EA-Übernahme: Saudi-Arabiens Staatsfonds wird Mehrheitseigner
Die bereits im September angekündigte Übernahme von Electronic Arts nimmt weiter konkrete Formen an. Wie aus einer aktuellen Meldung hervorgeht, wird nach Abschluss des Deals vor allem ein Akteur dominieren: der Public Investment Fund (PIF) von Saudi-Arabien.
Laut einer neuen Einreichung bei einer brasilianischen Wettbewerbsbehörde, auf die sich Medienberichte berufen, wird der Staatsfonds künftig 93,4 Prozent der Anteile an EA halten. Damit wäre der PIF mit großem Abstand Mehrheitsbesitzer des Publishers.
Beteiligungsverteilung nach dem Deal
Neben dem PIF sind zwei weitere Investoren Teil des Konsortiums:
- Silver Lake Partners: 5,5 Prozent
- Affinity Partners: 1,1 Prozent
Keine der beteiligten Parteien hat sich bislang offiziell zu den Details der neuen Verteilung geäußert.
Bereits vor der geplanten Übernahme war der PIF mit 9,9 Prozent an Electronic Arts beteiligt. Der nun vereinbarte Deal weitet diesen Einfluss massiv aus.
55 Milliarden Dollar und ein kompletter Rückzug von der Börse
Die Übernahme bewertet Electronic Arts mit rund 55 Milliarden US-Dollar. Bestandteil des Deals ist ein vollständiger Buyout aller Aktionäre. Anteilseigner erhalten 210 US-Dollar pro Aktie in bar.
Das entspricht einem Aufschlag von etwa 25 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom 25. September 2025, als eine EA-Aktie bei rund 168 US-Dollar lag. Nach Abschluss der Transaktion wird EA von der Börse genommen und als privates Unternehmen weitergeführt.
EA-CEO zeigt sich optimistisch
EA-CEO und Chairman Andrew Wilson äußerte sich bereits bei der offiziellen Bekanntgabe positiv zur Übernahme. Er sprach von einer Anerkennung der Arbeit der Entwicklerteams und der Stärke der Marken von Electronic Arts.
Gleichzeitig betonte Wilson, dass EA auch künftig Innovationen in den Bereichen Entertainment, Sport und Technologie vorantreiben wolle. Konkrete Aussagen zur strategischen Ausrichtung unter den neuen Eigentumsverhältnissen machte das Unternehmen bislang jedoch nicht.
Sorge in den Studios, vor allem bei BioWare
Während die Führungsebene Optimismus ausstrahlt, sorgt der Deal intern offenbar für Unsicherheit. Berichten zufolge machen sich Entwickler aus verschiedenen EA-Studios Gedanken über ihre Zukunft. Besonders bei BioWare soll die Stimmung angespannt sein.

Der Abschluss der Transaktion ist aktuell für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 geplant.
Analysten erwarten Sparmaßnahmen
Auch Analysten verfolgen die Entwicklung aufmerksam. Mehrere Marktbeobachter weisen darauf hin, dass EA im Zuge der Übernahme hohe Schulden aufnehmen wird. Entsprechend rechnen viele mit Sparmaßnahmen und strukturellen Anpassungen.
Besonders wahrscheinlich gilt eine weitere Fokussierung auf Live-Service-Titel und Sportspiele, da diese als vergleichsweise stabile und planbare Einnahmequellen gelten. Ob dies langfristig Auswirkungen auf Singleplayer-Produktionen und kreative Risiken haben wird, bleibt abzuwarten.
Ein Wendepunkt für Electronic Arts
Sollte der Deal wie geplant abgeschlossen werden, steht Electronic Arts vor einem der größten Eigentümerwechsel seiner Geschichte. Mit dem PIF als dominierendem Anteilseigner beginnt für den Publisher eine neue Phase – mit vielen offenen Fragen zu Strategie, Unternehmenskultur und der Zukunft einzelner Studios.
Quelle:https://www.wsj.com/business/deals/saudi-fund-to-own-almost-all-of-electronic-arts-after-buyout-661e92be
Lass uns deine Meinung in den Kommentaren wissen.





Ich habe von der Übernahme gehört. Mal sehen, ob sich etwas verändert bei EA.
Das ist eine interessante Entwicklung. Ich frage mich, wie sich das auf die Spiele auswirken wird.