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PS5 KI Upscaling könnte bei älteren Spielen auf unerwartete Probleme stoßen

Sonys neue KI-Technologie QSSR soll die Bildqualität auf der normalen PlayStation 5 deutlich verbessern. Doch ausgerechnet bei älteren Spielen könnte die nachträgliche Unterstützung komplizierter werden als bisher angenommen. Wie die Technikexperten von Digital Foundry erklären, gibt es Hinweise darauf, dass bestimmte Entwicklerwerkzeuge eine wichtige Hürde darstellen könnten. Damit ist derzeit offen, wie viele bereits veröffentlichte PS5-Spiele tatsächlich von der neuen Upscaling-Technologie profitieren werden.

Die Einschätzung ist besonders interessant, weil Sony die Integration von QSSR zuvor als vergleichsweise unkompliziert beschrieben hatte. Allerdings könnte es einen entscheidenden Unterschied zwischen neu entwickelten Spielen und älteren Titeln geben.

Digital Foundry sieht mögliche Schwierigkeiten bei QSSR Updates

In einer aktuellen Frage-und-Antwort-Runde beschäftigt sich Digital Foundry mit der Frage, wie einfach Entwickler Sonys neue Upscaling-Technologie in bereits veröffentlichte PlayStation-Spiele integrieren können.

Technikexperte Richard Leadbetter weist dabei auf einen möglichen Stolperstein hin: das Software Development Kit, kurz SDK.

Dabei handelt es sich um die Entwicklungswerkzeuge, die Studios benötigen, um Spiele für die PlayStation 5 zu programmieren und auf die Konsole abzustimmen.

Die entscheidende Frage lautet, ob QSSR auch mit älteren Versionen dieser Werkzeuge funktioniert.

Sollte die Technologie ausschließlich über neuere SDK-Versionen zugänglich sein, müssten Entwickler möglicherweise zunächst ihre bestehenden Projekte aktualisieren, bevor sie den neuen Upscaler überhaupt integrieren können.

Leadbetter erklärte, er habe bereits Hinweise darauf erhalten, dass dies bei älteren Spielen eine Herausforderung darstellen könnte.

Eine endgültige technische Bestätigung für sämtliche betroffenen Titel liegt allerdings nicht vor.

Warum PSSR auf der PS5 Pro einfacher nachgerüstet werden konnte

Interessant ist der Vergleich mit PlayStation Spectral Super Resolution, kurz PSSR.

Die ursprüngliche KI-Upscaling-Technologie wurde speziell für die PS5 Pro entwickelt und lässt sich bei geeigneten Spielen auch nachträglich integrieren.

Laut Digital Foundry profitierte PSSR dabei von einer technischen Besonderheit: Entwickler konnten die Technologie teilweise auch in Spiele einbauen, die mit älteren SDK-Versionen erstellt wurden.

Dadurch entfiel in bestimmten Fällen die Notwendigkeit, große Teile der bestehenden Entwicklungsumgebung auf einen neueren Stand zu bringen.

Bei QSSR könnte dieser Vorteil fehlen.

Das wäre kein grundsätzliches Problem mit der eigentlichen Bildrekonstruktion, sondern eine Frage der technischen Einbindung in bereits abgeschlossene Spieleprojekte.

Die Unterschiede könnten sich besonders bei Titeln bemerkbar machen, deren Entwicklung schon mehrere Jahre zurückliegt.

Ein scheinbar kleines Update kann viel Arbeit bedeuten

Für Spieler klingt die Integration einer neuen Upscaling-Technologie zunächst nach einer vergleichsweise einfachen Aufgabe.

Schließlich verändert QSSR nicht die eigentliche Spielwelt, sondern berechnet aus einer niedrigeren internen Auflösung ein möglichst hochwertiges Ausgabebild.

In der Praxis ist die Umstellung allerdings komplexer.

Ein Spiel besitzt zahlreiche technische Komponenten, die aufeinander abgestimmt sind. Dazu zählen die Grafikpipeline, das Speichermanagement, unterschiedliche Rendering-Verfahren und die Kommunikation mit dem Betriebssystem der Konsole.

Wird ein bestehendes Projekt auf eine neuere SDK-Version umgestellt, müssen Entwickler überprüfen, ob diese Komponenten weiterhin korrekt zusammenarbeiten.

Unter Umständen sind Anpassungen am Programmcode notwendig. Anschließend müssen Fehler gesucht und verschiedene Spielsituationen erneut getestet werden.

Selbst wenn QSSR anschließend problemlos eingebunden werden kann, könnte der vorherige Aufwand erheblich sein.

Bei einem aktuellen Spiel, das ohnehin regelmäßig Updates erhält, wäre eine solche Modernisierung möglicherweise wirtschaftlich sinnvoll.

Anders könnte die Situation bei einem älteren Einzelspieler-Abenteuer aussehen, dessen aktive Entwicklung längst abgeschlossen ist.

Hier müssten Studios zusätzliche Mitarbeiter und Ressourcen bereitstellen, obwohl das Spiel möglicherweise nur noch vergleichsweise geringe Einnahmen erzielt.

Sony hatte die Integration zunächst als einfach beschrieben

Die neuen Hinweise stehen auf den ersten Blick im Widerspruch zu früheren Aussagen von Sony.

Daniel Craig, Principal Engineer für Graphics Research & Development bei Sony Interactive Entertainment, hatte die Integration von QSSR als grundsätzlich unkompliziert beschrieben.

Demnach könne die neue Technologie bei bereits unterstützten Rendering-Verfahren weitgehend als Ersatz für bestehende Upscaling-Lösungen verwendet werden. Anschließend seien lediglich gewisse Anpassungen und Optimierungen notwendig.

Diese Aussage muss jedoch nicht zwangsläufig falsch sein.

Sie beschreibt vor allem den eigentlichen technischen Austausch innerhalb einer geeigneten Entwicklungsumgebung.

Die von Digital Foundry angesprochene Problematik setzt möglicherweise schon einen Schritt früher an.

Wenn ein älteres Spiel zunächst auf ein neueres SDK umgestellt werden muss, entsteht zusätzlicher Aufwand, bevor die vergleichsweise einfache QSSR-Integration überhaupt beginnen kann.

Beide Einschätzungen könnten deshalb zutreffen, ohne sich grundsätzlich zu widersprechen.

Ob Sony entsprechende Möglichkeiten auch für ältere SDK-Versionen bereitstellt, bleibt derzeit abzuwarten.

Was bedeutet das für ältere PS5 Spiele?

Für Besitzer der normalen PlayStation 5 ist vor allem eine Frage interessant: Welche Spiele erhalten künftig ein QSSR-Update?

Die neue Technologie soll gerade auf der Standardkonsole eine bessere Bildqualität ermöglichen, ohne dass dafür die leistungsfähigere Hardware der PS5 Pro benötigt wird.

Besonders profitieren könnten Spiele, die intern mit einer niedrigeren Auflösung berechnet werden, um möglichst hohe Bildraten zu erreichen.

QSSR könnte helfen, die dadurch entstehenden Verluste bei Bildschärfe und Stabilität zu verringern.

Allerdings geschieht diese Verbesserung nicht automatisch.

Die jeweiligen Entwickler müssen die Technologie in ihre Spiele integrieren und anschließend überprüfen, wie sich die neue Bildrekonstruktion auf die Darstellung und die Leistung auswirkt.

Sollten die von Digital Foundry beschriebenen SDK-Einschränkungen tatsächlich bestehen, könnte sich die Unterstützung zunächst auf neuere Veröffentlichungen und weiterhin aktiv gepflegte Spiele konzentrieren.

Für ältere Titel wäre eine nachträgliche Anpassung dagegen möglicherweise weniger wahrscheinlich.

Das bedeutet jedoch nicht, dass solche Spiele grundsätzlich von QSSR ausgeschlossen sind.

Ghost of Yōtei und Wolverine zeigen bereits das Potenzial

Dass die Technik auf der normalen PS5 funktionieren kann, zeigen die ersten unterstützten Spiele.

Mit Marvel’s Wolverine und Ghost of Yōtei gehören bereits zwei große PlayStation-Produktionen zu den Vorreitern.

Besonders in Marvel’s Wolverine bescheinigen technische Analysen der neuen Upscaling-Lösung sichtbare Verbesserungen bei Bilddetails und der Stabilität bewegter Objekte.

Bei Ghost of Yōtei fallen die Unterschiede teilweise geringer aus, da das Spiel bereits zuvor eine vergleichsweise hochwertige Bilddarstellung bot.

Die Ergebnisse hängen somit stark davon ab, wie ein Spiel ursprünglich entwickelt wurde und welche Rekonstruktionsverfahren bereits zum Einsatz kommen.

Über die Einführung von QSSR und seine technischen Grundlagen hatten wir bereits in unserem Artikel PS5 bekommt jetzt KI Upscaling mit neuer QSSR Technik berichtet.

Auch die Frage, ob die normale PS5 dadurch näher an die PS5 Pro heranrückt, haben wir in unserer Analyse Die normale PS5 bekommt KI Upscaling und setzt die PS5 Pro unter Druck genauer eingeordnet.

Die aktuelle Diskussion betrifft dagegen weniger die sichtbare Qualität als die praktische Verbreitung der Technologie.

Eine allgemeine QSSR Option könnte ebenfalls schwierig werden

Eine weitere interessante Frage ist, ob Sony QSSR irgendwann über eine allgemeine Systemoption für ältere Spiele aktivieren könnte.

Auf der PS5 Pro existieren bereits Möglichkeiten, bei bestimmten unterstützten Titeln Verbesserungen über systemseitige Einstellungen bereitzustellen.

Laut Digital Foundry fehlt QSSR jedoch offenbar eine vergleichbare zentrale technische Grundlage, wie sie bei PSSR verwendet werden konnte.

Das könnte erklären, warum eine übergreifende QSSR-Einstellung für bereits veröffentlichte PS5-Spiele derzeit nicht ohne Weiteres möglich erscheint.

Spieler können die Technologie deshalb nicht einfach bei jedem Spiel aktivieren und automatisch eine höhere Bildqualität erwarten.

Stattdessen bleibt die Umsetzung zunächst Aufgabe der jeweiligen Studios.

Über die Pläne, QSSR künftig in mehr Spiele zu bringen, hatten wir bereits am 2. Oktober berichtet: PS5 KI Upscaling soll jetzt in viele weitere Spiele kommen.

Wie schnell diese Verbreitung tatsächlich gelingt, dürfte auch davon abhängen, welche Unterstützung Sony seinen Entwicklungspartnern zur Verfügung stellt.

Die nächsten Spiele werden zeigen, wie groß die Hürde ist

Die Hinweise von Digital Foundry werfen eine wichtige Frage für die Zukunft von QSSR auf.

Technisch kann die neue KI-Bildrekonstruktion bereits überzeugen. Entscheidend für ihren langfristigen Nutzen ist allerdings, wie viele Spiele sie tatsächlich unterstützen werden.

Vor allem bei älteren Veröffentlichungen könnten zusätzliche Entwicklungsarbeiten darüber entscheiden, ob ein QSSR-Update noch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Noch steht nicht fest, dass sämtliche älteren Spiele zwingend eine SDK-Umstellung benötigen. Ebenso wenig hat Sony bislang eine Liste veröffentlicht, welche Titel aus technischen Gründen nicht unterstützt werden können.

Die nächsten Monate dürften deshalb zeigen, ob sich QSSR vor allem bei neuen PS5-Spielen etabliert oder auch umfangreich in bestehende Spielebibliotheken integriert werden kann.

Für Besitzer der Standard-PS5 bleibt die Technologie eine interessante Verbesserung. Wie groß ihr praktischer Nutzen langfristig ausfällt, hängt allerdings nicht nur von der Qualität des Upscalers, sondern auch vom Aufwand seiner Integration ab.

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