NewsResident Evil feiert den stärksten Kinostart der Reihe

Resident Evil feiert den stärksten Kinostart der Reihe

Der neue Resident-Evil-Film von Regisseur Zach Cregger hat die Erwartungen an den Kinokassen deutlich übertroffen. Am ersten Wochenende spielte die Videospielverfilmung weltweit rund 108,3 Millionen US-Dollar ein. Allein in Nordamerika kamen etwa 60 Millionen Dollar zusammen. Damit erreicht die Filmreihe ihren bislang stärksten Kinostart.

Das Ergebnis fällt besonders deutlich aus, wenn es mit den bisherigen Verfilmungen verglichen wird. Der frühere Startrekord der Reihe wurde von Resident Evil Afterlife gehalten, der 2010 am nordamerikanischen Eröffnungswochenende ungefähr 26 Millionen Dollar einspielte. Der neue Film konnte diesen Wert mehr als verdoppeln.

Resident Evil übertrifft die Erwartungen

In Nordamerika lief Resident Evil zum Start in 3.684 Kinos. International kamen weitere 48,3 Millionen Dollar hinzu, wodurch das weltweite Ergebnis auf 108,3 Millionen Dollar stieg.

Das Produktionsbudget soll bei etwa 75 Millionen Dollar liegen. Ausgaben für Werbung und Vertrieb sind darin üblicherweise noch nicht vollständig enthalten. Der Film hat seine Kosten deshalb nicht bereits automatisch eingespielt, befindet sich nach dem erfolgreichen ersten Wochenende aber auf einem guten Weg.

Entscheidend werden nun die kommenden Wochen. Horrorfilme profitieren häufig von vergleichsweise moderaten Produktionskosten, können nach einem starken Start allerdings auch schnell einbrechen. Gute Reaktionen von Kritikern und Zuschauern könnten Resident Evil dabei helfen, länger in den Kinos präsent zu bleiben.

Kritiker reagieren ungewöhnlich positiv

Die bisherigen Resident-Evil-Verfilmungen waren finanziell teilweise erfolgreich, konnten Kritiker aber nur selten überzeugen. Bei Creggers Neuinterpretation zeichnet sich ein anderes Bild ab.

Zum Kinostart lag der Anteil positiver Kritiken bei Rotten Tomatoes im Bereich von 95 Prozent. Das Publikum vergab außerdem die CinemaScore-Note B+. Solche Werte können sich im weiteren Verlauf positiv auf Mundpropaganda und Besucherzahlen auswirken.

Regisseur Zach Cregger war zuvor vor allem durch die Horrorfilme Barbarian und Weapons bekannt geworden. Seine Version von Resident Evil erzählt keine direkte Adaption eines bestimmten Spiels und setzt nicht auf bekannte Hauptfiguren wie Leon Kennedy, Jill Valentine oder Chris Redfield.

Im Mittelpunkt steht stattdessen der von Austin Abrams gespielte Bryan. Der medizinische Kurier gerät während eines Auftrags in einen Ausbruch und muss sich durch eine zunehmend gefährliche Umgebung kämpfen. Der Aufbau orientiert sich dabei an typischen Elementen der Spiele, ohne deren Handlung unmittelbar nachzuerzählen.

Eigenständige Geschichte statt erneuter Spielverfilmung

Cregger erklärte bereits vor der Veröffentlichung, dass er ein eigenständiges Werk innerhalb des Resident-Evil-Universums schaffen wollte. Er selbst sei seit Langem mit den Spielen vertraut, habe die früheren Kinofilme vor Beginn seines Projekts jedoch nicht gesehen.

Diese Distanz scheint sich in der Umsetzung bemerkbar zu machen. Der neue Film verzichtet auf eine Fortsetzung der bisherigen Kinoreihen und beginnt mit anderen Figuren und einer neuen Handlung. Trotzdem sollen die Struktur, das Gefühl ständiger Bedrohung und die schrittweise Eskalation an das Erlebnis der Spiele erinnern.

Damit unterscheidet sich die Produktion sowohl von der langjährigen Filmreihe mit Milla Jovovich als auch von Resident Evil Welcome to Raccoon City. Letzterer orientierte sich wesentlich direkter an bekannten Figuren, Orten und Ereignissen aus den Spielen, konnte an den Kinokassen jedoch keinen vergleichbaren Erfolg erzielen.

Ein wichtiges Ergebnis für Sony und Capcom

Für Sony Pictures ist der Start ein deutlicher Erfolg. Gleichzeitig zeigt das Ergebnis, dass Resident Evil auch abseits der Spiele weiterhin eine starke Marke bleibt. Die Filmreihe umfasst inzwischen acht große Kinoproduktionen und wurde mehrfach vollständig neu ausgerichtet.

Auch für Capcom dürfte der erfolgreiche Start interessant sein. Das Unternehmen baut seine Marken seit einigen Jahren stärker außerhalb klassischer Videospiele aus. Eine gut aufgenommene Verfilmung kann neue Zuschauer erreichen, ohne unmittelbar mit den Geschichten kommender Spiele verbunden zu sein.

Ob aus Creggers Interpretation eine weitere Filmreihe entsteht, wurde bislang nicht offiziell bestätigt. Angesichts des Rekordstarts dürfte Sony jedoch genau beobachten, wie sich die Einnahmen während der nächsten Wochen entwickeln.

Der neue Resident Evil hat jedenfalls bereits am ersten Wochenende erreicht, woran frühere Neustarts scheiterten: Er verbindet einen starken kommerziellen Auftakt mit überwiegend positiven Reaktionen.

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