Ein ehemaliger Schlüsselmacher der Call of Duty: Modern Warfare-Reihe arbeitet an einem neuen Ego-Shooter, der bewusst andere Wege gehen soll als viele aktuelle Live-Service-Spiele. Robert Bowling, früher Creative Strategist bei Infinity Ward, hat offiziell sein neues Studio 18 Bravo vorgestellt und gleichzeitig erste Details zum Debütprojekt veröffentlicht.
Besonders spannend: Das Spiel soll selbst dann langfristig spielbar bleiben, wenn das Studio eines Tages nicht mehr existieren sollte.
Shooter setzt auf Einzelspieler und Multiplayer
Noch hält sich 18 Bravo mit konkreten Gameplay-Details zurück. Fest steht jedoch bereits, dass der Shooter sowohl eine klassische Singleplayer-Kampagne als auch einen kompetitiven Multiplayer-Modus bieten wird.

Kein klassisches Live-Service-Modell
Während zahlreiche moderne Multiplayer-Spiele vollständig auf Live-Service setzen, verfolgt 18 Bravo einen anderen Ansatz.
Zum Start sollen zwar eigene Server zur Verfügung stehen, gleichzeitig entwickelt das Studio das Spiel so, dass es langfristig auch über Player-to-Player-Netzwerke funktionieren kann. Ziel ist es, den Multiplayer selbst dann am Leben zu halten, wenn offizielle Server eines Tages abgeschaltet werden.
Damit möchte Bowling verhindern, dass das Spiel irgendwann unspielbar wird – ein Problem, das in den vergangenen Jahren zahlreiche Online-Titel betroffen hat.
Mehr Fokus auf Spieler statt Monetarisierung
Robert Bowling kritisiert außerdem die Entwicklung der Spielebranche. Nach seiner Ansicht konzentrieren sich viele Publisher inzwischen stärker auf Monetarisierung und stetig wachsende Live-Service-Inhalte als auf ein fertiges Spielerlebnis zum Release.

Offener Quellcode bei einer Studioschließung
Eine der ungewöhnlichsten Ankündigungen betrifft die Zukunft des Spiels.
Sollte 18 Bravo irgendwann den Betrieb einstellen, sollen laut Bowling sämtliche notwendigen Inhalte – darunter der Quellcode und weitere technische Komponenten – als Open Source veröffentlicht werden. Ausgenommen wären lediglich lizenzierte Inhalte wie Musik oder externe Technologien, die rechtlich nicht weitergegeben werden dürfen.
Dadurch könnte die Community das Spiel auch nach einer möglichen Studioschließung weiter pflegen und betreiben.
Auch Mitarbeiter sollen stärker profitieren
Nicht nur beim Spiel selbst möchte das Studio neue Wege gehen.
18 Bravo plant ein Modell, bei dem Mitarbeiter direkt am Erfolg der Projekte beteiligt werden. Neben Festangestellten sollen unter anderem auch Motion-Capture-Darsteller, Synchronsprecher und externe Auftragnehmer an einem Beteiligungsprogramm teilnehmen können.
Zudem soll die Vergütung der Führungsebene stärker an den Erfolg und die Zufriedenheit der Mitarbeiter gekoppelt werden.
Konkurrenz für Call of Duty?
Ob der neue Shooter tatsächlich zu einem ernsthaften Konkurrenten für Call of Duty werden kann, bleibt abzuwarten. Bisher gibt es weder Gameplay-Material noch Informationen zu Setting, Plattformen oder einem möglichen Erscheinungstermin.
Dennoch sorgt das Projekt bereits jetzt für Aufmerksamkeit. Mit Robert Bowling steht ein erfahrener Entwickler an der Spitze, dessen Vision sich deutlich von vielen aktuellen AAA-Produktionen unterscheidet. Sollte das Konzept aufgehen, könnte 18 Bravo einen interessanten Gegenpol zum klassischen Live-Service-Modell schaffen.






Gut, dass Mitarbeiter stärker profitieren sollen. Würde gerne mehr zu Plattformen und Erscheinungstermin erfahren.
Finde den Fokus auf ein fertiges Spiel statt reines Live-Service-Modell gut. Mal sehen, ob das Konzept klappt.
Die Idee mit Open Source bei einer Studioschließung ist fair. Hoffe, Singleplayer und Multiplayer werden solide umgesetzt.
Klingt interessant. Gut, dass das Spiel auch ohne Studio weiterlaufen kann. Bin gespannt auf erste Gameplay-Eindrücke.