Gadgets | Zubehör | Hardware TestsLiberNovo Omni im Test – Hightech-Ergonomie mit starken Ideen

LiberNovo Omni im Test – Hightech-Ergonomie mit starken Ideen

Ergonomische Stühle gibt es inzwischen in nahezu jeder Preisklasse. Der LiberNovo Omni spielt allerdings in einer Liga, in der ein Hersteller schon etwas mehr liefern muss als eine verstellbare Rückenlehne, eine Kopfstütze und ein paar Armlehnen. Mit einem Preis von über 1.000 Euro richtet sich der Omni an Nutzer, die täglich viele Stunden am Schreibtisch verbringen und bereit sind, für Komfort und Ergonomie entsprechend tief in die Tasche zu greifen.

LiberNovo versucht dabei gar nicht erst, einen klassischen Gaming-Stuhl zu bauen. Statt Schalensitz, auffälligen Farben und typischer Racing-Optik setzt der Omni auf eine ungewöhnliche, segmentierte Rückenlehne, elektrische Unterstützung, Akku-Betrieb und verschiedene dynamische Funktionen.

Auf dem Papier klingt das beinahe wie ein Technik-Gadget auf Rollen.

Doch genau deshalb stellt sich eine entscheidende Frage: Sind diese Funktionen im Alltag tatsächlich sinnvoll oder wirkt der LiberNovo Omni vor allem deshalb beeindruckend, weil ungewöhnlich viel Technik verbaut wurde?

Für diesen Test wurde uns der LiberNovo Omni in der Farbe Midnight Black zur Verfügung gestellt. Das Produkt wurde kostenlos bereitgestellt, hatte jedoch keinen Einfluss auf unsere Bewertung. Wie bei unseren anderen Hardwaretests basiert das Urteil ausschließlich auf den eigenen Erfahrungen mit dem Produkt.

Ein ordentliches Paket – im wahrsten Sinne des Wortes

Schon die Lieferung macht deutlich, dass hier kein kompakter Bürostuhl vor der Tür steht.

Der LiberNovo Omni erreicht seinen Besitzer in einem ausgesprochen großen Karton. Unser Paket brachte rund 30 Kilogramm Gesamtgewicht auf die Waage, der eigentliche Stuhl liegt bei etwa 22 Kilogramm.

Wer keinen Aufzug besitzt, sollte sich deshalb im Zweifel Unterstützung organisieren. In unserem Fall musste der Karton bis in die dritte Etage getragen werden – ein kleines Fitnessprogramm war damit bereits vor dem eigentlichen Aufbau inklusive.

Im Inneren macht LiberNovo zunächst vieles richtig. Sämtliche Komponenten sind ordentlich geschützt, die einzelnen Bauteile lassen sich gut zuordnen und auch beim Zubehör entsteht nicht der Eindruck, dass an jeder Kleinigkeit gespart wurde.

Gerade bei einem Produkt dieser Preisklasse sollte das selbstverständlich sein. Trotzdem erlebt man selbst bei teuren Produkten immer wieder schlecht sortierte Schrauben, dürftige Anleitungen oder unnötig komplizierte Montageschritte.

Beim Omni fällt der erste Eindruck insgesamt deutlich besser aus.

Aufbau: rund 45 Minuten und grundsätzlich gut erklärt

Für den vollständigen Aufbau benötigten wir ungefähr 45 Minuten.

Dabei muss allerdings erwähnt werden, dass uns selbst ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Die Mechanik beziehungsweise Einheit für die Höhenverstellung wurde zunächst falsch herum eingesetzt. Dadurch mussten zwei bereits befestigte Schrauben noch einmal entfernt und die Sitzfläche anschließend korrekt montiert werden.

Ohne diesen zusätzlichen Arbeitsschritt wäre der Aufbau entsprechend etwas schneller erledigt gewesen.

Das lässt sich LiberNovo allerdings kaum anlasten. Die mitgelieferte Anleitung ist grundsätzlich verständlich aufgebaut und führt nachvollziehbar durch die Montage.

Zusätzlich bietet LiberNovo online eigene Tutorials und Aufbauhilfen an. Gerade bei einem Stuhl mit vergleichsweise vielen Komponenten ist das eine sinnvolle Ergänzung.

Unterm Strich ist der Omni kein Stuhl, den man in zehn Minuten nebenbei zusammenschraubt. Besonders kompliziert ist die Montage aber ebenfalls nicht.

Wer sich etwas Zeit nimmt und die einzelnen Schritte sorgfältig durchgeht, sollte den Aufbau problemlos bewältigen können.

Verarbeitung: überwiegend auf hohem Niveau

Nach dem Aufbau wirkt der LiberNovo Omni zunächst einmal beeindruckend.

Der Stuhl steht stabil, die Konstruktion vermittelt Vertrauen und insbesondere die ungewöhnliche Rückenlehne macht sofort deutlich, dass LiberNovo hier einen anderen Ansatz verfolgt als viele klassische Gaming- oder Bürostühle.

Die wesentlichen Bauteile hinterlassen einen hochwertigen Eindruck. Spaltmaße und Übergänge fallen ordentlich aus und auch bei kräftigeren Bewegungen entsteht nicht das Gefühl, auf einer instabilen Konstruktion zu sitzen.

Das ist wichtig, denn bei einem Preis von über 1.000 Euro wäre bereits ein durchschnittlicher Materialeindruck ein deutlicher Kritikpunkt.

Ganz perfekt ist das Gesamtbild allerdings nicht.

An der Unterseite der Sitzmechanik befindet sich ein drehbares beziehungsweise bewegliches Kunststoffelement, dessen Haptik nicht ganz zum ansonsten hochwertigen Eindruck des Stuhls passen möchte. Es funktioniert, wirkt aber eben eher zweckmäßig als luxuriös.

Das klingt zunächst nach einer Kleinigkeit – und das ist es letztlich auch. In dieser Preisklasse schaut man jedoch genauer hin.

Ein Stuhl für mehrere hundert oder sogar über 1.000 Euro wird zwangsläufig an einem anderen Maßstab gemessen als ein Modell aus dem unteren oder mittleren Preissegment.

Die Rückenlehne ist das Herzstück des Omni

Optisch und technisch steht beim LiberNovo Omni eindeutig die Rückenlehne im Mittelpunkt.

Anstelle einer klassischen durchgehenden Polsterung setzt LiberNovo auf mehrere bewegliche beziehungsweise flexible Segmente. Diese sollen sich der Position des Rückens anpassen und den Körper auch dann unterstützen, wenn man seine Sitzhaltung verändert.

Das funktioniert tatsächlich anders als bei einem gewöhnlichen Bürostuhl.

Beim Zurücklehnen merkt man relativ schnell, dass sich der Omni nicht wie ein statischer Sitz verhält. Teile der Rückenlehne bewegen sich mit und unterstützen den Körper abhängig von der gewählten Position.

Gerade Nutzer, die nicht stundenlang völlig unbeweglich vor dem Bildschirm sitzen, könnten darin einen großen Vorteil sehen.

LiberNovo bezeichnet das Konzept als Bionic FlexFit.

Die Bezeichnung klingt zunächst stark nach Marketing, beschreibt das Prinzip aber letztlich ganz ordentlich: Der Stuhl versucht, Bewegungen des Körpers mitzumachen, anstatt den Rücken permanent in eine starre Form zu zwingen.

Elektrische Unterstützung statt rein mechanischer Einstellung

Eine der Besonderheiten des Omni ist die elektrische Unterstützung der Rücken- beziehungsweise Lendenregion.

Während bei vielen ergonomischen Stühlen ein Rad gedreht oder eine mechanische Stütze verschoben werden muss, besitzt der Omni entsprechende Bedienelemente direkt am Stuhl.

Das wirkt zunächst ungewöhnlich.

Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert die Bedienung aber erstaunlich intuitiv. Die Position der entsprechenden Schalter ist gut gewählt und die Veränderungen lassen sich während des Sitzens durchführen.

Das ist tatsächlich praktisch, weil man nicht ständig aufstehen oder unter dem Stuhl nach irgendeinem schlecht erreichbaren Hebel suchen muss.

Auch die elektrische Unterstützung selbst arbeitet angenehm.

Ob man solche Funktionen zwingend braucht, ist natürlich eine andere Frage. Ein guter ergonomischer Stuhl kann auch vollständig ohne Elektronik funktionieren.

Beim Omni sind die elektrischen Funktionen aber nicht nur Spielerei. Sie erweitern tatsächlich die Möglichkeiten, den Stuhl während der Nutzung an die eigene Sitzposition anzupassen.

OmniStretch: Massage, Dehnung oder irgendwo dazwischen?

Besonders beworben wird die sogenannte OmniStretch-Funktion.

LiberNovo bezeichnet sie unter anderem als integrierte Massage- beziehungsweise Stretch-Funktion.

Wer jetzt allerdings einen klassischen Massagesessel mit starken Vibrationsmotoren erwartet, bekommt etwas anderes.

Der Omni arbeitet vielmehr mit der Rückenmechanik und erzeugt durch gezielte Bewegungen eine Art Dehnung beziehungsweise Druckentlastung im Rückenbereich.

Das fühlt sich ungewöhnlich an und hebt den Stuhl eindeutig von vielen Konkurrenten ab.

Gerade nach längerem Sitzen kann eine solche kurze Stretch-Phase angenehm sein.

Wie häufig man diese Funktion langfristig tatsächlich verwendet, muss sich allerdings erst im Alltag zeigen. Es ist durchaus denkbar, dass OmniStretch zu Beginn häufig ausprobiert wird und später nur noch gelegentlich zum Einsatz kommt.

Allein die Tatsache, dass die Funktion vorhanden ist, rechtfertigt deshalb noch keinen hohen Preis.

Entscheidend ist am Ende weiterhin, wie bequem der Stuhl während ganz normaler Arbeit oder beim Gaming ist.

Akku-Lösung gefällt

Ein elektrischer Stuhl bringt zwangsläufig die Frage mit sich, wie die Stromversorgung gelöst wurde.

Hier gefällt uns LiberNovos Ansatz ausgesprochen gut.

Statt dauerhaft ein Kabel vom Stuhl zur Steckdose führen zu müssen, arbeitet der Omni mit einem integrierten beziehungsweise entnehmbaren Akku.

Das ist im Alltag deutlich angenehmer.

Ein ständig angeschlossenes Kabel wäre bei einem beweglichen Bürostuhl schnell störend oder könnte beim Verschieben sogar zur Stolperfalle werden.

So bleibt der Arbeitsplatz aufgeräumt und die elektrischen Funktionen lassen sich trotzdem jederzeit nutzen.

Die Akku-Lösung gehört deshalb schon nach den ersten Stunden zu den Punkten, die beim Omni besonders positiv auffallen.

Sitzfläche: technisch interessant, aber gewöhnungsbedürftig

Und damit kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte des gesamten Tests.

Denn ein Stuhl kann noch so viele Motoren, bewegliche Segmente und elektrische Funktionen besitzen: Wenn man darauf nicht gerne sitzt, hilft die ganze Technik wenig.

Die Sitzfläche des LiberNovo Omni fühlte sich in unserem Test zunächst gewöhnungsbedürftig an.

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass sie unbequem ist.

Das Sitzgefühl unterscheidet sich allerdings merklich von vielen klassisch gepolsterten Gaming-Stühlen. Der Omni versucht stärker, den Körper in einer bestimmten Position zu unterstützen und Druck über die Fläche zu verteilen.

Wer von einem sehr weichen oder stärker gepolsterten Sitz kommt, dürfte deshalb etwas Eingewöhnungszeit benötigen.

Bereits nach rund einer Stunde stand für uns fest, dass die Sitzfläche nicht zu den Komponenten gehört, bei denen unmittelbar ein uneingeschränktes „Wow“ entsteht.

Gerade hier wäre es allerdings unfair, nach kurzer Nutzung ein endgültiges Urteil zu fällen.

Ergonomische Stühle benötigen häufig einige Tage, bis man sich vollständig an Sitzfläche, Rückenunterstützung und veränderte Haltung gewöhnt hat.

Deshalb wird dieser Bereich auch bei weiterer Nutzung besonders genau beobachtet.

Sehr viele Einstellungsmöglichkeiten

Beim Thema Anpassung spielt der LiberNovo Omni seine technischen Möglichkeiten deutlich stärker aus.

Neben der klassischen Höhenverstellung lässt sich die Rückenlehne in verschiedenen Positionen nutzen. Der Omni ermöglicht dabei sehr weit zurückgelehnte Sitzhaltungen bis hin zu einer Position, die eher an einen entspannten Lounge-Sessel erinnert.

Für normales Arbeiten wird vermutlich kaum jemand dauerhaft maximal zurückgelehnt sitzen.

Beim Anschauen eines Videos, kurzen Pausen oder entspannten Gaming-Sessions kann diese Flexibilität allerdings angenehm sein.

Auch die Kopfstütze lässt sich entsprechend anpassen.

Das Zusammenspiel aus Kopfstütze, Rückenlehne und elektrischer Unterstützung gehört eindeutig zu den Bereichen, in denen der Omni seinen technischen Anspruch zeigt.

Armlehnen: flexibel, aber zu leichtgängig

Ein Kritikpunkt zeigte sich relativ schnell bei den Armlehnen.

Sie bieten zwar verschiedene Einstellmöglichkeiten und lassen sich grundsätzlich gut an die eigene Position anpassen, allerdings wirken sie vergleichsweise leichtgängig beziehungsweise locker.

Dadurch kann es passieren, dass sich eine Armlehne verschiebt, obwohl man das eigentlich gar nicht beabsichtigt hat.

Das bedeutet nicht, dass die Konstruktion instabil wäre.

Vielmehr fehlt etwas Widerstand beziehungsweise eine stärkere Rasterung.

Gerade bei einem Stuhl dieser Preisklasse hätten wir uns hier einen etwas satteren Mechanismus gewünscht.

Interessanterweise fällt dieser Punkt schon nach kurzer Nutzung auf und dürfte entsprechend auch im Langzeittest weiter beobachtet werden.

Die Armlehnen funktionieren – sie könnten sich aber hochwertiger anfühlen.

Zusätzliche Fußablage: praktisch, aber qualitativ nicht ganz auf Augenhöhe

Zusätzlich zum eigentlichen Stuhl wurde auch die entsprechende Fußlösung beziehungsweise Fußablage montiert.

Die Idee dahinter gefällt.

Gerade wenn man die Rückenlehne weit zurückstellt, kann eine zusätzliche Unterstützung für Beine und Füße den Komfort deutlich erhöhen.

Bei der Materialqualität fällt dieses Zubehör jedoch etwas gegenüber dem eigentlichen Stuhl ab.

Die Konstruktion erfüllt ihren Zweck, vermittelt haptisch aber nicht denselben hochwertigen Eindruck wie die Hauptkonstruktion des Omni.

Das würden wir bei einem günstigeren Stuhl vermutlich kaum erwähnen.

Bei einem Produkt dieser Preisklasse gehört es allerdings in den Test.

Die Fußablage ist funktional und grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung – sie fühlt sich lediglich nicht so hochwertig an, wie man es angesichts des Preises möglicherweise erwarten würde.

Gaming, Arbeit und längere Sitzphasen

Ein ergonomischer Stuhl sollte nicht nur in einer kurzen Vorführung überzeugen.

Bei uns wird ein Stuhl täglich unter ziemlich realistischen Bedingungen genutzt: Artikel schreiben, Recherche, Videoschnitt, Bildbearbeitung und natürlich Gaming.

Das bedeutet teilweise mehrere Stunden am Stück vor dem Bildschirm.

Genau deshalb interessiert uns beim Omni weniger, wie spektakulär seine Technik in den ersten zehn Minuten wirkt, sondern vielmehr, ob man nach drei, vier oder fünf Stunden noch gerne darauf sitzt.

Der erste Eindruck ist hier etwas differenzierter.

Die Rückenunterstützung funktioniert sehr gut und die zahlreichen Einstellmöglichkeiten sind zweifellos beeindruckend.

Beim reinen Sitzkomfort braucht der Omni dagegen etwas Eingewöhnungszeit.

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Technisch beeindruckend bedeutet nämlich nicht zwangsläufig automatisch bequemer.

Und genau deshalb wollen wir diesen Bereich bei längerer Nutzung weiter beobachten.

Leise und unauffällige Motorik

Positiv fällt zudem auf, dass die elektrischen Funktionen nicht mit störenden Geräuschen verbunden sind.

Natürlich hört man die Mechanik arbeiten.

Der Omni verwandelt den Arbeitsplatz aber nicht plötzlich in eine Werkstatt, sobald die Rückenunterstützung angepasst wird.

Gerade während der Arbeit ist das wichtig.

Eine technische Funktion kann noch so sinnvoll sein – wenn sie jedes Mal mit einem lauten Motorgeräusch verbunden wäre, würde man sie irgendwann vermutlich einfach nicht mehr benutzen.

Hier hat LiberNovo einen vernünftigen Mittelweg gefunden.

Design: modern, technisch und überraschend unaufdringlich

Unser Testmodell in Midnight Black passt optisch hervorragend in ein modernes PC- oder Gaming-Setup.

Trotz seiner ungewöhnlichen Rückenlehne wirkt der Omni nicht übermäßig futuristisch.

Das schwarze Design hält den Stuhl vergleichsweise dezent.

Wer den typischen Racing-Look vieler Gaming-Stühle nicht mag, könnte gerade daran Gefallen finden.

Gleichzeitig erkennt man aber sofort, dass hier etwas anderes am Schreibtisch steht.

Die segmentierte Rückenlehne sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert und macht den Omni auch vor der Kamera interessant.

Gerade in einem modernen Gaming-, Creator- oder Homeoffice-Setup fügt sich die schwarze Variante sehr gut ein.

Eher Office-Oberklasse als klassischer Gaming-Stuhl

Trotz seiner auffälligen Technik würden wir den LiberNovo Omni nicht in erster Linie als klassischen Gaming-Stuhl einordnen. Dafür liegt der Fokus zu deutlich auf Ergonomie, dynamischer Rückenunterstützung, längeren Sitzphasen und flexiblen Arbeitspositionen. Der Omni wirkt eher wie ein hochwertiger Office- beziehungsweise Creator-Stuhl, der sich gleichzeitig sehr gut in ein Gaming-Setup integrieren lässt. Wer also einen weichen, stark gepolsterten Gaming-Sessel erwartet, bekommt hier bewusst ein anderes Sitzkonzept.

Viel Technik – aber braucht man sie wirklich?

Diese Frage zieht sich letztlich durch den gesamten Test.

LiberNovo packt enorm viele Ideen in den Omni.

Elektrische Rückenunterstützung, Stretch-Funktion, Akku, flexible Rückenlehne, verschiedene Neigungspositionen und zahlreiche Anpassungsmöglichkeiten sind technisch zweifellos spannend.

Doch ein ergonomischer Stuhl wird nicht automatisch besser, nur weil mehr Technik darin steckt.

Und genau an diesem Punkt ist der Omni interessant.

Viele seiner Funktionen ergeben tatsächlich Sinn.

Besonders die dynamische Rückenlehne und die einfache elektrische Anpassung sind keine reinen Showeffekte.

Andere Funktionen dürften dagegen stark davon abhängen, wie der jeweilige Nutzer seinen Stuhl verwendet.

Wer beispielsweise praktisch nie weit zurückgelehnt sitzt, wird einige Möglichkeiten kaum ausnutzen.

Wer dagegen täglich acht Stunden oder länger am Schreibtisch verbringt und seine Position regelmäßig verändert, kann deutlich stärker davon profitieren.

Der Preis bleibt die größte Hürde

Der LiberNovo Omni ist kein günstiger Stuhl.

Mit einem Preis von rund 1.100 Euro bewegt er sich in einem Bereich, in dem Käufer völlig zu Recht sehr hohe Erwartungen haben dürfen.

Für diesen Betrag bekommt man nicht einfach nur einen Sitzplatz für den Schreibtisch.

Man bezahlt vor allem für die ungewöhnliche Konstruktion, die dynamische Rückenlehne, die elektrische Unterstützung und die zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Technisch liefert LiberNovo dafür tatsächlich einiges.

Trotzdem verhindert der hohe Preis, dass man kleinere Schwächen einfach ignorieren kann.

Eine etwas einfach wirkende Kunststoffkomponente, sehr leichtgängige Armlehnen oder eine nicht vollkommen überzeugende Haptik beim Zubehör fallen bei einem 300-Euro-Stuhl anders ins Gewicht als bei einem Produkt jenseits der 1.000-Euro-Marke.

Das bedeutet nicht, dass der Omni überteuert ist.

Es bedeutet lediglich, dass LiberNovo selbst einen entsprechend hohen Maßstab setzt.

Unser bisheriger Eindruck

Der LiberNovo Omni ist einer der ungewöhnlichsten ergonomischen Stühle, die wir bisher ausprobiert haben.

Die Verarbeitung des eigentlichen Stuhls bewegt sich überwiegend auf hohem Niveau, der Aufbau ist trotz der komplexeren Konstruktion gut machbar und die Anleitung überzeugt.

Besonders interessant ist die flexible Rückenlehne.

Sie sorgt dafür, dass sich der Omni weniger statisch anfühlt als viele andere Stühle und Bewegungen des Körpers besser begleitet.

Auch die elektrische Unterstützung funktioniert gut.

Die Akku-Lösung gefällt uns ebenfalls, weil der Stuhl dadurch trotz seiner elektronischen Funktionen kabellos und flexibel bleibt.

OmniStretch ist eine interessante Ergänzung, sollte aber nicht mit einer klassischen Vibrationsmassage verwechselt werden.

Auf der anderen Seite gibt es Punkte, bei denen angesichts des Preises noch Luft nach oben bleibt.

Die Armlehnen könnten stärker einrasten beziehungsweise etwas schwergängiger sein. Einzelne Kunststoffdetails wirken nicht ganz so hochwertig wie der restliche Stuhl und auch das zusätzliche Fußzubehör erreicht haptisch nicht vollständig das Niveau des Omni.

Die Sitzfläche ist zudem ein Bereich, bei dem wir aktuell noch etwas Eingewöhnungszeit benötigen.

Fazit – technisch beeindruckend, aber nicht frei von Schwächen

Der LiberNovo Omni macht vieles anders als klassische Gaming- oder Bürostühle.

Und genau darin liegt seine größte Stärke.

Die flexible Rückenlehne, elektrische Unterstützung, Akku-Lösung und OmniStretch-Funktion machen den Stuhl technisch ausgesprochen interessant.

Hinzu kommen eine insgesamt hochwertige Verarbeitung, viele Einstellungsmöglichkeiten und ein modernes Design, das gerade in Midnight Black hervorragend in ein Gaming- oder Creator-Setup passt.

Trotzdem bleibt nach den ersten intensiven Stunden nicht in jedem Bereich uneingeschränkte Begeisterung.

Insbesondere die Sitzfläche benötigt etwas Eingewöhnung. Die Armlehnen sind für unseren Geschmack etwas zu leichtgängig und auch einzelne Kunststoff- beziehungsweise Zubehörteile könnten angesichts der Preisklasse hochwertiger ausfallen.

Das sind keine Punkte, die den Omni zu einem schlechten Stuhl machen.

Ganz im Gegenteil.

Der LiberNovo Omni gehört technisch zu den spannendsten ergonomischen Stühlen, die wir bisher ausprobieren konnten.

Bei einem Preis von mehr als 1.000 Euro reicht „spannend“ allein aber nicht aus. Komfort, Ergonomie, Verarbeitung und Alltagstauglichkeit müssen ebenfalls überzeugen.

Und genau dort liefert der Omni insgesamt ein starkes, aber eben nicht vollkommen makelloses Gesamtpaket.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich insbesondere unser Eindruck der Sitzfläche noch verändert. Sollte sich der Komfort mit zunehmender Gewöhnung verbessern, ist auch eine spätere Anpassung der Bewertung denkbar.

Link zum Stuhl

Bewertung: 8,6 von 10 Punkten

⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐⭐☆ 8,6 / 10

Kategorie Bewertung
Verarbeitung 8,7/10
Materialqualität 8,3/10
Sitzkomfort 8,4/10
Ergonomie 8,8/10
Funktionen 9,3/10
Bedienung 8,8/10
Aufbau & Anleitung 8,7/10
Preis-Leistung 7,8/10

Plus

✅ Innovative und flexible Rückenlehne
✅ Elektrisch verstellbare Rücken-/Lendenunterstützung
✅ OmniStretch-Funktion
✅ Sehr viele Einstellmöglichkeiten
✅ Praktische Akku-Lösung ohne dauerhaftes Stromkabel
✅ Insgesamt hochwertige Verarbeitung
✅ Verständliche Aufbauanleitung
✅ Zusätzliche Online-Tutorials verfügbar
✅ Moderner und eigenständiger Look
✅ Midnight Black passt hervorragend in Gaming- und PC-Setups
✅ Gute und leicht erreichbare Bedienelemente
✅ Umfangreicher Lieferumfang

Minus

❌ Sehr hoher Preis
❌ Sitzfläche zunächst gewöhnungsbedürftig
❌ Armlehnen vergleichsweise leichtgängig
❌ Einzelne Kunststoffdetails wirken weniger hochwertig als der restliche Stuhl
❌ Zusätzliche Fußablage qualitativ nicht ganz auf dem Niveau des Omni
❌ Viele technische Funktionen dürften nicht für jeden Nutzer gleichermaßen relevant sein

Hinweis in eigener Sache:
Der LiberNovo Omni wurde uns für diesen Test kostenlos von LiberNovo zur Verfügung gestellt. Dies hatte selbstverständlich keinen Einfluss auf unsere Bewertung. Der Test basiert ausschließlich auf unseren eigenen Eindrücken und Erfahrungen. Da sich Sitzkomfort und Ergonomie insbesondere bei einem Stuhl erst nach längerer Nutzung vollständig beurteilen lassen, behalten wir uns vor, den Artikel bei neuen Erkenntnissen entsprechend zu ergänzen.

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Amazon

Jetzt einkaufen und unterstützen

*Unsere Seite enthält Affiliate-Links zu Amazon. Ihr unterstützt uns durch eure Einkäufe, ohne dass zusätzliche Kosten für euch anfallen.

10 Kommentare

Weitere News