Lara Croft springt über gefährliche Abgründe, kämpft gegen mächtige Gegner und übersteht Situationen, an denen andere längst scheitern würden. Doch hinter den spektakulären Bewegungen der berühmten Videospielheldin steckt eine echte Schauspielerin, für die solche Aufnahmen mitunter ganz alltägliche körperliche Herausforderungen bedeuten. Alix Wilton Regan, die neue Darstellerin von Lara Croft in Tomb Raider: Legacy of Atlantis, hat jetzt ungewöhnlich offen über ihre Arbeit gesprochen. Dabei ging es auch um Dreharbeiten während ihrer Menstruation und einen kleinen Trick, mit dem sie selbst an schwierigen Tagen das nötige Selbstbewusstsein findet.
Alix Wilton Regan spricht über ihren Alltag als Lara Croft
In einem Gespräch mit dem GamesRadar-Podcast G+RLS gab Alix Wilton Regan persönliche Einblicke in die Entstehung von Tomb Raider: Legacy of Atlantis.
Die britische Schauspielerin übernimmt in der Neuinterpretation des ersten Tomb-Raider-Abenteuers die Rolle von Lara Croft. Dabei leiht sie der bekannten Figur nicht nur ihre Stimme, sondern ist auch an den Performance-Capture-Aufnahmen beteiligt.
Bei dieser Technik werden Bewegungen, Körperhaltung und schauspielerische Darbietung aufgezeichnet, um sie anschließend auf eine digitale Spielfigur zu übertragen.
Gerade bei einem Actionspiel wie Tomb Raider kann das körperlich anspruchsvoll sein. Schließlich muss Lara Croft nicht nur sprechen und Emotionen zeigen, sondern auch laufen, springen, kämpfen und zahlreiche andere Bewegungen ausführen.
Die Arbeit unterscheidet sich deshalb erheblich von einer gewöhnlichen Aufnahme in einem Tonstudio.
Im Interview spricht Regan nun über einen Aspekt dieser Dreharbeiten, der in der Öffentlichkeit eher selten thematisiert wird.
Auch während ihrer Periode steht sie vor der Kamera
Regan erzählt, dass die Dreharbeiten gelegentlich genau in eine Woche fallen, in der sie ihre Periode hat.
Für sie gehört das selbstverständlich zum Alltag. Trotzdem kann es gerade bei körperlich anspruchsvollen Aufnahmen eine zusätzliche Herausforderung sein.
Hinzu kommt, dass Schauspieler bei Performance-Capture-Arbeiten häufig eng anliegende Spezialanzüge tragen.
Diese sind mit Markierungen ausgestattet, die von Kameras erfasst werden und dabei helfen, Bewegungen möglichst genau aufzuzeichnen.
Regan erklärt, dass sie sich an manchen Tagen nicht so selbstbewusst oder kraftvoll fühle wie sonst.
Dabei geht es ihr aber nicht darum, ihre Periode als etwas Außergewöhnliches darzustellen.
Im Gegenteil: Sie spricht bewusst offen darüber, weil Menstruation für viele Frauen zum normalen Leben gehört.
Auch die Vorstellung, dass Lara Croft als reale Frau vermutlich während ihrer zahlreichen Abenteuer irgendwann ihre Periode gehabt hätte, findet sie durchaus naheliegend.
Damit betrachtet Regan die berühmte Spielfigur aus einer ungewohnten, aber sehr menschlichen Perspektive.
Warum Lara Croft ihr selbst Selbstvertrauen gibt
Besonders interessant ist, wie die Schauspielerin mit solchen Situationen umgeht.
Regan beschreibt Lara Croft als ausgesprochen selbstbewusste Persönlichkeit.
Die bekannte Abenteurerin betritt einen Raum, ohne grundsätzlich an ihrer eigenen Berechtigung oder ihren Fähigkeiten zu zweifeln.
Für die Schauspielerin hat diese Haltung eine besondere Wirkung.
Wenn sie sich selbst einmal weniger sicher fühlt, hilft ihr die Rolle dabei, eine andere Körpersprache einzunehmen.
Statt ausschließlich darüber nachzudenken, wie sie sich gerade fühlt, konzentriert sie sich auf die Eigenschaften ihrer Figur.
Lara steht für Entschlossenheit, Stärke und eine gewisse Unerschrockenheit.
Diese Eigenschaften versucht Regan während der Aufnahmen nicht nur darzustellen, sondern auch körperlich zu übernehmen.
Dabei spielt offenbar ein ungewöhnliches Detail eine wichtige Rolle.
Laras berühmte Pistolenholster helfen beim Dreh
Wer Tomb Raider kennt, dürfte sich sofort an eines der bekanntesten Erkennungsmerkmale von Lara Croft erinnern: ihre beiden Pistolen.
Auch Alix Wilton Regan nutzt dieses Detail bewusst bei ihrer Arbeit.
Während der Performance-Capture-Aufnahmen trägt sie nach eigenen Angaben gerne Laras Pistolenholster.
Das gilt sogar für Szenen, in denen ihre Figur die Waffen überhaupt nicht benötigt.
Der Grund dafür ist überraschend praktisch.
Durch das zusätzliche Gewicht an den Oberschenkeln verändert sich für Regan das Gefühl ihrer Körperhaltung.
Die Ausrüstung vermittelt ihr einen tieferen Schwerpunkt und ein stabileres Auftreten.
Nach ihrer Beschreibung fühlt sie sich dadurch geerdeter, selbstbewusster und stärker.
Ein kleines Kostümdetail hilft ihr also dabei, die Persönlichkeit der bekannten Abenteurerin glaubwürdiger darzustellen.
Gerade bei Performance Capture kann eine solche körperliche Orientierung wichtig sein.
Denn viele Elemente einer späteren Spielszene sind während der eigentlichen Aufnahme noch gar nicht vorhanden.
Virtuelle Tempel, gefährliche Abgründe oder aufwendige Spezialeffekte entstehen häufig erst in späteren Produktionsschritten.
Die Schauspieler müssen deshalb eine Figur verkörpern, deren endgültige Umgebung sie während der Aufnahme nur teilweise sehen können.
Eine andere Perspektive auf die berühmte Spielfigur
Die Aussagen zeigen auch, wie sich die Darstellung von Lara Croft über die Jahre verändert hat.
Seit ihrem ersten Auftritt im Jahr 1996 gehört die Abenteurerin zu den bekanntesten Figuren der Videospielgeschichte.
Während sie ursprünglich vor allem durch ihre akrobatischen Fähigkeiten, ihre Pistolen und ihren selbstbewussten Auftritt auffiel, haben spätere Spiele die Persönlichkeit der Figur stärker ausgearbeitet.
Besonders die jüngere Survivor-Trilogie zeigte Lara zeitweise verletzlicher und stellte ihre persönliche Entwicklung in den Mittelpunkt.
Mit Legacy of Atlantis soll nun eine andere Interpretation entstehen, die sich wieder stärker an den klassischen Abenteuern orientiert.
Regan bezeichnet ihre Version von Lara als elegant, klug, entschlossen und selbstbewusst.
Gleichzeitig möchte sie eine Figur darstellen, die trotz ihrer außergewöhnlichen Fähigkeiten menschlich bleibt.
Gerade ihre aktuellen Aussagen machen deutlich, dass hinter der digitalen Heldin eine Schauspielerin steht, die ihre eigenen Erfahrungen in die Darstellung einbringt.
Das gilt nicht nur für große emotionale Szenen, sondern ebenso für kleine Details der Körpersprache.
Tomb Raider Legacy of Atlantis bringt Lara zurück zu ihren Wurzeln
Tomb Raider: Legacy of Atlantis ist eine umfassende Neuinterpretation des ersten Tomb Raider aus dem Jahr 1996.
Crystal Dynamics entwickelt das Abenteuer gemeinsam mit Flying Wild Hog.
Die Entwickler möchten bekannte Schauplätze, Rätsel und die besondere Atmosphäre des Originals mit moderner Technik und einer überarbeiteten Steuerung verbinden.
Dabei soll die Erkundung wieder stärker im Mittelpunkt stehen.
Statt Spieler ständig zum nächsten Ziel zu führen, sollen die Umgebungen dazu einladen, selbstständig nach Wegen, Geheimnissen und versteckten Bereichen zu suchen.
Auch zur Spielzeit gibt es inzwischen konkrete Informationen.
Wie wir bereits in unserem Artikel über die geplante Spielzeit von Tomb Raider: Legacy of Atlantis berichtet haben, rechnen die Entwickler mit ungefähr 14 bis 16 Stunden für einen gewöhnlichen Durchlauf.
Wie lange das Abenteuer tatsächlich dauert, hängt allerdings davon ab, wie gründlich Spieler die Umgebung erkunden.
Der Veröffentlichungstermin ist derzeit für den 12. Februar 2027 vorgesehen.
Geplant sind Versionen für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC.
Die Arbeit hinter Lara Croft wird oft unterschätzt
Bei der Entwicklung großer Videospiele stehen meistens Grafik, Kampfsystem und technische Funktionen im Mittelpunkt der Berichterstattung.
Die Menschen hinter den digitalen Figuren geraten dagegen häufig in den Hintergrund.
Dabei besteht die Darstellung einer Figur längst nicht mehr nur daraus, einige Dialogzeilen im Studio einzusprechen.
Gerade moderne Performance-Capture-Produktionen verlangen schauspielerisches Können, körperlichen Einsatz und ein gutes Verständnis für die Persönlichkeit der jeweiligen Rolle.
Alix Wilton Regans Schilderungen liefern dazu einen persönlichen Einblick.
Ihre Offenheit über die Dreharbeiten während ihrer Periode ist dabei ebenso bemerkenswert wie die Beschreibung, wie sie durch eine einfache Veränderung ihrer Ausrüstung selbstbewusster auftritt.
Dass ausgerechnet Laras Pistolenholster ihr dieses Gefühl vermitteln, passt durchaus zu einer Figur, die seit Jahrzehnten für ihren unverwechselbaren Auftritt bekannt ist.
Für die Schauspielerin ist Lara Croft offenbar nicht nur eine weitere Rolle, sondern auch eine Persönlichkeit, aus deren Haltung sie selbst etwas mitnehmen kann.
Ob sich diese besondere Verbindung später im fertigen Spiel bemerkbar macht, können Fans ab Februar selbst beurteilen.
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