplanten Live-Service-Elemente verlieren könnte.

Naughty Dog konzentriert sich wieder auf Singleplayer

Für Naughty Dog ist die Richtung inzwischen klarer.

Mit Intergalactic: The Heretic Prophet entwickelt das Studio wieder ein großes erzählerisches Singleplayer-Abenteuer. Das Spiel erzählt die Geschichte der Kopfgeldjägerin Jordan A. Mun und soll spielerisch neue Wege für das Studio einschlagen.

Einen Veröffentlichungstermin hat Naughty Dog bislang nicht bekannt gegeben.

Sollten die neuen Angaben zu The Last of Us Online stimmen, zeigt sich rückblickend allerdings, wie teuer die gescheiterte Multiplayer-Strategie für das Studio gewesen sein könnte. Neben mehreren hundert Millionen Dollar wären dann auch mehrere Jahre Entwicklungszeit und Ressourcen in ein Spiel geflossen, das niemals veröffentlicht wurde.

Wie viel das Projekt Sony tatsächlich gekostet hat und welchen konkreten Einfluss es auf Intergalactic hatte, bleibt ohne offizielle Zahlen jedoch offen.

Quelle: Video


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