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Ubisoft plant nächstes Studio Aus und über 120 Mitarbeiter könnten ihre Jobs verlieren

Bei Ubisoft zeichnet sich der nächste schwere Einschnitt ab. Der französische Spielepublisher plant offenbar, das finnische Entwicklerstudio RedLynx vollständig zu schließen. Das Team wurde insbesondere durch die beliebte Trials-Reihe bekannt und gehört seit vielen Jahren zum Unternehmen. Gleichzeitig sollen bei Ubisoft Singapore rund 70 weitere Stellen gestrichen werden. Insgesamt wären damit etwa 122 Beschäftigte von den neuen Maßnahmen betroffen.

Die Informationen stammen aus einem aktuellen Bericht von Video Games Chronicle vom 14. Oktober 2026. Demnach überprüft Ubisoft derzeit seine internationalen Entwicklerstudios und deren wirtschaftliche Zukunft. Die geplanten Maßnahmen wären ein weiterer Schritt innerhalb des umfangreichen Sparkurses, mit dem der Konzern seit Monaten seine Kosten senken möchte.

Ubisoft könnte das Studio hinter Trials schließen

Besonders überraschend ist die mögliche Schließung von Ubisoft RedLynx.

Das Studio befindet sich in Helsinki und wurde vor allem durch seine ungewöhnlichen Motorrad-Geschicklichkeitsspiele bekannt.

Titel wie Trials HD, Trials Evolution, Trials Fusion und Trials Rising machten die Reihe über viele Jahre zu einem beliebten Bestandteil der Gaming-Landschaft.

Das Spielprinzip war dabei ebenso einfach wie anspruchsvoll: Spieler mussten mit einem Motorrad schwierige Hindernisstrecken überwinden und möglichst fehlerfrei ins Ziel gelangen.

Gerade die Mischung aus präziser Steuerung, spektakulären Stürzen und immer schwierigeren Herausforderungen verschaffte der Reihe eine treue Fangemeinde.

Nun könnte ausgerechnet das verantwortliche Studio vollständig verschwinden.

Laut VGC hat Ubisoft RedLynx im Rahmen einer internen Überprüfung als wirtschaftlich nicht mehr nachhaltig eingestuft.

Das Team arbeite derzeit an keinem neuen Projekt. Eine weitere Verkleinerung würde nach der internen Bewertung offenbar nicht ausreichen, um den Standort dauerhaft tragfähig zu machen.

Deshalb soll nun die vollständige Schließung vorgeschlagen werden.

Etwa 52 Mitarbeiter wären davon betroffen.

RedLynx war bereits zuvor von Einschnitten betroffen

Ganz überraschend kommen die neuen Informationen allerdings nicht.

Schon zuvor hatte Ubisoft bei RedLynx umfangreiche Veränderungen eingeleitet.

Das Unternehmen kündigte eine stärkere Konzentration auf kleinere Bildschirme und mobile Spiele an.

Damit sollte sich das Studio von seiner bisherigen Ausrichtung auf unterschiedliche Plattformen verabschieden.

Unter anderem war von zwei unangekündigten Mobile-Projekten die Rede.

Nun berichtet VGC jedoch, dass RedLynx aktuell über kein neues Projekt verfüge, das einen langfristigen Weiterbetrieb wirtschaftlich rechtfertigen würde.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, würde damit ein traditionsreicher Entwicklerstandort verloren gehen.

RedLynx hatte neben der Trials-Reihe auch an South Park: Phone Destroyer gearbeitet und andere Ubisoft-Produktionen unterstützt.

Zu den jüngeren Arbeiten gehörte die Umsetzung von Star Wars Outlaws für Nintendo Switch 2.

Die geplante Schließung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass bereits veröffentlichte Trials-Spiele aus den digitalen Stores verschwinden oder ihre Online-Funktionen eingestellt werden.

Dazu liegen bislang keine entsprechenden Ankündigungen vor.

Auch Ubisoft Singapore verliert zahlreiche Arbeitsplätze

Parallel zur möglichen Schließung von RedLynx plant Ubisoft weitere Einschnitte in Singapur.

Dort sollen laut VGC insgesamt 70 Stellen wegfallen.

Anders als beim finnischen Studio ist für Ubisoft Singapore allerdings keine vollständige Schließung vorgesehen.

Stattdessen soll der Standort verkleinert und organisatorisch neu ausgerichtet werden.

Die Verantwortlichen haben offenbar überprüft, welche Rolle das Studio bei zukünftigen Ubisoft-Projekten übernehmen kann.

Dabei sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass eine kleinere Struktur langfristig wirtschaftlich sinnvoller wäre.

Ubisoft Singapore ist insbesondere durch die Entwicklung von Skull and Bones bekannt geworden.

Das Piratenabenteuer hatte eine ungewöhnlich lange und schwierige Entwicklungszeit hinter sich, bevor es 2024 schließlich veröffentlicht wurde.

Darüber hinaus war das Studio über die Jahre an mehreren Assassin’s-Creed-Spielen beteiligt.

Welche konkreten Abteilungen oder Projekte von den neuen Stellenstreichungen betroffen wären, geht aus dem aktuellen Bericht nicht hervor.

Auch ist bislang nicht bekannt, ob sich die Maßnahmen auf laufende Updates oder zukünftige Spieleveröffentlichungen auswirken könnten.

Insgesamt könnten 122 Arbeitsplätze betroffen sein

Zusammengerechnet betreffen die beiden geplanten Maßnahmen ungefähr 122 Beschäftigte.

Rund 52 davon arbeiten bei RedLynx in Finnland, weitere 70 bei Ubisoft Singapore.

Wichtig ist allerdings, dass die Veränderungen bislang als geplante Maßnahmen beschrieben werden.

Insbesondere für RedLynx ist laut VGC zunächst ein Schließungsvorschlag vorgesehen.

Damit steht noch nicht fest, wann der Standort tatsächlich seinen Betrieb einstellen würde.

Auch mögliche Beteiligungsverfahren und die weitere Betreuung betroffener Mitarbeiter sind bislang nicht im Detail bekannt.

Eine offizielle Stellungnahme von Ubisoft zu den konkreten Zahlen lag zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht vor.

Die neuen Informationen unterstreichen allerdings, wie stark sich die internationale Studiolandschaft des Publishers derzeit verändert.

Ubisoft baut seine Studios seit Monaten um

Der mögliche Verlust von RedLynx wäre keineswegs die erste größere Veränderung innerhalb des Unternehmens.

Bereits Anfang 2026 bestätigte Ubisoft die Schließung seines Studios in Halifax. Dort waren 71 Arbeitsplätze betroffen.

Später folgten weitere Einschnitte an anderen Standorten.

Auch Massive Entertainment, bekannt durch The Division und Avatar: Frontiers of Pandora, musste Stellen abbauen.

Über diese Entwicklung hatten wir bereits in unserem Artikel Ubisoft trifft es erneut und Studio hinter The Division und Avatar unter Druck berichtet.

Im Juni folgte außerdem die Schließung des Ubisoft-Studios in Winnipeg.

Damit setzt sich eine Entwicklung fort, bei der Ubisoft seine internationale Struktur zunehmend verkleinert und einzelne Aufgaben stärker bündelt.

Der Konzern verfolgt das Ziel, seine laufenden Kosten zu reduzieren und sich auf wirtschaftlich wichtige Marken zu konzentrieren.

Die Veränderungen betreffen dabei nicht nur kleinere Produktionen, sondern auch etablierte Entwicklerteams und langjährige Mitarbeiter.

Neue Strategie konzentriert sich auf große Marken

Anfang des Jahres stellte Ubisoft eine weitreichende Neuorganisation vor.

Künftig sollen mehrere sogenannte Creative Houses für unterschiedliche Bereiche des Spieleportfolios verantwortlich sein.

Dabei stehen insbesondere große Marken wie Assassin’s Creed, Far Cry, Rainbow Six, The Division und Ghost Recon im Mittelpunkt.

Die jeweiligen Einheiten sollen mehr Verantwortung für Entwicklung, Veröffentlichung und wirtschaftliche Ergebnisse übernehmen.

Gleichzeitig möchte Ubisoft Doppelstrukturen vermeiden und seine Ressourcen effizienter einsetzen.

Über diesen grundlegenden Umbau hatten wir bereits im Artikel Ubisoft setzt alles auf Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six berichtet.

Erst Ende September kündigte der Publisher außerdem eine Neuausrichtung rund um Massive Entertainment an.

The Division, Splinter Cell und Ghost Recon werden dabei innerhalb einer gemeinsamen organisatorischen Einheit zusammengeführt.

Die neuen Berichte zu RedLynx und Ubisoft Singapore zeigen nun, dass die Veränderungen im internationalen Studioverbund offenbar noch lange nicht abgeschlossen sind.

Was bedeutet das für die Zukunft von Trials?

Für Fans der Trials-Reihe dürfte die mögliche Schließung von RedLynx besonders enttäuschend sein.

Das Studio hat die Marke über viele Jahre geprägt und maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Spiele durch ihre ungewöhnliche Mischung aus Geschicklichkeit und Motorrad-Action von anderen Titeln unterschieden.

Ein neuer großer Serienteil wurde zuletzt nicht angekündigt.

Sollte RedLynx tatsächlich geschlossen werden, wäre eine Fortsetzung unter dem ursprünglichen Entwicklerteam damit kaum noch vorstellbar.

Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig das endgültige Ende der Marke.

Die Rechte an Trials liegen bei Ubisoft. Grundsätzlich könnte der Publisher deshalb ein anderes Studio mit einem möglichen Nachfolger beauftragen.

Entsprechende Pläne sind derzeit jedoch nicht bekannt.

Auch eine konkrete Entscheidung über die langfristige Zukunft der Reihe wurde bislang nicht veröffentlicht.

Fest steht lediglich, dass die mögliche Schließung ausgerechnet das Studio treffen würde, das die Identität von Trials über viele Jahre geprägt hat.

Bei Ubisoft stehen weitere schwere Entscheidungen an

Die geplanten Veränderungen bei RedLynx und Ubisoft Singapore zeigen erneut, wie schwierig die wirtschaftliche Neuausrichtung des Publishers ist.

Während Ubisoft seine größten Marken stärken und Entwicklungsprozesse effizienter gestalten möchte, geraten selbst langjährige Studios unter Druck.

Für die betroffenen Mitarbeiter geht es dabei um weit mehr als Unternehmenszahlen und Einsparziele.

Viele von ihnen haben über Jahre an bekannten Spielereihen gearbeitet und sollen nun möglicherweise ihren Arbeitsplatz verlieren.

Ob Ubisoft die vollständige Schließung von RedLynx tatsächlich umsetzt, bleibt ebenso abzuwarten wie die konkrete Ausgestaltung des Stellenabbaus in Singapur.

Sollten sich die Pläne bestätigen, wäre es ein weiterer einschneidender Schritt innerhalb der umfangreichen Umstrukturierung des Unternehmens.

Und für Fans von Trials könnte damit ein besonders prägendes Kapitel der Gaming-Geschichte zu Ende gehen.

Quelle:https://www.videogameschronicle.com/news/ubisoft-is-planning-to-shut-down-trials-studio-redlynx-and-lay-off-70-ubisoft-singapore-staff/

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