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RØDE Wireless GO Gen 3 im Test – fast schon ein Wireless PRO zum kleineren Preis?

Kabellose Mikrofone sind inzwischen überall angekommen. YouTube, TikTok, Reels, Interviews, Veranstaltungen oder einfach ein Video mit dem Smartphone – wer regelmäßig Inhalte produziert, merkt ziemlich schnell, dass guter Ton mindestens genauso wichtig sein kann wie ein gutes Bild.

Dabei möchte ich persönlich allerdings eines nicht: Aus jeder Aufnahme eine Wissenschaft machen.

Natürlich kann man sich stundenlang mit Pegeln, Funkstrecken, Routing, Gain und verschiedenen Aufnahmeformaten beschäftigen. Wer Spaß daran hat, bekommt beim RØDE Wireless GO Gen 3 auch genügend Möglichkeiten dafür. Mir ist bei einem solchen Produkt aber etwas anderes wichtiger. Ich möchte es auspacken, anschließen und benutzen können. Der Ton soll gut sein, die Verbindung zuverlässig funktionieren und ich möchte mich während einer Aufnahme möglichst auf den eigentlichen Inhalt konzentrieren.

Genau das ist letztendlich auch die große Stärke des RØDE Wireless GO Gen 3. Hinter den kleinen Geräten steckt inzwischen erstaunlich viel Technik, doch im Alltag muss man sich damit nicht permanent beschäftigen.

Zwei Sender, ein Empfänger, 32-Bit-Float-Aufzeichnung direkt in den Sendern, GainAssist, interner Speicher und eine vom Hersteller angegebene Funkreichweite von bis zu 260 Metern lesen sich bereits ziemlich beeindruckend. Dazu kommt die Möglichkeit, das System mit Smartphone, Kamera oder Computer zu verwenden.

Auf dem Papier ist das Wireless GO Gen 3 damit näher an professionellen Systemen als jemals zuvor. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Ist es trotz all dieser Funktionen noch genauso unkompliziert, wie ein mobiles Funkmikrofon sein sollte?

Für mich lautet die Antwort ziemlich eindeutig: Ja.

Das Prinzip bleibt angenehm einfach

Das Grundkonzept des Wireless GO Gen 3 könnte kaum einfacher sein. Im Paket befinden sich zwei Sender und ein Empfänger. Der Empfänger wird mit dem Aufnahmegerät verbunden, die Sender kommen an die jeweilige Person und schon kann es losgehen.

Bei einem normalen Video benötigt man nur einen Sender. Bei einem Interview bekommt beispielsweise der Interviewer einen und der Gesprächspartner den zweiten. Zwischen den Personen und Smartphone beziehungsweise Kamera verläuft anschließend kein Kabel mehr.

Gerade für mich ist das ein großer Vorteil. Wenn ich unterwegs etwas aufnehmen möchte, möchte ich nicht zuerst verschiedene Kabel verlegen oder ein größeres Audio-Setup aufbauen. Smartphone, Empfänger und Sender reichen bereits aus, um ein sehr kompaktes mobiles Aufnahme-Setup zusammenzustellen.

RØDE setzt dabei auf das eigene Series-IV-Funksystem im 2,4-GHz-Bereich mit 128-Bit-Verschlüsselung. Unter optimalen Bedingungen und bei direkter Sichtverbindung nennt der Hersteller eine Reichweite von bis zu 260 Metern.

Diese Zahl klingt natürlich beeindruckend, ist für mich im Alltag aber gar nicht der entscheidende Punkt. Bei einem normalen Interview wird niemand 200 Meter entfernt stehen. Viel wichtiger ist, dass bei typischen Entfernungen ausreichend Reserven vorhanden sind und man sich frei bewegen kann, ohne direkt über die Funkverbindung nachdenken zu müssen.

Genau diese Freiheit macht ein System wie das Wireless GO Gen 3 so angenehm.

Verarbeitung und Design – kompakt und zweckmäßig

Optisch bleibt RØDE dem bekannten Wireless-GO-Design treu. Sender und Empfänger sind kompakt, quadratisch und wirken eher wie Werkzeuge als wie irgendwelche Lifestyle-Gadgets.

Das gefällt mir.

Ich brauche an einem Mikrofon keine Beleuchtung und auch keine besonderen Design-Spielereien. Es soll klein genug sein, dass ich es problemlos mitnehmen kann, und gleichzeitig robust genug wirken, dass ich es nicht jedes Mal wie ein rohes Ei behandeln muss.

Die Sender lassen sich über den integrierten Clip direkt an Shirt, Pullover, Jacke oder Kragen befestigen. Mit ungefähr 36 Gramm pro Sender bleibt das Gewicht überschaubar.

Natürlich sieht man den Sender an der Kleidung. Das sollte man vor dem Kauf wissen. Gerade bei YouTube Shorts, TikTok oder Reels gehören solche kleinen Funkmikrofone inzwischen aber fast zum normalen Bild.

Wer es dezenter möchte, kann zusätzlich ein externes Lavaliermikrofon anschließen. Dafür besitzt jeder Sender einen verriegelbaren 3,5-mm-TRS-Eingang. Das Kabel lässt sich dadurch sicher befestigen und kann sich während einer Aufnahme nicht einfach unbemerkt lösen.

Beim Wireless GO Gen 3 liegt allerdings kein Lavaliermikrofon bei. Genau hier beginnt bereits einer der Unterschiede zum größeren Wireless PRO.

Das kleine Display reicht mir vollkommen aus

Der Empfänger besitzt ein kompaktes Display, das die wichtigsten Informationen anzeigt. Dazu gehören unter anderem Akkustand, Verbindung und Pegel der beiden Sender.

Mehr brauche ich bei einer normalen Aufnahme eigentlich nicht.

Ich möchte einschalten, kurz kontrollieren, ob alles verbunden ist, einen Blick auf den Pegel werfen und anschließend aufnehmen. Gerade bei einem mobilen System wäre mir ein riesiges Menü mit unzähligen Ebenen eher im Weg.

Natürlich könnte das Display größer und moderner sein. Andere Hersteller setzen teilweise bereits auf größere Touchscreens. In der Praxis muss ich beim Wireless GO Gen 3 aber nicht permanent auf dem Empfänger herumtippen.

Viele weiterführende Einstellungen können über RØDE Central vorgenommen werden. Dadurch bleibt die Bedienung am Gerät selbst angenehm übersichtlich.

RØDE Central – viel einstellen, aber man muss es nicht ständig tun

Zum System gehört die kostenlose Software RØDE Central. Darüber lassen sich Sender und Empfänger konfigurieren, Firmware-Updates installieren und verschiedene Funktionen des Systems einstellen.

Genau diese Aufteilung gefällt mir.

Ich möchte nicht während jeder Aufnahme durch kleine Menüs navigieren. Stattdessen kann ich das Wireless GO Gen 3 einmal in Ruhe einrichten und anschließend einfach verwenden.

Über RØDE Central lassen sich beispielsweise GainAssist, Routing und verschiedene Aufnahmeoptionen konfigurieren. Auch die internen Aufnahmen der Sender können dort verwaltet und am Computer exportiert werden.

Gerade die Firmware würde ich direkt zu Beginn einmal überprüfen. Danach kann man sich seine bevorzugten Einstellungen zusammenstellen und muss die Software nicht jedes Mal öffnen.

Das passt gut zum Charakter des gesamten Systems: Wer tiefer einsteigen möchte, hat viele Möglichkeiten. Wer einfach nur aufnehmen möchte, kann das ebenfalls tun.

Farben ohne Ende – und das passt erstaunlich gut

Ein Punkt, den man bei einem Mikrofon vielleicht nicht unbedingt erwartet, ist die große Farbauswahl.

RØDE bietet das Wireless GO Gen 3 in 14 verschiedenen Farbvarianten an. Neben klassischem Schwarz und Weiß gibt es beispielsweise Rot, Orange, Grün, Blau, Pink, Violett und verschiedene etwas zurückhaltendere Varianten.

Technisch macht das natürlich überhaupt keinen Unterschied. Trotzdem gefällt mir die Idee.

Gerade die Sender werden schließlich häufig sichtbar an der Kleidung getragen. Warum sollte man dann nicht auch eine Farbe wählen können, die zum eigenen Stil, zum Setup oder sogar zur eigenen Marke passt?

Für klassische Interviews würde ich wahrscheinlich weiterhin zu Schwarz greifen. Bei Reels, TikTok oder anderen Social-Media-Videos können auffällige Farben dagegen sogar Teil des Looks werden.

Technik muss meiner Meinung nach nicht grundsätzlich immer schwarz sein. Gerade bei einem Produkt, das sich ganz klar auch an Content Creator richtet, passt diese Auswahl ziemlich gut.

Smartphone anschließen und loslegen – genau so soll es sein

Einer der wichtigsten Punkte ist für mich die Flexibilität.

Das Wireless GO Gen 3 lässt sich über USB-C direkt mit kompatiblen Smartphones, Tablets und Computern verbinden. Dazu kommt der analoge 3,5-mm-Ausgang für klassische Kameras.

Damit brauche ich nicht für jedes Aufnahmegerät ein eigenes Mikrofonsystem.

Ich kann beispielsweise mit einem Samsung Galaxy aufnehmen, den Empfänger später mit meinem Laptop verwenden und bei Bedarf auch eine Kamera anschließen.

Gerade die Kombination mit einem Smartphone finde ich interessant. Moderne Smartphones liefern inzwischen hervorragende Videoqualität. Der Ton über das integrierte Mikrofon kann dagegen schnell zum Flaschenhals werden, sobald man einige Meter entfernt steht oder ein Interview aufnehmen möchte.

Genau dort macht das Wireless GO Gen 3 einen großen Unterschied.

Empfänger über USB-C anschließen, Sender einschalten, Mikrofon befestigen und aufnehmen. Ich brauche kein zusätzliches Audiointerface und kein großes Aufnahmegerät.

So stelle ich mir ein mobiles Mikrofonsystem vor.

Zwei Sender machen bei Interviews einen riesigen Unterschied

Dass RØDE direkt zwei Sender mitliefert, wird spätestens beim ersten Interview interessant.

Eine Person bekommt Sender eins, die andere Sender zwei. Beide Stimmen befinden sich dadurch direkt am Mikrofon und werden nicht irgendwo aus mehreren Metern Entfernung aufgenommen.

Die beiden Signale können je nach Einstellung zusammengeführt oder getrennt ausgegeben werden.

Gerade der Split-Modus ist praktisch. Dabei landen beide Sender auf separaten Audiokanälen. In der Nachbearbeitung können die Stimmen anschließend unabhängig voneinander angepasst werden.

Das kann viel Arbeit sparen.

Spricht eine Person beispielsweise deutlich leiser als die andere, muss ich nicht versuchen, während des gesamten Interviews beide Stimmen perfekt gleich laut zu bekommen. Ich kann später gezielt eine Spur anheben oder reduzieren.

Für schnelle Aufnahmen kann dagegen ein zusammengeführtes Signal sinnvoller sein. Man muss sich also nicht auf eine einzige Arbeitsweise festlegen.

32-Bit Float ist für mich vor allem eine Versicherung

Eine der wichtigsten Neuerungen der dritten Generation ist die interne 32-Bit-Float-Aufzeichnung.

Das klingt zunächst komplizierter, als es im Alltag eigentlich ist.

Jeder Sender kann unabhängig von Smartphone, Kamera oder Empfänger eine eigene Audiodatei speichern. RØDE gibt dafür mehr als 40 Stunden Aufnahmekapazität an.

Der große Vorteil von 32-Bit Float liegt im enormen Dynamikumfang. Eine Aufnahme, die sehr leise oder sehr laut geraten ist, lässt sich anschließend wesentlich besser korrigieren.

Für mich ist aber ein anderer Punkt mindestens genauso wichtig: Die Datei liegt direkt auf dem Sender.

Das bedeutet, dass parallel zur eigentlichen Aufnahme ein Backup vorhanden sein kann.

Gerade bei Interviews halte ich das für extrem wertvoll. Ein Produktvideo kann ich zur Not noch einmal aufnehmen. Wenn ein Satz nicht funktioniert, spreche ich ihn erneut.

Bei einem Interview auf einer Messe oder Veranstaltung sieht das anders aus. Der Gesprächspartner ist anschließend vielleicht weg und das Gespräch lässt sich nicht einfach wiederholen.

Wenn dort mit der Smartphone-Aufnahme, einem Kabel oder der Funkstrecke etwas schiefgeht, kann die interne Aufnahme auf dem Sender die Rettung sein.

Genau deshalb würde ich diese Funktion persönlich praktisch dauerhaft aktiviert lassen.

GainAssist nimmt einem Arbeit ab

Zusätzlich besitzt das Wireless GO Gen 3 GainAssist.

Auch diese Funktion passt ziemlich gut zu meiner Art, Technik zu nutzen.

Natürlich kann ich vor jeder Aufnahme einen Pegel exakt einstellen und während des Gesprächs regelmäßig kontrollieren. Bei einem Interview möchte ich mich allerdings lieber auf mein Gegenüber konzentrieren.

Ich möchte zuhören, Fragen stellen und vielleicht gleichzeitig noch Smartphone oder Kamera im Blick behalten. Wenn das Mikrofonsystem einen Teil der Pegelkontrolle übernehmen kann, nehme ich diese Hilfe gerne an.

GainAssist versucht, den Pegel automatisch in einem vernünftigen Bereich zu halten. Wer lieber manuell arbeitet, kann das natürlich weiterhin tun.

Genau das gefällt mir am Wireless GO Gen 3. Die Technik nimmt einem Arbeit ab, ohne einem vorzuschreiben, wie man arbeiten muss.

Klangqualität – am Ende zählt genau das

Man kann über 32-Bit Float, GainAssist und 260 Meter Reichweite sprechen. Wenn die Stimme am Ende schlecht klingt, sind all diese Funktionen ziemlich egal.

Beim Wireless GO Gen 3 setzt RØDE auf omnidirektionale Mikrofone mit einem Frequenzbereich von 20 Hz bis 20 kHz. Viel interessanter als diese Zahlen ist allerdings die eigentliche Sprachaufnahme.

Und genau hier macht das System das, was ich von einem guten Mikrofon erwarte.

Die Stimme soll klar, verständlich und möglichst natürlich aufgenommen werden. Ich möchte nicht, dass irgendein aggressiver Effekt permanent versucht, die Stimme künstlich spektakulärer zu machen.

Ein gutes Mikrofon sollte während eines Videos im Idealfall gar nicht auffallen. Der Zuschauer soll einfach verstehen, was gesagt wird.

Gerade die Nähe des Senders zur Stimme ist dabei ein großer Vorteil gegenüber dem eingebauten Mikrofon eines Smartphones oder einer weiter entfernten Kamera.

Natürlich spielt die Position weiterhin eine Rolle. Wenn der Sender viel zu tief hängt oder ständig an Kleidung reibt, kann auch das beste Mikrofon keine Wunder vollbringen.

Keine aggressive Geräuschunterdrückung – und das muss nicht schlecht sein

Eine starke KI-basierte Geräuschunterdrückung gehört nicht zu den Schwerpunkten des Wireless GO Gen 3.

Auf einer lauten Straße oder einer vollen Messehalle wird also weiterhin etwas von der Umgebung zu hören sein.

Das kann man durchaus als Nachteil sehen. Ich persönlich finde es aber nicht grundsätzlich schlecht.

Sehr aggressive Echtzeitfilter können Stimmen schnell künstlich, dünn oder metallisch wirken lassen. Mir ist eine möglichst natürliche und saubere Ausgangsaufnahme häufig lieber. Störende Geräusche lassen sich anschließend immer noch gezielt bearbeiten.

Trotzdem wäre eine hochwertige, optional zuschaltbare Geräuschreduzierung eine interessante Ergänzung für eine zukünftige Generation.

Gerade bei spontanen Straßeninterviews könnte sie praktisch sein.

Draußen gehört der Windschutz drauf

RØDE legt passende Fellwindschützer bei.

Und die gehören meiner Meinung nach bei Außenaufnahmen auch wirklich auf den Sender.

Wind kann eine ansonsten hervorragende Aufnahme innerhalb weniger Sekunden unbrauchbar machen. Dabei braucht es nicht einmal einen Sturm. Schon eine kleine Böe kann direkt auf einer Mikrofonkapsel deutlich stärker wirken, als man während der Aufnahme vielleicht erwartet.

Die Windschützer sind schnell montiert und gehören bei einem mobilen System für mich zur Grundausstattung.

Gut ist deshalb vor allem, dass RØDE sie direkt mitliefert.

260 Meter Reichweite sind nett – wichtiger ist mir die Sicherheit

Die maximale Reichweite von bis zu 260 Metern bei freier Sicht klingt auf dem Datenblatt beeindruckend.

Im echten Alltag ist sie für mich allerdings fast zweitrangig.

Ich führe kein Interview über einen Fußballplatz hinweg. Ich möchte vielmehr sicher sein, dass ich mich bei normalen Entfernungen bewegen kann, ohne ständig über die Funkverbindung nachzudenken.

Wände, andere Menschen, Metall oder viele weitere Funkgeräte können eine 2,4-GHz-Verbindung natürlich beeinflussen. Das gilt nicht nur für RØDE.

Entscheidend ist deshalb auch hier wieder das Zusammenspiel der verschiedenen Funktionen. Sollte die Funkverbindung tatsächlich einmal gestört werden, kann parallel weiterhin die interne 32-Bit-Float-Aufnahme auf dem Sender laufen.

Diese zusätzliche Absicherung gefällt mir wesentlich besser als eine möglichst spektakuläre Reichweitenzahl auf der Verpackung.

Akku – sieben Stunden sind ordentlich

RØDE gibt eine Akkulaufzeit von bis zu sieben Stunden an.

Für normale YouTube-Aufnahmen, Interviews oder mehrere kürzere Außentermine ist das absolut brauchbar.

Geladen werden Sender und Empfänger über USB-C beziehungsweise den mitgelieferten Charging Hub.

Damit kommen wir allerdings zu einem Punkt, bei dem ich etwas mehr erwartet hätte.

Ein richtiges Ladecase hätte dazugehören dürfen

Im Lieferumfang befindet sich ein Charging Hub, über den die Geräte gemeinsam geladen werden können. Zusätzlich gibt es eine Transporttasche.

Grundsätzlich funktioniert das.

Trotzdem hätte ich bei einem Produkt dieser Klasse gerne ein richtiges Ladecase direkt im Paket gesehen.

Gerade ein mobiles Mikrofonsystem lebt davon, schnell einsatzbereit zu sein. Sender und Empfänger ins Case legen, alles lädt automatisch und beim nächsten Einsatz nimmt man das komplette Set wieder heraus.

Das ist einfach komfortabler.

Beim Wireless GO Gen 3 muss ein entsprechendes Case separat gekauft werden.

Für mich ist das tatsächlich einer der deutlichsten Kritikpunkte des Pakets.

Und genau hier kommt das Wireless PRO ins Spiel

Das Wireless GO Gen 3 hat ein kleines Luxusproblem: RØDE verkauft selbst noch das Wireless PRO.

Technisch liegen beide Systeme inzwischen erstaunlich nah beieinander. Das Wireless GO Gen 3 bietet bereits 32-Bit-Float-Aufzeichnung, GainAssist, zwei Sender und die gleiche beeindruckende Herstellerangabe von bis zu 260 Metern Reichweite.

Das Wireless PRO geht beim Gesamtpaket jedoch weiter. Dort befinden sich unter anderem zwei Lavalier-II-Mikrofone und ein Ladecase bereits im Paket. Zusätzlich kommt Timecode dazu.

Genau deshalb würde ich vor dem Kauf immer den aktuellen Preisunterschied zwischen beiden Modellen prüfen.

Wer einfach ein hervorragendes Funkmikrofon möchte und weder Timecode noch die zusätzliche Ausstattung benötigt, bekommt mit dem Wireless GO Gen 3 bereits enorm viel.

Wer dagegen sowieso Lavaliermikrofone und ein Ladecase kaufen möchte, sollte rechnen. Dann kann das PRO schnell interessanter werden.

Das spricht aber nicht gegen das Wireless GO Gen 3. Im Gegenteil: Es zeigt vielmehr, wie nah die dritte Generation inzwischen an RØDEs höherwertiges System herangerückt ist.

Für wen eignet sich das Wireless GO Gen 3?

Eigentlich für ziemlich viele Nutzer.

YouTuber bekommen ein kompaktes System, mit dem sie sich frei vor der Kamera bewegen können. TikTok- und Reel-Creator können ihren Smartphone-Ton deutlich aufwerten. Interviews mit zwei Personen sind dank der beiden Sender unkompliziert möglich.

Auch für Messebesuche, Veranstaltungen, Präsentationen, kleinere Reportagen oder Podcasts mit Video kann ich mir das Set gut vorstellen.

Besonders interessant finde ich weiterhin die Kombination mit einem modernen Smartphone.

Man benötigt heute keine riesige Kameraausrüstung mehr, um unterwegs qualitativ gute Videos aufzunehmen. Ein gutes Smartphone, ein kleiner Griff oder ein Stativ und das Wireless GO Gen 3 reichen bereits für erstaunlich viel.

Und alles passt problemlos in eine kleine Tasche.

Zitat:

RØDE Garantie

„Ich nehme meine Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden, der Umwelt und zukünftigen Generationen ernst. Zu diesem Zweck und um den aktuellen und zukünftigen RØDE Kunden Sicherheit zu geben, haben wir eine 5-Jahres-Garantie auf alle drahtlosen Produkte eingeführt. Das bedeutet, wenn Sie ein RØDE drahtloses Produkt besitzen, hat es jetzt eine 5-Jahres-Garantie, unabhängig davon, wann Sie es gekauft haben. Am Ende dieses 5-Jahres-Zeitraums wird RØDE Ihnen einen nahtlosen und kosteneffizienten Weg zum Upgrade anbieten.

Ich gebe Ihnen auch meine persönliche Garantie, dass alle zukünftigen RØDE Designs von drahtlosen Produkten, wo immer möglich, benutzerwechselbare Batterien haben werden oder durch unser 5-Jahres-Garantie- und nachhaltiges Batterie-Recycling-Programm unterstützt werden.

Wenn Sie ein RØDE drahtloses Produkt haben, das verantwortungsvoll entsorgt werden muss, kontaktieren Sie bitte unser Kundensupport-Team.“

Kleine Details machen das System komplett

Nach den großen Funktionen sind es am Ende auch einige kleinere Dinge, die im Alltag gefallen.

Der 3,5-mm-Anschluss am Sender ist verriegelbar. Die beiden Sender lassen sich unterschiedlich routen. Ein Safety Channel steht zur Verfügung. GainAssist kann die Pegelkontrolle übernehmen und parallel lässt sich eine interne 32-Bit-Float-Aufnahme erstellen.

Vor einigen Jahren hätte man für einen vergleichbaren Funktionsumfang deutlich mehr Equipment benötigt.

Heute steckt das alles in drei kleinen Geräten.

Und genau das ist wahrscheinlich die größte Stärke des Wireless GO Gen 3: Es bietet sehr viele Möglichkeiten, ohne sich bei der normalen Nutzung kompliziert anzufühlen.

Was mir besonders gut gefällt

Am meisten überzeugt mich die unkomplizierte Nutzung.

Ich möchte ein Mikrofonsystem nicht jedes Mal neu studieren müssen. Smartphone anschließen, Sender einschalten und aufnehmen – genau so möchte ich arbeiten.

Dazu kommen die beiden Sender, die interne 32-Bit-Float-Aufzeichnung und GainAssist. Gerade das Zusammenspiel dieser Funktionen sorgt dafür, dass man sich während einer Aufnahme weniger Gedanken über die Technik machen muss.

Auch die Flexibilität gefällt mir. Smartphone, PC oder Kamera lassen sich mit demselben System abdecken.

Und mit den vielen Farbvarianten schafft RØDE sogar noch ein kleines Extra, das gerade bei einem Creator-Produkt überraschend gut passt.

Was mir weniger gefällt

Perfekt ist das Wireless GO Gen 3 trotzdem nicht.

Ein richtiges Ladecase hätte meiner Meinung nach direkt in den Lieferumfang gehört. Gerade weil das System für mobile Nutzung gedacht ist, wäre das eine logische Ergänzung.

Auch Lavaliermikrofone liegen nicht bei. Das ist bei diesem Modell grundsätzlich nachvollziehbar, sollte beim Vergleich mit dem Wireless PRO aber berücksichtigt werden.

Eine optionale Geräuschreduzierung wäre ebenfalls schön gewesen, solange sie sich vollständig deaktivieren lässt und den natürlichen Klang nicht verändert.

Und dann bleibt natürlich der Preisabstand zum Wireless PRO. Je kleiner dieser wird, desto genauer sollte man überlegen, welches Paket langfristig besser zum eigenen Einsatz passt.

Fazit – genau so unkompliziert sollte ein modernes Funkmikrofon sein

Das RØDE Wireless GO Gen 3 gefällt mir vor allem aus einem Grund: Es macht eine Menge Technik erstaunlich unkompliziert.

Ich muss kein Audioexperte sein, um damit eine gute Aufnahme hinzubekommen. Ich kann den Empfänger mit meinem Smartphone verbinden, den Sender an der Kleidung befestigen und loslegen. Bei einem Interview kommt einfach der zweite Sender dazu.

Wer tiefer einsteigen möchte, bekommt trotzdem Funktionen, die weit über ein einfaches Smartphone-Mikrofon hinausgehen. 32-Bit-Float-Aufnahmen direkt in den Sendern, GainAssist, getrennte Kanäle, Safety Channel und verschiedene Routing-Möglichkeiten bieten erstaunlich viel Spielraum.

Besonders die interne Aufnahme gefällt mir. Sie ist nicht irgendeine Funktion, die nur auf dem Datenblatt gut aussieht, sondern kann bei einem wichtigen Interview tatsächlich den Unterschied zwischen einer geretteten und einer verlorenen Aufnahme ausmachen.

Dazu kommt die Flexibilität. Smartphone, Computer und Kamera lassen sich mit demselben System nutzen. Man kauft also kein Mikrofon für einen einzigen Einsatzzweck.

Natürlich gibt es Punkte, die besser sein könnten. Ein Ladecase im Lieferumfang würde das mobile Konzept konsequenter machen. Lavaliermikrofone müssen bei Bedarf zusätzlich gekauft werden und eine optionale Geräuschunterdrückung wäre ebenfalls interessant.

Das größere Problem ist allerdings fast schon ein Kompliment an RØDE selbst: Das Wireless PRO ist so gut ausgestattet, dass man bei einem geringen Preisunterschied zwangsläufig darüber nachdenken muss.

Das ändert jedoch nichts daran, dass das Wireless GO Gen 3 ein richtig starkes Funkmikrofonsystem ist.

Für mich trifft es genau einen wichtigen Punkt: Ich möchte guten Ton, aber ich möchte nicht vor jeder Aufnahme zum Tontechniker werden.

Und genau dafür funktioniert das Wireless GO Gen 3 richtig gut.

PSINFO Bewertung

Bereich Wertung
Verarbeitung 8,5/10
Bedienung 8,5/10
Klangqualität 8,0/10
Funktionen 8,5/10
Funk & Flexibilität 9,0/10
Lieferumfang 8,0/10
Preis-Leistung 8,5/10
Gesamtwertung 9/10

9 von 10 – Sehr gut

Stärken: unkomplizierte Einrichtung, zwei Sender, 32-Bit-Float-Aufzeichnung, GainAssist, große Reichweite, direkte Nutzung mit Smartphone und Computer, Kameraanschluss, viele Routing-Möglichkeiten und eine ungewöhnlich große Farbauswahl.

Schwächen: kein richtiges Ladecase im Lieferumfang, keine Lavaliermikrofone enthalten und keine umfangreiche aktive Geräuschunterdrückung.

Hinweis: Das Testgerät wurde uns von RØDE zur Verfügung gestellt. Auf Inhalt und Bewertung dieses Tests hatte dies selbstverständlich keinen Einfluss.

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REVIEW OVERVIEW

RØDE Wireless GO Gen 3
9

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