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PS5 Pro wird zum Linux-PC und die Jailbreak-Szene erweitert Sonys Konsole immer weiter

Die PlayStation 5 wird für die Homebrew-Szene zunehmend zu einer ungewöhnlichen Experimentierplattform. Nachdem erst vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass ausgewählte Steam-Spiele direkt auf einer gehackten PS5 laufen können, macht nun ein anderes Projekt Fortschritte. Entwickler haben ihre Linux-Software für weitere Firmware-Versionen angepasst und unterstützen inzwischen auch die PlayStation 5 Pro. Damit lässt sich Sonys leistungsstärkere Konsole unter bestimmten Voraussetzungen als Linux-PC verwenden. Für gewöhnliche PS5-Besitzer gibt es allerdings weiterhin erhebliche Einschränkungen.

Linux läuft jetzt auch auf der PlayStation 5 Pro

Das Open-Source-Projekt PS5 Linux verfolgt ein ungewöhnliches Ziel: Die PlayStation 5 soll nicht nur als Spielekonsole, sondern auch als gewöhnlicher Computer verwendet werden können.

Dafür haben die beteiligten Entwickler einen speziellen Loader geschaffen, mit dem sich ein Linux-System auf entsprechend modifizierter PlayStation-Hardware starten lässt.

In den vergangenen Tagen wurde die Software mehrfach erweitert.

Besonders interessant ist die neue Unterstützung der PlayStation 5 Pro.

Laut der Dokumentation auf GitHub gelang es bereits, auf einer handelsüblichen PS5 Pro mit Firmware 13.60 eine Ubuntu-Desktopumgebung zu starten.

Auch der Download von Spielen über Steam soll dabei stabil funktioniert haben.

Damit demonstriert das Projekt, dass sich zumindest bestimmte PC-Funktionen auf Sonys leistungsstärkerer Konsole nutzen lassen.

Eine offizielle Unterstützung durch Sony gibt es dafür allerdings nicht.

Immer mehr Firmware-Versionen werden unterstützt

Neben der PS5 Pro haben die Entwickler die Kompatibilität mit unterschiedlichen Systemversionen erweitert.

Bei der ursprünglichen PlayStation 5 und dem Slim-Modell werden inzwischen zahlreiche Firmware-Versionen unterstützt.

Dazu gehören verschiedene Versionen der Reihen 3.xx bis 7.xx sowie ausgewählte neuere Softwarestände.

Besonders interessant sind die Versionen 13.00, 13.20 und 13.60.

Für diese nennt die Projektdokumentation ebenfalls die Unterstützung von M.2-SSDs.

Auf der PS5 Pro ist aktuell vor allem Firmware 13.60 relevant.

Allerdings bedeutet die Angabe einer unterstützten Firmware nicht automatisch, dass jede Konsole mit dieser Versionsnummer problemlos funktioniert.

Die Entwickler sind auf bestimmte Sicherheitslücken und kompatible technische Komponenten angewiesen.

Außerdem können sich Unterschiede zwischen verschiedenen Hardwaremodellen und Systemversionen ergeben.

Eine gewöhnliche PS5 mit aktueller, unveränderter Systemsoftware lässt sich deshalb nicht einfach über eine neue App in einen Linux-PC verwandeln.

Was kann die PS5 unter Linux?

Das Projekt geht inzwischen deutlich über das bloße Starten eines Betriebssystems hinaus.

In der Dokumentation werden verschiedene bereits nutzbare Hardwarefunktionen genannt.

Dazu gehören die Bild- und Tonausgabe über HDMI mit bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde, die Nutzung von USB-Anschlüssen und die Unterstützung interner M.2-Speichererweiterungen auf geeigneten Firmware-Versionen.

Auch kabelgebundene Netzwerkverbindungen und bestimmte Bluetooth-Funktionen werden unterstützt.

Zusätzlich arbeiten die Entwickler an Treibern, mit denen weitere Komponenten der Konsole unter Linux verwendet werden können.

Besonders interessant ist die Nutzung der verbauten AMD-Hardware.

Schließlich besitzen PlayStation 5 und PlayStation 5 Pro leistungsfähige Prozessoren und Grafikeinheiten, die grundsätzlich auch für PC-Anwendungen geeignet sind.

Allerdings ist die Hardware speziell auf Sonys eigenes Betriebssystem abgestimmt.

Deshalb müssen zahlreiche Funktionen für Linux erst angepasst werden.

Es wäre entsprechend verfrüht, die PS5 Pro bereits als vollständigen Ersatz für einen gewöhnlichen Gaming-PC zu bezeichnen.

Auf der PS5 Pro läuft bereits Ubuntu

Einer der bemerkenswertesten Fortschritte stammt aus den veröffentlichten Projektdateien.

Dort beschreiben die Entwickler einen erfolgreichen Test mit einer echten PlayStation 5 Pro.

Dabei wurde Ubuntu als grafische Desktopumgebung gestartet.

Die PlayStation konnte damit grundlegende Aufgaben eines Linux-Computers übernehmen.

Auch Steam ließ sich verwenden und Spiele konnten heruntergeladen werden.

Das ist allerdings nicht mit dem Nachweis gleichzusetzen, dass sämtliche PC-Spiele auf der Konsole problemlos funktionieren.

Viele Spiele benötigen zusätzliche Kompatibilitätsschichten, bestimmte Grafiktreiber oder andere Systemfunktionen.

Gerade die Unterstützung moderner PC-Grafikschnittstellen kann auf einer ursprünglich geschlossenen Konsole erhebliche Herausforderungen verursachen.

Wie gut die tatsächliche Spieleleistung ausfällt, hängt deshalb stark von der Software und den jeweiligen technischen Voraussetzungen ab.

Die aktuellen Ergebnisse zeigen vor allem, dass der Betrieb eines Linux-Desktops auf der PS5 Pro grundsätzlich möglich geworden ist.

Erst kürzlich liefen Steam-Spiele direkt auf der PS5

Die aktuellen Fortschritte passen zu einer anderen Entwicklung aus der Homebrew-Szene.

Erst am 25. Oktober berichteten wir darüber, dass eine gehackte PlayStation 5 bereits ausgewählte Windows-Spiele direkt aus der eigenen Steam-Bibliothek herunterladen und ausführen kann.

Möglich macht das die Software Playden for PS5.

Anders als das Linux-Projekt benötigt Playden keine vollständige Linux-Installation.

Stattdessen setzt die Anwendung auf eine angepasste Kompatibilitätsumgebung, um bestimmte Windows-Spiele auf der Konsole auszuführen.

Wer sich näher dafür interessiert, findet die Hintergründe in unserem Artikel PS5 Jailbreak erreicht nächsten Meilenstein und plötzlich laufen Steam Spiele direkt auf der Konsole.

Beide Projekte verfolgen unterschiedliche technische Ansätze.

Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass sie zeigen, welche zusätzlichen Möglichkeiten sich mit experimenteller Software auf PlayStation-Hardware erschließen lassen.

Warum das für gewöhnliche PS5-Spieler noch keine Option ist

So spannend die Entwicklung klingt, für die meisten PlayStation-Besitzer ist sie derzeit kaum relevant.

Um Linux auf einer PS5 zu starten, müssen zunächst Sicherheitsbeschränkungen der Konsole umgangen werden.

Dafür werden kompatible Firmware-Versionen und entsprechende technische Voraussetzungen benötigt.

Zusätzlich ist externe Hardware erforderlich.

Die Projektdokumentation nennt unter anderem einen USB-Speicher mit mindestens 64 GB sowie Tastatur und Maus.

Eine externe SSD wird als besonders sinnvoll beschrieben.

Wer möchte, kann auf geeigneten Geräten auch einen kompatiblen M.2-Speicher verwenden.

Die Einrichtung ist jedoch deutlich komplizierter als die Installation eines gewöhnlichen Konsolenspiels.

Außerdem besteht das Risiko von Abstürzen, Datenverlust oder anderen Problemen.

Auch mögliche Auswirkungen auf Online-Dienste und die Sicherheit des Systems sollten nicht unterschätzt werden.

Sony unterstützt diese Nutzung seiner Konsolen nicht offiziell.

Ein aktuelles Systemupdate kann darüber hinaus vorhandene Sicherheitslücken schließen und die verwendeten Methoden unbrauchbar machen.

Die Community entwickelt das Projekt weiter

Bemerkenswert ist auch, dass das Linux-Projekt trotz personeller Veränderungen weitergeführt wird.

Nachdem sich einer der ursprünglichen Verantwortlichen zurückgezogen hatte, übernahmen andere Entwickler zusätzliche Aufgaben.

Seitdem wurden weitere Firmware-Versionen berücksichtigt und technische Probleme behoben.

Dazu gehören Anpassungen an der Speicherverwaltung der PS5 Pro.

In früheren Entwicklungsständen konnte es bei bestimmten Speicherkonfigurationen zu Fehlern beim Zugriff auf USB-Geräte kommen.

Die Entwickler haben entsprechende Änderungen vorgenommen, um die Stabilität zu verbessern.

Weitere Fortschritte betreffen die Unterstützung zusätzlicher Systemversionen und den Bootvorgang.

Das zeigt, dass die Entwicklung weiterhin aktiv vorangetrieben wird.

Trotzdem bleibt das Projekt eine experimentelle Community-Lösung und keine offiziell unterstützte Alternative zum PlayStation-Betriebssystem.

Wird die PlayStation langfristig zum offenen Gaming-PC?

Die aktuelle Entwicklung ist besonders aus technischer Sicht interessant.

Während Sony seine Konsolen normalerweise als geschlossenes Ökosystem betreibt, versucht die Homebrew-Szene, die Hardware auch für andere Anwendungen nutzbar zu machen.

Mit der Unterstützung der PS5 Pro erweitert sich dieser Ansatz inzwischen auf die leistungsstärkste PlayStation-Hardware.

Allerdings gibt es weiterhin deutliche Grenzen.

Nicht jede Firmware wird unterstützt, zahlreiche Funktionen benötigen angepasste Treiber und die Einrichtung setzt erhebliche technische Kenntnisse voraus.

Auch die Spielekompatibilität lässt sich nicht mit der eines regulären Windows-PCs vergleichen.

Dennoch zeigen die Fortschritte, dass sich die PlayStation 5 zunehmend für ungewöhnliche Softwareprojekte einsetzen lässt.

Nachdem bereits Steam-Spiele ohne Linux auf einer gehackten PS5 demonstriert wurden, ist nun auch der Einsatz eines vollständigen Linux-Systems auf der PS5 Pro dokumentiert.

Für die Homebrew-Community ist das ein weiterer Erfolg.

Für alle anderen bleibt die PlayStation vorerst das, wofür Sony sie ursprünglich entwickelt hat: eine leistungsfähige Spielekonsole.

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